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Oberzeller-Buecherwurm

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Veröffentlicht am 02.01.2021

Ein erschreckend aktueller Thriller, der nur zu gut zeigt, wie weit Menschen gehen können

CO2 - Welt ohne Morgen
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Schon seit vielen Jahren ist eines klar: der Klimawandel ist ein ernstes Thema und nicht mehr aufzuhalten; er kann höchstens etwas abgemildert werden, sofern schnell einschneidende Maßnahmen eingeleitet ...

Schon seit vielen Jahren ist eines klar: der Klimawandel ist ein ernstes Thema und nicht mehr aufzuhalten; er kann höchstens etwas abgemildert werden, sofern schnell einschneidende Maßnahmen eingeleitet werden.
Doch während zahlreiche junge Menschen, die schließlich in Zukunft unter dem Klimawandel leiden werden, auf die Straßen gehen und für strengen Klimaschutz protestieren scheinen die zuständigen Politiker teilweise den Ernst der Situation noch nicht realisiert zu haben oder dem Problem des Klimawandels einfach aus dem Weg gehen zu wollen. Dabei ist es fünf vor zwölf, wenn nicht schon sogar fünf nach zwölf.
Auch in diesem Buch spielt der Klimawandel eine entscheidende Rolle. Zwölf Kinder aus zwölf verschiedenen Nationen haben sich zu einem Klimacamp in Australien getroffen, als sie plötzlich von radikalen Klimaaktivisten entführt werden, die drohen nacheinander jede Woche eines der Kinder brutal und vor laufender Kamera zu vergasen, wenn deren jeweilige Herkunftsländer nicht ein von ihnen gestelltes Ultimatum zur Linderung des Klimawandels binnen dieser Woche erfüllen.

Cover: Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet. Die vorwiegend dunkle Farbwahl stellt gut die Spannung und die Intrigen im Buch dar. Das Blau hingegen weist dezent auf das Meer hin, welches schließlich vom Klimawandel sehr stark betroffen ist und die Luftbläschen sind natürlich sehr passend zu dem Titel - CO2.

Spannung: Schon der Prolog beginnt mit einer ordentlichen Portion Spannung, denn wir befinden uns unmittelbar vor dem Ablauf des Countdowns bevor die Hauptprotagonistin für die Handlungsunfähigkeit in Sachen Klimawandel büßen soll. Auch im weiteren Verlauf des Buches enttäuscht das Buch an keiner Stelle hinsichtlich der Spannung. Jede Handlungspassage bringt neue Wendungen mit sich und ist keineswegs in die Länge gezogen. Daher musste ich mich auch nicht nur einmal gewaltig zügeln, um das Buch nicht in einem zu verschlingen.

Erzählstil: Der Erzählstil ist sehr angenehm gestaltet: er ist eher schlicht aber trotzdem nicht langweilig oder eintönig. Die Geschichte wechselt dabei immer zwischen den verschiedenen Protagonisten, sodass man mit ihnen mitfiebern muss und einen guten Überblick bekommt und trotzdem immer wieder Wendungen für Blickwinkel auf den Fall sorgen.

Charaktere: Die Charaktere sind sehr interessant und vielseitig gestaltet, sodass nicht gleich klar wird, wer zu den guten gehört oder wer doch nur Intrigen spinnt und seine Nettigkeit nur vortäuscht.

Handlung: Die Handlung ist sehr sorgfältig ausgearbeitet. Gerade weil das Thema Klimawandel in unserer Zeit so brisant ist wird die Dramatik der Geschichte noch einmal um ein Vielfaches gesteigert und es ist faszinierend zu sehen, wie weit Menschen gehen können, um ihre Ziele durchzusetzen, zu was Menschen fähig sein können.
Zahlreiche Wendungen werfen immer wieder einen neuen Blickwinkel auf die Handlung und insbesondere die letzten Kapitel schlagen so eine ganz andere Richtung ein, als man zunächst erwartet hätte...

Fazit:Ein wirklich gelungenes Buch, das man nicht mehr so schnell aus der Hand legen kann, wenn es einen erst einmal in seinen Bann gezogen hat und gleichzeitig mit seiner brisanten Thematik auch nach Beenden des Buches noch eine Weile zum Nachdenken anregt.
Diesem Buch können nur wenige das Wasser reichen. Chapeaux lieber Herr Roth.

  • Cover
  • Spannung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Handlung