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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.08.2025

Jagd nach Mr. X

Die Bibliothek meines Großvaters
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Inspiriert von seinen eigenen Erfahrungen mit seinem demenzkanken Vater, ist dem japanischen Autor Masateru Konishi ein sehr einfühlsamer, zugleich spannender, teilweise aber auch humorvoller und skurril ...

Inspiriert von seinen eigenen Erfahrungen mit seinem demenzkanken Vater, ist dem japanischen Autor Masateru Konishi ein sehr einfühlsamer, zugleich spannender, teilweise aber auch humorvoller und skurril wirkender Roman über eine wundervolle Beziehung zwischen Großvater und Enkeltochter gelungen. Ich habe das Buch unglaublich gerne gelesen und war wirklich überrascht, welche Wendungen die Handlung im Verlauf der Geschichte nimmt.

Das Buch wird aus Sicht von Kaede erzählt. Die Grundschullehrerin kümmert sich in ihrer Freizeit liebevoll um ihren an Demenz erkrankten Großvater. Die Liebe zum Geschichten erzählen und zur Literatur verbindet die beiden Generationen. Insbesondere das Lösen von Kriminalfällen, das Entlarven des Täters durch logische Schlussfolgerungen, ist eine große Leidenschaft von Kaedes Opa. Sein Scharfsinn und seine Brillianz sind trotz der schweren Krankheit immer noch ausgeprägt.

Besonders gut hat mir die Beziehung zwischen Enkelin und Großvater gefallen. Diese gründet auf Liebe und Respekt. Kaedes Großvater, welcher selbst einmal Rektor einer Schule war, genießt immer noch hohes Ansehen in seinem Umfeld. Genauso sollte es auch sein und nicht anders.

Überrascht hat mich, wie spannend die Handlung war. Kaede, die klassische Kriminalliteratur liebt, wird selbst in einem Kriminalfall verwickelt und als Leser möchte man natürlich unbedingt das Rätsel lösen.

Masateru Konishi hat die Genre gesprengt. ‚Die Bibliothek meines Großvaters‘ ist nicht nur ein Buch über die Liebe zur Literatur, sondern auch eine Familiengeschichte und zugleich ein Kriminalroman. Mir haben die Mischung, sowie auch der typisch japanische, eher nüchterne Schreibstil unglaublich gut gefallen.

Was mir weniger zugesagt hat, waren die Anspielungen an ‚Harry Potter‘, die es nicht gebraucht hätte und die auch irgendwie deplatziert wirkten. Genauso hätte es meines Erachtens keine Liebesgeschichte gebraucht, wobei ich dazu sagen muss, dass es sich dabei nur um kleine Andeutungen einer sich eventuell anbahnenden Beziehung handelt.

Abgesehen davon hat mich das Buch total begeistert und gefesselt und ich kann es Fans japanischer Literatur sehr empfehlen.

Fazit
Ein herzerwärmender Roman über eine wundervolle Beziehung zwischen Großvater und Enkeltochter mit vielen Bezügen zur klassischen Literatur und Krimielementen. Sehr empfehlenswert!

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Ein Buch mit vielen Überraschungen

Faebound
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Mein erstes Buch von Sara El-Arifi hat mich hat mich direkt abgeholt und mit einer Geschichte über Elfen, Fae, Geheimnisse und Lügen, Geschichten über Götter und Schwesternschaft begeistert. ...

Mein erstes Buch von Sara El-Arifi hat mich hat mich direkt abgeholt und mit einer Geschichte über Elfen, Fae, Geheimnisse und Lügen, Geschichten über Götter und Schwesternschaft begeistert.
Das Buch ist abwechselnd aus Sicht von Yeeran und Lettle geschrieben. Zwei Schwestern aus dem Volk der Elfen, das als einziges den großen Krieg zwischen Menschen, Fae und Elfen überdauert hat. Das ist zumindest die Geschwindigkeit wie Yeeran und Lettle sie kennen. Als Yeeran zur Colonel der Elfenarmee ernannt wird, unterläuft ihr gleich bei ihrem ersten Einsatz ein Fehler mir weitreichenden Konsequenzen. Ins Exil verbannt, kämpft Yeeran ums Überleben. An ihrer Seite ihre Schwester Lettle und Kommandant Rayan, welche Yeeran ins Exil gefolt sind. Was die drei Elfen in der Wildnis erwartet, stellt ihr komplettes Weltbild auf den Kopf. Das Volk der Fae, welches als ausgestorben gilt, nimmt Yeeran und ihre Weggefährten gefangen. Den Grund muss jeder selbst herausfinden. Mich hat er jedenfalls total überrascht.
Saara El-Arifi hat mich mit ihrem wunderbaren Schreibstil direkt eingenommen. Dieser ist sehr bildhaft und atmosphärisch; ich konnte aber auch eine Prise Humor entdecken und musste üher so manchen Dialog schmunzeln. Dazu kommt eine Handlung, welche mich mit ihren unerwarteten Enthüllungen, Geheimnissen und Legenden, einer queeren Liebesgeschichte und zahlreichen Wendungen überrascht und gefesselt hat. Hervorzuheben ist auch das Magiesystem mit Trommeln und die tierischen Gefährten. Vorallem Letztere haben mich richtig begeistert.

Mit Yeeran und Leetle hat die Autorin zwei starke, weibliche Protagonistinnen erschaffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die eine Kämpferin in der Armee, die andere Wahrsagerin. Durch die wechselnden Perspektiven lernen wir beide Frauen sehr gut kennen. Im Übrigen habe ich Faebound als sehr charakterstarkes Buch wahrgenommen.
Während ich sie Beziehung der beiden Schwestern untereinander sehr tiefgehend empfunden habe, sind die Emotionen in Bezug auf die Liebesgeschichte etwas auf der Strecke geblieben. Diese habe ich nicht ganz so gefühlt. Und auch das Worldbuildung hätte etwas mehr Details und Tiefe vertragen können.

Nichtsdestotrotz habe ich den Auftaktband richtig gerne gelesen und kann ihn definitiv weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Lian und das magische Schwert

Dragon Ninjas, Band 1 - Der Drache der Berge
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"Der Drache der Berge" ist der erste Teil der "Dragon Ninjas-Reihe" von Michael Petrowitz. Es ist ein Buch ab 8 Jahren, bei dem selbst ich mich als Erwachsene köstlich amüsiert habe.
⭐⭐⭐⭐⭐
Als ...

"Der Drache der Berge" ist der erste Teil der "Dragon Ninjas-Reihe" von Michael Petrowitz. Es ist ein Buch ab 8 Jahren, bei dem selbst ich mich als Erwachsene köstlich amüsiert habe.
⭐⭐⭐⭐⭐
Als erster Teil führt das Buch seine Leser in die Welt von Lian, Sui und Pepp ein. Die drei sind Schüler am streng geheimen Ninja-Internat Chipanea und absolvieren dort eine Ausbildung zum Dragon Ninja. Naja, zumindest Lian und Sui, denn Pepp ist eigentlich ein Wald- und Wiesendrache und als Küchenhilfe am Internat tätig. Ein weiterer besonderer Charakter ist Lian, denn er ist ein Drachenblut. Dieses einzigartige Gen lässt ihn zum Beispiel den Regen riechen, er ist ziemlich hitzebeständig und sieht wahnsinnig gut im Dunkeln. Außerdem ist Lian so ganz nebenbei für den Erhalt des Guten auf der Welt verantwortlich. Denn nur er kann den bösen Drachen O-Gonsho, der die vier magischen Waffen der Ninjas in seinen Besitz bringen will, um die Weltherrschaft an sich zu reißen, besiegen. Für Lian und seine Freunde sollte diese Aufgabe doch ein Klacks sein, oder?
⭐⭐⭐⭐⭐
Der Autor hat wirklich liebevolle Buchcharaktere zum Leben erweckt. Ich habe mit dem toughen Trio gelacht und gezittert. Die Geschichte beginnt eher ruhig mit dem Kennenlernen der Protagonisten und des Internates. Ein bisschen hat es mich an Harry Potter erinnert; vorallem die Unterrichtsstunden von Lian. Ab der Mitte des Buches wird es dann schon spannender, wenn sich die drei Freunde auf - die natürlich verbotene - Suche nach dem magischen Schwert begeben. Es wird im letzten Drittel dann auch ziemlich rasant und gefährlich und ein finaler Kampf bleibt auch nicht aus. Michael Petrowitz hat hier alles richtig gemacht um seine kleinen (und großen) Leser bei Laune zu halten. Sein Schreibstil ist sehr einfach und altersentsprechend gehalten. Die im Buch gestreuten japanischen Begriffe werden vom Autor alle gut und kindgerecht erklärt. Und wenn man doch mal was vergisst, dann kann man zum kleinen Glossar blättern, der sich am Ende befindet.
⭐⭐⭐⭐⭐
Ganz toll finde ich auch das Cover und die Illustrationen im Inneren. Marek Bláha hat die Figuren unglaublich gut getroffen. Der Comicstil passt sehr gut zum Thema.
⭐⭐⭐⭐⭐
Fazit: Ich kann "Dragon Ninjas" auf jeden Fall empfehlen. Das Buch zeichnet sich durch liebevolle Charaktere aus. Es wird dargelegt was gute Freunde ausmacht und wie wichtig Vertrauen und Zusammenhalt in einer Gemeinschaft sind. Zudem ist die Handlung spannend und beschert kleinen Leseratten ab 8 Jahren bestimmt ein paar abenteuerliche (Vor)Lesestunden.

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Veröffentlicht am 03.08.2025

Kleine und große Einsätze in Hoppenstedt

Wieso? Weshalb? Warum? Meine Vorlesegeschichten, Band 3 - Wer ist hier im Einsatz?
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Wieder einmal hat es Wieso? Weshalb? Warum? geschafft uns zu begeistern. Dieses Mal mit spannenden Kurzgeschichten über die Helfer in der Not - Einsatzkräfte in ihrem Alltag in Hoppelstedt.

Dieses ...

Wieder einmal hat es Wieso? Weshalb? Warum? geschafft uns zu begeistern. Dieses Mal mit spannenden Kurzgeschichten über die Helfer in der Not - Einsatzkräfte in ihrem Alltag in Hoppelstedt.

Dieses Mal erleben die Freunde Toni, Abena, Kojo und Lenny was Polizei, Feuerwehr und Rettung für Aufgaben zu bewältigen haben und sie helfen auch selbst fleißig mit, wie es sich für einen Detektivclub gehört.

Uns haben die 15 in sich abgeschlossenen Geschichten richtig gut gefallen. Vorallem die Selbstverständlichkeit, dass z.B. auch Frauen bei der Feuerwehr tätig sein können. Diversität wird groß gelebt und geschrieben. Dazu kommen die liebevoll gestalteten Illustrationen, welche die Lesereise bereichern.

Mein Sohn wird im August 4 und ist begeistert von den Geschichten; wenn es darum geht Frösche umgesiedeln oder Feuer zu löschen. Er hat gerade das perfekte Alter für diese Art Geschichten erreicht.

Von uns gibt's auf jede Fall eine große Empfehlung!

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Veröffentlicht am 28.07.2025

süße, sehr spicy Workplace-Romance

Give Me Butterflies. Sie erforscht Schmetterlinge, er die Sterne. Für ihre Anziehung gibt es keine wissenschaftliche Erklärung
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Nachdem das Buch als ‘für Fans von Ali Hazelwood’ beworben wurde, musste ich es einfach lesen. Im Nachhinein kann ich die Vergleiche schon verstehen. Aber die Fußstapfen sind einfach groß und so wirklich ...

Nachdem das Buch als ‘für Fans von Ali Hazelwood’ beworben wurde, musste ich es einfach lesen. Im Nachhinein kann ich die Vergleiche schon verstehen. Aber die Fußstapfen sind einfach groß und so wirklich wollte der Funke nicht überspringen.

Dabei mochte ich Insektenforscherin Millie von Anfang an wirklich gerne. Mit ihrer quirlig, charmanten Art hat sie mich schnell um den kleinen Finger gewickelt. Aber auch den angeblich so mürrischen Finn Ashford, Leiter des Astronomiedepartments, hab ich sofort ins Herz geschlossen. Ich fand ihn gar nicht grummelig, wie es der Klappentext suggeriert. Im Gegenteil, sein trockener Humor hat mich begeistert. Alleine schon das erste Aufeinandertreffen der beiden hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ein bisschen zu schnell ging mir das mit Millie und Finn dann aber doch. Hier habe ich einfach das Vorspiel vermisst; das Funkensprühen und die Emotionen. Dafür wurde ich mit jeder Menge Spice überrascht. Auf einer Skala von 1 bis 5 würde ich auf jeden Fall 3 Chilischoten vergeben.

Neben Millies Bestrebungen im Museum befördert zu werden und der sich entwickelnden Beziehung, lernen wir die zwei Naturkundewissenschafter auch von einer ernsteren Seite kennen. Sowohl Millie, als auch Finn, haben eine schwere Vergangenheit hinter sich. Hier muss ich allerdings sagen, dass mir vorallem gegen Ende zu viel Drama rund um Millie und ihren Schatten aus der Vergangenheit war. Finn hingegen habe ich für seine Stärke bewundert. Er hat schwere Zeiten durchgemacht und kämpft noch immer mit seiner Trauer. Für ihn steht seine kleine Familie an erster Stelle. Ein richtig toller Bookboyfriend.

Was ich etwas vermisst habe, waren mehr Einblicke ins Museum, Millies Arbeit und Schmetterlinge. Ja, Schmetterlinge habe ich definitiv vermisst. Man bekommt zwar schon ein paar kleine Eindrücke, aber für eine STEM-Romance war es mir insgesamt zu wenig.

Dennoch hat mich die Geschichte ganz gut unterhalten und ich habe das Buch auch gerne gelesen. Das erhoffte Highlight wurde sie aber leider nicht. Die weiteren Bücher der Autorin bzw. Der Fern-River-Reihe werde ich mir aber definitiv näher anschauen. Jillian Meadows Schreibstil hat mir nämlich richtig gut gefallen. Sehr unkompliziert und leicht zu lesen, mit einer Prise Humor zwischen den Zeilen.

Fazit
Eine süße, sehr spicy Workplace-Romance und charmanten Charakteren. Nice to read für Zwischendurch.

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