Cover-Bild Exit Now!

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Coppenrath
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 06.08.2019
  • ISBN: 9783649634195
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Teri Terry

Exit Now!

Petra Knese (Übersetzer)

Großbritannien nach dem Brexit: Die 15-jährige Sam lebt in einem goldenen Käfig. Hohe Mauern schirmen sie ab vor bettelnden Familien. Panzerglas schützt sie vor Bombenanschlägen. Auf Empfängen lächelt sie zu den Reden ihres einflussreichen Vaters. Doch als Sam die zwei Jahre ältere Ava kennenlernt, erwacht sie aus ihrer Erstarrung:

Wieso gibt die Regierung den Jugendlichen die Schuld am Terror im Land?

Warum kontrolliert die Polizei plötzlich ihre Handys und jede ihrer Bewegungen?

Wohin verschwinden so viele Mädchen aus ihrer Schule?

Sam und Ava fühlen sich, als würde ihnen die Luft zum Atmen genommen und sie wollen sich wehren. Aber wie, wenn das ganze Land sich gegen sie wendet?


Das Prequel zu Teri Terrys erfolgreicher „Gelöscht"-Trilogie: packend und erschreckend aktuell!

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 13 Regalen.
  • 4 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 1 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.09.2019

Ich konnte furchteinflößende Entwicklungen der Welt hautnah erleben!

0

Klappentext
„Die 15-jährige Sam lebt in Großbritannien nach dem Brexit wie in einem goldenen Käfig. Hohe Mauern schirmen sie vor bettelnden Familien in den Straßen Londons ab. Panzerglas schützt sie vor ...

Klappentext
„Die 15-jährige Sam lebt in Großbritannien nach dem Brexit wie in einem goldenen Käfig. Hohe Mauern schirmen sie vor bettelnden Familien in den Straßen Londons ab. Panzerglas schützt sie vor den zahlreichen Bombenanschlägen. Auf Empfängen lächelt sie zu den Reden ihres Politiker-Vaters. Doch als Sam die zwei Jahre ältere Ava kennenlernt, erwacht sie aus ihrer Erstarrung: Wieso gibt die Regierung den Jugendlichen die Schuld am Terror im Land? Warum kontrolliert die Polizei plötzlich ihre Handys und jede ihrer Bewegungen? Wohin verschwinden so viele Mädchen aus ihrer Schule? Sam und Ava fühlen sich, als würde ihnen die Luft zum Atmen genommen und sie wollen sich wehren. Doch die Freundinnen ahnen nicht, dass sie schon bald zum Spielball von Terroristen und Politikern werden ...“

Gestaltung
Passend zur Trilogie ziert auch das Prequel ein Mädchengesicht, das direkt in die Kamera und somit auch in die Augen des Betrachters zu schauen scheint. Der Blick des Mädchens wirkt auf mich neutral, wobei ich vor allem ihre vollen Lippen und ihre grün-blauen Augen gerne mag. Die Schrift des Titels erinnert mich an ein Graffiti und so hebt sich der Schriftzug von dem der Trilogie ab, was gut passt, da es sich bei dieser Geschichte um eine Art Zusatzband handelt.

Meine Meinung
„Exit now“ ist die Vorgeschichte zur „Gelöscht“-Trilogie von Teri Terry und so erfahren wir nun direkt aus erster Hand wie es in der Welt zuging, bevor diese begann sich zu verändern. In dieser Zeit begleitet der Leser Sam, die Tochter eines Politikers, die gut behütet und beschützt in Großbritannien lebt. Als sie Ava trifft, beginnt Sam die Dinge im Land zu hinterfragen und so regt sich auch in ihr der Widerstand…

Was mich an der Geschichte total überzeugt hat, war der aktuelle Bezug zur momentanen Situation mit dem Brexit und wie gut diese Geschehnisse in den Roman eingearbeitet wurden. In „Exit now“ werden momentane Ereignisse beschrieben und aufgegriffen, wobei in meinen Augen auch Leser ohne viel Wissen um die Brexit-Angelegenheit sich super zu Recht finden. Dabei zeigt sich die Situation in England alles andere als friedlich, denn das Land ist in Aufruhr, da viele Aktivisten und Gruppierungen den Entscheid nicht befürworten.

Teri Terry stellt die Atmosphäre im Land sehr greifbar dar und vermittelt so auch gut die Gefühle derer, die mit dem Brexit unzufrieden sind. Diese Stimmung hat die Autorin in meinen Augen gut rübergebracht, denn durch die Aktualität der Handlung wird das Setting sehr real. Die Vorstellung einer Entwicklung der Welt in diese Richtig war durch die Beschreibungen von Frau Terry beängstigend und furchterregend. Ich jedenfalls hatte mehr als einmal Gänsehaut auf den Armen.

Ich denke vor allem da ich die Trilogie schon kenne, hat mich „Exit now“ mit den Ereignissen gefesselt, die zu der Welt von „Gelöscht“ geführt haben. Man erfährt Hintergründe sowie Ereignisse, die für das Zustandekommen der dystopischen Welt verantwortlich sind und zu dieser geführt haben. Dies verleiht der Trilogie noch um einiges mehr an Tiefe und lässt mich nochmal mit tiefergehendem Blick auf die Trilogie blicken. Deswegen finde ich rückblickend, dass die Reihenfolge in der ich die Bücher gelesen habe super ist: erst die Trilogie, dann die Vorgeschichte (auch wenn man es auch andersherum lesen kann).

Mir gefiel die Darstellung der Gefühlswelt von Sam auch sehr gut, denn sie ist hin und hergerissen zwischen der Loyalität zu ihrer Familie und ihren eigenen Ansichten bezüglich des Systems. Auch ihre Freundschaft zu Ava, die sich entwickelt, gefiel mir, da diese Lichtblicke in die recht düstere Handlung brachte. Die beiden Mädchen sind dabei auch recht unterschiedlich, denn während Sam aus wohlhabenden Verhältnissen kommt, sind Avas Hintergründe genau gegenteilig. Diese unterschiedliche Herkunft macht die Freundschaft nochmals interessanter, denn so wird Sam erst dazu angestoßen, gründlicher über ihre Umwelt nachzudenken.

Fazit
Mit „Exit now“ überzeugte mich Teri Terry durch den Bezug zu den aktuellen Ereignissen hinsichtlich des Brexit, welche auf interessante Weise dargestellt und in eine dystopische Richtung gewendet wurden, die bei mir eine Gänsehaut erzeugt hat. Ich fand es spannend, einer Geschichte zu folgen, in der ich erfahren konnte, wie die Welt sich zu einem dystopischen Setting entwickelt. Dabei mochte ich die Protagonistin gerne und die Beziehung zwischen ihr und ihrer Freundin. Auch die im Buch erzeugte Stimmung hat mich wieder in ihren Bann gezogen!
5 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
0. Exit now
1. Gelöscht
2. Zersplittert
3. Bezwungen

Veröffentlicht am 08.09.2019

Ein gutes Prequel, aber...

0

Die Vorgeschichte zur Gelöscht-Trilogie:
Ava und Sam führen zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein können. Sam ist die Tochter des stellvertretenden Premierministers. Das bedeutet für sie: Ein Leben ...

Die Vorgeschichte zur Gelöscht-Trilogie:


Ava und Sam führen zwei Leben, die unterschiedlicher nicht sein können. Sam ist die Tochter des stellvertretenden Premierministers. Das bedeutet für sie: Ein Leben voller Schein, Lächeln, obwohl sie unglücklich ist. Nicken, obwohl sie Nein sagen will. Und zum Nein Sagen gibt es allen Grund, denn zurzeit ist die Lage in Großbritannien sehr angespannt. Die Grenzen sind zu, die Europäische Union Geschichte. Ava hat dadurch ihre schwedische Mutter verloren. Sie versucht zusammen mit ihrem Vater so gut es geht über die Runden zu kommen. Ihr Stipendium bedeutet für sie eine sicherere Zukunft. Ava soll Sam Nachhilfe geben und so lernen die beiden sich kennen. Ungefähr zeitgleich bricht in England das große Chaos aus. Es bildet sich Widerstand gegen die Regierung. Jugendliche gehen auf die Straße. Manche nutzen Gewalt und Terrorismus. Doch diese Gewalt wird mit noch mehr Gewalt erwidert. Die Regierung setzt sich mit allen Mitteln zur Wehr und schon bald gibt es Ausgangssperren und viele weitere Verbote für die Jugendlichen, die beim Überschreiten hart bestraft werden. Die Jugendlichen werden als Bedrohung angesehen, dabei sind sie nicht diejenigen, die damals für den Ausstieg aus der EU gestimmt haben.

Meine Meinung:


Dieses Buch erzählt die Vorgeschichte zur Gelöscht-Trilogie. Ich muss gestehen, dass es bei mir schon länger her ist, dass ich diese Reihe gelesen habe. Deswegen habe ich dieses Buch recht unabhängig davon gelesen. Erst danach habe ich meine Erinnerungen wieder ein bisschen aufgefrischt und muss sagen, dass Exit Now! ein sehr gutes Prequel ist. Die Geschichte fügt sich gut mit der bereits bestehenden zusammen. Ich denke, dass es Spaß machen würde, alle Bücher in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Trotzdem kann man dieses Buch auch als interessanten Einzelband lesen.
Denn es geht um ein sehr aktuelles Thema. Ich finde die Ideen der Autorin zum Brexit sehr interessant. Teilweise etwas dramatisiert, aber doch mit einem wahren Kern. Denn die Jugendlichen können wirklich nichts dafür, wollen mit Protesten ihr Land zurück auf den richtigen Weg führen und werden dann für alles Schreckliche verantwortlich gemacht. Ein bisschen so wie bei uns mit den Fridays for future. Die Jugendlichen haben erkannt, dass sich etwas ändern muss und die Regierung hört ihnen nicht zu.
Was ich außerdem sehr ansprechend finde, ist dass es sich hierbei um die Entstehungsgeschichte eines schlimmen Regimes handelt. In den meisten Dystopien ist es eher umgekehrt. Es besteht bereits eine gewalttätige, unterdrückende Gesellschaft und diese wird im Laufe des Buches oder einer Reihe zu Fall gebracht. Es war interessant zu verfolgen, wie schnell so ein Gewaltregime entstehen kann und auch faszinierend. Denn man fragt sich ja immer, wie die Leute so etwas zulassen konnten und das hat die Autorin sehr schön und plausibel erklärt.
Und da sind wir auch schon bei dem Punkt, der mir wirklich überhaupt nicht gefallen hat. Die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt wird. Zum einen wird alles sehr analytisch berichtet. Alles wird begründet und es gibt nichts zwischen den Zeilen. Das war mir zu plakativ und stellenweise belehrend. Zum anderen wurde alles ohne viel Gefühl erzählt. Wie gesagt, habe ich die Gelöscht-Trilogie schon gelesen und da habe ich noch einige bewegende Momente in Erinnerung. Diesmal hat mich nichts wirklich berührt oder mitgenommen. Ich konnte mich nicht sehr gut in die Protagonistinnen hineinversetzen und selbst ihre Gefühle wurden so merkwürdig thematisiert. Als würden sie direkt noch psychisch analysiert.
Es ist schade, denn diese Tatsache hat mir die Freude am Buch ein bisschen verdorben. Oft bin ich beim Lesen darüber gestolpert. Dadurch ist diese gute Idee für eine wirklich gelungene Vorgeschichte so ziemlich in den Sand gesetzt worden.

Veröffentlicht am 06.09.2019

Faszinierende Vorgeschichte der "Gelöscht"-Trilogie

0

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Coppenrath (6. August 2019)
ISBN-13: 978-3649634195
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Fated
Übersetzung: Petra Knese
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und ...

Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
Verlag: Coppenrath (6. August 2019)
ISBN-13: 978-3649634195
empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Originaltitel: Fated
Übersetzung: Petra Knese
Preis: 20,00 €
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Faszinierende Vorgeschichte der „Gelöscht“-Trilogie

Inhalt:
London, 2024. Großbritannien hat die EU verlassen und sich gegen die Außenwelt abgeschottet. Doch im Inneren brodelt es. Immer mehr Jugendliche lehnen sich gegen die Regierung auf. Diese greift zu drastischen Maßnahmen. Auch Sam, die fünfzehnjährige Tochter des Vizepremierministers, tritt für ihre Meinung ein und bringt sich damit in große Gefahr.

Meine Meinung:
Ich habe die „Gelöscht“-Trilogie geradezu verschlungen. So war es für mich klar, dass ich auch „Exit Now!“ lesen muss. In diesem Band erzählt Teri Terry, wie es dazu kam, dass die Lorders Ins Leben gerufen und die Gesetze derart streng angewendet wurden. Dies ist die Ausgangssituation für die Handlung von „Gelöscht“. Auch wenn man die Trilogie schon kennt, ist das neue Buch sehr faszinierend und spannend zu lesen. Man kann aber auch zuerst die Vorgeschichte lesen und danach die Trilogie. Das spielt eigentlich gar keine Rolle. Der vorliegende Roman kann sogar als Stand alone gelesen werden.

Teri Terry ist eine tolle Erzählerin. Mit den beiden Protagonistinnen Sam und Ava, die abwechselnd kapitelweise in der Ich-Form erzählen, wirft sie die Leser*innen mitten in die Handlung. Die beiden Mädchen wirken sehr sympathisch und authentisch. Sam kommt aus einer privilegierten Familie, ist aber trotz allem recht bodenständig. Ava hat es nicht so gut. Zwar nagt sie nicht gerade am Hungertuch, aber sie muss schon zusehen, wie sie über die Runden kommt. Besonders Sam macht im weiteren Verlauf eine große Entwicklung durch, wird immer eigenständiger und tougher.

Sehr schön werden die Kontraste zwischen den wenigen Reichen und den vielen Armen herausgearbeitet. Dabei wird die Gesellschaft aber nicht schwarz-weiß dargestellt. Es gibt in allen Gesellschaftsschichten solche und solche. Und leider wird auch ganz deutlich, dass Gewalt Gegengewalt hervorruft. Die Handlung wirkt leider gar nicht erfunden, sondern könnte sich so auch wirklich abspielen.

Teri Terrys Schreibstil ist sehr flott und dynamisch. Man kann sich dabei sehr gut in die Protagonistinnen hineinversetzen. Die Kapitel sind kurz bis sehr kurz, das schafft Tempo.

Fazit:
Mich konnte „Exit Now!“ genauso begeistern wie die Trilogie. Ich möchte sie allen „Gelöscht“-Fans als Vorgeschichte empfehlen, aber auch allen anderen Dystopie-Fans, die damit sicher zu „Gelöscht“-Fans werden.

★★★★★

Veröffentlicht am 19.08.2019

Erschreckend real und fesselnd!

0

Meine Meinung
Nachdem ich sowohl die Gelöscht-Reihe von Teri Terry, als auch „Mind Games“ und „Book of Lies“ geliebt habe, war es direkt klar, dass ich „Exit Now!“ unbedingt lesen muss. Besonders als ich ...

Meine Meinung
Nachdem ich sowohl die Gelöscht-Reihe von Teri Terry, als auch „Mind Games“ und „Book of Lies“ geliebt habe, war es direkt klar, dass ich „Exit Now!“ unbedingt lesen muss. Besonders als ich erfahren habe, dass es die Vorgeschichte der beliebten Gelöscht-Reihe bildet, war ich sehr neugierig und gespannt.

Wir befinden uns in Englang, im Jahr 2024. Nach dem Brexit hat sich das Land und seine Regierung gewandelt, die Kluft zwischen Armut und Reichtum wird immer breiter und Demonstrationen, Aufstände und Terror-Anschläge gehören mittlerweile zum Alltag. Die 15-Jährige Samantha, Sam, sieht von all dem reichlich wenig. Von ihrem Vater, ein hohes Tier in der Politik, wird sie aus all dem raus gehalten und darf stattdessen auf Events und Presseverantstaltungen in Maßgeschneiderten Kleidern lächeln und Sekt trinken. Erst als sie Ava, ihre zwei Jahre ältere Nachhilfelehrerin, kennen lernt, scheint Sam die Situation in England besser zu verstehen. Sie beginnt, die Regierung zu hinterfragen, auch wenn das bedeutet, sich gegen ihren Vater zu stellen.

Sam ist reich, wohlhabend und wohl gehütet. Sie weiß nicht, was wirklich in ihrem Heimatland geschieht, aber nicht, weil sie es nicht wissen wollte, sondern weil ihr Vater sie von allem abschirmt. Sie fühlt sich von ihm nicht ernst genommen und versucht langsam, ihre eigene politische Haltung zu finden. Sie war mir gleich sehr sympathisch, auch wenn sie (durch ihren Vater erzwungenermaßen) sehr naiv durchs Leben läuft. Sie sieht vieles für selbstverständlich, aber lernt mit der Zeit, dass es auch ganz anders aussehen könnte. Sie merkt, wie absurd es ist, mit ihren Freunden shoppen zu gehen und zu feiern, obwohl sie weiß, wie viele Jugendliche auf den Straßen stehen und für ihr Leben protestieren. Sie durchlebt eine wahre Charakterwandlung, was mir sehr gut gefallen hat.
Auch Ava hat schnell mein Herz erobert. Sie lebt in einfachen Verhältnissen mit ihrem Vater zusammen, der Taxi fährt, um die Miete zahlen zu können. Ich hatte mir Ava anders vorgestellt, deutlich rebellischer. Ich habe vermutet, dass sie Sam erst überhaupt aus ihrer Scheinwelt wachrüttelt. Aber eigentlich tritt eher das Gegenteil ein. Ava ist relativ unscheinbar und hat zwar ihre politische Meinung, gibt sie öffentlich aber nicht kund. Sie ist sogar eher die vorsichtigere der Beiden, was ich zwar anders erwartet habe, was aber perfekt passte.

Der Roman ist in der Ich-Form, abwechselnd aus den Perspektiven von Ava und Sam verfasst worden. Den Schreibstil habe ich schon in ihrem anderen Büchern geliebt, wobei mir hier das erste Mal aufgefallen ist, dass die Kapitel jeweils relativ kurz sind. Nicht zu kurz, dass es mich stören würde – es hat ziemlich gepasst -, aber es st mir auf jeden Fall aufgefallen. Nichtsdestotrotz ist ihr Schreibstil wahnsinnig fesselnd und angenehm zu lesen. Die Autorin kann Szenen wahnsinnig bildhaft beschreiben, was mich gleich zu Beginn in die Szenerie setzen konnte. Obwohl es mit fast 500 Seiten nicht gerade dünn ist, konnte ich nicht aufhören zu lesen, bis ich es durch hatte, was überraschend schnell gegangen ist.

Der Roman ist deutlich politischer, als ich anfangs vermutet hatte. In anderen Jugend-Dystopien hängt zwar auch immer alles mit der Regierung und Politik zusammen, aber so vertieft wie in diesem Buch habe ich es noch nie gelesen. Mir wurde natürlich nicht das gesamte politische System Englands erklärt, dennoch hatte ich das Gefühl, näher dran zu sein. Ich hatte das Gefühl, besser zu verstehen, warum etwas passiert, wie es dazu kam. Und das auch besonders in Hinblick auf die Gelöscht-Trilogie. Es erklärt in meinen Augen perfekt, wie es zu dem dystopischen England 2054 in „Gelöscht“ kommen konnte und das macht ein gutes Prequel aus!

Aber 2024 liegt gar nicht so weit entfernt und es ist erschreckend, wie real dieser Roman wirkt. Der Brexit steht uns bevor und keiner weiß so wirklich, was dann eigentlich passieren wird. „Exit Now!“ ist eine Art Warnung, die aufzeigt, was der Austritt einer Nation für negative Folgen mit sich ziehen könnte. Die Grenzen sind geschlossen, Krankenversicherungen gibt es nur noch bedingt, viele Menschen landen auf den Straßen, das Sprechen andere Sprachen ist verboten, es gibt Ausgangssperren und noch so vieles mehr.
Gleichzeitig aber gibt es Bewegungen gegen die Regierung, gegen die strikten Vorschriften und schlimmen Verurteilungen und diese Proteste werden häufig von Jugendlichen bestritten. Jugendliche, die nicht in der Welt leben wollen, die die ältere Generation geschaffen hat. Jugendliche, die gegen Korruption kämpfen. Jugendliche, die für ihre eigenen Rechte einstehen. Und das ist genau das, was wir aktuell auch wöchentlich in Form von Fridays for Future auf unseren Straßen sehen. Es ist so erschreckend nah an unserer heutigen Zeit, dass dieses Buch dem ein oder anderen vermutlich die Augen öffnen könnte, dass es genau jetzt an der Zeit ist, etwas zu verändern.

Fazit
Ein wahnsinnig starker Roman, der die Augen öffnet und die dystopischen Folgen des Brexits aufzeigt – so real, dass es schon gruselig ist. Gepaart mit sehr interessanten und sympathischen Protagonisten und einem aufregenden und fesselnden Schreibstil der Autorin hat diese das perfekte Prequel der Gelöscht-Trilogie geschaffen, die ich unbedingt noch einmal rereaden werde.

Veröffentlicht am 04.08.2019

Tu etwas!

0

Ein Jugendroman, der anmutet wie eine BBC-Katastrophenberichterstattung: Verstörend, immer dramatischer werdend und man kann einfach nicht wegschauen. Erschreckend vorstellbar, phänomenal aktuell und politisch. ...

Ein Jugendroman, der anmutet wie eine BBC-Katastrophenberichterstattung: Verstörend, immer dramatischer werdend und man kann einfach nicht wegschauen. Erschreckend vorstellbar, phänomenal aktuell und politisch. Do something!


Nachdem mich ich ihre Gelöscht-Trilogie begeistert hat, habe ich von Teri Terry jedes Buch gelesen und wurde dabei nie enttäuscht. Umso größer die (Vor-)Freude, als bekannt wurde, dass sie zu Kylas Welt zurückkehrt...

Da meine Lektüre besagter Trilogie schon eine Weile her ist, habe ich mich, bevor ich die Buchdeckel des aktuellsten Romans aufgeschlagen habe, nochmal mit den Ereignissen aus Kylas Leben beschäftigt. Zu Band 1 und 2 fand ich hilfreiche Zusammenfassungen, Band 3 musste ich mir durch selbstständiges Durchblättern wieder in Erinnerung rufen. So hatte ich die wichtigsten Namen, Entwicklungen und Überraschungen wieder auf dem Schirm. Für dieses Buch muss man sich entscheiden: Will man es lesen, wie jedes andere, sich überraschen lassen und im Ungewissen darüber sein, wie alles enden wird? Dann sollte man direkt mit dem Lesen beginnen und nicht nochmal nachlesen, was in der Trilogie alles passiert ist. Und auch diese Rezension nicht weiterlesen. Oder aber man genießt das Gefühl des Wiedererkennens, weiß von Anfang an, wer Sam und Ava sind und sein werden und was das Schickal für sie bereit hält. Dann vorher unbedingt die wichtigsten Figuren und Ereignisse nochmal in Erinnerung rufen; so wie ich das eben gemacht habe.

Dadurch hat das Lesen von "Exit now!" für mich eine faszinierende Leseerfahrung bieten können: Ich wusste, worauf all´ die Ereignisse aus dem Jahr 2024 später hinauslaufen würde, wusste, welche Rolle (Neben-)figuren 30 Jahre danach haben würden - nur (noch) nicht, wie es dazu kommen würde. Wissend, wer Ava und Sam sind, ahnend, was und wer aus dem kleinen Nicky werden würde, welches Schicksal Sandy und Stella bevorsteht und welche Gräueltaten Gregory und Astrid noch begehen werden, drehte sich das klassische Leseerlebnis um - vom Ende rückblickend auf das, was zuvor geschah. Einzigartig ist weiterhin, dass dieser in der Zukunft spielende Roman keine Dystopie ist, in der ein schreckenverbreitendes Regime bezwungen wird, sondern ein Roman, in dessen Verlauf man die Errichtung eben jenes Regimes erlebt. Habe ich so noch nie gelesen.

Zudem versteht man durch dieses Buch Kylas Welt besser, warum all´ die Menschen um sie herum zu den Personen geworden sind, die sie erlebt, wie aus dem Großbritannien, das wir heute kennen, ein solch dystopischer Albtraum hatte werden können und wie schnell aus Menschen Monster werden können. Hier ist Teri Terry der Bezug auf das aktuelle politische Geschehen grandios gelungen - Brexit, Politiker, die über die Interessen der Jugend einfach hinwegregieren (mich erinnerten die Jugendproteste und die zunächst herablassende Reaktion der Erwachsenen darauf stark an #FridaysForFuture), die Schlüsselrolle der Medien... Beim Lesen verspürt man die Wut, die auch Ava und Sam beseelt - auf das Establishment, die Erwachsenen und bequem gewordenen Berufspolitiker, die herablassende und verallgemeinernde Art, die Kompromisslosigkeit und das Weigern, Zuzuhören, geschweige denn Einzulenken, die Ungerechtigkeit und Willkür.

Erschreckend, wie schnell Notstandsgesetze, Reaktion auf Gewalt und Terror und außerparlamentarische Entscheidungen die Demokratie aushebeln können und könnten... Unsere Welt ist glücklicherweise nicht so, wie Sam und Ava sie erleben müssen, aber die Geschichte zeigt uns, dass wir nicht nur hinschauen, sondern handeln müssen. Diese Botschaft vermittelt die Autorin nicht nur über die Widmung, sondern auch durch die ganze Handlung hinweg.

Mit knapp 500 Seiten ist dieses Buch ein stolzer Wälzer - durch die kurzen Kapitel und frequenten Erzählwechsel zwischen Ava und Sam liest sich die Geschichte aber wahnsinnig schnell. Ich habe das Buch in drei sessions gelesen, durchgehechelt müsste man fast sagen. Denn die Ereignisse spitzten sich immer weiter zu, Ruhe wird den Protagonisten und Lesern nicht gegönnt, eine Erschütterung folgt auf die nächste. Da bleibt kaum Zeit, Schockerlebnisse wie Tod und Wiedereinführung der Todesstrafe zu verarbeiten.

Typisch Teri Terry ist auch die Beschäftigung mit Selbstbestimmung. Im Glauben, endlich eigene Entscheidungen zu treffen, lässt sie ihre Figuren häufig - um dann Protagonisten und Leser mit einem für unmöglich gehaltenen Ausmaß an Verrat und akribischer Planung zu schocken. Wie schon bei Kylas Geschichte in der Slated-Trilogie wendet sich auch in diesem Buch das Blatt auf den letzten Seiten. Meisterhaft gelingt es der Autorin zudem erneut, nur fast alle Fragen am Ende beantwortet zu haben.

Und dann ist da noch das besondere Band zwischen den beiden Protagonistinnen... Während beide Mädchen sich weiterentwicklen, aus ihrer Komfortzone heraustreten, sich trauen und über sich hinauswachsen, entsteht eine zarte und intensive Bindungzwischen den Beiden. Wie sie es nie aussprechen und doch immer fühlen, wissen... Gänsehaut pur! Auch wenn sich mein armes Leserherz mehr erhofft hat, ist diese bittersüße Nichterfüllung ihrer beider Sehnsucht doch so passend zur Geschichte und so unvermeidbar.

Mit diesem Prequel hat Teri Terry nicht einfach nur die Vorgeschichte zu ihrer berühmten Trilogie geschrieben, sondern dieser Welt und ihren Figuren noch mehr Tiefe, Dynamik und Facetten verliehen. Agent Coulton, der Premierminister Gregory, die Großmutter Astrid, Dr. Lysander, Nico... sie alle sind nicht mehr Gegebenheit von Kylas Leben, notwendige Prota- und Antagonisten; sondern Menschen mit ihren Schwächen und Stärken. Sie verhalten sich nicht mehr, wie es die Handlung in der Trilogie eben erfordert, sondern so, wie das Erlebte aus dem Jahr 2024 sie geprägt und geformt hat. Vorher schon nicht undenkbar, ist der Weg zum dystopischen 2054 nun klar erkennbar. Und das alles hätte anders kommen können. Das alles anders kommen kann.