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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.11.2019

Düstere Zukunftsvision

Exit Now!
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Nachdem Großbritannien die Grenze geschlossen hat, verschlechtert sich die Situation im Land zunehmend. Immer wieder gibt es Straßenkämpfe zwischen Polizisten und Teilen der Bevölkerung; es geht so weit, ...

Nachdem Großbritannien die Grenze geschlossen hat, verschlechtert sich die Situation im Land zunehmend. Immer wieder gibt es Straßenkämpfe zwischen Polizisten und Teilen der Bevölkerung; es geht so weit, dass Terroristen und Selbstmordattentäter Angriffe ausführen und anderen Schaden zufügen. Daraufhin reagiert die Regierung mit starker Gegenwehr und verschärft die Regeln, vor allem für Jugendliche, die als Wurzel des Übels betrachtet werden. In diesen unsicheren Zeiten leben Ava und Sam und müssen ihren Platz in dieser aus den Fugen geratenen Welt finden und sich für eine Seite entscheiden...

Nachdem mir in der Gelöscht-Trilogie viele politische Inhalte gefehlt haben oder zu oberflächlich beschrieben wurden, hatte ich mir in diesem Buch mehr Tiefgang und Erklärungen gewünscht, die durchaus befriedigt wurden.

Anfangs lernt man Ava und Sam kennen, die aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen und dementsprechend auf andere Art betroffen sind von den Kämpfen innerhalb des Landes. Dadurch, dass viel Wert auf die Charakterbeschreibung und Beziehung zwischen beiden gelegt wird, werden die politischen Umschwünge nur am Rande dargestellt und mir fehlte da die Nachvollziehbarkeit der Veränderungen. Dies ändert sich im Verlauf jedoch, als Sam und Ava vor der einsetzenden Ungerechtigkeit vorgehen wollen und Farbe bekennen. Da wurde ersichtlich wie naiv und gutgläubig Sam ist. Ihre Proteste sind friedlicher Art, doch rechnet sie nicht mit der Härte, mit der die Regierung vorgeht und dass sie längst den Weg eines friedlichen Weges den Konflikt zu lösen verlassen haben. Zudem wird Sam zum Spielball der unterschiedlichen Kräfte und erkennt nicht wer sie nur benutzt oder wem wirklich etwas an ihr liegt. Ava ist ganz anders: Klug, besonnen und angepasst. Ihre Art des Protestes ist eher passiver und subtiler Natur, von innen heraus, wenngleich sie wenige Versuche unternimmt und unter dem Radar bleibt. Einverstanden ist sie trotzdem nicht und ihren eingeschlagenen Weg erkennt man hervorragend in der Gelöscht-Trilogie.

Die politischen Veränderungen sind schockierend dargestellt und oftmals konnte ich die Entscheidungen nicht nachvollziehen. Die Regierung handelt so unglaublich kurzsichtig und ohne Sinn und Verstand, auch wenn sie einige Erfolge aufweisen können, die jedoch nur aus Angst vor Strafen entstanden sind. Das ähnelt stark einer Diktatur und hat nichts mehr mit einem mehr oder weniger freien Land zu tun. Wenngleich es spannend und ungemein interessant war, halte ich diese Umbrüche für zu überspitzt und nicht unbedingt für so wahrscheinlich, vor allem da es sich im Jahre 2024 abspielt und ich mir kaum vorstellen kann, dass es so schnell so stark bergab gehen würde mit Großbritannien und nach dem Brexit. Es ist zumindest zu hoffen.

Fazit: Ein starkes Prequel, welches mir viele Informationen zu den politischen Änderungen gegeben hat, um die Gelöscht-Trilogie besser verstehen zu können. Super finde ich die Weiterführung von Sams und Avas Geschichte in der Trilogie, wenn auch in einer passiven Rolle.

Veröffentlicht am 09.11.2019

Rasant, actionreich und atemberaubend spannend!

In den Klauen des Falken
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Als Zack die U-Bahn nehmen möchte, trifft er unverhofft auf eine Selbstmordattentäterin, die im Begriff ist, alles um sich herum in die Luft zu sprengen. In letzter Sekunde kann Zack das verhindern, doch ...

Als Zack die U-Bahn nehmen möchte, trifft er unverhofft auf eine Selbstmordattentäterin, die im Begriff ist, alles um sich herum in die Luft zu sprengen. In letzter Sekunde kann Zack das verhindern, doch die Konsequenzen verfolgen ihn weiterhin, als er den Mord eines Kollegen aufklären muss, der ihn tief in das Drogenmilieu führt und es in sich hat und Zack wohl auf die härteste Probe seines Lebens stellt.

Wie bei den anderen Bänden auch, beginnt das Buch sofort mit einer gefährlichen und dramatischen Situation, in der Zack in Sekundenschnelle Entscheidungen treffen muss. Wenngleich der Fall erstmal anderen Behörden überlassen wird, ist dieser nur ein Puzzleteil des großen Ganzen und ergibt im Nachhinein Sinn. Da wurden verschiedene Elemente geschickt miteinander verwoben, um am Ende ein einheitliches Bild abzugeben.

Besonders gefallen hat mir, dass Zack wieder mit seinem Freund Abdulah, der eigentlich kein Polizist ist, Ermittlungen beginnt, die leider kolossal scheitern. Durch die falschen Entscheidungen Zacks und die nicht absehbaren Folgen blieb es durchgehend spannend und ich fragte mich unentwegt was weiterhin passieren würde. Auch wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. Was Gewalt und Grausamkeit angeht, wurde nicht gespart. Viele unerwartete und unvorhersehbare Wendungen haben mich regelrecht schockiert. Ich fühlte mich wie in einem rasanten Actionfilm. Eine stürmische Szene folgte der nächsten und die Verfolgungsjagden waren aufregender und fesselnder denn je. Die Kriminalgeschichte ist auf jeden Fall perfekt konstruiert und konnte mich dank der abwechslungsreichen Ereignisse und der überraschenden Twists vollkommen überzeugen. Sie hat mir nach dem etwas enttäuschenden vierten Band extrem gut gefallen, denn der Gegner war mächtiger und rachsüchtiger als die anderen und hat Zack (und den anderen Ermittlern) ungemein viele Fallen gestellt und mit unfairen Mitteln gespielt. Auch das Motiv war stimmig und nachvollziehbar.

Zack ist einer meiner Lieblingsermittler, auch wenn er seine Probleme und Macken hat. Ihm widerfährt leider oft Schlimmes und er hat unsagbar viel Pech im Leben, gerade was Liebesbeziehungen angeht. So schien es auch hier, als habe er mal wieder die gesamte Unterwelt gegen sich aufgebracht und als würden ihn alle nur hintergehen oder ausnutzen wollen. Trotz allem bleibt er stark und rettet sich und andere in brenzligen Situationen, wenngleich er diese leider oft auch selbst verschuldet und Chaos und Unruhen stiftet. Letztendlich bleibt er der strahlende - und gebrochene - Held. Diese Mischung macht es für mich aus.

Fazit: Ein Thriller voller Action, brenzliger Situationen und einer abwechslungsreichen Ermittlung mit einigen Schwierigkeiten, die von kolossalem Scheitern bis hin zu vollem Erfolg reichen und eine durchweg spannende Dynamik entstehen lassen. Meiner Meinung nach der bisher beste Band der Reihe!

Veröffentlicht am 07.11.2019

Tödliches Spiel

Dunkle Botschaft: Thriller
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Als eine junge Frau tot in ihrer Badewanne aufgefunden wird, deutet zunächst alles auf einen Unfall hin, doch nach genauerer Betrachtung finden sich rätselhafte Zeichen auf dem Körper der Frau, die den ...

Als eine junge Frau tot in ihrer Badewanne aufgefunden wird, deutet zunächst alles auf einen Unfall hin, doch nach genauerer Betrachtung finden sich rätselhafte Zeichen auf dem Körper der Frau, die den Beginn eines tödlichen Spieles darstellen. Bald schon folgen weitere Morde und der Täter gibt den Ermittlern Rätsel auf, die sie rechtzeitig lösen müssen, um die anderen Frauen zu retten. Ein mörderische und atemberaubende Jagd beginnt. Wer ist schneller, Täter oder Ermittler?

Typischerweise - für die Bücher der Autorin, die ich gelesen habe - beginnt das Buch mit einer in der Vergangenheit stattfindenden Handlung, die in direktem Zusammenhang mit den Handlungen der Gegenwart steht. Wie genau, das erfährt man erst während des Lesens, wobei einige Hinweise schon in eine gewisse Richtung deuten.

Die Morde folgen rasch aufeinander, was eine gewisse Dynamik entwickelt und ein hohes Tempo vorlegt, sodass der Druck durchaus zu spüren ist und die Ermittler in Zugzwang bringt. Dadurch entsteht Spannung, die immer subtil vorhanden ist mit dem Gedanken, dass bald wieder jemand sterben wird. Die Rätsel und Aufgaben sind innovativ und intelligent in die Handlungen verstrickt und das Miträtseln hat Spaß gemacht und den Ermittlungen mehr Tiefe verliehen.

Julia ist mir insgesamt sympathisch, auch wenn mich ihre Alleingänge etwas gestört haben und sie als Rechtsmedizinerin eigentlich Polizeiarbeit gemacht hat und sich über ihre Befugnisse hinweggesetzt hat. Auch war mir ihre etwas voreingenommene Art nicht immer recht. Da ist ihr Freund und Polizist Florian schon wesentlich angenehmer und zurückhaltender, was mir mehr gefallen hat.

Etwas schade empfinde ich die deutlichen und unmissverständlichen Hinweise, die zum Täter führen, da sie eigentlich schon im Prolog eindeutig in eine gewisse Richtung hindeuten. Dadurch ist schnell klar wer der Täter ist und auch wie es dazu kommen konnte.- Insofern wurde hier mehr Wert auf die psychologischen Aspekte gelegt, als darauf die Aufdeckung des Täters überraschend zu gestalten. Das hat Vor- und Nachteile und für mich überwiegen hier die Nachteile. Da hätte man wesentlich mehr Spannung und Raten einbringen können.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, ich konnte den Geschehnissen und Schlussfolgerungen problemlos folgen und hätte das Buch in einem Rutsch durchgelesen, wenn ich nicht an einer Leserunde teilgenommen und mehr Zeit gehabt hätte.

Fazit: Ein psychologisch gut dargestellter Thriller, der vor allem den Werdegang des Täters anschaulich präsentiert. Leider fehlte mir manchmal die Spannung, insbesondere was die Auflösung des Täters angeht.

Veröffentlicht am 06.11.2019

Unterhaltsam, humorvoll und teilweise verrückt

Just One Kiss: Böse Mädchen haben mehr Spaß....
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Lydia hat gerade erst ihr Studium beendet und beginnt nun in einem Casino in Las Vegas zu arbeiten. Mit 22 möchte sie endlich ihre Jungfräulichkeit verlieren und sie weiß auch schon an wen. Doch das gestaltet ...

Lydia hat gerade erst ihr Studium beendet und beginnt nun in einem Casino in Las Vegas zu arbeiten. Mit 22 möchte sie endlich ihre Jungfräulichkeit verlieren und sie weiß auch schon an wen. Doch das gestaltet sich schwieriger als gedacht und sie greift zu unglaublichen Mitteln, indem sie ihre Jungfräulichkeit in der Hoffnung versteigert, ihr Angebeteter möge der Höchstbietende sein.

Allein die Idee finde ich wahnsinnig und äußerst interessant. Ich habe schon einiges gelesen, aber eine freiwillige Versteigerung der Jungfräulichkeit um die Aufmerksamkeit eines Mannes zu bekommen, ist mir noch nicht untergekommen.

Der Einstieg in die Geschichte war mir zu plötzlich. Kaum kennt man die Charaktere, schon wirft sich Lydia in die Arme eines Fremden. Da wäre mir ein langsamer und umfangreicherer Anfang lieber gewesen, um die Situation angemessener erfassen zu können.

Lydia und ihre Bewohnerin Payton sind unterschiedlich, nur eines haben sie gemeinsam: Sie sind beide auf ihre Weise verrückt. Selten habe ich so absurde und lustige Aussagen gelesen. Lydia ist naiv, verzweifelt und manchmal ziemlich leichtgläubig, öfters benimmt sie sich auch unterwürfig und wirkt etwas dümmlich, letzteres hat mir nicht so gefallen. Sie wirkte ein wenig wie eine Jungfrau in Nöten, was nicht hätte sein müssen. Payton ist schlagfertig und hat absurde Ideen. Ihre Art könnte man auch als dreist und frech beschreiben und das obwohl sie alles was sie sagt Ernst meint. Die beiden sind schon zwei Verrückte ;). Rhys ist ein typischer erfolgreicher Geschäftsführer, der fast alles hat und sich nur Frauen für eine Nacht besorgt. Leider erfährt man wenig über ihn, sodass ich ihn nicht einschätzen konnte und mir da die Tiefgründigkeit fehlte. Er war zu eindimensional dargestellt.

Da das Buch ziemlich dünn ist, dreht sich alles um die Annäherungsversuche zwischen Rhys und Lydia über die seltsame Versteigerung bis hin zu einer zukünftigen Situation, in der einige weitere Entwicklungen der beiden dargestellt werden. Einige Handlungen waren amüsant und unterhaltsam, bei einigen konnte ich nur den Kopf schütteln ob des Verhaltens. Der kleine Twist in der Handlung, den Lydia nur für Rhys eingebracht hat, war süß und hingebungsvoll und ich habe ihn tatsächlich nicht durchschaut, obwohl es Hinweise gab. Für mich hätte die Handlung noch leidenschaftlicher und heißer sein können, so wird die Liebesgeschichte schnell abgehandelt und es wurde wenig Raum für die Entwicklung gegeben. Da wären mehr Seiten besser gewesen.

Fazit: Ungewöhnliche, teils verrückte Charaktere, ein angenehmer Schreibstil, der durchaus zu unterhalten weiß und eine zu kurze, etwas eintönige Liebesgeschichte.

Veröffentlicht am 03.11.2019

Nicht überzeugend

Burning Bridges
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Die 21-Jährige Literaturstudentin Ella lebt in der Stadt Fletcher. Nach einer auf unglückliche Weise in die Brüche gegangene Beziehung zu ihrem Ex-Freund Jason, trifft sie auf den stillen, unnahbaren und ...

Die 21-Jährige Literaturstudentin Ella lebt in der Stadt Fletcher. Nach einer auf unglückliche Weise in die Brüche gegangene Beziehung zu ihrem Ex-Freund Jason, trifft sie auf den stillen, unnahbaren und geheimnisvollen Ches, der ihr Herz sofort zum Schwingen bringt. Wären da nicht seine düsteren Geheimnisse und die zahlreichen Verletzungen, die etwas Dunkles an sich haben. Immer tiefer wird Ella in eine Welt voll Lügen, Intrigen und illegalen Machenschaften hineingezogen...

Der Schreibstil ist oftmals lustig, humorvoll und sehr abwechslungsreich und ist der Autorin, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen. Leider hat die Sprecherin die Wörter oftmals unnatürlich oder zu lang betont, so als würde sie Wert darauf lege, jedes Wort so sauber wie möglich auszusprechen. Das hat mich etwas gestört. Obwohl ich die Stimme anfangs überhaupt nicht leiden konnte, fand ich sie nach Eingewöhnung absolut okay. Vor allem die männlichen Stimmvariationen von Ches fand ich äußerst überzeugend.

Ella, als Protagonistin, hat mich überhaupt nicht begeistern können. Ihre naive, ahnungslose und später besserwisserische Art waren anstrengend zu lesen und mir ungemein unsympathisch. Allein ihr etwas unreifes Verhalten in der ersten Szene - trotz Liebeskummer - war mir viel zu nervig. Dann kam auch noch ihr neues Alter Ego Ella 2.0, was mir den Rest gegeben hat. Sie versucht tough, erwachsen und stärker zu sein. Leider wirkt genau das, gepaart mit ihrer kindlichen, naiven Art, kein bisschen authentisch, sondern gespielt, wie ein Möchtegern. Das zeigte sich auch weiterhin in ihrem verantwortungslosen verhalten. Auf mich wirkte sich kaum stark oder tough, wie sie es anscheinend sein wollte.Einige ihrer Freundinnen, wie Carla und Savannah, waren dahingegen total interessant und spannend für mich. Schade nur, dass sie recht oberflächlich beschrieben wurden und wenig über sie bekannt war. Doch das wird sich den Folgebänden ändern. Das Love Interest Ches wurde zwar anfangs auch recht grob beschrieben, aber allein durch sein zurückhaltendes Verhalten und die geheimnisvolle Aura, die ihn umgab, fand ich ihn wesentlich interessanter als Ella und sympathischer.

Die Liebesgeschichte war mir oft zu fad und langweilig. Zu keinem Zeitpunkt wurden die Gefühle so transportiert, dass sie bei mir ankamen, was ja sehr subjektiv ist. Aus diesem Grund habe ich manchmal einige Szenen vorgespult, damit ich mir diese Annäherungsversuche nicht antun musste. Richtig aufregend wurde es für mich, als dieser Club mit seinen illegalen Machenschaften im Hinterzimmer auftauchte, weil ich es liebe eine gute (!) Liebesgeschichte mit Thriller-Elementen zu lesen und eine gewisse Gefahr zu spüren. Genau das wurde hier super in die Handlung eingebettet, auch wenn mich der Ausgang ziemlich enttäuschte, da es viel zu einfach war die "Bösen" auszuschalten. Bei so hohen Tieren der Unterwelt erwarte ich schon eine gewisse Anstrengung und eine beinahe Unantastbarkeit und nicht, dass eine machtlose Frau, die keine Ahnung von den Dingen hat, die dort vor sich gehen und deren Konsequenzen nicht abschätzen kann, einfach so daherkommt und sie in die Schranken weist.

Fazit: Der lockere und unterhaltsame Schreibstil und die leichten Mafia-/Thrillerelemente sind das einzig Positive in diesem Buch für mich. Weder Ella noch die Liebesgeschichte konnten mich berühren oder fesseln. Zudem blieben viele Charaktere recht blass. Den zweiten Teil würde ich evt. trotzdem lesen, da Carla mich sehr angesprochen hat.