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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2021

Solider Thriller

Der gekaufte Tod
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The Boston Globe Mexicantown, Detroit. August Snow kehrt mit zwölf Millionen Dollar Schadenersatz zurück in das Viertel seiner Kindheit. Kurz nach seiner Rückkehr wird eine der mächtigsten Unternehmerinnen ...

The Boston Globe Mexicantown, Detroit. August Snow kehrt mit zwölf Millionen Dollar Schadenersatz zurück in das Viertel seiner Kindheit. Kurz nach seiner Rückkehr wird eine der mächtigsten Unternehmerinnen der Stadt tot aufgefunden. Snow setzt sich auf die Fährte des Mörders – und gerät in einen gefährlichen Strudel, der ihn in Detroits dunkelste Winkel hinabzieht.

Bereits zu Beginn berichtet der Autor aus Sicht seines Protagonisten viel über die Stadt Detroit und es wir deutlich wie genau er diese kennt. Dadurch erhält der Schauplatz etwas Authentisches und Glaubwürdiges. Der Schreibstil ist recht rau und teilweise grob, was in diesem Fall allerdings sehr gut zum Milieu von Mexicantown und den Geschehnisse passt und der Geschichte etwas Rasantes und Aufregendes verleiht. Die Gefahr lauert hinter jeder Ecke und Rassismus findet man auch überall in den verschiedenen Vierteln. Die Vorgeschichte von August wird passend mit den neuartigen Handlungen zu einem roten Faden zusammengebracht und nach und nach ergibt sich alles und wird aufgeklärt. Stellenweise war mir die Handlung jedoch etwas zu flach und hätte doch einige unvorhersehbare Wendungen mehr verpasst, weswegen ich dem Buch gute 3,5 Sterne gebe.

Veröffentlicht am 31.03.2021

Es wurde Potenzial verschenkt

Du kannst kein Zufall sein
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Josh hat alles erreicht, doch als er in der Silvesternacht im berühmten Riesenrad London Eye seiner Freundin einen Antrag macht, verliert er mit einem Schlag alles. Denn sie sagt nicht nur nein, sie setzt ...

Josh hat alles erreicht, doch als er in der Silvesternacht im berühmten Riesenrad London Eye seiner Freundin einen Antrag macht, verliert er mit einem Schlag alles. Denn sie sagt nicht nur nein, sie setzt ihn auch gleich noch vor die Tür. Als Josh mit seinem Kaninchen Jeremy zurück zu seinen Eltern zieht, steht eine Sache für ihn fest: Ganz eindeutig kann niemand schlechter über sein Leben entscheiden, als er selbst. Und so beschließt er, ein Jahr lang, jede Entscheidung dem Zufall zu überlassen und eine Münze zu werfen. Glücklicherweise kann sich Josh dabei stets auf seine Freunde verlassen, die den Zufall ab und zu ein klein wenig in die richtige Bahn lenken. Und prompt findet er die Eine fürs Leben...

Anfangs war die Handlung noch sehr unterhaltsam und ich fand Josh auch noch witzig und seine unsichere Art etwas süß und niedlich. Doch das nahm mit der Zeit ab und ich hatte den Eindruck der Autor wolle Josh unbedingt so darstellen, dass man ihn bemitleidenswert findet und ihn durch das Pech was ihn zu verfolgen scheint ins Herz schließt. Damit ist er etwas übers Ziel hinausgeschossen und ich fand es übertrieben, dass ihm so viel Unglück widerfährt und er hat fast jedes Fettnäpfchen mitnimmt. Wesentlich spannender fand ich seine Freunde und einige ihrer Aussagen, die mich zum Nachdenken angeregt oder zum Schmunzeln gebracht und amüsiert haben. Die Liebesgeschichte wirkte dann auch zu unausgereift und künstlich arrangiert, damit der arme Josh auch mal Glück im Leben hat- Vor allem besteht eine Großteil des Buches aus der Suche nach ihr, was anfangs noch ganz niedlich, später aber nur noch nervig wurde und dadurch keine wirkliche Spannung aufkam. Der Autor hat zu viel gewollt und dadurch das Ziel etwas aus den Augen verloren und Josh wirkte zu "gewollt., aber nicht gekonnt" und hat dadurch Potenzial verschenkt.

Veröffentlicht am 27.03.2021

Tiefgründiger Thriller

The Backdoor Link
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Die verurteilte Hackerin Sarah Beck arbeitet seit fünfzehn Jahren unter genauer Beobachtung für die IT-Abteilung der Europol. Bis jetzt hat sie es geschafft, ihre wahre Identität zu verbergen. Als sie ...

Die verurteilte Hackerin Sarah Beck arbeitet seit fünfzehn Jahren unter genauer Beobachtung für die IT-Abteilung der Europol. Bis jetzt hat sie es geschafft, ihre wahre Identität zu verbergen. Als sie die Warnung bekommt, dass jemand nach ihr sucht, muss sie Kopf und Kragen riskieren, um ihr dunkles Geheimnis zu schützen. Sarah schreckt dafür vor nichts zurück, denn sollte sie scheitern, könnte das die komplette Cyberwelt auf den Kopf stellen.

Bereits am Anfang wird viel Spannung aufgebaut, indem Sarah eine rasante Aktion ausführt und sich in Gefahr bringt. Einerseits machte es das Buch interessant, andererseits ging mir das etwas zu schnell. Gerne hätte ich sie noch etwas besser kennengelernt und die Umstände, die zu ihrer Situation geführt haben. Trotzdem hat es Spaß gemacht den ersten Teil zu lesen. Etwas merkwürdig fand ich das Verhalten einiger Agenten, da sie sich auffällig fürsorglich und wenig professionell verhalten haben und mir wenig glaubwürdig erschienen.

Der zweite Teil bringt viel Licht ins Dunkel und schildert Sarahs schweres Leben und wie sie zur Hackerin wurde. Dadurch fühlte ich mich ihr näher und konnte ihr Verhalten besser nachvollziehen.

Der dritte Teil hingegen war der mit Abstand spannendste, weil die beiden vorherigen Stränge hier zusammenfinden und einige überraschenden Wendungen Abwechslung und eine eigene Dynamik in die Handlung bringen, die man teilweise davor schon hätte erahnen können. Zudem wird hier auch eine Verbindung zum Prolog hergestellt, der einige Fragen offen lässt und einen mit Sehnsucht nach dem Folgeband zurücklässt.

Etwas oberflächlich fand ich die Darstellung der KI und der Prozesse dahinter, due nur angerrissen werden, aber nicht weiter ausgeführt. Da habe ich schon besser recherchierte und ausgearbeitete Thriller mit KIs gelesen.

Veröffentlicht am 20.03.2021

Außergewöhnlicher Thriller

Homo Lupus
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Wie stoppt man die kriminellen Machenschaften eines gefährlichen Clans? Laut Informationen des Verfassungsschutzes plant der Aziz-Clan einen Anschlag, der unbedingt verhindert werden muss. Im Vorfeld der ...

Wie stoppt man die kriminellen Machenschaften eines gefährlichen Clans? Laut Informationen des Verfassungsschutzes plant der Aziz-Clan einen Anschlag, der unbedingt verhindert werden muss. Im Vorfeld der Wahlen beginnt nun ein Wettlauf gegen die Zeit. Um die Clanstrukturen einschätzen zu können und den Anschlag zu verhindern, ist die Expertise der Wolfsforscherin Lena Bondroit gefragt. Doch sie ahnt nicht, dass sie bald in ein Fadenkreuz aus Intrigen und skrupellosen Machtkämpfen gerät. Kann sie gerettet werden, bevor das Pulverfass explodiert?

Die Mischung aus Thriller/Krimi mit biologischen Aspekten zur Struktur von Wolfsrudeln hat mich sehr neugierig gemacht, da ich mir im Vorfeld nicht vorstellen konnte inwiefern Nutzen daraus gezogen werden kann und die beiden auf den ersten Blick sehr eigenen Themen zueinander finden können. Die Umsetzung finde ich ziemlich gelungen, wenn auch nicht perfekt.

Lena empfand ich von Anfang an als schwierigen Charakter mit dem ich ehrlich gesagt nicht so ganz warm wurde. Oftmals verhält sie sich ablehnend, hat kindische, unreife Gedanken und bringt sich schnell in Lebensgefahr ohne sich ihrer Verantwortung gegenüber Familie bewusst zu sein. Die Ermittler sind mir allerdings auch nicht wirklich sympathisch gewesen, wobei ich gestehen muss, dass ich Ewald insofern gut fand, dass er sich selbst treu geblieben ist und ehrlich war.

Die Konstellation der vier Männer und ihrer Geschichte fand ich mit Abstand am spannendsten. Die ganzen unterschiedlichen Charaktere und ihre Dynamik innerhalb der Gruppe über die ganzen Jahre hinweg. Psychologisch super dargestellt.

Dass sich die Geschichte am Ende so auflöst habe ich so nicht kommen gesehen und war dann mehr als überrascht und erstaunt welche Wendungen da noch kamen, die alles ganz anders dargestellt haben, als es zuerst den Anschein hatte.

Fazit: Ungewöhnlicher Thriller, der einige Überraschungen bereithält und die Gruppendynamik toll und nachvollziehbar darstellt.

Veröffentlicht am 15.03.2021

Langatmig

Nordwesttod
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Kommissarin Anna Wagner zieht nach einer unschönen Scheidung in den Norden, um im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein eine Stelle aufzubauen, die auf Vermisstenfälle spezialisiert ist. Gleich ihr erster ...

Kommissarin Anna Wagner zieht nach einer unschönen Scheidung in den Norden, um im Landeskriminalamt Schleswig-Holstein eine Stelle aufzubauen, die auf Vermisstenfälle spezialisiert ist. Gleich ihr erster Fall führt sie nach St. Peter-Ording an die Nordseeküste: Eine junge Umweltaktivistin aus einer einflussreichen Hoteliersfamilie, wird vermisst. Hat ihr Verschwinden etwas mit den aggressiven Expansionsplänen ihrer Familie zu tun, wurde sie vielleicht entführt? Anna Wagner und der Dienststellenleiter Hendrik Norberg ermitteln unter Hochdruck, denn niemand weiß, wann genau Nina Brechtmann verschwunden ist … und jede Minute zählt.

Die Atmosphäre und das Ambiente an der Nordsee gefallen mir besonders gut und in Kombination mit einem Krimi hatte ich große Erwartungen an das Buch. Gleich von Anfang an wird der Leser durch einen erschütternden Fund in einen Mordfall hineingezogen, der allerdings lange ohne Verbindung zum Hauptfaden auskommen muss und ich erst ganz am Ende klären lässt.
Die Ermittler Wagner und Norberg haben beide ihre eigene Vergangenheit, die sich unterschiedlich stark in den Handlungen zeigt, die Charaktere jedoch nahbarer und sympathischer macht.
Langsam entwickelt sich die Kriminalgeschichte durch das Verschwinden der jungen Nina. Bis dahin fand ich es auch noch einigermaßen interessant, aber trotz vieler Ermittlungsansätze zogen sich die Erkenntnisse und die Ermittlung stark, sodass nach der Hälfte des Buches sehr wenig passiert ist. Dadurch hatte ich keine Lust mehr weiterzulesen und es war nicht fesselnd und das trotz der Geheimnisse und unerklärlichen Verhaltensweisen mancher Verdächtiger.
Die Auflösung des Falls habe ich im vorhinein schon geahnt, sodass mich diese nicht mehr überraschen könnte. Ganz im Gegenteil, ich fand das Motiv der Tat mehr als öde und nicht innovativ. Absolut nicht spannend und in der Art in vielen Bücher schon gelesen. Leider konnte auch der Schreibstil die Geschichte hinsichtlich des Spannungsbogens nicht mehr retten.

Fazit: Einigermaßen gut lesbare Kriminalgeschichte, die allerdings nichts Besonderes und Einzigartiges hat. Konnte mich leider nicht überzeugen.