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Veröffentlicht am 22.08.2021

Kentucky Hills

Unbarmherziges Land
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Linda Hardin ist der erste weibliche Sheriff von Kentucky und hat ihren ersten Mordfall. Als ein alter Mann eine tote Frau findet, glaubt nicht nur der lokale Politiker nicht daran, dass sie unfähig ist, ...

Linda Hardin ist der erste weibliche Sheriff von Kentucky und hat ihren ersten Mordfall. Als ein alter Mann eine tote Frau findet, glaubt nicht nur der lokale Politiker nicht daran, dass sie unfähig ist, diesen Fall zu lösen. "Zum Glück" für sie ist gerade ihr Bruder Mick, eigentlich Ermittler beim CID in Deutschland, auf Heimaturlaub, und Mick wird das Kind schon schaukeln.

Mit diesen kargen Worten ist eigentlich auch dieser karge Krimi erzählt. Ich hatte das Gefühl, der Autor hält nicht allzu viel von Frauen, zumindest nicht von Frauen, die eine verantwortungsvolle Aufgabe bzw. einen verantwortungsvollen Job haben. Dafür war er unglaublich heftig in den eigentlich Protagonisten dieses Buches verliebt: Mick Hardin. Kann alles, weiß alles, ist besser als jeder andere, sieht und hört all das, was andere nicht sehen und hören, versteht auf Anhieb, wer was warum macht ... Es war furchtbar ermüdend. Was er offensichtlich nicht begriffen hat - also der Autor, Mick schien es ziemlich egal zu sein - ist, dass er eigentlich nur ein Ar...och par excellence erschaffen hat. Einer, der seine Frau permanent allein in den Staaten lässt, während er selbst in Deutschland stationiert ist, sich aber wundert, wenn die irgendwann die Schnauze von ihm voll hat. Die einzige Frage, die sich mir in dieser Hinsicht stellte, war, warum sie ihn überhaupt so lange ertragen hat. Weil er so ein Held ist, wahrscheinlich. Und damit er sich von ihr trennen kann, um als lonely wolf weitermachen zu können. Wozu Linda, die Sheriff, eingeführt wurde, weiß zum Schluss eigentlich weder eine LeserIn noch der Autor, nehme ich an. Ihr Job war es, Ja, Mick oder Nein, Mick zu sagen und als Stichwortgeber (gedanklich) zu dienen, um uns tumben LeserInnen klar zu machen, wie genial Mick war. Gähn. Ein bisschen Lokalfeeling werte ich positiv, den Rest des männlich-feuchten "Krimis" kann man höchstens als Einschlafhilfe werten.

Veröffentlicht am 21.08.2021

Play it again, Tomke!

Das Gestern von morgen
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Mit fünfzehn hat man eigentlich schon genug Probleme, im Leben klarzukommen: das andere Geschlecht ist meistens blöd, wenn auch faszinierend, die Eltern blöd, aber am längeren Hebel und die Schule ist ...

Mit fünfzehn hat man eigentlich schon genug Probleme, im Leben klarzukommen: das andere Geschlecht ist meistens blöd, wenn auch faszinierend, die Eltern blöd, aber am längeren Hebel und die Schule ist auch nicht gerade ein Ort der Glückseligkeit. Doch Tomke trifft es ungleich härter: Ihr etwas älterer Bruder Jannes wird nach einem schlimmen Unfall schwerverletzt im Wald gefunden, und es ist nicht sicher, ob er je wieder aufwacht. Tomke ist verzweifelt. Doch als sie am nächsten Tag wieder aufwacht, hat der gestrige Tag von vorn begonnen und ... könnte das bei aller Unwahrscheinlichkeit die Chance sein, Jannes zu retten? Gegen jede Chance nimmt Tomke den Kampf um ihren Bruder auf, versucht ihn zu retten und ... scheitert. Und wieder beginnt derselbe Tag. Und wieder und wieder und wieder. Ist es überhaupt möglich, dem Schicksal ein Schnippchen zu schlagen? Falls ja, ist Tomke bereit, alles in ihrer Macht stehende dafür zu tun.

Tomke ist ein normales, fünfzehnjähriges Mädchen, und das bleibt sie zum Glück auch von Anfang bis Ende. Sie hat Probleme mit Idioten an ihrer Schule, erkennt verliebte Jungs nicht einmal, wenn die nackig vor ihr herumtanzen und mit Leuchtreklame I love you auf ihre Stirn schreiben würden und zockt lieber mit ihren besten Freunden anstatt irgendetwas zu tun, das Erwachsene als sinnvoll erachten. Aber: Sie ist mega-, megacool. Nicht, weil sie sich plötzlich zu einer heißen Schönheitskönigin wandelt, die auf der Beliebtheitsskala plötzlich auf Nummer Eins steht, sondern weil genau solche Sachen ihr quer vorbeigehen. Sie tut alles für diejenigen, die sie liebt und opfert dabei teilweise sogar sich selbst. Sie ist all das, was ich in ihrem Alter gern gewesen wäre: clever, mutig, stur bis zur Selbstaufgabe. Dazu passt, dass alle wichtigeren Charaktere in diesem Buch gut ausgearbeitet sind, ohne in extreme Klischees zu verfallen. Ich mochte eigentlich alles - den Schreibstil, die Art, wie das Buch durch Handygespräche oder Liedtexte aufgelockert wird, die Zerrissenheit der Protagonistin, die darum kämpft, das Richtige zu tun, ohne ihre Menschlichkeit zu verlieren.

Großes Kino. Bin dafür, das Ganze als Netflixserie zu verfilmen.

Veröffentlicht am 14.08.2021

Lebensborn

Das letzte Bild
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Eva ist eine Journalistin, die sachpopuläre Bücher über bekannte Persönlichkeiten schreibt. Als sie eines Tages auf das Phantombild einer 1970 ermordeten Frau stößt, ist sie erschüttert. Diese Frau sieht ...

Eva ist eine Journalistin, die sachpopuläre Bücher über bekannte Persönlichkeiten schreibt. Als sie eines Tages auf das Phantombild einer 1970 ermordeten Frau stößt, ist sie erschüttert. Diese Frau sieht aus wie sie selbst - oder wie ihre Mutter! Als sie ihrer Mutter Ingrid dieses Bild zeigt, merkt sie sofort, dass sie da auf etwas gestoßen ist. Obwohl Ingrid sich weigert, etwas zu sagen, arbeitet sich Eva durch alles, was sie zu der Frau aus dem Isdal finden kann und stößt auf ein düsteres Familiengeheimnis, das bis in den zweiten Weltkrieg reicht - zurück zu Himmlers Privatprojekt Lebensborn. Eva geht selbst in Norwegen auf Spurensuche und nach und nach trägt sie in Puzzlearbeit die Ereignisse zusammen, und gibt der toten Frau aus dem Eistal einen Namen und eine Persönlichkeit.

Mich hat das Buch schon allein deshalb gereizt, weil der Fall um die unbekannte Frau im Isdal ein realer ist und mich neugierig gemacht hat, wie sich die Autorin diese Geschichte erklärt. Und ich mochte wirklich sehr, was Jonuleit daraus machte, die historischen Abrisse, die sie bis in den zweiten Weltkrieg zurückführt, aber auch die beinahe genauso historischen Ereignisse, die sie Ende der 60iger bis ins Jahr 1970 beschreibt. Womit ich eigentlich fast die ganze Zeit Probleme hatte, war Eva selbst. Ich fand sie wenig sympathisch, und wie sie dauernd ihrer Mutter vorwarf, dass sie ihr nichts erzählt - mit welchem Recht bitte setzt sie die alte Frau unter Druck? Es ist Ingrids Leben gewesen, nicht ihres, aber sie tat so, als hätte sie ein Recht darauf, alles aus Ingrids Leben zu erfahren. Auch fand ich das ewige Hin- und Herfahren in Norwegen nur wenig ergiebig und habe mich zwischendrin tatsächlich ein wenig gelangweilt. Trotzdem ist es alles in allem eine wirklich gelungene Geschichte, die ich gern gelesen habe.

Veröffentlicht am 14.08.2021

Claymore College

Point Whitmark - CD / Der steinerne Fluch
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Tom darf als einer der letzten Acht bei dem hochklassigen Schachturnier in Claymore College teilnehmen. Doch noch bevor es richtig losgeht, geschehen unheimliche Ereignisse: ein Schüler verschwindet, steinerne ...

Tom darf als einer der letzten Acht bei dem hochklassigen Schachturnier in Claymore College teilnehmen. Doch noch bevor es richtig losgeht, geschehen unheimliche Ereignisse: ein Schüler verschwindet, steinerne Figuren in einem Labyrinth verlieren ihre Köpfe und jemand verteilt Urnen mit den Namen der Teilnehmer. Als wäre das nicht genug, treibt der Geist des Gründers von Claymore College sein Unwesen. Der Mann, der im Leben auffallend helle Augen hat kommt untot zurück und versetzt nicht nur Jay, Tom und Derek in Angst und Schrecken. Was steckt wirklich hinter alldem? Während Tom uns den Einzug ins Finale kämpft, geben Jay und Derek alles, um diesen Fall zu lösen.

Vermutlich wiederhole ich mich, aber ich bin von der Machart dieser Hörspielserie sehr begeistert. Hier quietschen Türen, erkennt man anhand der Geräusche und Musik, was vor sich geht und die Sprecher haben ganz eindeutig viel Spaß an ihren Rollen. Ob immer alles so funktioniert, wie es behauptet wird, wage ich zu bezweifeln, aber der Unterhaltungswert dieser Folge ist gänzlich ohne Zweifel.

Veröffentlicht am 13.08.2021

Das Haus an der Küste

Point Whitmark - CD / Die Kammer des schweigenden Ritters
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Dass sich eine Radiosendung so entwickelt, hätten die Jungs Jay, Tom und Derek nicht gedacht: Sie tun so, als kämen echte Anrufe herein, in denen Leute von unheimlichen Ereignissen berichten. Plötzlich ...

Dass sich eine Radiosendung so entwickelt, hätten die Jungs Jay, Tom und Derek nicht gedacht: Sie tun so, als kämen echte Anrufe herein, in denen Leute von unheimlichen Ereignissen berichten. Plötzlich klingelt das Telefon und eine dumpfe Stimme erzählt mit Grabesstimme etwas Unheimliches. Angeblich befindet sich jemand in Gefahr. Als sich die Jungs näher mit dieser Aussage beschäftigen, stellen sie fest, dass der Ort, wo dieser Jemand in Gefahr sein soll, tatsächlich existiert. Es ist ein altes, kaum bekanntes Herrenhaus an der Küste, dessen Besitzer vor kurzem gestorben ist. Er hinterließ zwei Kinder im Teenageralter - und jetzt gibt es nicht nur die Erben in dem Haus, sondern auch einen unheimlichen Ritter, dessen Fluch sie alle bald verfolgen wird ...

Ich habe die Jungs mal wieder so gefeiert. Wie sie ihre Horrorsendung aufgezogen haben und im ersten Moment den Anrufer gar nicht ernst nahmen, war auch zu witzig. Dass sie dann natürlich über einen echten Fall von Mystery und Grusel stolpern, war klar. Das Ende war mal wieder ganz schön weit hergeholt, aber trotzdem war die Folge wie üblich sehr unterhaltsam und vor allem sehr, sehr gut gemacht.