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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.10.2018

Alltägliche Geschichten über Schuld

Schuld
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In diesem Werk stellt der Autor fünfzehn kurze Geschichten vor, in denen es zwar um Schuld geht, die Schuldigen scheinen allerdings nicht in jedem Fall eindeutig und es wird die Frage nach der Mitschuld ...

In diesem Werk stellt der Autor fünfzehn kurze Geschichten vor, in denen es zwar um Schuld geht, die Schuldigen scheinen allerdings nicht in jedem Fall eindeutig und es wird die Frage nach der Mitschuld aufgeworfen.Am Ende bleibt die Frage, wer denn nun der wahre Schuldige/die wahre Schuldige ist und was Schuld überhaupt ist.

Einige Geschichten empfand ich als ausgefallener, die meisten waren allerdings zumindest so unscheinbar, dass sie durchaus auch täglich vorkommen könnten. Und genau das macht das Buch einerseits authentisch und bringt so ausreichend Nähe zur Realität, sodass es einen dazu anregt ernsthaft darüber nachzudenken inwiefern Schuld eine Rolle im tagtäglichen Leben spielt und aus welchen Positionen diese betrachtet werden kann.

Andererseits hatte ich mir mehr Außergewöhnlichkeit von diesem Buch versprochen. Dazu waren die Geschichten zu unausgeführt und zu gewöhnlich. Es kam mir vor, als hätte ich die meisten Geschichten schon zahlreiche Male irgendwo in anderen Büchern oder auch in Filmen gehört/gelesen und daher erschien es mir zu einfältig und zu klassisch um irgendwie hervorzustechen und zu überzeugen.

Veröffentlicht am 16.10.2018

Überflüssige Längen und wenig Spannung

Der Abgrund in dir
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Die junge Rachel wächst unter schwierigen Bedingungen auf und verliert schon früh ihre Familie. Geplagt von Selbstzweifeln und, im späteren Verlauf, seelischen Leiden, trifft sie auf den Detektiv Brian ...

Die junge Rachel wächst unter schwierigen Bedingungen auf und verliert schon früh ihre Familie. Geplagt von Selbstzweifeln und, im späteren Verlauf, seelischen Leiden, trifft sie auf den Detektiv Brian Delacroix, der ihr bei der Suche nach ihrem Vater helfen soll, der ein gut gehütetes Geheimnis ihrer Mutter geblieben ist, das sie mit ins Grab genommen hat. Nach erfolgloser Suche dümpelt Rachels Leben so vor sich hin und sie macht Karriere bis ein beruflicher Zusammenbruch alles verändert und sie wieder alleine zurückbleibt. Jahre später trifft sie wieder auf Brian und die Farce aus Lügen, Betrug und Verrat ihren Lauf nimmt.

Da mir eines der anderen Werke des Autors (Shutter Island) mit seinem unvorhersehbaren Twist super gefallen hat, hatte ich große Erwartungen an den äußerst spannend klingenden Klappentext und hoffte auch mit einem ähnlich überraschenden und schockierenden Umschwung in der Geschichte. Doch leider konnten mich die Handlungen nicht so begeistern wie erhofft. Stellenweise gibt es viele Längen, die ausgefüllt mit irgendwelchen, in meinen Augen, unwichtigen Fakten und Geschehnissen aus Rachels Leben sind, dabei leider keinerlei Spannung aufbauen. Erst als sie und Brian sich näher kommen, beginnt die "eigentliche" Geschichte. Alles zuvor ist bloß unnötiges Geplänkel und überflüssig. Rachel war mir insgesamt nicht unbedingt sympathisch, aber sie steht für ihre Ansichten und Meinungen ein, auch wenn das bedeutet, dass sie anderen dabei auf die Füße tritt und letztendlich auch unschöne Konsequenzen tragen muss. Das bewunderte ich an ihr, wenngleich sie mir öfters psychisch labil erschien, was nicht zuletzt auch mit der seltsamen Beziehung zu ihrer Mutter zu tun hat. Mir scheint sie hat sich das perfekte (Schein-)leben aufgebaut, welches sie aber im Herzen nicht glücklich macht und nicht zu ihr passt. Und letztendlich fällt das Kartenhaus auch in sich zusammen und wieder einmal merkt sie welche verkorkste Beziehungen sie besitzt. Die Auflösung rund um Brian war sehr spannend und erregend zu verfolgen und ich wäre niemals auf die ganze Auflösung gekommen, die ich wirklich gut gelungen finde. Das macht den vorhergehenden Teil allerdings nicht wett und war meiner Ansicht nach auch nicht so verstörend und überrumpelnd wie Shutter Islands Twist. Teils wirkte das Ende an den Haaren herbeigezogen, auch wenn der Autor die Auflösung gut durchdacht zu haben schien.

Ein Werk, welches einige unvorhersehbare Wendungen bereithält, mich allerdings aufgrund der unnötigen uninteressanten Längen nicht überzeugen konnte.

Veröffentlicht am 28.09.2018

Pflanzensex leicht und anschaulich erklärt

Blümchensex
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Dieses tolle Sachbuch beschäftigt sich mit den vielfältigen Fortpflanzungsmöglichkeiten von verschiedenen Pflanzen. Dabei klassifiziert der Autor zwischen den unterschiedlichen Pflanzentypen und ihren ...

Dieses tolle Sachbuch beschäftigt sich mit den vielfältigen Fortpflanzungsmöglichkeiten von verschiedenen Pflanzen. Dabei klassifiziert der Autor zwischen den unterschiedlichen Pflanzentypen und ihren Möglichkeiten sich fortzupflanzen (z.B durch Wind, Wasser). Der Schreibstil ist sehr locker, humorvoll und leicht gehalten, sodass ich öfters schmunzeln und lachen musste, da einige Bemerkungen des Autors so ehrlich, einfach und auf den Punkt ausgedrückt wurden, dass es außerordentlich erfrischend und belustigend für mich war. Mit provokanten und anstößigen Äußerungen und Bezeichnungen lockt der Autor den Leser und führt häufig Vergleiche zum "Menschlichen" an um die Handlungen der Pflanzen darzustellen. Zu einigen Pflanzen sind Illustrationen in Farbe mit Beschreibungen und Bezeichnungen der einzelnen Pflanzenbestandteile abgebildet. Diese werden ebenfalls im Text noch mal erläutert. Für alle, die immer schon mal mehr über die oft vernachlässigte und gering geschätzte Pflanzenwelt erfahren wollten. Nach dem Lesen dieses Buches ist eines sicher: Die Pflanzen sind nicht so einfach und "unschuldig" wie sie immer wirken, sondern haben es faustdick hinter den Ohren ;)

Veröffentlicht am 28.09.2018

Nicht ganz so wie erwartet

Die Party
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Nach einigen Jahrzehnten lädt Brandon 10 seiner ehemaligen Klassenkameraden auf eine legendäre Halloween-Party ein, die die Zeit von damals wieder aufleben lassen soll. Die Freunde haben sich schon seit ...

Nach einigen Jahrzehnten lädt Brandon 10 seiner ehemaligen Klassenkameraden auf eine legendäre Halloween-Party ein, die die Zeit von damals wieder aufleben lassen soll. Die Freunde haben sich schon seit Jahren nicht mehr gesehen und sind ganz gespannt auf das was Brandon geplant hat. Doch bereits nach der Ankunft läuft nichts wie geplant. Scheinbar hat Brandon vollkommen den Verstand verloren und jemand aus der Gruppe hilft ihm, einen nach dem anderen umzubringen. Der Autor Nick versucht die Hintergründe und die vergangenen Geschehnisse ins rechte Licht zu rücken um endlich Klarheit zu erhalten. Dabei deckt er allerdings erschreckende Wahrheiten auf, die alles für immer verändern.

Der Plott klang vielversprechend und da ich Halloween-Gruselgeschichten liebe, setzte ich große Hoffnungen in das Buch. Man lernt alle Freunde kennen und fast alle haben auch einzelne Kapitel, die aus ihrer Sicht geschrieben sind. Leider wird nirgendwo vermerkt aus wessen Perspektive erzählt wird. Hilfreich finde ich die Auflistung aller Eingeladenen und ihre Kostüme und Berufe. So kann man sie besser differenzieren. Bereits nach dem ersten Tod fehlte mir die Emotionalität der Charaktere. Als das mit Brandon geschieht, werden alle als relativ ruhig beschrieben. Kaum Geschrei oder Weinen oder auch pure Verzweiflung. Sie übergehen das einfach und machen so weiter. Das wirkte auf mich nicht authentisch. Wenn jemand mit einem manipulierten Fahrstuhl kommt und dann unter einem großen Brocken des Daches/Fahrstuhls erschlagen wird und das so plötzlich kommt, würden die meisten wohl nicht cool bleiben. Das zieht sich leider durch die gesamte Geschichte. Kaum Bedauern um die Toten. Auch wenn sehr gute Freunde/Partner umkommen, ist die Sache nach wenigen Minuten vom Tisch. Das Aufdecken der Geheimnisse und vergangenen Ereignisse jeder einzelnen Person zeichnete ihre Charaktere schon besser und konnte ihnen die fehlende Authentizität wieder zurückgeben. Außer Nick, war mir kaum einer der Charaktere sympathisch. Für mich blieben sie ziemlich blass und konturlos. Die Ermittlungen und das Ende hauen allerdings noch einiges raus. Die wahren Täter waren schließlich doch andere Personen als ich gedacht hatte und die Aufklärung von Brandons Vergangenheit und die seines Vaters war einfach nur gruselig und teils abartig. Da lief es mir kalt den Rücken runter. Die neuen Informationen lassen das Ganze in einem anderen Licht erscheinen und der Leser geht anders aus der Geschichte hervor, als er hinein gegangen ist.

Insgesamt ein interessanter Thriller mit überraschendem Ende, deren Charaktere mich allerdings nicht überzeugen konnten und auch der Spannungsbogen wird eher flach gehalten.

Veröffentlicht am 08.09.2018

Märchenhaftes, bezauberndes Buch mit einigen Schwächen

Hazel Wood
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Nach monatelanger Flucht vor dem Unglück werden Alice und ihre Mutter in New York endlich sesshaft, nachdem sie ein Brief ihrer Großmutter erreicht, der ihr Ableben mitteilt. Doch nach nur wenigen Tagen ...

Nach monatelanger Flucht vor dem Unglück werden Alice und ihre Mutter in New York endlich sesshaft, nachdem sie ein Brief ihrer Großmutter erreicht, der ihr Ableben mitteilt. Doch nach nur wenigen Tagen verschwindet Alices Mutter und eine abenteuerliche Reise beginnt für Alice und ihren Freund Finch,der ein absoluter Fan der Geschichten ihrer Großmutter Althea Proserpine ist, die irgendwo im verwunschenen Hazel Wood gelebt haben soll. Doch gibt es Hazel Wood überhaupt und was ist mit ihrem schauerlichen Märchenbuch, welches realer zu sein scheint als Märchen es normalerweise sind?

Es beginnt geheimnisvoll mit Ella und Althea, deren Geschichte selbst in ein Märchen eingebettet zu sein scheint. Dann folgt die ernüchternde Realität viele Jahre später, in der Alice und ihre Mutter Ella vor etwas nicht Greifbarem fliehen und es scheint beinahe als würde die ominöse und gefährliche Welt der Märchen sie verfolgen. Ich fand Alice nicht sehr greifbar. Sie liebt ihre Mutter über alles und versucht ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, aber irgenwie ist der Funke nicht übergesprungen und ich fand sie nicht unbedingt sympathisch. Ganz anders sieht es bei Finch aus, der sehr lebendig und fröhlich wirkt, immer für allerlei Unsinn zu haben. Super gefallen haben mir die Märchen, die in Kurzform erzählt werden, weil sie so schön düster und böse sind, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Einfach herrlich! Die Idee mit den Märchenfiguren und das Hinterland fand ich ebenso großartig. Aus diesem Grund finde ich, dass die Geschichte sich bis zum letzten Drittel sehr zieht und wenig Spannung bereit hält. Dafür dann aber gegen Ende mächtig aufholt und nochmal alles rausholt, was bis dahin versäumt wurde. Der Schreibstil ließt sich flüssig, auch wenn ich zwischendurch mehr durch die Geschichte gestolpert bin, als dass ich ihr problemlos folgen konnte. Schade empfand ich die Tatsache, dass es kaum Hintergrundinformationen über das Hinterland gibt oder wie Althea und Ella überhaupt dorthin gelangt sind. Erst ganz zum Schluss werden so elementare Informationen gegeben, die mir während des Lesens gefehlt haben und dem ganzen keine Ernsthaftigkeit und keinen roten Faden gegeben haben.

Tolle märchenhafte Idee, die allerdings nicht optimal umgesetzt wurde und gerade am Anfang und in der Mitte viel Potential verschwendet.