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Veröffentlicht am 15.08.2019

Die Vergangenheit kann einen einholen

Riding High
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Der Klappentext: „Ginny Thomson ist es leid, nur das ewige Betthäschen zu sein. Auf der Suche nach Anerkennung und im Bestreben, aus dem übergroßen Schatten ihrer Zwillingsschwester herauszutreten, ist ...

Der Klappentext: „Ginny Thomson ist es leid, nur das ewige Betthäschen zu sein. Auf der Suche nach Anerkennung und im Bestreben, aus dem übergroßen Schatten ihrer Zwillingsschwester herauszutreten, ist sie in den vergangenen Jahren von Chapter zu Chapter des Death Raiders MC gezogen. Frustriert kehrt sie nach Texas zurück, um das Ganze hinter sich zu lassen und einen Neuanfang zu wagen. Doch kaum daheim angekommen, sieht sie sich mit Drohungen konfrontiert, die sie dazu zwingen, Kontakt mit dem ortsansässigen MC und somit ihrer Schwester aufzunehmen.

Jonathan Robin Holden, genannt Brit befindet sich auf der Flucht vor dem britischen Gesetz. Im Texas Chapter der Death Raiders nimmt er die Identität des verstorbenen MC-Mitglieds Ian Quinn an. Das Leben im Exil und die Schuldgefühle gegenüber Ian, dessen Leben er lebt, machen ihm mit jedem Tag mehr zu schaffen. Als er zum Schutz von Ginny abgestellt wird, erkennt er, was für eine wundervolle Frau sie ist, und dass sie vor allem seinem Herzen sehr gefährlich werden könnte.“
Zum Inhalt: Nach drei Jahren hat Ginny es endlich erkannt: sie wird nie etwas anderes beim MC der Death Raiders sein als eine Clubhure, zur Old Lady wird sie es nicht schaffen. Also beschließt sie schweren Herzens nach Texas zu ihren Eltern zurückzukehren und zu versuchen ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Doch die Death Raiders lassen sie nicht ganz los, immerhin ist ihre Zwillingsschwester die Old Queen des Präsidenten den Chapters. Als Ginnys Wagen mit Beschimpfungen beschmiert wird, ist sie sicher diese galten eigentlich ihrer Schwester. So kommt sie entgegen ihrer Vorsätze wieder mit dem Club in Kontakt und zu ihrem Schutz wird einer der Brüder abgestellt. Brit ist von Ginny sofort fasziniert, doch sein dunkles Geheimnis muss gewahrt bleiben und plötzlich bedroht seine Vergangenheit nicht nur ihn, sondern auch Ginny.
Riding High ist der mittlerweile vierte Band der Reihe, sie können aber sehr gut einzeln und unabhängig voneinander gelesen werden.
Zum Stil: Die Welt des MCs ist hart, illegal und gnadenlos und dem ist die Sprache dieses Buches angepasst, sie ist direkt und stellenweise auch etwas derb, dessen sollte man sich bewusst sein, ansonsten ist der Schreibstil aber sehr flüssig und fesselnd, so dass zumindest ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Erzählt wird in der Dritten Person - und eher ungewöhnlich - im Präsenz, dadurch ist man beim Lesen aber noch mehr in der Geschichte drin. Vor allem die beiden Hauptprotagonisten Brit und Ginny sind sehr lebendig und vielschichtig beschrieben und weil sich diese Schichten erst nach und nach offenbaren wird eine zusätzliche Spannung erzeugt. Zusätzlich weil vor allem Brit Opfer mehrerer seltsamer Vorfälle und Anschläge wird, auf deren Auflösung man richtig gehend beim Lesen hin fiebert. Natürlich knistert es gehörig zwischen Ginny und Brit, so dass es auch zu einigen sexuellen Begegnungen kommt, diese passen aber wunderbar in den Verlauf der Geschichte hinein.
Mein Fazit: Ein spannender und auch romantischer Roman aus der rauen Welt der Bikerszene.
Ich danke dem Sieben Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon natürlich nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 14.08.2019

So schnell platzen Träume

Träume von Freiheit - Flammen am Meer
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Ich durfte den Roman Träume von Freiheit - Flammen am Meer im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks lesen und ich war wirklich begeistert. Wobei Roman ja eher auf ein fiktionales Werk hindeutet und hierbei ...

Ich durfte den Roman Träume von Freiheit - Flammen am Meer im Rahmen einer Leserunde auf Lovelybooks lesen und ich war wirklich begeistert. Wobei Roman ja eher auf ein fiktionales Werk hindeutet und hierbei handelt es sich um einen Tatsachenbericht, der zu einer mitreißenden Geschichte vervollständigt wurde.

Bremerhaven 1875: eine Schiff liegt im Hafen und steht kurz vor seiner Abfahrt nach Amerika, viele Angehörige haben sich versammelt um Abschied von den Auswanderern zu nehmen, als sich eine gewaltige Explosion ereignet. Das Chaos ist groß, Verwundete und Tote überall, zuerst geht man von einem tragischen Unfall aus, doch schnell wird klar, die Explosion war eine Bombe. Dieser Tag mit seinen über 80 Toten geht als die Thomas-Katastrophe in die Geschichte der Stadt ein. Dieses Buch verfolgt nun den Lebensweg zweier Frauen, die beide von dieser Katastrophe betroffen sind: Johanne verliert fast ihre gesamte Familie bei diesem Unglück und ihre rechte Hand. Cecilia hingegen ist die Witwe des Dynamit-Teufels und steht mit vier kleinen Kindern plötzliche alleine da und wird überall verachtet.

Die Autorin Silke Böschen hat anhand von Zeitungsberichten, Briefen, Akten und sonstigen Dokumenten die Wege dieser beiden so unterschiedlichen Frauen verfolgt und sehr gelungen die Lücken in den Biographien aufgefüllt. Diese Recherchen kann man in den Quellenangaben und den Biographien am Ende des Buches erahnen.
Ihr ist es gelungen aus den "nackten" Tatsachen einen bewegenden Schicksalsroman zu verfassen, der sich durch den angenehmen Schreibstil auch noch sehr schnell verschlingen lässt. Sowohl die Situation in Deutschland, die Stimmung unter den Einwohnern und Betroffenen in Bremerhaven, der Schock, aber auch die Sensationsgier als auch New York und seine Gesellschaft werden gut und bildlich geschildert.

Ein sehr gut recherchierter historischer Roman, der zwei ganz unterschiedliche Frauen begleitet.

Veröffentlicht am 14.08.2019

Schokolade über Schokolade

Das Rosenpalais
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Der Klappentext: „Koblenz in den Goldenen Zwanzigern: Die Firma des einstmals erfolgreichen Süßwarenfabrikanten Felix Dorn steht kurz vor dem Bankrott. Sein Sohn Eric, der traumatisiert aus dem Krieg zurückgekehrt ...

Der Klappentext: „Koblenz in den Goldenen Zwanzigern: Die Firma des einstmals erfolgreichen Süßwarenfabrikanten Felix Dorn steht kurz vor dem Bankrott. Sein Sohn Eric, der traumatisiert aus dem Krieg zurückgekehrt ist, zeigt kein Interesse daran, sich um das Geschäft zu kümmern. Ganz anders seine Tochter Ella, die mit einer neuen Idee den einstigen Wohlstand der Familie zurückerobern möchte – gegen den Willen ihrer Verwandten, die andere Pläne mit ihr haben. Sie will sich auf Schokolade spezialisieren, ein Luxusgut, das großen Gewinn verspricht ...“
Zum Inhalt: Eine junge Frau beschließt in den Zwanziger Jahren aus der typischen Rolle der Hausfrau und Mutter auszubrechen und die väterliche Süßwarenfabrik zu übernehmen und aus der finanziellen Krise hinauszuführen. Ein äußerst ehrgeiziges Vorhaben, dass nicht von allen wohlwollend aufgenommen oder gar unterstützt wird, gerade ihre Familie hat eigentlich ganz andere Pläne.
Zum Stil: Der Roman umfasst die Jahre zwischen 1924 und 1927 und beschreibt diese Zeit und die damalige Gesellschaft sehr realistisch und authentisch. Erzählt wird die Geschichte von einem auktorialen Erzähler in einem sehr flüssigen und leicht lesbaren Stil. Der erste Band der Chocolatier-Familie stellt die wichtigsten Familienmitglieder und sonstige Protagnisten schon vor und die einzelnen Charaktere gewinnen schnell an Lebendigkeit, ein Personenregister am Ende des Buches erleichtert auch das Zurechtfinden unter den ganzen Figuren. Neben den Protagonisten und der Stadt Koblenz nimmt natürlich auch die Schokolade einen wichtigen Teil des Buches ein – und ich kann nur warnen: wer Schokolade liebt, wird bei dieser Lektüre ganz sicher noch mehr Lust darauf bekommen.
Obwohl es sich um den ersten Teil der Familiensaga handelt, gibt es keinen direkten Cliffhanger und das Buch kann sehr gut für sich alleine gelesen werden.
Mein Fazit: Das romantische Cover und auch der Titel lassen einen typischen romantischen Frauenroman erwarten, allerdings versteckt sich zwischen den Buchdeckeln eine authentische Familiensaga rund um Schokolade, Intrigen und die Situation in den 1920er Jahren.
Ich danke dem Piper Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde davon natürlich nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 14.08.2019

Ein Kater mit zwei Namen

Ein Kater für zwei Herzen
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Der Klappentext: „Lina und ihr Nachbar Lukas könnten unterschiedlicher nicht sein. Der zugeknöpfte Ingenieur liebt Recht und Ordnung, während die schusslige Lina das Chaos nur so anzieht. Am liebsten würden ...

Der Klappentext: „Lina und ihr Nachbar Lukas könnten unterschiedlicher nicht sein. Der zugeknöpfte Ingenieur liebt Recht und Ordnung, während die schusslige Lina das Chaos nur so anzieht. Am liebsten würden sie sich aus dem Weg gehen, doch es gibt ein Problem: Beide sind davon überzeugt, rechtmäßige Besitzer von Kater Karlo zu sein, der zwischen ihren Grundstücken hin und her stromert. Ein geteiltes Sorgerecht kommt auf keinen Fall infrage! Ein wilder Kampf um das Haustier entbrennt - bis Lina und Lukas erkennen, dass sie womöglich mehr gemeinsam haben als nur ihre Tierliebe …...“
Zum Inhalt: Was soll ein Kater von Welt tun, wenn das Frauchen, dass er sich rausgesucht hat ausgerechnet Vegetarierin ist? Abhilfe ist zum Glück schnell gefunden, ganz in der Nähe gibt es das perfekte Herrchen für Feinschmecker, das weiß was einer Katze schmeckt. Also wird die Zeit geteilt und man lebt mit zwei Herrchen, die nichts voneinander wissen. Bis Frauchen stirbt und die Nichte die Rolle übernimmt. Lina ist Postbotin und lebt in dem alten, renovierungsbedürftigen Fachwerkhaus ihrer verstorbenen Tante, zusammen mit dem Haus hat sie auch den geliebten Kater Picasso übernommen. Bis sie herausfindet, dass ihr Kater ein Doppelleben führt, bei Tag ist er ihr verschmuster Picasso und bei Nacht der verwöhnte Kater Karlo. Jetzt heißt es eine Einigung mit dem unverschämten und irgendwie attraktiven Herrchen zu finden. Was nicht so einfach ist – wirklich nicht
Der Stil: Die Autorin Liane Mars hat einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil, der wirklich sehr flüssig ist. Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht der chaotischen und doch lebenslustigen Lina und aus der des organisierten, zurückhaltenden Lukas – allerdings immer in der Dritten Person und nicht in Ich-Form. Die beiden Protagonisten könnten auf dem ersten Blick nicht unterschiedlicher sein und doch gelingt es ihnen Gemeinsamkeiten zu finden, allen voran die Liebe zu Picasso-Karlo und ihre ganz persönliche Einsamkeit. Durch diese Diskrepanzen und einigen Streichen kommen eine gewisse Spannung und ein feinsinniger Humor in die Geschichte. Verstärkt wird das durch einzelne Zwischenkapitel, die aus der Sicht von Picasso-Karlo in Ich-Form erzählt werden und der so einiges kommentiert. Natürlich muss es zwischen Lina und Lukas auch etwas knistern.
Mein Fazit: Ein Roman rund um einen Kater mit Doppelleben, der dafür sorgt, dass das Leben seiner Menschen auch gleich ganz anderes läuft.

Ich danke dem Mira Verlag und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.

Veröffentlicht am 12.08.2019

Das Geheimnis der Töchter

Die Töchter der Villa Weißenfels
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Der Klappentext: „Münster, 2018: Bei einem medizinischen Test findet Valerie heraus, dass ihre Großmutter Annemarie und deren vermeintliche Schwester nicht blutsverwandt sind. Der alten Frau zieht es den ...

Der Klappentext: „Münster, 2018: Bei einem medizinischen Test findet Valerie heraus, dass ihre Großmutter Annemarie und deren vermeintliche Schwester nicht blutsverwandt sind. Der alten Frau zieht es den Boden unter den Füßen weg. Damit ihre geliebte Großmutter die Wahrheit über ihre Herkunft erfährt, macht sich Valerie auf in Annemaries Geburtsort Nürnberg. In der Villa der wohlhabenden Spielzeugunternehmer-Familie Weißenfels findet sie Briefe und Aufzeichnungen aus den 20er Jahren, die sie zutiefst erschüttern. Was sie erfährt, stellt Valerie vor eine schwierige Entscheidung und bedroht ihre junge Liebe zu Alexander - dem Juniorchef von Weißenfels Spielwaren.
Nürnberg, 20er Jahre: Marleen ist unter Druck. Die Ehefrau des erfolgreichen Spielzeugunternehmers Friedrich Weißenfels muss unbedingt einen männlichen Erben für das Familienunternehmen zur Welt bringen. Doch sie fürchtet, erneut mit einem Mädchen schwanger zu sein und deswegen von ihrem Ehemann verlassen zu werden. Deshalb entschließt sie sich zu einem verzweifelten Schritt ...“

Zum Inhalt: Der Klappentext verrät ja schon das meiste: Valerie kommt dahinter, dass ihre Großmutter und Großtante keine echten Schwestern sind und macht sich auf die Suche nach der Ursache. Schnell ist klar dass Kinder vertauscht wurden, doch warum? Dahinter versteckt sich eine erschütternde Familiengeschichte der 1920er Jahre, die immer noch Auswirkungen hat.

Der Stil: Die Geschichte wechselt bei den verschiedenen Handlungssträngen die Zeitebene und die Hauptprotagonisten, sie bleibt aber immer in der auktorialen Erzählform. Beide Zeitebenen werden sehr charakteristisch beschrieben und man kann sich als Leser auch gut in die 20er Jahre hineinversetzen und die Wertevorstellungen und Gesellschaftsnormen der damaligen Zeit nachvollziehen. Ebenso werden die Hauptschauplätze sehr bildhaft und realistisch beschrieben. Der Schreibstil an sich ist sehr flüssig und angenehm zu lesen, so dass die Seiten nur so dahinfliegen, aber leider wird der Spannungsbogen nicht voll ausgereizt, es ist einfach relativ früh klar worauf die Geschichte hinausläuft.

Mein Fazit: Eine bewegende Familiengeschichte, bei der man etwas mehr aus den Geheimnissen hätte machen können, aber sehr liebevoll umgesetzt.

Ich danke be-HEARTBEAT vom Verlag Bastei Lübbe und NetGalley für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, meine Meinung wurde davon aber nicht beeinflusst.