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AureliaAzul

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2017

Berührend und poetisch

Tage ohne Hunger
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Laure ist extrem dünn und wiegt nur noch schlappe 38 kg als sie freiwillig in die Klinik geht um gegen ihre Magersucht zu kämpfen. Dort findet sie nicht nur Leidensgenossen, sondern auch den Weg zurück ...

Laure ist extrem dünn und wiegt nur noch schlappe 38 kg als sie freiwillig in die Klinik geht um gegen ihre Magersucht zu kämpfen. Dort findet sie nicht nur Leidensgenossen, sondern auch den Weg zurück zu sich selbst. Der Leidensweg durch Schuldgefühle, einer instabilen Familie und Angst führt sie an einen Punkt, der über Leben und Tod entscheiden wird. Getrieben von der SehnSucht nach Zuneigung und Liebe, scheint sie diese in ihrem behandelnden Arzt zu finden, der ihr mehr als nur auf eine Weise das Leben rettet.

Der Schreibstil ist kraftvoll, poetisch und aussagekräftig. Wenngleich er distanziert, zurückhaltend und unscheinbar wirkt, ist er doch in seiner Bedeutung durchdringend und lässt den Leser nicht kalt. Auf eindringliche und doch sanfte Weise erzählt er den Leidensweg sehr realistisch und gibt anschauliche Einblicke in diese völlig fremde Welt der Magersüchtigen. Etwas Störend empfand ich die einseitige Behandlung der Erkrankten, bei der lediglich körperliche Symptome behandelt wurden. Die Liebe/Zuneigung zu ihrem Arzt heilt ihre Seele scheinbar auf wundersame Art und sie lebt danach problemlos weiter, ohne dass dies bei ihrem schweren Krankheitsverlauf realistisch erscheint. Die Protagonistin analysiert quasi selbstständig die möglichen Ursachen und findet die auslösenden Faktoren, bis hin zum möglichen Vermeiden der krankmachenden Personen, Gedanken und Verhaltensweisen.

Das Innenleben wird prägnant und im Gedächtnis bleibend geschildert, nur die äußeren Umstände des Krankenhausaufenthaltes erscheinen mir zu utopisch und simpel um realistisch sein zu können.

Veröffentlicht am 06.10.2017

Starker Anfang, mittelmäßiges Ende

The Chosen One - Die Ausersehene
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Skadi ist eine Ausersehene, die dem Volk Kinder schenken soll, so ist es ihre Aufgabe. Doch kurz vor ihrer ersten Vereinigung kommen ihr Zweifel. Aus Furcht vor dem ihr zugeteilten Lord Darian bricht sie ...

Skadi ist eine Ausersehene, die dem Volk Kinder schenken soll, so ist es ihre Aufgabe. Doch kurz vor ihrer ersten Vereinigung kommen ihr Zweifel. Aus Furcht vor dem ihr zugeteilten Lord Darian bricht sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus ihrem goldenen Käfig aus und lässt ihr wohlbehütetes Leben ein für alle Mal hinter sich. Außerhalb der schützenden Mauern ist sie völlig hilflos, bis sie auf eine recht seltsame Gruppe stößt, die mehr zu verbergen hat, als Skadi zuerst annimmt.

Das System um die Ausersehenen und die einfachen Bürger wird ausreichend geschildert, um die Bedeutung dahinter erfassen zu können. Es beginnt wie eine typische Dystopie mit dem elementaren Gedanken der Protagonistin auszubrechen und das System ändern zu wollen. Doch dann mischen sich noch fantastische Elemente in die Geschichte, die eine ganz neue Welt ungeahnter Herausforderungen für sie bereithalten. Skadis Entscheidungen konnte ich nicht immer nachvollziehen, da sie eigentlich zufrieden mit ihrem Leben ist, dann aber plötzlich alles wegwirft, weil sie prompt merkt, dass sie mehr möchte als dieses Leben ihr geben kann. Kurz zuvor war sie noch von dem Wohlwollen der Regentin überzeugt und dann zweifelt sie alles an. Die Flucht und das Kämpfen und Zurechtfinden in einer völlig fremden Welt sind durchaus spannend. Die aus höchst unterschiedlichen Charaktere der zufällig zusammengewürfelten Gruppe sind abwechslungsreich, doch stellen sich die typischen Stereotype schnell dar. Die unliebsame Dreiecksliebesgeschichte hat mir weniger gefallen, auch wenn Skadi erstaunlich erwachsen damit umgeht und ein sehr freundlicher und herzlicher Charakter ist. Im Mittelteil und am Ende nimmt die Spannung deutlich ab, es bleibt aber trotzdem interessant und mit übernatürlichen Elementen bespickt. Ein solider Anfang der Dilogie.

Veröffentlicht am 05.10.2017

Ein fantastisches Fantasie-Epos!

Die neun Prinzen von Amber
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Corwin wacht eines Tages in einem Krankenhaus auf und kann sich an nichts mehr erinnerin, weder wie dorthin gekommen ist noch wer er ist und was geschah. Durch die zurückgelegte Adresse findet er seine ...

Corwin wacht eines Tages in einem Krankenhaus auf und kann sich an nichts mehr erinnerin, weder wie dorthin gekommen ist noch wer er ist und was geschah. Durch die zurückgelegte Adresse findet er seine Schwester auf, die ihm Stück für Stück seine Vergangenheit näher bringt. Durch seinen Bruder Random gelangt er endlich dorthin, wo alles begann und alles enden wird - die einzig wahre und reale Stadt Amber. Doch Schatten und sein eigener Bruder wollen Corwin vernichtet sehen. Ein Kampf entbrennt...

Der Anfang war mir zu holprig, da Corwin ohne Wissen aufwacht und der Leser völlig im Dunkeln bleibt, was die Umstände seines Unfalls betrifft und die ganzen Hintergründe seiner Familie sowie Amber bleiben im Nichts. Man merkt schnell, dass die Königsfamilie sonderbar ist und familiärer Zusammenhalt kaum vorhanden ist. Eher bekämpfen sich die mittlerweile 9 übrig gebliebenen Brüder gegenseitig bzw. unterstützen den derzeitigen Machthaber. Die Schatten von Amber sind so umfangreich und fantastisch dargestellt, dass man sich in eigenen Vorstellungen fast verliert. Die Idee ist so neuartig,genial und unberechenbar, dass ich es kaum erwarten konnte weiter zu lesen. Corwin ist ein kluger Prinz, entlockt er doch allen unbewusst Informationen ohne sie erfahren zu lassen, dass er diese nicht besitzt, aber so, dass keiner Verdacht schöpft. Wenngleich er seine Erinnerungen zurückgewinnt, fehlen noch viele Puzzleteile um das große Ganze zu vervollständigen. Ich fiebere dem kommenden Band entgegen.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Ein außergewöhnliches und poetisches Werk

Der Klang der Erinnerung
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Nach dem Großen Bruch, einem Geschehnis, welches Chaos und Unglück mit sich brachte, ertönt fortan täglich ein Klingen. Dieses Klingen nimmt den einfachen Bewohnern jegliche Erinnerung und soll das damals ...

Nach dem Großen Bruch, einem Geschehnis, welches Chaos und Unglück mit sich brachte, ertönt fortan täglich ein Klingen. Dieses Klingen nimmt den einfachen Bewohnern jegliche Erinnerung und soll das damals Geschehene zukünftig verhindern. Einzig allein das Körpergedächtnis bleibt erhalten und an Gegenstände gebundene Erinnerungen. Der einfache Junge Simon macht sich auf den Weg nach London um eine bedeutende Aufgabe zu erfüllen, denn das Klingen ist nicht das, was es verspricht zu sein. Doch schon bald hüllt ihn das Klingen ein und beraubt auch ihn jeglicher Erinnerung.

Dieses Buch ist sehr außergewöhnlich und ungewöhnlich. Der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig, da viele abgehackte und kurze Sätze verwendet werden, was mir persönlich aber sehr gefällt. Es tauchen viele musikalische Begriffe auf, die anfangs etwas Schwierig zu verstehen sind und einen darüber stolpern lassen, aber nach und nach hatte es für mich etwas Poetisches und Elegantes. Der Kommunikationsstil ist gänzlich ganz anders als man es kennt. Neben der Sprache - allerdings nicht schriftlich - läuft alles über Musik ab, darüber können sich die Menschen auch Dinge merken. Beispielsweise Wegbeschreibungen werden nicht gesprochen sondern gesungen und einige Tonnuancen geben unterschiedliche Auskunft über Geschehnisse, Orte etc. Die ersten ca. hundert Seiten zieht sich das Buch ziemlich und man kämpft sich durch die Seiten, weil nur wenig passiert. Dann zeichnet sich eine richtige Geschichte dahinter ab und es wird um einiges interessanter und spannender. Das Ende hält Überraschungen bereit und konnte mich überzeugen. Die Art der Geschichte und der Schreibstil sind sehr speziell und nicht für jeden etwas.

Veröffentlicht am 30.09.2017

Eine neue Welt offenbart sich

Die Chroniken der Seelenwächter - Verborgene Mächte 1 - Die Suche (Bände 1 - 3)
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Band 1:
Völlig unbedacht versucht sich Jessamine an einem Ritual um den Geist eines bekannten Paters herauf zu beschwören.Nicht ahnend, dass sie sich in Gefahr begiebt. Dabei gerät sie in eine Dämonenjagd ...

Band 1:
Völlig unbedacht versucht sich Jessamine an einem Ritual um den Geist eines bekannten Paters herauf zu beschwören.Nicht ahnend, dass sie sich in Gefahr begiebt. Dabei gerät sie in eine Dämonenjagd und sieht sich einem Schattendämon gegenüber, der durch ihre überaus großzügige Aura angezogen wird. Gerade noch kann sie gerettet werden und trifft prompt auf die Seelenwächter. Ganz besonders einer unter ihnen hat es auf sie abgesehen...

Der Anfang ist sehr trickreich gestaltet und führt den Leser in die Irre. Nach und nach wird der Irrtum aufgedeckt und man befindet sich gleich im Geschehen ohne eine weitere Einführung. Mir sind Parallelen zu Chroniken der Schattenjäger aufgefallen, auch wenn hier Elemente auftreten, die neuartig sind. Jaydee ist wirklich eine interessante Gestalt und die Verbindung zwischen ihm und Jess wirft viele Fragen auf. Insgesamt finde ich allerdings viele Elemente zu typisch. Beispielsweise, dass Dämonen die Seelen toter Menschen sind, die nicht ins Licht gefunden haben ist so typisch für Geistergeschichten, schon hundert Mal gelesen. Das hat mich etwas gestört. Sonst ist das ein solider Einstieg und ich würde gerne viel mehr über die Welt erfahren und freue mich schon auf den zweiten Band, in der Hoffnung es kämen noch neue fantastische Elemente dazu.

Band 2:
Kaum ist Jess aus dem Reich der Seelenwächter zurück gekehrt, wird sie prompt eines Verbrechens beschuldigt, welches sie allerdings nicht begangen haben konnte. Dann wird die Polizeieskorte von Schattendämonen angegriffen und sie entführt. Währenddessen versucht Jaydee sich von der magischen Anziehungskraft zu Jess abzulenken, doch dabei wird er gestört und neben den Schattendämonen offenbart sich ein weiterer Feind, der endlich gefunden hat, was er jahrelang vergeblich suchte...

Es geht fast nahtlos weiter und der Leser ist genauso verwirrt über die Beschuldigungen wie Jess. Alles wird noch verwirrender als die Schattendämonen auftauchen und sich die eine Feindin von Ardiane zeigt. Die Zusammenhänge erschließen sich noch nicht und es treten immer mehr Personen auf, die neue Fakten aufwerfen, die nicht richtig zugeordnet werden können. Dieser Band hat mir viel besser gefallen als der erste. Auch wenn noch wichtige Fakten im Dunkeln verborgen sind und die Bedeutung dahinter sich nicht erschließt. Gerade was die Beziehung zwischen Jaydee und Jess angeht, bleibt sehr geheimnisumwoben und auch die Worte Ardianes zu Jaydee werfen mehr Fragen auf, als beantwortet werden. Ich möchte gerne weiterlesen um mehr zu verstehen.

Band 3:
Nach Ariadnes plötzlichem Ableben fällt für Jess eine Welt zusammen. Hat sie doch bereits ihre Mutter verloren. Währenddessen versucht Jaydee herauszufinden was Ariadnes unverständliche Botschaft, ihn betreffend, zu bedeuten hat. Gleichzeitig treffen weitere Seelenwächter aus London ein, die verbündet die verletzten und immer noch bewusstlosen Seelenwächter aus dem Krankenhaus befreien müssen, doch die Feinde schlafen nicht und es kommt zum Kampf.

Es geht gleich weiter und den Protagonisten bleibt kaum Zeit durchzuatmen. Es hat mir sehr gut gefallen, dass weitere Seelenwächter vorgestellt werden und dadurch mehr Abwechslung und weitere spannende Charaktere eingebracht werden. Die Integration des Detectives empfand ich am Anfang als störend, aber mittlerweile wirft es einen weiteren spannenden Handlungsstrang auf, der gewiss noch für viel Aufregung sorgen wird. Vor allem was Jaydee und seine geheimen Machenschaften betrifft. Jess fand ich etwas Langweilig. Mit ihr konnte ich mich noch nicht anfreunden, da sie mir bisher zu unscheinbar und zu einseitig ist. Da ist dieses besondere Band zwischen ihr und Jaydee und wie es damit weitergeht würde ich gerne erfahren, auch wenn ich da schon Ideen habe. Eine große Überraschung waren Joanne und ihr Meister und die familiären Zusammenhänge hinter ihren Plänen. Dass sie so klug und strategisch agieren können, hätte ich nicht vermutet. Ich hoffe im nächsten Band wird der Plan noch durchschaubarer dargestellt und die Hintergründe gelüftet.