Zutiefst berührend
Sieben Minuten nach MitternachtDer 13-jährige Conor lebt mit seiner Mutter in einem Vorort Londons. Nachts leidet er unter Albträumen, in der Schule ist er weitestgehend isoliert und allein, sein Vater hat ihn für eine andere Familie ...
Der 13-jährige Conor lebt mit seiner Mutter in einem Vorort Londons. Nachts leidet er unter Albträumen, in der Schule ist er weitestgehend isoliert und allein, sein Vater hat ihn für eine andere Familie verlassen und zu Hause schwebt über all dem familiären Zusammenleben mit seiner Mutter ihre Krankheit, die sie Tag für Tag stärker schwächt. Doch eines Nachts, nachdem er wieder aus seinem altbekannten Albtraum hochschreckt, steht auf einmal ein Monster vor seinem Fenster, erschaffen aus der Eibe hinter ihrem Haus. Dieses Monster nimmt ihn mit auf eine abenteuerliche Reise, indem es ihm drei Geschichten erzählt im Austausch für die einzige Wahrheit, die Conor verzweifelt zu verdrängen versucht, die ihn jedoch endlich erlösen wird...
Da mir der Film bereits bekannt war und damit auch die Handlung der Geschichte, konnte ich das Buch noch einmal anders auf mich wirken lassen. Man wird gleich in die Geschichte reingeworfen, ohne Conor und seine Umstände besser kennenzulernen. Erst nach und nach werden die unschönen Seiten seines jungen Lebens beleuchtet und ich hatte nur noch Mitleid mit ihm. Es ist ein schwierige Situation und keiner weiß so recht mit ihm umzugehen, außer dem Monster. Es fordert und provoziert Conor und das mit einem klaren Ziel. Ich konnte richtig mitfühlen und es hat mir mehr als ein Mal Tränen in die Augen getrieben. Womöglich lag das auch an meinen Vorkenntnissen und die Emotionen, die ich durch den Film erfahren habe. Jede der drei Geschichten hat eine eigene "Moral" oder zumindest einen Erkenntnisgewinn, wenn man so will und Conor lernt Ereignisse und Taten aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Die Illustrationen sind wohl mehr an jüngere Leser gerichtet, boten aber auch für mich eine schöne Abwechslung zum Text und haben die Erzählungen ergänzend abgebildet. Am brutalsten empfand ich die selbst erschaffene Isolation von Conor, wie er sich immer weiter in seinem schicksalhaften Leben bemitleidet und im Schmerz verkriecht. Und das Ende hat es natürlich in sich, aber das war mir bereits bekannt, dennoch hat es mich tief berührt. Trotz der schweren Thematik, konnte die Geschichte mich einnehmen und überzeugen, sodass ich das Buch in Zukunft vermutlich noch einige Male lesen werde.
Ein sehr emotionales, trauriges, in gewisser Weise schockierendes Buch mit einer wichtigen und rührenden Nachricht über den Verlust eines geliebten Menschen.