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Veröffentlicht am 11.05.2026

Große Wut im kleinen Bauch

Wenn liebe Waschbären wütend sind
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Worum geht’s?
Als der Elch dem kleinen Waschbären seinen Apfel wegfrisst, wird dieser richtig wütend. Es war sein Apfel. Der Elch soll das nicht! Zornig stapft der kleine Waschbär durch den Wald und die ...

Worum geht’s?
Als der Elch dem kleinen Waschbären seinen Apfel wegfrisst, wird dieser richtig wütend. Es war sein Apfel. Der Elch soll das nicht! Zornig stapft der kleine Waschbär durch den Wald und die Wut grummelt in seinem Bauch. Wie bekommt er sie nur wieder los?

Meine Meinung:
Nach dem Buch über den mutigen Igel von Sandra Grimm mussten wir unbedingt „Wenn liebe Waschbären wütend sind“ haben. Und auch dieses Buch ist ein absolutes Highlight für meinen Kleinen. Nicht nur die kindgerechten Sätze, auch die wundervollen Illustrationen von Matthias Derenbach sind einfach nur der Hammer!

Hier begleiten wir den kleinen Waschbären, der eine große Wut im Bauch hat. Und gemeinsam mit ihm versuchen wir, die Wut loszuwerden. Dabei lernen wir unterschiedliche Methoden kennen – sei es stampfen und boxen oder atmen und langsam zählen. Jedes Tier, das der Waschbär trifft, hat einen anderen Tipp für ihn.

Und genau wie im richtigen Leben helfen die Methoden mal mehr und mal weniger. Wie auch wir hat eben jeder seine ganz eigene Art, mit Gefühlen umzugehen. Und nicht nur der herzallerliebste Text hat uns auch hier wieder komplett begeistert, auch die Bilder sind ein absolutes Highlight. Besonders die Emotionen des Waschbären kommen so herrlich real rüber. Überhaupt sind alle Tiere wundervoll gezeichnet – ein bisschen vermenschlicht, aber immer noch klar als das entsprechende Tier zu erkennen.

Was meinem Kleinen auch besonders gefallen hat, sind die drei Regenwürmer, die auf fast jeder Seite zu sehen sind und den Waschbären bis ganz am Schluss begleiten. Besonders die Stelle, an dem der eine Wurm taucht, begeistert ihn immer wieder. Ebenso die Stelle mit dem Streifenhörnchen (viele Tränchen) und dann dem Waschbären (paar Tränchen) kommentiert er vor- und zurückblätternd immer wieder neu.

Auch schön ist, wie sich der Waschbär am Ende mit dem Elch aussöhnt – und mein Kleiner freut sich jedes Mal, dass der Waschbär da einen Apfel neben sich hat. Sehr gelungen ist auch die kurze Zusammenfassung auf der letzten Doppelseite, auf der wir alle Methoden, mit der Wut umzugehen, noch einmal mit dem jeweiligen Tier sehen. Auch das wird hier jedes Mal mit Begeisterung vorgelesen. Ein wirklich wundervolles Kinderbuch, das mein Kleiner inzwischen auswendig kann und das wir täglich mindestens viermal lesen.

Fazit:
„Wenn liebe Waschbären wütend sind“ von Sandra Grimm, illustriert von Matthias Derenbach, ist ein liebevolles, alltagstaugliches Kinderbuch über große Gefühle im kleinen Körper. Es zeigt auf wunderbar verständliche Weise, wie unterschiedlich man mit Wut umgehen kann – und dass das völlig okay ist. Die Kombination aus einfühlsamem Text und ausdrucksstarken Illustrationen macht es zu einem echten Dauerbrenner im Familienalltag. Hier wird nicht nur vorgelesen, hier wird mitgefühlt, mitgestampft und mitgelacht.

5 gar nicht wütende Sterne von uns!

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Veröffentlicht am 08.05.2026

Eiskalt, düster und atemlos

Schlafende Vulkane
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Worum geht’s?
Eine Frau wird grausam ermordet aufgefunden. Die junge Polizistin Helga ist als einzige greifbar und bekommt damit ihre erste Mordermittlung. Doch es bleibt nicht der einzige Mord in diesem ...

Worum geht’s?
Eine Frau wird grausam ermordet aufgefunden. Die junge Polizistin Helga ist als einzige greifbar und bekommt damit ihre erste Mordermittlung. Doch es bleibt nicht der einzige Mord in diesem Fall. Während sie gemeinsam mit Bjarki nach dem Sohn des ersten Opfers sucht, sucht der Täter bereits sein nächstes Opfer.

Meine Meinung:
Mit „Schlafende Vulkane“ starten Michael Hjorth und Bjarni Thorsson ihre neue Island-Thriller-Reihe rund um Helga und Bjarki. Und selten hat mich ein Reihenauftakt so gnadenlos gepackt wie dieses Buch. Schon nach wenigen Seiten lag diese kalte, bedrohliche Stimmung über allem, die sich immer weiter zuschnürt, bis man irgendwann komplett in der Geschichte festhängt. Schlaf? Vernunft? Komplett überschätzt. Es blieb nie bei „nur noch ein Kapitel“.

Der Schreibstil war unglaublich atmosphärisch und gleichzeitig rasant. Man fliegt förmlich durch die Seiten, während sich die Spannung immer weiter aufbaut. Besonders stark fand ich dabei die Figuren. Für mich steht und fällt eine Thrillerreihe mit ihren Ermittlern und hier haben wir wirklich ein Team, das enormes Potenzial mitbringt. Helga mochte ich sofort. Sie wirkt jung, ehrgeizig und gleichzeitig angenehm menschlich. Auch Bjarki und Yvette fand ich unglaublich spannend und selbst Benni wurde schon so aufgebaut, dass ich unbedingt mehr von ihm lesen möchte. Im Team entsteht eine Dynamik, die sich nicht konstruiert anfühlt, sondern lebendig und echt.

Auch der Fall selbst hat mich sofort abgeholt. Dieses permanente Kribbeln im Nacken war von Anfang an da. Die Ermittlungen entwickeln sich schnell, aber nie chaotisch. Stattdessen wirkt alles durchdacht und authentisch aufgebaut. Immer wenn man denkt, kurz Luft holen zu können, zieht das Tempo wieder an und der nächste Schock wartet bereits. Besonders die düsteren Schauplätze, die bedrückende Atmosphäre und die Einblicke ins Darknet haben das Ganze noch intensiver gemacht. Die Opferbilder waren teilweise wirklich heftig und genau dadurch wirkte die Bedrohung so greifbar. Was mir außerdem richtig gut gefallen hat: Der Täter bleibt nicht einfach nur „der Böse“, sondern bekommt Tiefe. Wir dürfen in seinen Kopf schauen und genau das macht viele Szenen noch unangenehmer. Dieses Gefühl, dem Grauen immer näher zu kommen, während der Täter längst schon den nächsten Schritt plant, zieht sich durch das komplette Buch.

Und dann dieser Showdown. Brutal. Schnell. Nervenaufreibend. Die Spannungsschraube wurde immer weiter angezogen, bis zur Eskalation. Dazu noch ein persönlich-emotionaler Cliffhanger am Ende, der sofort Lust auf Band zwei macht. Ehrlich, ich will einfach direkt weiterlesen.

Fazit:
Mit „Schlafende Vulkane“ liefern Michael Hjorth und Bjarni Thorsson einen Thrillerauftakt ab, der düster, brutal und unglaublich fesselnd ist. Ein starkes Ermittlerteam, ein atmosphärisches Island-Setting, grausame Morde und ein durchgehend hohes Tempo machen das Buch zu einem echten Pageturner. Besonders die Mischung aus psychologischer Spannung, rasanten Ermittlungen und den emotionalen Momenten innerhalb des Teams hat für mich perfekt funktioniert. Für Thrillerfans, die Gänsehaut, Jagdgefühl und nervenaufreibende Spannung lieben, ist diese neue Reihe definitiv ein Must-Read.

5 rasante Sterne von mir!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2026

Konfitüre, Courage und große Gefühle

Die Schwartau-Schwestern - Die Süße des Lebens
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Worum geht’s?
Die Familie Fromm hat eine Fabrik für Bohnerwachs, doch Emma Fromm möchte mehr. Sie möchte Marmelade und Kunsthonig unters Volk bringen. Als ihre Brüder zustimmen, beginnt der Traum von Emma, ...

Worum geht’s?
Die Familie Fromm hat eine Fabrik für Bohnerwachs, doch Emma Fromm möchte mehr. Sie möchte Marmelade und Kunsthonig unters Volk bringen. Als ihre Brüder zustimmen, beginnt der Traum von Emma, Tilde und der Süße des Lebens.

Meine Meinung:
Ich habe schon viele Bücher von Eva-Maria Bast und Jørn Precht unter dem Pseudonym Romy Herold gelesen und war bislang jedes Mal begeistert. Auch „Die Schwartau Schwestern – Die Süße des Lebens“ reiht sich mühelos in diese Reihe ein. Das Autorenduo versteht es erneut wunderbar, Geschichte lebendig werden zu lassen. Der Schreibstil ist warm, atmosphärisch und voller feiner Details, sodass beim Lesen ganze Bilderwelten entstehen. Man spürt beinahe den Duft von frisch gekochter Marmelade und hört das geschäftige Treiben der damaligen Zeit zwischen den Zeilen mit.

Im Mittelpunkt stehen die Schwestern Tilde und Emma Fromm – zwei beeindruckende Frauen, die ihren eigenen Weg gehen möchten und dabei das große Glück haben, von ihrer Familie unterstützt zu werden. Besonders ihre Brüder fördern sie in einer Zeit, in der Frauen beruflicher Erfolg und Selbstständigkeit nur selten zugestanden wurden. Gerade deshalb ist es umso faszinierender zu verfolgen, wie Emma schließlich sogar Prokura erhält und eigenständig Verhandlungen im Namen des Unternehmens führen darf. Auch Figuren wie Max, Ursel und Anni haben mir sehr gefallen. Vor allem durch Anni bekommen wir zusätzlich spannende Einblicke in die Entstehung des Kurbads und das gesellschaftliche Leben jener Jahre.

Die Geschichte selbst liest sich wie eine Reise in eine längst vergangene Welt. Beginnend im Jahr 1899 begleiten wir die Familie bis hinein in die 1920er Jahre und erleben dabei nicht nur die Entstehung der berühmten Schwartauer Konfitüre, sondern auch die Höhen und Herausforderungen eines Familienunternehmens im Wandel der Zeit. Besonders gelungen fand ich die vielen historischen Details, die ganz selbstverständlich in die Handlung einfließen. Selbst Ereignisse wie der Untergang der Titanic werden kurz gestreift und verweben die Familiengeschichte mit dem großen Weltgeschehen.

Dabei steckt unglaublich viel Wissen und Entwicklung in diesem Roman. Genau darin liegt für mich allerdings auch der einzige kleine Kritikpunkt: Durch die Vielzahl an Ereignissen gerät die eigentliche Unternehmensgeschichte manchmal etwas in den Hintergrund. Gegen Ende war für mich beispielsweise nicht ganz eindeutig, ob neben Konfitüre und Kunsthonig weiterhin auch der ursprüngliche Firmenteil bestand und wie genau die Marmeladenproduktion schließlich so groß werden konnte. Dennoch hat mich das Buch emotional vollkommen erreicht. Besonders berührt hat mich der Umgang der Geschwister mit ihren Angestellten und die Haltung, mit der sie ihr Unternehmen geführt haben. Und auch die Geschichten hinter den Menschen selbst gingen mir nahe. An zwei Stellen hatte ich sogar Tränen in den Augen. Es sind genau diese Momente, die Romy Herolds Romanbiografien für mich immer wieder so besonders machen.

Menschen bauen Marmeladenimperien auf, während der Rest von uns schon stolz ist, wenn der Einkaufszettel vollständig geschrieben wurde. Auch mit diesem Buch konnten mich Romy Herold erneut überzeugen und ich bin jetzt schon gespannt, welche faszinierende Persönlichkeit sie uns als Nächstes näherbringen werden.

Fazit:
Mit „Die Schwartau Schwestern – Die Süße des Lebens“ ist Romy Herold erneut eine atmosphärische und berührende Romanbiografie gelungen, die Geschichte und Emotionen wunderbar miteinander verbindet. Besonders die starken Frauenfiguren, die historische Atmosphäre und die vielen kleinen Einblicke in das damalige Leben machen diesen Roman zu etwas Besonderem. Trotz kleinerer Unklarheiten im Verlauf der Unternehmensentwicklung hat mich die Geschichte emotional vollkommen abgeholt. Wer historische Familiengeschichten mit starken Frauen, viel Herz und einem Hauch Nostalgie liebt, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

4 marmeladig-süße Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Was wirklich zählt

Was am meisten zählt – Die Geheimnisse eines guten Lebens
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Worum geht’s?
Diane Button ist Death Doula. Sie begleitet Menschen in den letzten Momenten ihres Lebens. Was beschäftigt sie? Worüber möchten sie reden? Hatten sie ein erfülltes Leben? Und was ist das, ...

Worum geht’s?
Diane Button ist Death Doula. Sie begleitet Menschen in den letzten Momenten ihres Lebens. Was beschäftigt sie? Worüber möchten sie reden? Hatten sie ein erfülltes Leben? Und was ist das, was wirklich zählt?

Meine Meinung:
Mit dem Buch „Was am meisten zählt – Die Geheimnisse eines guten Lebens“ schreibt Diane Button ein wirklich tiefgehendes und absolut beeindruckendes Werk. Ihr Schreibstil trägt dich nicht einfach durch die Seiten – er hält dich kurz fest, lässt dich atmen und schenkt dir eine Ruhe, die man im Alltag sonst eher vergeblich sucht.

Sie schreibt über sich, ihre Arbeit als Death Doula und über ihre Klienten. Und genau darin liegt die stille Kraft dieses Buches: Sie gibt Menschen eine Stimme, die sonst viel zu leise verhallen würde. Jede einzelne Geschichte wirkt wie ein kleines Denkmal – nicht laut, nicht dramatisch, sondern würdevoll und voller Menschlichkeit.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel gegliedert. Zu Beginn nimmt sie dich oft mit in ihr eigenes Leben, erzählt von Erfahrungen, von ihrem Weg – auch von ihrer Brustkrebserkrankung und davon, wie sie überhaupt zu ihrer Berufung gefunden hat. Danach öffnet sich jedes Kapitel für mindestens eine ihrer Klientengeschichten. Und jedes Mal schließt es mit einem kurzen, klaren Satz – wie ein stiller Gedanke. Die Geschichten ihrer Klienten sind bewegend, ehrlich und manchmal erschreckend vertraut. Denn egal, wie unterschiedlich die Leben waren – reich oder arm, laut oder leise – am Ende gleichen sich die Gedanken oft mehr, als man erwarten würde. Unerledigte Dinge, kleine Reue, der Wunsch nach Versöhnung. Und gleichzeitig diese leise, wachsende Dankbarkeit. Dieses Ankommen. Dieses „Es ist gut so“.

Und genau da passiert etwas beim Lesen: Es wird still. Nicht unangenehm still, sondern klar. Sortiert. Fast so, als würde jemand in deinem Kopf einmal gründlich aufräumen. Das Buch schenkt nicht nur Einblicke in die letzten Momente anderer Menschen – es hält dir ganz unaufgeregt einen Spiegel vor. Du beginnst, dein eigenes Leben anders zu betrachten. Prioritäten verschieben sich. Menschen bekommen wieder Gewicht. Dinge verlieren es. Und ohne große Worte merkst du plötzlich, was wirklich zählt.

Beim Lesen hat sich eine tiefe Ruhe in mir ausgebreitet – und gleichzeitig eine leise, aber sehr klare Motivation. Nicht dieses hektische „Ich muss jetzt alles ändern“, sondern eher ein ruhiges „Ich will bewusster leben“. Und genau das macht dieses Buch so besonders. Es ist eines dieser seltenen Bücher, die dich nicht aufwühlen, sondern dich sortieren. Die dich nicht antreiben, sondern dich ausrichten. Und ehrlich gesagt: Ich hätte noch lange weiterlesen können. Noch mehr Geschichten. Noch mehr Gedanken. Noch mehr von diesem stillen Wissen darüber, was am Ende wirklich bleibt.

Fazit:
„Was am meisten zählt – Die Geheimnisse eines guten Lebens“ von Diane Button ist ein zutiefst berührendes, ruhiges und gleichzeitig unglaublich kraftvolles Buch. Es schenkt dir Perspektive, innere Ruhe und genau die richtigen Denkanstöße, ohne jemals belehrend zu wirken. Ein stiller Kompass für das eigene Leben – ehrlich, menschlich und voller Wärme.

5 dankbare Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Der letzte seiner Art - Welt ohne Entkommen

Ins fahle Herz des Sommers
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Worum geht’s?
Es wird immer heißer. Der Süden ist unbewohnbar. Wer es rechtzeitig geschafft hat, ist in den Norden ausgewandert. Doch Fausto ist noch hier. In einem kleinen Dorf und kämpft gemeinsam mit ...

Worum geht’s?
Es wird immer heißer. Der Süden ist unbewohnbar. Wer es rechtzeitig geschafft hat, ist in den Norden ausgewandert. Doch Fausto ist noch hier. In einem kleinen Dorf und kämpft gemeinsam mit seinen Nachbarn ums Überleben.

Meine Meinung:
Ich wollte schon lange ein Buch von Andreas Eschbach lesen. Mit „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich das endlich getan – und ziemlich schnell verstanden, warum dieser Mann so viele Leser in seinen Bann zieht. Sein Stil ist klar, präzise, fast schon nüchtern – und genau dadurch so eindringlich. Keine unnötigen Schnörkel, keine übertriebene Dramatik. Die Welt brennt auch ohne große Worte.

Wir begleiten Fausto, der in einer Welt lebt, die Stück für Stück unbewohnbar wird. Hitze ist hier kein Wetter mehr, sondern ein Zustand. Ein Dauerzustand. An seiner Seite ist Valérie, die plötzlich ins Nachbarhaus zieht und so gar nicht in diese ausgedörrte Realität passen will. Fremd, rätselhaft – und genau deshalb faszinierend. Mehr dazu zu sagen wäre gespoilert, also lernt sie selbst kennen. Dann gibt es noch den Dorfpfarrer und Madame Mareveaux, Faustos Nachbarin, die sich heimlich ein bisschen in mein Herz geschlichen hat. Vielleicht, weil sie etwas verkörpert, das in dieser Welt selten geworden ist: Menschlichkeit.

Was das Buch besonders macht, ist dieses beklemmende Gedankenexperiment. Eine Zukunft, die sich nicht wie Science-Fiction anfühlt, sondern wie eine logische Fortsetzung der Gegenwart. Die Hitze, der Mangel, das langsame Verschwinden von Strukturen – all das wird so greifbar beschrieben, dass man beim Lesen fast selbst Durst bekommt. Es ist nicht die große Katastrophe, die hier Angst macht, sondern wie sie fast schleichend dahergekommen ist. Und dann die Leere. Die Einsamkeit. In Faustos Dorf leben nur noch eine Handvoll Menschen – und es werden weniger.

Und genau hier liegt auch mein kleiner Kritikpunkt: Das Buch streift viele spannende Fragen, bleibt aber oft an der Oberfläche. Wie lebt es sich im Norden? Was steckt wirklich hinter Valérie? Und was macht BioGen? Es gibt Andeutungen, Hinweise – aber keine echten Antworten. Bei etwas mehr als 200 Seiten wirkt es fast so an, als würde man nur einen Ausschnitt sehen, obwohl die Welt dahinter riesig ist.

Trotzdem: Die Wirkung bleibt. Dieses Buch setzt sich fest. Und macht neugierig auf weitere Bücher des Autors.

Fazit:
„Ins fahle Herz des Sommers“ von Andreas Eschbach ist ein eindringliches dystopisches Gedankenexperiment über eine Welt, die zu heiß geworden ist, um darin zu leben. Mit klarer, direkter Sprache und bedrückender Atmosphäre erzählt er von Einsamkeit, Überleben und dem, was vom Menschsein übrig bleibt. Auch wenn vieles nur angerissen wird und man sich an einigen Stellen mehr Tiefe wünscht, entfaltet der Roman eine starke Intensität. Ein schmales Buch mit schwerem Inhalt – und definitiv eines, das noch eine ganze Weile im Kopf bleibt.

4 sonnige Sterne von mir

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