Cover-Bild Exit Now!

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20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Coppenrath
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 06.08.2019
  • ISBN: 9783649634195
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Teri Terry

Exit Now!

Petra Knese (Übersetzer)

Großbritannien nach dem Brexit: Die 15-jährige Sam lebt in einem goldenen Käfig. Hohe Mauern schirmen sie ab vor bettelnden Familien. Panzerglas schützt sie vor Bombenanschlägen. Auf Empfängen lächelt sie zu den Reden ihres einflussreichen Vaters. Doch als Sam die zwei Jahre ältere Ava kennenlernt, erwacht sie aus ihrer Erstarrung:

Wieso gibt die Regierung den Jugendlichen die Schuld am Terror im Land?

Warum kontrolliert die Polizei plötzlich ihre Handys und jede ihrer Bewegungen?

Wohin verschwinden so viele Mädchen aus ihrer Schule?

Sam und Ava fühlen sich, als würde ihnen die Luft zum Atmen genommen und sie wollen sich wehren. Aber wie, wenn das ganze Land sich gegen sie wendet?


Das Prequel zu Teri Terrys erfolgreicher „Gelöscht"-Trilogie: packend und erschreckend aktuell!

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Lesejury-Facts

  • Dieses Buch befindet sich in 31 Regalen.
  • 1 Mitglied liest dieses Buch aktuell.
  • 11 Mitglieder haben dieses Buch gelesen.
  • Dieser Titel ist das Lieblingsbuch von 1 Mitgliedern.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.11.2019

Gewalttätig, brutal, erschreckend!

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Ich habe die "Gelöscht"-Reihe bisher nicht gelesen aber nach diesem Buch habe ich Lust bekommen dies nachzuholen.

Der Schreibstil von der Autorin ist sehr leicht zu lesen, super verständlich und modern. ...

Ich habe die "Gelöscht"-Reihe bisher nicht gelesen aber nach diesem Buch habe ich Lust bekommen dies nachzuholen.

Der Schreibstil von der Autorin ist sehr leicht zu lesen, super verständlich und modern. Die Geschichte wird einmal aus der Perspektive von Sam und einmal aus Ava's Sicht erzählt. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz und regen dadurch noch mehr zum Lesen an. Allerdings waren mir einige Kapitel viel zu kurz und ich hätte gerne noch mehr erfahren. Auch zum Hintergrund habe mir ein paar Informationen gefehlt. Dennoch bin ich gut in die Geschichte gestartet und war schnell in der grauenvollen Welt von Sam und Ava.

Sam und Ava sind zwei sehr sympathische aber auch völlig verschiedene Mädchen. Dennoch werden sie Freundinnen und versuchen den Jugendlichen in England eine Stimme zu geben. Von Ava hätte ich mir mehr Kapitel und Einblicke erhofft. Richtung Ende kam Ava immer weniger vor und ich bekam das Gefühl als wolle man sie aus der Geschichte rausschreiben.

Die Stimmung in England ist sehr gereizt, die Gesetze sind hart und die Regierung brutal. Man kann nur hoffen das so etwas niemals eintrifft. England lebt in völliger Isolation und die Regierung versucht mit allen Mitteln das Land wieder in den Griff zu bekommen. Mit sehr erschreckenden Mitteln!

Mir hat das Buch gut gefallen auch wenn es an einigen Stellen sehr brutal ist. Zudem ist es erschreckend realistisch und emotional. Es gab einige überraschende Wendungen die ich nicht vorhergesehen habe. Dadurch wurde das ganze Buch nur noch spannender und gegen Ende konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen.

Veröffentlicht am 17.11.2019

Eine erschreckend realitätsnahe Geschichte

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Die Zeit nach dem Brexit. Die Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten in London könnte nicht größer sein. Sam lebt hinter hohen Mauern, wird von Security beschützt und lächelt auf Empfängen zu den Reden ...

Die Zeit nach dem Brexit. Die Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten in London könnte nicht größer sein. Sam lebt hinter hohen Mauern, wird von Security beschützt und lächelt auf Empfängen zu den Reden ihres Politiker-Vaters. Dagegen besitzt ein großer Teil der Menschen in Großbritannien nicht einmal mehr ein Haus und lebt in völliger Armut. Bombenanschläge und Demonstrationen halten die Menschen in Atem. Als Sam Ava kennenlernt, spitzt sich die Lage in London immer mehr zu und auch Sam beginnt sich zu fragen, warum ausgerechnet ihre Generation für all das verantwortlich gemacht wird. Als die Maßnahmen gegen den Terror und vor allem gegen Jugendliche immer mehr verschärft werden, wollen sich auch die beiden Mädchen endlich wehren.

Exit now ist das Prequel zur „Gelöscht“-Reihe von Teri Terry und behandelt damit die Vorgeschichte, durch die es letztendlich zur Gesellschaft bzw. zum Slating in der Hauptreihe geführt hat.

Das beste an dem Buch war für mich ganz klar die Realitätsnähe zu unserer eigenen gesellschaftlichen und politischen Situation. Der Brexit ist bei uns immerhin noch ganz aktuell und die Geschichte zeigt einfach, wie sich alles danach entwickeln könnte. Außerdem gibt es einige Situationen und Szenen, die mich sehr an momentane Diskussionsthemen und die Reaktion der – vor allem – Jugendlichen darauf erinnert haben. (Beispiel: Fridays for future Demos, Artikel 13 Debatte etc.) Es war alles so realistisch und beängstigen, dass ich nicht selten eine Gänsehaut bekommen habe, weil man deutlich die Parallelen zu unserer momentanen Zeit sehen kann. Und es ist einfach unheimlich, wenn man sich vorstellt, dass all das, was in Exit now passiert und was dann in Hinblick auf die Gelöscht-Reihe daraus in der Zukunft entsteht, wirklich passieren könnte und gar nicht so unrealistisch ist.
Dazu war die Atmosphäre im gesamten Buch natürlich sehr düster und vor allem sehr drückend. Gewalt, Unzufriedenheit, politische Intrigen und Unterdrückung sorgen dafür, dass man manchmal das Gefühl hat, als würde man ersticken – genau so fühlten sich schließlich auch die Protagonisten des Buches. Das war alles wirklich sehr gut umgesetzt.

Die Atmosphäre wird natürlich durch Teri Terrys Schreibstil erzeugt, der mich aber vor allem am Anfang etwas enttäuscht hat. Natürlich kennt man bereits aus ihren anderen Büchern, dass die Kapitel eher kurz gehalten sind und auch die einzelnen Sätze keine poetischen Schachtelsätze sind, die sich über mehrere Zeilen erstrecken. Trotzdem hat mir das in diesem Buch tatsächlich oft zu kurz und knapp gewirkt, sodass ich in meinem Lesefluss etwas gestört war.

Sam und Ava, unsere beiden Protagonisten, sind soweit beide sehr sympathisch. Besonders Sam entwickelt sich in der Geschichte sehr stark weiter und nimmt eine immer stärkere und tragendere Rolle ein. Dabei wird Avas Rolle immer „unwichtiger“, was ich persönlich aber sogar ganz gut gelungen fand, da sie in der Gelöscht-Reihe ein sehr wichtiger Charakter wird. Trotzdem kann ich verstehen, wenn einige Leser ihre Kapitel immer langweiliger finden.
Mein Problem bezüglich Sam und Ava war ganz klar die Beziehung der beiden Mädchen zueinander. Die Freundschaft der beiden entsteht viel zu schnell und hat für mich vor allem am Anfang gar keine Tiefe. Sam vertraut Ava ganz plötzlich auch streng geheime Informationen an, obwohl sie sich erst seit ein paar Tagen richtig kennen. Das geht mir alles viel zu schnell. Die Nebencharaktere fand ich etwas blass und auch hier sind die Beziehungen viel zu schnell entstanden. Auch die aufkeimende Liebesgeschichte hat keine richtige Substanz. Im Grunde gefiel sie mir eigentlich gut, nur fehlte mir auch hier wieder die Tiefe. Ich weiß nicht, ob man hier wirklich eine Liebesgeschichte einbauen musste, da es doch eher oberflächlich blieb und die ernsten und drückenden Themen sehr viel Raum eingenommen haben.
Was mir aber bei den Charakteren noch sehr gut gefallen hat, war, dass man einige Charaktere aus der Gelöscht-Reihe getroffen hat und damit sehen konnte, wie und warum sie sich zu den Charakteren aus der Hauptreihe entwickelt haben. Das war total interessant und auch, dass ich ständig versucht habe, mich zu erinnern, ob ich einen Namen schon kenne, war einfach toll. Für Leute, die die Hauptreihe schon kennen, also definitiv zu empfehlen.

Ansonsten empfand ich den Anfang leider als etwas zäh. Die Geschichte braucht ein bisschen, ehe sie ins Rollen kommt, aber dann ist sie nicht mehr aufzuhalten. Nachdem ich ich die erste 150 Seiten hinter mir hatte, konnte ich gar nicht mehr aufhören, diese erschreckende und realistische Geschichte zu lesen.

Ich finde, dass es ein annehmbares Prequel war, auch wenn es meiner Meinung nach nicht mit der Gelöscht-Reihe mithalten konnte. Für Fans der Reihe aber auf jeden Fall lesenswert, um all die Hintergründe zu erfahren, wie es überhaupt zum Slating kommen konnte. Das Buch bekommt von mir 3,5/5 Sterne.

Veröffentlicht am 14.11.2019

Düstere Zukunftsvision

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Nachdem Großbritannien die Grenze geschlossen hat, verschlechtert sich die Situation im Land zunehmend. Immer wieder gibt es Straßenkämpfe zwischen Polizisten und Teilen der Bevölkerung; es geht so weit, ...

Nachdem Großbritannien die Grenze geschlossen hat, verschlechtert sich die Situation im Land zunehmend. Immer wieder gibt es Straßenkämpfe zwischen Polizisten und Teilen der Bevölkerung; es geht so weit, dass Terroristen und Selbstmordattentäter Angriffe ausführen und anderen Schaden zufügen. Daraufhin reagiert die Regierung mit starker Gegenwehr und verschärft die Regeln, vor allem für Jugendliche, die als Wurzel des Übels betrachtet werden. In diesen unsicheren Zeiten leben Ava und Sam und müssen ihren Platz in dieser aus den Fugen geratenen Welt finden und sich für eine Seite entscheiden...

Nachdem mir in der Gelöscht-Trilogie viele politische Inhalte gefehlt haben oder zu oberflächlich beschrieben wurden, hatte ich mir in diesem Buch mehr Tiefgang und Erklärungen gewünscht, die durchaus befriedigt wurden.

Anfangs lernt man Ava und Sam kennen, die aus unterschiedlichen sozialen Schichten kommen und dementsprechend auf andere Art betroffen sind von den Kämpfen innerhalb des Landes. Dadurch, dass viel Wert auf die Charakterbeschreibung und Beziehung zwischen beiden gelegt wird, werden die politischen Umschwünge nur am Rande dargestellt und mir fehlte da die Nachvollziehbarkeit der Veränderungen. Dies ändert sich im Verlauf jedoch, als Sam und Ava vor der einsetzenden Ungerechtigkeit vorgehen wollen und Farbe bekennen. Da wurde ersichtlich wie naiv und gutgläubig Sam ist. Ihre Proteste sind friedlicher Art, doch rechnet sie nicht mit der Härte, mit der die Regierung vorgeht und dass sie längst den Weg eines friedlichen Weges den Konflikt zu lösen verlassen haben. Zudem wird Sam zum Spielball der unterschiedlichen Kräfte und erkennt nicht wer sie nur benutzt oder wem wirklich etwas an ihr liegt. Ava ist ganz anders: Klug, besonnen und angepasst. Ihre Art des Protestes ist eher passiver und subtiler Natur, von innen heraus, wenngleich sie wenige Versuche unternimmt und unter dem Radar bleibt. Einverstanden ist sie trotzdem nicht und ihren eingeschlagenen Weg erkennt man hervorragend in der Gelöscht-Trilogie.

Die politischen Veränderungen sind schockierend dargestellt und oftmals konnte ich die Entscheidungen nicht nachvollziehen. Die Regierung handelt so unglaublich kurzsichtig und ohne Sinn und Verstand, auch wenn sie einige Erfolge aufweisen können, die jedoch nur aus Angst vor Strafen entstanden sind. Das ähnelt stark einer Diktatur und hat nichts mehr mit einem mehr oder weniger freien Land zu tun. Wenngleich es spannend und ungemein interessant war, halte ich diese Umbrüche für zu überspitzt und nicht unbedingt für so wahrscheinlich, vor allem da es sich im Jahre 2024 abspielt und ich mir kaum vorstellen kann, dass es so schnell so stark bergab gehen würde mit Großbritannien und nach dem Brexit. Es ist zumindest zu hoffen.

Fazit: Ein starkes Prequel, welches mir viele Informationen zu den politischen Änderungen gegeben hat, um die Gelöscht-Trilogie besser verstehen zu können. Super finde ich die Weiterführung von Sams und Avas Geschichte in der Trilogie, wenn auch in einer passiven Rolle.

Veröffentlicht am 12.11.2019

Gutes Thema, aber viel zu oberflächlich umgesetzt

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Meinung:
Auch wenn ich mich leider kaum noch an Details der „Gelöscht“-Reihe erinnere, habe ich sie ja wirklich gern gemocht. Als ich nun erfahren habe, dass es dazu ein Prequel geben soll, dass sich ...

Meinung:
Auch wenn ich mich leider kaum noch an Details der „Gelöscht“-Reihe erinnere, habe ich sie ja wirklich gern gemocht. Als ich nun erfahren habe, dass es dazu ein Prequel geben soll, dass sich auch noch mit den Auswirkungen des Brexit befasst, war klar, dass ich das Buch unbedingt lesen möchte.

So bin ich mit viel Euphorie an die Geschichte ran gegangen. Das Buch hat sich extrem schnell lesen lassen, da die Kapitel sehr kurz gehalten sind und auch extrem viel passiert und der Schreibstil flüssig und total fesselnd ist. So entwickelt sich schnell eine bedrückende Stimmung und die Ungläubigkeit nimmt immer mehr zu. Aber das ist auch so ein bisschen das Problem, dass dem Leser immer mehr schockierende Entwicklungen vorgesetzt werden, aber mir einfach total die Hintergründe und die Tiefe gefehlt haben.

Ich konnte zumeist leider nicht ganz nachvollziehen, weshalb die Regierung, oder auch die Gegenbewegung so reagieren, was sie sich davon versprechen und vor allem, ging das auch alles viel zu schnell und zu einfach über die Bühne. Wir bestimmen, dass ab morgen plötzlich alle Jugendlichen nicht mehr auf die Straße dürfen und ständig kontrolliert werden? Natürlich, morgen läuft alles reibungslos. Und eine neu aus dem Boden gestanzte Behörde hat auch von jetzt auf gleich genügend Mitarbeiter, um zu agieren? Das sind nur zwei der vielen Beispiele, die ich hätte nennen können. Vielleicht wurde das unter der Hand schon alles länger geplant, aber dann hätte ich das auch gerne mitbekommen.

Vielleicht hätte die Autorin das Problem lösen können, wenn die Geschichte noch früher, also nicht 5 Jahre nach dem Brexit, sondern direkt nach dem Ausstieg gestartet wäre und man somit mehr von den Unfrieden stiftenden Entwicklungen mitbekommen hätte, oder wenn man auch eine Perspektive der Gegenseite oder der Regierung mit aufgenommen hätte. So wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Sam und Ava erzählt, beides jugendliche Mädchen, die zwar sehr unterschiedlich sind und auch verschiedene Einblicke in die Welt haben, aber trotzdem auch nicht alles Überblicken und durchschauen können.

Prinzipiell habe ich ihre Perspektiven ganz gern begleitet, vor allem Sam hat sich von der naiven Politikertochter doch zu einer starken und mutigen jungen Frau entwickelt und auch Avas Sicht fand ich interessant, auch wenn es bei ihr am Ende nicht mehr so rasant zu ging. Aber es wurde einfach noch viel Potential liegen gelassen. So hätte man auch Sams Eltern tiefer skizieren können, oder eben auch andere Figuren.

Auch das Ende ist wieder sehr rasant, aber auch spannend und bringt noch mal ein paar unerwartete und interessante Wendungen mit. Es ist eher offen gehalten, da es dazu anregen soll, dass man die Gelöscht-Reihe lesen möchte. Bei mir ist der Wunsch nach einem Re-Read auf jeden Fall aufgekommen.

Fazit:
Ein Prequel, auf das ich mich sehr gefreut habe, das aber meine Erwartungen leider nicht wirklich erfüllen konnte. Die ganzen schockierenden Entwicklungen sind viel zu schnell und ohne Tiefe vorangegangen und mir haben die Hintergründe gefehlt. So konnte ich das alles gar nicht wirklich nachvollziehen und glauben. Und es wurden für mich nicht mal wirklich die Fragen aus der Kurzbeschreibung zufriedenstellend beantwortet. Da sich die Geschichte trotz allem extrem schnell und gut lesen lies und trotzdem auch irgendwie viel Spannung aufkam gibts noch 2,5 Sterne.

Veröffentlicht am 07.11.2019

Ein erschütternd realistisches Buch - ich hatte Gänsehaut!

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Achtung: das Buch ist teilweise recht blutig und erschütternd!

Achtung: Triggerwarnung: Terroranschläge!


Sam und Ava könnten unterschiedlicher nicht sein. Sam ist die reiche Tochter des stellvertretenden ...

Achtung: das Buch ist teilweise recht blutig und erschütternd!

Achtung: Triggerwarnung: Terroranschläge!


Sam und Ava könnten unterschiedlicher nicht sein. Sam ist die reiche Tochter des stellvertretenden Premierministers. Sie lebt abgeschirmt hinter Panzerglas im Luxus. Aber ihr erscheint ihr riesiges Haus eher wie ein goldener Käfig.
Ava stammt aus (mittlerweile) ärmlichen Verhältnissen. Früher lehrte ihr Vater an der Uni, doch Fremdsprachen sind nun verboten und sein Doktortitel wertlos. Sie weiß, dass sie nur einen Fehltritt davon entfernt ist auf der Straße zu landen. Die Zeiten sind hart, seit die Grenze im Kielwasser des Brexit dicht gemacht wurde. Es kann jeden treffen, jederzeit.
Ava hält anfangs nicht viel von Sam, trotzdem muss sie ihr Nachhilfe geben, auch wenn diese gar nicht will. Doch schon bald geschehen merkwürdige, bedrohliche Dinge und den beiden wird klar, dass in dieser Welt eine gute und loyale Freundin Gold wert ist. Zudem müssen sie erkennen, dass sie viel mehr gemeinsam haben, als sie jemals gedacht hätten; allem voran: den Wunsch nach Freiheit.


Mir waren Sam und Ava sofort sympathisch auch wenn es bei Sam ein bisschen länger gedauert hat zu verstehen, dass sie kein oberflächliches Dummchen ist, sondern viel mehr in ihr steckt, als es ihr jemals jemand zutrauen würde. Sie erlebt aus erster Hand, wie sich ihr Land verändert und auch ihr Vater, der all das orchestriert. Ihr Weltbild zerbricht und sie muss sich entscheiden: bleibt sie Daddys braves Mädchen, oder stellt sie sich gegen alles, was sie kennt?
Ava hat den Durchblick. Sie erkennt Menschen und Dinge als das was sie sind. Ich kann ihren Verstand nur bewundern. Sie tat mir schrecklich leid, denn vor allem sie ist es, die viele Tiefschläge verkraften muss und sich plötzlich ganz allein in dieser komplett veränderten und feindseligen Welt zurechtfinden muss. Aber ich finde es bewundernswert, dass sie sich davon nicht zerbrechen lässt.


„Exit now!“ ist das Prequel zur „Gelöscht“-Trilogie. Ich habe diese nicht gelesen, gehe also in dem Sinne unvoreingenommen an das Buch heran. Ich fand den Einstieg in diese Welt schon super. Die allgegenwärtige Bedrohung von allen Seiten, was aus dem England / Großbritannien geworden ist, dass wir kennen – das ist wirklich sehr erschreckend, aber überzeugend geschrieben.

Ich finde es wirklich toll gemacht, wie alles immer schlimmer und schlimmer wird. Gerade dachte man noch, die Einführung der Todesstrafe sei schrecklich, doch dann kommt der nächste Schlag in den Magen und der nächste und der nächste und es hört gefühlt einfach nicht mehr auf.

Das Buch ist definitiv keine leichte Kost. Am Anfang denkt man es sei eine ganz normale Jugendbuch-Dystopie aber schnell wird klar, dass dieses Buch anders ist, härter, realistischer, brutaler. Jeder Fehltritt kann dich oder jemanden den du liebt das Leben kosten und die Definition davon, was ein Fehltritt ist, ändert sich fast stündlich.

Ich habe schon so einige Dystopien gelesen, aber keine hat mich so erschüttert, wie dieses Buch. Ich empfehle es gerade heut zu Tage wirklich jedem zu lesen! Nicht nur Jugendlichen. Dieses Buch zeigt uns auf, was passiert, wenn die Politikverdrossenheit und das Protestwählen so weitergeht. Wenn die Menschen einfach wegsehen, wenn ihre Freiheit beschnitten wird, wenn sich ein demokratischer Staat in eine Diktatur verwandelt und niemand etwas tut, bis man nichts mehr tun kann. Wenn alles, was einem noch bleibt der Protest ist, für den man verhaftet und ermordet wird. Dieses Buch ist brandaktuell und ein flammendes Plädoyer für die Demokratie und für die Jugend nicht wegzusehen, sondern ihre Zukunft in die Hand zu nehmen.


Fazit: Mich hat dieses Buch zutiefst erschüttert, aber auf eine gute Art und Weise. Es ist stellenweise sehr brutal und blutig, aber immer nur kurze Stellen lang, nicht ewig ausgeschlachtet. Dafür zieht sich der Schock und der Schrecken durch das gesamte Buch. Es macht einem klar, dass das, was hier geschrieben steht möglich ist – wir sehen es ja auch in anderen Ländern, wie Freiheiten abgeschafft und die Menschen Schritt für Schritt mehr unterdrückt werden.
Ich werde definitiv auch die „Gelöscht“-Trilogie von Teri Terry lesen. Aber erst muss ich mich erholen, mich hat das Buch echt geschafft.

Ich möchte dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen! Wenn es nach mir ginge, würde es zur Pflichtlektüre an Schulen werden.