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Veröffentlicht am 03.05.2026

Was wirklich zählt

Was am meisten zählt – Die Geheimnisse eines guten Lebens
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Worum geht’s?
Diane Button ist Death Doula. Sie begleitet Menschen in den letzten Momenten ihres Lebens. Was beschäftigt sie? Worüber möchten sie reden? Hatten sie ein erfülltes Leben? Und was ist das, ...

Worum geht’s?
Diane Button ist Death Doula. Sie begleitet Menschen in den letzten Momenten ihres Lebens. Was beschäftigt sie? Worüber möchten sie reden? Hatten sie ein erfülltes Leben? Und was ist das, was wirklich zählt?

Meine Meinung:
Mit dem Buch „Was am meisten zählt – Die Geheimnisse eines guten Lebens“ schreibt Diane Button ein wirklich tiefgehendes und absolut beeindruckendes Werk. Ihr Schreibstil trägt dich nicht einfach durch die Seiten – er hält dich kurz fest, lässt dich atmen und schenkt dir eine Ruhe, die man im Alltag sonst eher vergeblich sucht.

Sie schreibt über sich, ihre Arbeit als Death Doula und über ihre Klienten. Und genau darin liegt die stille Kraft dieses Buches: Sie gibt Menschen eine Stimme, die sonst viel zu leise verhallen würde. Jede einzelne Geschichte wirkt wie ein kleines Denkmal – nicht laut, nicht dramatisch, sondern würdevoll und voller Menschlichkeit.

Das Buch ist in verschiedene Kapitel gegliedert. Zu Beginn nimmt sie dich oft mit in ihr eigenes Leben, erzählt von Erfahrungen, von ihrem Weg – auch von ihrer Brustkrebserkrankung und davon, wie sie überhaupt zu ihrer Berufung gefunden hat. Danach öffnet sich jedes Kapitel für mindestens eine ihrer Klientengeschichten. Und jedes Mal schließt es mit einem kurzen, klaren Satz – wie ein stiller Gedanke. Die Geschichten ihrer Klienten sind bewegend, ehrlich und manchmal erschreckend vertraut. Denn egal, wie unterschiedlich die Leben waren – reich oder arm, laut oder leise – am Ende gleichen sich die Gedanken oft mehr, als man erwarten würde. Unerledigte Dinge, kleine Reue, der Wunsch nach Versöhnung. Und gleichzeitig diese leise, wachsende Dankbarkeit. Dieses Ankommen. Dieses „Es ist gut so“.

Und genau da passiert etwas beim Lesen: Es wird still. Nicht unangenehm still, sondern klar. Sortiert. Fast so, als würde jemand in deinem Kopf einmal gründlich aufräumen. Das Buch schenkt nicht nur Einblicke in die letzten Momente anderer Menschen – es hält dir ganz unaufgeregt einen Spiegel vor. Du beginnst, dein eigenes Leben anders zu betrachten. Prioritäten verschieben sich. Menschen bekommen wieder Gewicht. Dinge verlieren es. Und ohne große Worte merkst du plötzlich, was wirklich zählt.

Beim Lesen hat sich eine tiefe Ruhe in mir ausgebreitet – und gleichzeitig eine leise, aber sehr klare Motivation. Nicht dieses hektische „Ich muss jetzt alles ändern“, sondern eher ein ruhiges „Ich will bewusster leben“. Und genau das macht dieses Buch so besonders. Es ist eines dieser seltenen Bücher, die dich nicht aufwühlen, sondern dich sortieren. Die dich nicht antreiben, sondern dich ausrichten. Und ehrlich gesagt: Ich hätte noch lange weiterlesen können. Noch mehr Geschichten. Noch mehr Gedanken. Noch mehr von diesem stillen Wissen darüber, was am Ende wirklich bleibt.

Fazit:
„Was am meisten zählt – Die Geheimnisse eines guten Lebens“ von Diane Button ist ein zutiefst berührendes, ruhiges und gleichzeitig unglaublich kraftvolles Buch. Es schenkt dir Perspektive, innere Ruhe und genau die richtigen Denkanstöße, ohne jemals belehrend zu wirken. Ein stiller Kompass für das eigene Leben – ehrlich, menschlich und voller Wärme.

5 dankbare Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Der letzte seiner Art - Welt ohne Entkommen

Ins fahle Herz des Sommers
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Worum geht’s?
Es wird immer heißer. Der Süden ist unbewohnbar. Wer es rechtzeitig geschafft hat, ist in den Norden ausgewandert. Doch Fausto ist noch hier. In einem kleinen Dorf und kämpft gemeinsam mit ...

Worum geht’s?
Es wird immer heißer. Der Süden ist unbewohnbar. Wer es rechtzeitig geschafft hat, ist in den Norden ausgewandert. Doch Fausto ist noch hier. In einem kleinen Dorf und kämpft gemeinsam mit seinen Nachbarn ums Überleben.

Meine Meinung:
Ich wollte schon lange ein Buch von Andreas Eschbach lesen. Mit „Ins fahle Herz des Sommers“ habe ich das endlich getan – und ziemlich schnell verstanden, warum dieser Mann so viele Leser in seinen Bann zieht. Sein Stil ist klar, präzise, fast schon nüchtern – und genau dadurch so eindringlich. Keine unnötigen Schnörkel, keine übertriebene Dramatik. Die Welt brennt auch ohne große Worte.

Wir begleiten Fausto, der in einer Welt lebt, die Stück für Stück unbewohnbar wird. Hitze ist hier kein Wetter mehr, sondern ein Zustand. Ein Dauerzustand. An seiner Seite ist Valérie, die plötzlich ins Nachbarhaus zieht und so gar nicht in diese ausgedörrte Realität passen will. Fremd, rätselhaft – und genau deshalb faszinierend. Mehr dazu zu sagen wäre gespoilert, also lernt sie selbst kennen. Dann gibt es noch den Dorfpfarrer und Madame Mareveaux, Faustos Nachbarin, die sich heimlich ein bisschen in mein Herz geschlichen hat. Vielleicht, weil sie etwas verkörpert, das in dieser Welt selten geworden ist: Menschlichkeit.

Was das Buch besonders macht, ist dieses beklemmende Gedankenexperiment. Eine Zukunft, die sich nicht wie Science-Fiction anfühlt, sondern wie eine logische Fortsetzung der Gegenwart. Die Hitze, der Mangel, das langsame Verschwinden von Strukturen – all das wird so greifbar beschrieben, dass man beim Lesen fast selbst Durst bekommt. Es ist nicht die große Katastrophe, die hier Angst macht, sondern wie sie fast schleichend dahergekommen ist. Und dann die Leere. Die Einsamkeit. In Faustos Dorf leben nur noch eine Handvoll Menschen – und es werden weniger.

Und genau hier liegt auch mein kleiner Kritikpunkt: Das Buch streift viele spannende Fragen, bleibt aber oft an der Oberfläche. Wie lebt es sich im Norden? Was steckt wirklich hinter Valérie? Und was macht BioGen? Es gibt Andeutungen, Hinweise – aber keine echten Antworten. Bei etwas mehr als 200 Seiten wirkt es fast so an, als würde man nur einen Ausschnitt sehen, obwohl die Welt dahinter riesig ist.

Trotzdem: Die Wirkung bleibt. Dieses Buch setzt sich fest. Und macht neugierig auf weitere Bücher des Autors.

Fazit:
„Ins fahle Herz des Sommers“ von Andreas Eschbach ist ein eindringliches dystopisches Gedankenexperiment über eine Welt, die zu heiß geworden ist, um darin zu leben. Mit klarer, direkter Sprache und bedrückender Atmosphäre erzählt er von Einsamkeit, Überleben und dem, was vom Menschsein übrig bleibt. Auch wenn vieles nur angerissen wird und man sich an einigen Stellen mehr Tiefe wünscht, entfaltet der Roman eine starke Intensität. Ein schmales Buch mit schwerem Inhalt – und definitiv eines, das noch eine ganze Weile im Kopf bleibt.

4 sonnige Sterne von mir

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Veröffentlicht am 03.05.2026

Zu viel Ruhe vor dem Sturm

Meeresdunkel
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Worum geht’s?
Ein letzter Urlaub in einer alten Villa auf den Klippen, bevor das Haus grundsaniert wird. Günstig, in bester Lage. Das ist das Angebot, das Henrike als Überraschungsurlaub für sich und ihre ...

Worum geht’s?
Ein letzter Urlaub in einer alten Villa auf den Klippen, bevor das Haus grundsaniert wird. Günstig, in bester Lage. Das ist das Angebot, das Henrike als Überraschungsurlaub für sich und ihre Familie annimmt. Doch nicht nur ihre Familie möchte in der Woche Urlaub machen – es gab eine Doppelbuchung. Zufall?

Meine Meinung:
Von Till Raether habe ich schon so viel gehört und mit seinem Thriller „Meeresdunkel“ nun auch endlich das erste Buch von ihm gelesen. Und ja, der Schreibstil und die Atmosphäre, die der Autor zwischen den Zeilen aufleben lässt, sprechen absolut für ihn. Man merkt schnell: Hier geht es nicht um laute Schockmomente, sondern um dieses leise, unterschwellige Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Auch wenn das Buch für einen Thriller doch eher ruhig ist.

Wir begleiten zwei Familien und lesen aus unterschiedlichen Perspektiven. Henrike, die ihre Ehe retten möchte. Marie, die eine Auszeit von der Arbeit braucht. Und dann ist da Juri – erst acht Jahre alt, aber mit einer Wahrnehmung, die viel älter wirkt. Seine Puppe Hedwig hatte für mich dabei etwas durchgehend Unheimliches. Nichts Offensichtliches, aber genau dieses leise Gruseln, das sich immer wieder einschleicht.

Aber zur Story an sich: Hier muss ich leider sagen, dass sich alles sehr langsam aufgebaut hat. Sehr langsam. Bis dann überhaupt der erste Tote auftaucht, vergeht gefühlt eine Ewigkeit. Fast könnte man sagen, ¾ des Buches lesen sich eher wie ein Roman über Familien, Beziehungen und ihre Risse – weniger wie ein Thriller.

Verwirrt hat mich der Rückblick in die Vergangenheit, der plötzlich etwa zur Hälfte auftaucht. Der kam für mich wirklich aus dem Nichts und hat mich eher rausgebracht, als dass er Spannung aufgebaut hätte. Spannend wurde es dann tatsächlich erst auf den letzten Seiten. Da zieht das Tempo endlich an und man merkt, welches Potenzial in der Geschichte steckt. Die Auflösung selbst konnte ich nicht vorhersehen – sie ist komplex, durchdacht und definitiv gut gemacht. Genau da zeigt sich, was das Buch eigentlich hätte sein können. Und genau deshalb ist es ein bisschen schade: Die alten Männer, Lore und die entscheidenden Einblicke vom Ende hätten für mich viel früher ins Buch gehört. Hätte man diese Fäden früher aufgenommen, hätte sich die Spannung ganz anders entwickeln können. So bleibt vieles lange im Hintergrund, obwohl genau dort der eigentliche Nervenkitzel liegt.

Dennoch: Der atmosphärische Schreibstil hat mich wirklich überzeugt. Diese dichte, leicht düstere Stimmung trägt einen durch die ruhigeren Passagen – auch wenn ich mir insgesamt deutlich mehr Tempo und früher einsetzende Spannung gewünscht hätte. Und ja… ich möchte trotzdem unbedingt mehr von ihm lesen.

Fazit:
„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein atmosphärisch starker, aber sehr ruhiger Thriller, der sich viel Zeit lässt – vielleicht zu viel. Die Geschichte überzeugt vor allem durch ihre dichte Stimmung und eine überraschend komplexe Auflösung, verliert aber durch den späten Spannungsaufbau an Wirkung. Mit etwas mehr Tempo und früher gesetzten Wendepunkten wäre hier deutlich mehr drin gewesen.

Gute 3 Sterne für viel Atmosphäre und ein leider nicht ganz ausgeschöpftes Potenzial.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Kleine Maus auf großer Reise

Emmis großes Campingabenteuer
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Worum geht’s?
Emmi und ihre Familie machen Urlaub – und zwar auf einem Campingplatz. Für Emmi ist es der allererste Urlaub überhaupt, und entsprechend groß ist die Aufregung. Was wird sie alles entdecken? ...

Worum geht’s?
Emmi und ihre Familie machen Urlaub – und zwar auf einem Campingplatz. Für Emmi ist es der allererste Urlaub überhaupt, und entsprechend groß ist die Aufregung. Was wird sie alles entdecken? Welche Abenteuer warten hinter jedem Zelt und Wohnwagen?

Meine Meinung:
„Emmis großes Campingabenteuer“ ist ein Buch für Kinder ab 3 Jahre, geschrieben und illustriert von Esther van den Berg. Die Sätze sind kindgerecht und genau auf das Alter abgestimmt. Das große Highlight des Buches sind aber ganz klar die detailverliebten Bilder, an denen man sich kaum sattsehen kann.

Wir begleiten Emmi und ihre Familie und lernen auf dem Campingplatz unter anderem den Hamster Milo kennen sowie einige weitere Tiere – deren Namen wir allerdings nicht erfahren.

Die Reise beginnt schon beim Einpacken und führt über das klassische „Wann sind wir endlich da?“ bis hin zu den vielen kleinen und großen Erlebnissen auf dem Campingplatz. Es werden neue Freundschaften geschlossen, die Unsicherheit vor dem ersten Urlaub verschwindet nach und nach, und überall verstecken sich kleine, fröhliche Szenen, die einfach Spaß machen.

Es ist eine wirklich nette, liebevoll erzählte Geschichte, die allerdings – gerade weil sie für Kinder ab 3 Jahren gedacht ist – gern etwas länger und intensiver hätte sein dürfen. Es passiert viel, alles ist schön erzählt, aber insgesamt wirkt es für die Altersgruppe doch ein wenig kurz. Und was meinen Kleinen tatsächlich gestört hat: Er möchte immer genau wissen, wer wie heißt. Außer Emmi und Milo bleiben die anderen Tiere jedoch namenlos – besonders der Name der Fledermaus hätte ihn sehr interessiert.

Dafür holen die Bilder unglaublich viel raus. Die unterschiedlichen Behausungen auf dem Zeltplatz sind einfach großartig, genauso wie die fantasievollen Wasserfahrzeuge der Tiere. Ob Flaschen, Deckel oder Dosen – hier wird alles kreativ eingebaut. Und egal, wie oft man das Buch anschaut, entdeckt man immer wieder neue, kleine, lustige Details.

Für uns ist es ein wundervolles, kurzweiliges Buch, das sich vielleicht ein bisschen mehr Text und Tiefe verdient hätte – das aber durch seine Illustrationen absolut überzeugt.

Fazit:
„Emmis großes Campingabenteuer“ von Esther van den Berg ist ein liebevoll gestaltetes Kinderbuch, das vor allem mit seinen detailreichen, fantasievollen Illustrationen begeistert und immer wieder zum Entdecken einlädt. Die Geschichte ist warmherzig, kindgerecht und nimmt kleinen Zuhörern ganz behutsam die Aufregung vor neuen Abenteuern. Auch wenn sie gern etwas ausführlicher hätte sein dürfen und man sich bei den Nebenfiguren mehr Namen gewünscht hätte, überwiegt der positive Gesamteindruck deutlich. Ein rundum schönes Buch für kleine Entdecker, das vor allem durch seinen Charme und seine Bilderwelt überzeugt.

4 erholsame Sterne von uns.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Atemlos, eiskalt, voller Twists

Der Fjord
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Worum geht’s?
Vor einem Jahr ist Amelias Schwester verschwunden. Zuletzt wurde sie auf dem Anwesen der Fowleys gesehen – doch keiner glaubt ihr. Deshalb baut sich Amelia eine zweite Identität auf, geht ...

Worum geht’s?
Vor einem Jahr ist Amelias Schwester verschwunden. Zuletzt wurde sie auf dem Anwesen der Fowleys gesehen – doch keiner glaubt ihr. Deshalb baut sich Amelia eine zweite Identität auf, geht eine Beziehung mit einem Cousin der Fowleys ein und dringt so in das Innere der Reichen und Mächtigen vor. Doch was wird sie finden?

Meine Meinung:
Mit dem Thriller „Der Fjord“ von Sarah Goodwin habe ich mein erstes Buch der Autorin gelesen – und bin direkt in ein eisiges, perfekt inszeniertes Chaos gestolpert. Dass sie dieses Buch unter massivem Stress geschrieben hat? Man merkt davon nichts. Was man merkt, ist dieses kalte, flirrende Unbehagen, das sich von der ersten Seite an festsetzt und dich nicht mehr loslässt.

Wir begleiten Amelia, die nach ihrer Schwester sucht. Eigentlich ist sie Anwältin, doch sie streift ihr altes Leben ab wie eine zweite Haut und wird zur Personal Trainerin – zur Lügnerin, zur Beobachterin, zur Frau mit Plan. Ihre Beziehung zu Ford ist dabei kein Spiel, sondern ein Risiko, das jederzeit explodieren kann. Und genau dieses permanente Kippen zwischen Kontrolle und Kontrollverlust macht die Geschichte so unangenehm gut.

Das Setting? Ein abgeschottetes Anwesen an einem Fjord, so schön, dass es fast wehtut – und so krass, dass dir beim Lesen die Luft wegbleibt. High Society in ihrer widerlichsten Form: Lawrence, der unsichtbare Patriarch, seine Familie, diese dekadenten Partys, die völlig entgleisen. Exzess, Macht, Gleichgültigkeit. Menschen verschwinden, sterben – und am nächsten Tag wird einfach weitergefeiert. Als wäre nichts gewesen. Als wäre das normal.

Und genau hier entfaltet das Buch seine volle Wucht. Diese absurde Welt fühlt sich erschreckend real an. Die Spannung zieht sich immer enger zu, wie ein Netz, das sich um Amelia legt. Jeder Schritt könnte der falsche sein. Jeder Blick, jede Begegnung trägt dieses unterschwellige „Du solltest hier nicht sein“. Die Twists treffen nicht wie kleine Überraschungen, sondern wie kalte Schläge. Unvorhersehbar, gnadenlos und genau im richtigen Moment. Amelias innere Zerrissenheit geht direkt unter die Haut – dieses Schwanken zwischen Hoffnung, Angst und der Frage, wie weit sie eigentlich noch gehen kann.

Und dann dieses Ende. Kein nettes Ausklingen. Kein sanftes Runterkommen. Sondern ein Moment, der dich einfach stehen lässt, mit diesem unangenehmen Gedanken im Kopf: Das Leben kann doch jetzt nicht einfach so normal weitergehen. Das hier kann noch nicht vorbei sein.

Fazit:
„Der Fjord“ von Sarah Goodwin ist kein Thriller, den man nebenbei liest. Das ist ein eiskalter Sog, der dich Stück für Stück tiefer zieht, bis du merkst, dass es kein Entkommen gibt. Düster, verstörend und mit einer Atmosphäre, die sich wie Frost unter die Haut schiebt. Die Figuren sind komplex, das Setting beklemmend real und die Spannung schlicht gnadenlos. Wer auf psychologischen Druck, moralische Abgründe und Twists steht, die wirklich weh tun, wird hier komplett abgeholt. Und danach sitzt du da und brauchst erstmal einen Moment, um wieder klarzukommen.

5 gethrillte Sterne von mir!

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