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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.03.2020

eine wahre Wohlfühlgeschichte mit Tiefgang

Someone New
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Meine Meinung
Obwohl ich das Buch direkt zum Erscheinunstermin gekauft habe, habe ich es erst ziemlich genau ein Jahr später angefangen zu lesen. Geschuldet war das den Meinungen, die ich im Vorfeld schon ...

Meine Meinung
Obwohl ich das Buch direkt zum Erscheinunstermin gekauft habe, habe ich es erst ziemlich genau ein Jahr später angefangen zu lesen. Geschuldet war das den Meinungen, die ich im Vorfeld schon gehört habe und die Tatsache, dass ich ohne Vorwarnung für das Ende gespoilert wurde. So ist mir schnell die Lust auf das Buch vergangen, doch weil es sowieso schon zu Hause stand, habe ich mich dazu entschlossen, es nun doch noch zu lesen.

Micah, eigentlich Michaella, stammt aus einer reichen Juristen-Familie und soll natürlich in die Fußstapfen ihres Vaters treten und irgendwann dessen Kanzlei übernehmen. Dass sie sich mehr für Superhelden, Comics und Zeichnen interessiert, scheint ihren Eltern egal zu sein. Besonders nachdem ein Vorfall ihres Bruder die Familie erschüttert hat, hat sie es schwer, sich in den Augen ihrer Eltern „richtig“ zu verhalten.
Julien ist ein verschlossener junger Mann, der niemanden an sich heran lässt und kaum mehr als ein paar Worte mit seinen Mitmenschen wechselt. Auch er hat es mit seiner Familie alles andere als leicht, da er ein großes Geheimnis verbirgt. Sobald er sein Herz jemanden öffnet, kümmert er sich allerdings sehr liebevoll und würde alles für diese Person tun.

Mit beiden Charakteren musste ich zunächst warm werden, Julien habe ich aber trotz seiner verschlossenen Art schneller in mein Herz schließen können. Mit Micah hatte ich es die ganze Zeit über nicht leicht. Sie kann sehr drängend sein und geht ein wenig zu naiv an Schwierigkeiten heran. Für sie muss alles logische Erklärungen haben, sie muss alles sofort wissen und möchte schnellstmöglich eine gute Lösung haben. Natürlich leidet auch sie unter einigen Umständen, aber manchmal hätte ich ihr gerne „Es geht gerade nicht um DICH“ zugerufen. Obwohl sie also nicht mein Lieblingscharakter wurde, fand ich sie aber auch keineswegs schwer ertragbar oder ähnliches.

Was ich ganz schön fand, waren die Nebencharaktere. Alle haben ihre eigene Geschichten, von denen man zwar nur kleine Ausschnitte mit erleben durfte, aber diese haben mir sehr gut gefallen. Deswegen freue ich mich auch schon total, mehr über Cassies und Auris, sowie Alizas und Luciens Geschichten lesen zu dürfen.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen und mehr kann ich dazu auch gar nicht sagen. Ich konnte es schnell und gut lesen, aber wirklich besonders war er für mich auch nicht.

Die Handlung wurde mir ja schon wie gesagt gespoilert, zumindest was Juliens Geheimnis angeht. Aus diesem Grund habe ich den Anfang auch als sehr schleppend empfunden. Erst mit der Zeit wurde ich auch von den Charakteren gefesselt, sodass die Handlung sich immer weniger gezogen hat und ich sie immer mehr gemocht habe. Das große Problem in Micahs Familie war mir allerdings noch unbekannt, weswegen ich hier sehr auf das Ende hin gefiebert habe, das hat mich im ersten Teil besonders am Lesen gehalten.

Es geht um wichtige Themen, die in der heutigen Zeit immer präsenter sind und trotzdem habe ich bisher kein Buch darüber gelesen. Ich fand es schön, dass Laura Kneidl auch diesen Menschen eine Geschichte gewidmet hat und ich würde noch sehr viel mehr darüber lesen wollen.
Aber die Umsetzung hat mir in diesem Fall nur mäßig gefallen. Obwohl es ein so wichtiges Thema ist, spielt es erst am Ende eine Rolle und dort auch nicht sehr stark, da hätte ich mir eine andere Gewichtung und vielleicht etwas aufklärende Gespräche gewünscht.

Insgesamt war ich aber doch sehr von der Handlung gefesselt und habe das Buch gelesen, sobald ich Zeit hatte, auch wenn es nur 5 Minuten waren. Es hatte also definitiv etwas an sich, das mich fesseln konnte.

Fazit
Durch die negativen Rezensionen habe ich meine Erwartungshaltung auf ein Minimum herunter geschraubt und diese Erwartung wurde nun bei weitem übertroffen. Ich habe mich zwischen den Charakteren sehr wohl gefühlt und mit großem Interesse die Geschichte dieser verfolgt. Ich habe kleine Kritikpunkte, aber insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen und freue mich auf die folgenden Teile!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2020

Wahnsinnig spannende und schaurige Geschichte

Die Chroniken von Alice - Finsternis im Wunderland
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Meine Meinung
„Alice im Wunderland“ hat mich schon immer fasziniert, auch wenn ich mich noch nie intensiv mit ihrer Geschichte auseinander gesetzt habe. Dennoch war ich gleich begeistert, als ich die Neu-Interpretation ...

Meine Meinung
„Alice im Wunderland“ hat mich schon immer fasziniert, auch wenn ich mich noch nie intensiv mit ihrer Geschichte auseinander gesetzt habe. Dennoch war ich gleich begeistert, als ich die Neu-Interpretation des Klassikers im Programm von Penhaligon entdeckt habe und wollte sie gleich lesen.

Wir befinden uns 10 Jahre nachdem Alice dem weißen Hasen entkommen konnte. Nach 10 langen Jahren im Irrenhaus konnte sie nun bei einem Feuer gemeinsam mit ihrem einzigen Trost, dem kranken Axt-Mörder Hatcher, fliehen. Bei dem Feuer entkommt allerdings auch das gefährliche Wesen im Keller des Irrenhauses, das nun in der Stadt wütet. Alice und Hatcher begeben sich auf die Suche nach einer Waffe, die das Wesen besiegen könnte und erfahren dabei immer mehr über sich selbst und das, was geschehen war.

Alice ähnelt sehr der Figur aus dem Original. Sehr naiv und gutgläubig, weiß nicht viel über die große weite Welt und will nur Gutes tun. Da sie seit 10 Jahren als Verrückte abgestempelt wurde, weiß sie langsam selbst nicht mehr, was wahr ist und was gelogen. Sie entwickelt sich außerdem wunderbar weiter, von dem anfänglich gebrochenem Mädchen zu einer starken jungen Frau, die bereit ist, für ihr Leben zu kämpfen.
Hatcher ist als Axt-Mörder bekannt und auch jetzt scheut er nicht davor zurück, Feinde ohne zu Zögern umzulegen. Doch für die Personen, die ihm nahe stehen, würde er alles tun – auch seine weiche Seite zeigen. Auch er hat große Gedächtnislücken, doch er weiß mehr über das „Wunderland“, als er zunächst glaubt.

Beide Charaktere haben mir besonders in Kombination sehr gut gefallen. Während Hatcher sehr impulsiv handelt, kann Alice ihn häufig zurückhalten. Doch anders herum, klärt Hatcher die unschuldige Alice über Gefahren auf und nimmt sie in Schutz. Sie waren ein wunderschönes Team, dessen gemeinsame Dynamik ich sehr gerne erlebt habe.

Auch die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen, besonders die Bezüge zum Original fand ich sehr interessant. Alle Figuren sind nicht aus dem Nichts gestapft, sondern sind alte Bekannte, die in mörderischer Neuinterpretation auftauchen. Während die Grundzüge der Charaktere zwar ähnlich sind, bildet das Gesamtbild dieser jedoch schaurige und widerliche Menschen. Es ist, als hätte die Autorin sich die negativste Eigenschaft jeder Figur als Grundlage genommen und drumherum das schrecklichste gesponnen, was sie sich hätte vorstellen können.

Geschrieben ist der Roman in der Er-Sie-Form, die sehr dem Original ähnelt. Während Lewis Carroll häufig Nebensätze in Klammern setzt, hat auch Christina Henry dies sehr häufig angewandt. Der Schreibstil passt perfekt zu Alice‘ naivem Wesen, das durch ihre Wortwahlen ganz besonders zum Vorschein kommen konnte. Gleichzeitig schreibt sie schonungslos brutal und sehr explizit, was nichts für schwache Nerven ist. All das hat mir aber wahnsinnig gut gefallen, da ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin.

Was ist wahr und was nicht? Wer ist Gut und wer ist Böse?
Die Handlung ist düster, verstrickt, gruselig und blutig, also ganz klar nichts für Kinder und Jugendliche!
Gemeinsam mit Alice arbeiten wir uns langsam durch die düstere Stadt und lernen schnell, dass einige Figuren hier das Sagen haben, diese Stadt dominieren und mit ihren Bewohnern tun, was sie möchten. Es bildet sich ein Gerüst Verbündeter, wie die großen Bosse zueinander stehen und was für schreckliche Geschäfte sie machen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, aber eine Trigger-Warnung ist bei diesem Buch definitiv angebracht!
Meiner Meinung wurden die Erinnerungen von Alice und Hatcher, sowie die großen Verbindungen zwischen den Charakteren wunderbar aufgearbeitet, sodass ich bei der Handlung stets voller Spannung mitgefiebert habe.

Kleine Kritik am Ende, obwohl mir das Drumherum so gut gefallen hat, dass ich es gar nicht so negativ sehe: das Ende, auf das so lange hingefiebert wurde, das mit einem großen Knall hätte kommen sollen, war mir zu flach. Während die ganze Handlung in seiner gesamten Schaurigkeit auf einen bestimmten Punk hinarbeitet, war dieser „Höhepunkt“ zu mild, ungruselig und zu schnell geschafft.

Fazit
Es ist eine wahnsinnig spannende und schaurige Geschichte entstanden, die das Schreckliche der Welt gebündelt und in ihre Charaktere gesteckt hat. Während die Feine von mir voller Hass betrachtet wurden, haben Alice und Hatcher sich in mein Herz geschlichen, sodass ich mich wie eine von ihnen gefühlt habe. Eine sehr empfehlenswerte, düstere, blutige und schaurige Interpretation von „Alice im Wunderland“, die mich in all ihren Facetten gleichermaßen angewidert, fasziniert und gefesselt hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2020

Ein Buch, das auf gewisse Art Mut macht

Ich bin, ich bin, ich bin
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MEINE MEINUNG
Das Cover hat mich direkt angesprochen, da das anatomische Herz darauf mich absolut neugierig gemacht hat. Ich habe noch nie eine Biografie gelesen, aber diese hier schien trotz seiner Realität ...

MEINE MEINUNG
Das Cover hat mich direkt angesprochen, da das anatomische Herz darauf mich absolut neugierig gemacht hat. Ich habe noch nie eine Biografie gelesen, aber diese hier schien trotz seiner Realität etwas ganz anderes zu versprechen, worauf ich super gespannt war.

Maggie O'Farrell erzählt in "I am, I am, I am" von ihren 17 Begegnungen mit dem Tod, dem sie gerade noch so entkommen konnte. Sie erzählt, wie sie einem Mörder entkommen konnte, wie sie fast ertrunken wäre, wie sie sich auf Reisen infiziert hat, was ihre komplizierte Geburt fast für Folgen gehabt hätte und wie sie eine schwere Krankheit in ihrer Kindheit überstehen konnte.
Jedes Kapitel ist dem Körperteil gewidmet, das in Lebensgefahr schwebte, einige davon auch mehrmals. Dazu gibt es die Jahreszahl und das anatomische Bild eben jenes Körperteils.

Die Kapitel erzählen allerdings nicht nur von dem reinen Erlebnis, im Gegenteil. Sie sind wie 17 Kurzgeschichten mit der gleichen Protagonistin, die stets etwas anderes erlebt. So erzählt die Autorin von den Tagen rund um ihre Nahtoderfhrungen, über ihre Gefühle und Gedanken und ihre Erlebnisse. Wir reisen mit ihr durch die Welt, durch ihre Liebesgeschichten, durch ihre Schwangerschaft und durch ihre eigene Kindheit.

Und obwohl sie all diese schrecklichen Erfahrungen erleben musste, scheint sie niemals des Lebens müde zu sein und zeigt immer wieder ihre Lebensfreude. Sie schreibt wahnsinnig fesselnd und ich hatte wirklich das Gefühl, sie mit zu erleben. Es ist an keiner Stelle langatmig, auch wenn einige Geschichten mich mehr mitreißen konnten, als andere. Als Langweilig möchte ich hier jedoch nichts bezeichnen, jede Geschichte war wahnsinnig aufregend.

Das Buch bringt mich dazu nachzudenken. Darüber, wie oft ich dem Tod wohl schon gegenüber stand. Darüber, wie ich mich nach solchen Erfahrungen verhalten würde. Und darüber, wie glücklich ich mich doch schätzen kann, zu leben und dass ich mein Leben in vollen Zügen genießen sollte.

FAZIT
Eine spannende Biografie, die einen ganz spannendes Aspekt des Lebens beleuchtet, den des Fast-Sterbens. Ich war sehr gefesselt und hing an Maggie O'Farrells Worten, die mir immer wieder einen überraschten Schauder schenken konnte. Ein Buch, das auf gewisse Art Mut macht und dazu motiviert, das Leben achtsamer wahrzunehmen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2020

Irgendwie nicht das, was ich erwartet habe...

CATCHING BEAUTY
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MEINE MEINUNG
Besonders durch die Bücher von D.C. Odesza habe ich meine Liebe zu Dark Romance entdeckt. Als dann ganz Instagram von "Catching Beauty" überflutet wurde, stand für mich klar, dass ich auch ...

MEINE MEINUNG
Besonders durch die Bücher von D.C. Odesza habe ich meine Liebe zu Dark Romance entdeckt. Als dann ganz Instagram von "Catching Beauty" überflutet wurde, stand für mich klar, dass ich auch dieses Buch unbedingt lesen muss. Dann lag es überraschend lange auf meinem SuB, bis ich schließlich danach gegriffen habe.

Amber ist eine junge Frau, die sich nun auf Geschäftsreise in Mexiko befindet. Abends möchte sie sich einen Drink genehmigen und geht alleine in die nächste Bar, in der sie schnell auf C. trifft, der sie eiskalt abblitzen lässt. Kurz darauf wird sie auch schon von Menschenhändlern verschleppt und zur Aktion angeboten. Damit dass sie dort auf C. trifft und dieser sie auch noch kauft hat sie vermutlich nicht gerechnet. Doch ist er der Böse, der Sklavinnen kauft oder ist er der Gute?

Von Anfang an wusste ich kaum, was ich von Amber halten soll. Zunächst wirkt sie auf mich nicht sonderlich selbstbewusst oder stark, im nächsten Moment begibt sie sich nachts alleine in Mexiko auf die Straße und genießt die Gefahr? Sie setzt in meinen Augen ganz falsche Prioritäten. Auch im weiteren Verlauf konnte ich sie kaum einschätzen, was sie mir nicht sonderlich sympatisch gemacht hat.
C. ist der geheimnisvolle Fremde, der Amber auf dem ersten Blick aus den Händen der Menschenhändler befreit, doch ist er wirklich so viel besser? Über ihn erfahren wir wenig, doch scheint hinter seiner harten Fassade ein zerbrochener Kern zu stecken, der ihn zu dem gemacht hat, der er nun ist. Auch von ihm halte ich bisher noch nicht ganz so viel...
Auch die angebliche Leidenschaft zwischen beiden hat mich nicht erreichen können.

Auch von der Handlung hatte ich irgendwie etwas andres erwartet, auch wenn ich nach dem nichtssagenden Klappentext gar nichts hätte erwarten können. Mir fehlte der gewisse Reiz, der mich wirklich an dem Inhalt hätte fesseln können. Es wird auf auf ganz wichtiges und reales Problem aufmerksam gemacht, das mir aber zu sehr romantisiert wird - und das sagt eine begeisterte Dark Romance-Leserin.

FAZIT
Zusammenfassend weiß ich kaum, was ich zu diesem Buch sagen soll. Es war nicht schlecht, aber wirklich toll fand ich es auch nicht. Obwohl das Ende ein fieser Cliffhanger ist und ich eigentlich wissen möchte, wie es weitergehen wird, weiß ich nicht, ob ich den zweiten Teil noch lesen werde.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.03.2020

düster, überraschend und schonungslos, gleichzeitig aber fesselnd und faszinierend

Verity
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Meine Meinung
Von Colleen Hoover verschlinge ich gerne jedes Buch, ohne auch nur den Klappentext zu lesen. Hier hat mich das, wunderschöne, aber doch sehr vom original abweichende Cover, so verwundert, ...

Meine Meinung
Von Colleen Hoover verschlinge ich gerne jedes Buch, ohne auch nur den Klappentext zu lesen. Hier hat mich das, wunderschöne, aber doch sehr vom original abweichende Cover, so verwundert, dass ich doch einen Blick auf die Inhaltsbeschreibung geworfen habe. Es klang nach einem typischen Buch der Autorin, doch ich kann bereits sagen, dass es absolut anders ist.

Lowen ist eine schüchterne und zurückhaltende Autorin, die lieber nur schreibt, als groß rauszukommen und auf zahlreiche Events zu gehen. Dass sie nun das Angebot bekommt, die beliebte Thriller-Reihe von Verity Crawford zu beenden, ehrt sie, doch ist sie unsicher. Werden die Leser das überhaupt mögen? Kann sie überhaupt gut schreiben? Und warum ausgerechnet sie? Als sie schließlich einwilligt, ist klar, dass sie ihre eigene Vergangenheit geheimhalten wird, während sie plötzlich auf Veritys Vergangenheit stößt.
Jeremy ist seit Jahren mit Verity verheiratet, die nun nach einem Autounfall ein Pflegefall ist. Die beiden hatten drei Kinder, von denen das Zwillingspaar kurz aufeinander verstorben war, was die Familie scheinbar auseinander riss.

Alle Charaktere sind absolut faszinierend und wohl durchdacht geschrieben worden. Ich kann kaum sagen, dass sie mir sympathisch oder unsympathisch sind, denn alle haben mich auf unterschiedlichste Arten und Weisen berührt. Jeder Charakter ist ständig in meiner Sympathie gestiegen und gefallen, was sie nur noch interessanter gemacht hat.

Geschrieben ist das Ganze zunächst in der Ich-Form aus Lowens Perspektive, die die Gegenwart wiederspiegelt. Im Gegensatz dazu steht das von Lowen gefundene Tagebuch von Verity, welches in der Ich-Form die Vergangenheit ihres Lebens darstellt. Beides war natürlich wunderschön geschrieben, wie ich es von Colleen Hoover nicht anders kenne.

Die Handlung jedoch ist überhaupt nicht so, wie ich es erwartet habe. Sie ist weitaus düsterer, als ich es gewohnt bin; spannend, mitreißend, überraschend und schrecklich. Wer hier einen herzzerreißenden Liebesroman erwartet, liest definitiv das falsche Buch.
Wie im Klappentext bereits erwähnt, findet Lowen Veritys Tagebuch und das offenbart schreckliche Gedanken, Gefühle und Erlebnisse der gefeierten Autorin, die mir regelmäßig vor Schreck den Mund offen stehen lassen haben. Nachdem ich gemerkt habe, in welche Richtung dieses Buch geht und dass es keineswegs eine freundlich-emotionale Liebesstory ist, war ich wie gebannt und gefesselt. Ich habe mitgefiebert, hatte Herzrasen und war angewidert und fasziniert zugleich.
Ich konnte das Buch nicht beiseite legen und es hat mich doch immer wieder überrascht. Es ist ganz klar nicht so gekommen, wie ich es erwartet hatte und besonders das Ende hat mich noch schockierter und sprachloser zurück gelassen, als ich es irgendwie hätte erwarten können. Ich schätze, ich hätte auf den letzten Seiten zahlreiche Tränen verdrücken können, wäre ich nicht zu sprachlos gewesen.

Ich hätte das Buch niemals aus der Hand gelegt, doch war ich so sprachlos, dass ich über Nacht eine Pause einlegen musste.

Gleichzeitig hat Colleen Hoover all dies in einer schockierend ehrlichen und harten Sprache geschrieben, die schon am ersten Satz des Buch zum Vorschein kommt. Hier wird kein Blatt vor den Mund genommen und schonungslos beschrieben, was geschieht. Es war verstörend und schockierend, hat mir aber in dieser Handlung sehr gut gefallen.

Was ich zuletzt aber noch anmerken muss, ist das Cover. Das passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zum Inhalt und vermittelt sogar ein ganz falsches Bild davon. Wie gesagt handelt es sich hier nun wirklich um keinen Liebesroman, den man bei dem hübschen und idyllischen Cover hätte erwarten können.

Fazit
Eine schockierende und verstörende Geschichte, die meine gesamte Aufmerksamkeit mehrerer Stunden auf sich ziehen konnte, ohne dass ich das Buch aus der Hand legen wollte. Es ist düster, überraschend und schonungslos, gleichzeitig aber fesselnd und faszinierend. Die Autorin hat das ganze wahnsinnig gut geschrieben, sodass ich regelmäßig Gänsehaut bekommen habe und das Buch mit einem schockierten Gesichtsausdruck zur Seite gelegt habe. Das Buch ist wirklich nichts für pure Romantiker, doch für jeden, der Spannung und schonungslose Beschreibungen mag. Ein absolutes Jahreshighlight!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere