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Azyria_Sun

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.07.2026

Kannst du mit deiner Schuld leben?

Alles ihre Schuld
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Worum geht’s?
Marissa fährt los, um ihren Sohn abzuholen. Ein ganz normaler Nachmittag. Doch als sich die Haustür öffnet, steht eine völlig fremde Frau. Von Milo fehlt jede Spur. Die Mutter des Playdates ...

Worum geht’s?
Marissa fährt los, um ihren Sohn abzuholen. Ein ganz normaler Nachmittag. Doch als sich die Haustür öffnet, steht eine völlig fremde Frau. Von Milo fehlt jede Spur. Die Mutter des Playdates von Milo ist über ihr Handy nicht mehr erreichbar. Der vierjährige Junge scheint wie vom Erdboden verschluckt.

Meine Meinung:
Ich gestehe: Bislang sagte mir der Name Andrea Mara überhaupt nichts. Nach „Alles ihre Schuld“ hat sich das schlagartig geändert. Ich bin begeistert. Dieses Buch hat mich schockiert, mitgerissen, atemlos zurückgelassen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Für mich ist dieser Thriller ein absoluter Pageturner mit einer Wendung nach der nächsten.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Wir begleiten Marissa, deren Sohn verschwindet, Jenny, deren Nanny plötzlich im Mittelpunkt der Ermittlungen steht, und Irene, die Mutter eben dieser Nanny. Dazu kommen Rückblicke in die Vergangenheit, die sich überwiegend um Carrie drehen. Stück für Stück setzt Andrea Mara die Puzzleteile zusammen. Oder? Denn aus allem ergibt sich ein so unglaubliches Bild mit Eindrücken, vermeintlichem Wissen, Emotionen und Verwirrungen, es ist einfach unglaublich.

Der Fall selbst könnte kaum erschütternder sein. Ein vierjähriger Junge verschwindet spurlos. Als Mutter hat mich das besonders getroffen. Ich habe mit Marissa gehofft, gezweifelt und gelitten. Gerade das hat den Thriller für mich so intensiv gemacht. Im Mittelpunkt stehen nicht die klassischen Ermittlungen, sondern die Menschen dahinter. Ihre Angst. Ihre Verzweiflung. Die Schuldgefühle. Die Hoffnung, doch noch etwas tun zu können. Natürlich begleiten wir auch die Polizeiarbeit, aber viel stärker als die kriminalistische Seite haben mich die psychologischen und emotionalen Facetten gefesselt. Für mich lebt dieser Thriller genau davon.

Und dann passiert etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Etwa zur Hälfte des Buches war ich überzeugt, die Lösung läge auf dem Tisch. Der Fall schien abgeschlossen, alle Fragen beantwortet. Ich dachte tatsächlich kurz: Das war's jetzt? Da sind doch noch so viele Seiten! Welch ein Irrtum. Denn genau an diesem Punkt dreht Andrea Mara die Spannung noch einmal komplett auf. Neue Verdächtige tauchen auf. Unerwartete Verbindungen. Alte Gewissheiten lösen sich in Luft auf. Immer neue Hintergründe kommen ans Licht und jede Enthüllung wirft weitere Fragen auf. Die Ereignisse überschlagen sich, die Spannung steigt unaufhaltsam und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Jede neue Erkenntnis hat mich überrascht. Jeder Twist saß. Und mit jedem Kapitel wurde deutlicher, wie raffiniert diese Geschichte konstruiert ist.

Und dann dieses Ende. Unglaublich. Überraschend. Absolut passend. Es beantwortet die entscheidenden Fragen und lässt trotzdem genau genug Raum, damit das Kopfkino noch lange weiterläuft. Nach diesem Buch steht für mich fest: Ich brauche dringend mehr von Andrea Mara.

Fazit:
„Alles ihre Schuld“ von Andrea Mara hat mich komplett überrascht. Ich habe lange keinen Thriller mehr gelesen, der mich emotional so mitgenommen und gleichzeitig mit so vielen unerwarteten Wendungen begeistert hat. Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich alles durchschaut, hat mich die Geschichte eines Besseren belehrt. Genau so liebe ich Thriller. Spannend, emotional und voller Twists, die ich nicht kommen sehe. Für mich ganz klar ein Highlight und definitiv nicht mein letztes Buch von Andrea Mara.

5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 16.07.2026

Adel, Anstand, Ausnahmezustand

How to Lose a Lord in 10 Days
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Worum geht’s?
Lord Ashford ist der begehrteste Junggeselle Englands. Berühmt, reich, gutaussehend und natürlich im Besitz eines klangvollen Titels. Doch ausgerechnet Lydia Hanworth macht er einen Heiratsantrag. ...

Worum geht’s?
Lord Ashford ist der begehrteste Junggeselle Englands. Berühmt, reich, gutaussehend und natürlich im Besitz eines klangvollen Titels. Doch ausgerechnet Lydia Hanworth macht er einen Heiratsantrag. Völlig unerwartet. Und mindestens ebenso unerwünscht. Bleibt nur eine Frage: Wie wird man einen Lord wieder los, ohne dabei die Ehre der eigenen Familie gleich mit zu ruinieren?

Meine Meinung:
Sophie Irwin ist für mich wirklich die Jane Austen der Gegenwart. Jedes ihrer Bücher fühlt sich an wie eine kleine Zeitreise. Die Sprache, die Umgangsformen, die Mode und die gesellschaftlichen Regeln wirken absolut authentisch. Auch „How to Lose a Lord in Ten Days“ beweist das einmal mehr. Historisch wunderbar stimmungsvoll und gleichzeitig herrlich modern in seinem Humor.

Im Mittelpunkt steht Lydia, die sich den gesellschaftlichen Erwartungen ihrer Zeit zwar beugen muss, sich ihren eigenen Kopf aber nicht nehmen lässt. Ihr Bruder Pip wäre am liebsten Detektiv und sorgt mit seiner liebenswert verschrobenen Art immer wieder für amüsante Momente. Und dann ist da natürlich Lord Ashford, den Lydia um jeden Preis wieder loswerden möchte und hinter dessen makelloser Fassade weit mehr steckt, als zunächst vermutet. Mit Lady Phoebe, Lady Morton samt legendärem Dekolleté, Miss und Lady Hesse sowie zahlreichen weiteren adligen Damen und Herren entsteht eine herrlich bunte Gesellschaft voller Glanz, Klatsch und Gerüchte.

Und genau dort beginnt der eigentliche Spaß. Es ist einfach herrlich mitzuerleben, wie sich das Kräftemessen zwischen Lydia und Ashford immer weiter zuspitzt. Jede neue Aktion übertrifft die davor. Die Eskalationsstufen werden immer absurder, immer unterhaltsamer und steuern mit bemerkenswerter Konsequenz auf ein ebenso chaotisches wie köstliches Finale zu. Dazu kommen die scharfzüngigen, pointierten Wortgefechte zwischen den beiden, die mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht haben. Ganz nebenbei greift Sophie Irwin auch ernstere Themen auf. Es geht um gesellschaftliche Zwänge, Unterdrückung und sogar um einen Kriminalfall, der der Handlung zusätzliche Spannung verleiht. Trotzdem verliert die Geschichte nie ihre Leichtigkeit. Sie ist witzig, charmant, spannend und unglaublich kurzweilig. Die Seiten fliegen nur so dahin. Statt eines gemächlichen Slow Burn erwartet einen hier eher ein regelrechtes Feuerwerk aus Enemies to Lovers, cleveren Dialogen und wunderbar eskalierenden Situationen. Das Ganze spielt in einer Regency-Welt, die an Bridgerton erinnert, gleichzeitig aber mit viel Charme und feiner Ironie die damalige Gesellschaft und ihre Regeln liebevoll aufs Korn nimmt. Und das Ende? Das hält tatsächlich noch einige Überraschungen bereit. Ich sage nur: Female Power! Ich habe wirklich alles an diesem Buch geliebt.

Fazit:
Mit „How to Lose a Lord in Ten Days“ liefert Sophie Irwin erneut eine herrlich witzige Regency-Romance voller Wortgefechte, liebenswerter Figuren und pointierter Gesellschaftssatire. Charmant, klug und herrlich unterhaltsam zeigt sie, dass man manchmal den größten Wirbel veranstalten muss, um sein eigenes Glück zu finden. Für mich wieder ein absolutes Highlight und eine klare Leseempfehlung.

5 Sterne von mir

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.07.2026

Zwischen Schlagabtausch und Schmetterlingen

Deal with the Devil
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Worum geht’s?
Ein Fauxpas an Silvester hat Rias Schwester ihren Job gekostet. Ein Fauxpas, den Ria begangen hat. Ein Fauxpas, wegen dem sie einen Deal mit deren Chef Adrian eingeht, milliardenschwer und ...

Worum geht’s?
Ein Fauxpas an Silvester hat Rias Schwester ihren Job gekostet. Ein Fauxpas, den Ria begangen hat. Ein Fauxpas, wegen dem sie einen Deal mit deren Chef Adrian eingeht, milliardenschwer und äußerst nachtragend. Ein Deal, der wirklich ein Deal mit dem Teufel ist.

Meine Meinung:
Mit „Deal with the Devil“ startet Kyra Parsi ihre Bad-Billionaire-Reihe und was soll ich sagen? Ich war verloren. Komplett. Der lockere Schreibstil, die Dynamik zwischen den Protagonisten und der bissige, schlagfertige Humor haben mich von der ersten Seite an abgeholt.

Wir erleben die Geschichte aus Rias Sicht und sie ist einfach großartig. Sie trägt ihr Herz auf der Zunge, ihre trockenen Kommentare haben mich mehr als einmal laut lachen lassen. Besonders herrlich fand ich ihre innere Stimme, die ihr ständig zuflüstert, was sie eigentlich hätte sagen oder fühlen sollen. Das sorgt für unheimlich viele witzige Momente. Und Adrian? Manche Buchmänner sind einfach viel zu gut gelungen. Charmant, kontrolliert, unverschämt attraktiv und mit genau der richtigen Portion Arroganz.

Überrascht hat mich aber vor allem Adrians Familie. Ich habe sie vom ersten Moment an ins Herz geschlossen und hätte mich am liebsten direkt mit an den Esstisch gesetzt. Julia und Anthony, seine Eltern, sind seit Jahrzehnten verheiratet und trotzdem verliebt wie am ersten Tag. Dazu die herrlich freche Alice, Opa Gumpy und sein rappender Papagei Max. Trotz ihres Milliardenvermögens wirkt diese Familie unglaublich nahbar. Sie necken sich, halten zusammen und lachen miteinander. Genau so muss Familie!

Die Geschichte erinnert an eine klassische Hollywood-RomCom. Ein bisschen Bridget Jones, ein bisschen Der Teufel trägt Prada, dazu jede Menge Wortgefechte, Chemie und romantisches Knistern. Die Tropes Enemies to Lovers, Fake Dating und Forced Proximity greifen perfekt ineinander und lassen zwischen Ria und Adrian in jeder gemeinsamen Szene die Funken fliegen. Und der Glitter am Anfang? Irgendwie hatte ich dabei ein riesiges Déjà-vu. Bis heute weiß ich nicht, warum mir diese Szene so bekannt vorkam. Ging es euch auch so?

Mein einziger kleiner Kritikpunkt betrifft die Kapitel kurz vor dem Ende. Dort wird der Spice plötzlich deutlich ausführlicher. Für meinen Geschmack waren das ein paar Details zu viel und sie passten nicht ganz zu der Leichtigkeit, die den Rest des Buches ausmacht. Spice ist für mich völlig in Ordnung, aber lieber angedeutet als bis ins Detail beschrieben. Aber ich werde dennoch keinen Abzug geben. Denn das Ende hat mich mehr als versöhnt. Denn echt jetzt: Eine Diskussion über einen über 80jährigen mit vielleicht bald Arschgeweih? Das toppt alles! Besser hätte Kyra Parsi dieses Buch kaum abschließen können.

Fazit:
Mit „Deal with the Devil“ gelingt Kyra Parsi ein ebenso witziger wie romantischer Auftakt ihrer Bad-Billionaire-Reihe. Schlagfertige Dialoge, jede Menge Chemie, liebenswerte Nebenfiguren und eine Geschichte, die einfach Spaß macht, sorgen für echtes Suchtpotenzial. Lediglich der etwas ausführlichere Spice zum Ende hin war nicht ganz mein Fall. Das ändert aber nichts daran, dass ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte und mich jetzt umso mehr auf die Fortsetzung freue.

5 romantische Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 10.07.2026

Die Wahrheit hat viele Seiten

Beth is dead
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Worum geht’s?
Nach der Silvesterparty kommt Beth nicht nach Hause. Als ihre Schwestern sich auf die Suche nach ihr machen, finden sie nur noch ihre Leiche. Ermordet. Ausgerechnet Beth, die keiner Fliege ...

Worum geht’s?
Nach der Silvesterparty kommt Beth nicht nach Hause. Als ihre Schwestern sich auf die Suche nach ihr machen, finden sie nur noch ihre Leiche. Ermordet. Ausgerechnet Beth, die keiner Fliege etwas zuleide tun konnte und immer das Gute in den Menschen sah. Wer sollte ihren Tod gewollt haben?

Meine Meinung:
„Beth is Dead“ von Katie Bernet ist ein YA-Thriller, empfohlen ab 14 Jahren. Genau für diese Zielgruppe ist das Buch auch geschrieben: spannend, aber nie überfordernd, mit genau der richtigen Portion Nervenkitzel. Doch nicht nur junge Leserinnen und Leser dürften hier auf ihre Kosten kommen. Auch mich als langjährigen Thriller-Fan hat die Geschichte durch ihren atmosphärischen Schreibstil sowie die geschickten Perspektiv- und Zeitsprünge von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt.

Kapitel für Kapitel lernen wir die March-Schwestern kennen: Meg, die Studentin, Jo, die wohl beliebteste der vier, Amy, die kreative kleine Chaotin, und Beth, die wie ein Engel, wie der gute Geist der Familie erscheint. Durch die Kapitel der Schwestern lernen wir außerdem Laurie, John, Henry sowie einige weitere Nebenfiguren kennen, die der Geschichte zusätzliche Tiefe verleihen.

Besonders gefallen hat mir der Slow Burn des Buchs. Die Spannung baut sich ganz bewusst Schritt für Schritt auf. Für einen klassischen Erwachsenen-Thriller wäre mir dieses Tempo vermutlich zu gemächlich gewesen. Dort hätte ich deutlich früher mit dramatischen Wendungen gerechnet. Für meine innere Jugendliche passte es jedoch perfekt. Mit jeder Erinnerung setzt sich die Silvesternacht ein Stück weiter zusammen. Gleichzeitig lernen wir die Schwestern immer besser kennen, ihre Hoffnungen, Sehnsüchte, Wahrheiten, Lügen und den unterschwelligen Neid, der zwischen ihnen existiert. Dadurch entsteht weit mehr als nur ein Kriminalfall. Es ist gleichzeitig eine Geschichte über Familie, Zusammenhalt und all die kleinen Risse, die niemand bemerkt.

Neben dem eigentlichen Mordfall sorgen weitere Handlungsstränge immer wieder für Spannung. Besonders die Szenen rund um den Künstler Vaughn haben mich neugierig gemacht, ohne dass ich hier zu viel verraten möchte. Ebenso faszinierend fand ich die Geschichte um das Buch des Vaters. Zeitweise war ich fest davon überzeugt, dass daraus noch eine Art Geschichte in der Geschichte entstehen würde und uns am Ende eine große Überraschung erwartet. Überraschend wurde es tatsächlich, nur eben ganz anders als erwartet. Durch die wechselnden Perspektiven änderte sich mein Verdacht ständig. Etwa ab der Hälfte hatte ich zwar den richtigen Riecher, allerdings aus völlig anderen Gründen als letztlich aufgelöst wurde. Gerade das hat mir richtig gut gefallen.

Zum Ende hin zieht die Spannung noch einmal deutlich an. Mich konnte die Geschichte komplett fesseln. Die Ausgangssituation ist außergewöhnlich, die Spannung entwickelt sich kontinuierlich weiter und auch die Nebenschauplätze fügen sich wunderbar ins Gesamtbild ein. Das Buch über die Schwestern, die Plumfield School, der kleine Ort und die abgelegene Hütte im Wald ergeben zusammen eine stimmige Atmosphäre, in der alles seinen Platz hat. Sogar der Gerichtsprozess wird am Ende noch kurz aufgegriffen und rundet die Geschichte gelungen ab. Und die letzten Seiten? Die haben mich tatsächlich unerwartet getroffen. Das Ende schließt den Kreis auf eine so berührende Weise, dass ich am Schluss wirklich ein, zwei Taschentücher gebraucht habe.

Fazit:
Mit „Beth is Dead“ ist Katie Bernet ein atmosphärischer YA-Thriller gelungen, der nicht von permanentem Tempo, sondern von starken Perspektivwechseln, interessanten Figuren, einer dichten Stimmung und einem kontinuierlich wachsenden Spannungsbogen lebt. Wer Geschichten mit Tiefgang, emotionalen Zwischentönen und einem gelungenen Mix aus Familiengeschichte und Thriller mag, sollte diesem Buch unbedingt lesen. Mich hat die Geschichte von Anfang bis Ende gefesselt und mit ihrem stimmigen Abschluss vollkommen überzeugt.

5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 08.07.2026

Wenn die Vergangenheit brennt

Blutroter Sommer
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Worum geht’s?
Es ist heiß und die Feuerwehr hat mit zahlreichen Bränden zu kämpfen. Als die seltsam aufgebahrte Leiche eines Kindes zwischen den Flammen gefunden wird, wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt. ...

Worum geht’s?
Es ist heiß und die Feuerwehr hat mit zahlreichen Bränden zu kämpfen. Als die seltsam aufgebahrte Leiche eines Kindes zwischen den Flammen gefunden wird, wird schnell klar, dass mehr dahintersteckt. Kurz darauf verschwindet ein weiteres Kind und Carla ist schnell klar, dass sie hier gegen die Zeit kämpft.

Meine Meinung:
Die Kriminalromane von Sia Piontek sind inzwischen fast schon Thrillermaterial. Auch im dritten Fall für Carla Seidel beweist sie das erneut. In „Blutroter Sommer“ geht es noch heißer her als in den beiden Vorgängern. Man fliegt regelrecht durch die Seiten, fiebert mit Carla mit und versucht, der Zeit immer einen Schritt voraus zu sein. Dazwischen sorgen die eindrucksvollen Landschaftsbeschreibungen des Wendlands für kurze Momente zum Durchatmen, bevor die Spannung wieder anzieht.

Im Mittelpunkt stehen erneut Carla und ihre Tochter Lana, die sich beide spürbar weiterentwickeln. Carla beginnt langsam, Nähe zuzulassen, während Lana ihren eigenen Weg sucht. Auch Lars, Carlas Partner, rückt diesmal stärker in den Vordergrund. Seine Geschichte zeigt, wie schwer sich die Arbeit bei der Mordkommission mit einem Privatleben vereinbaren lässt. Neu dabei ist Kim, eine besondere Figur, von der ich mir gut vorstellen kann, dass wir ihr in den kommenden Bänden wieder begegnen werden.

Und der Fall selbst? Der hat es diesmal wirklich in sich. Während der Ermittlungen konnte ich das Knistern des Feuers beinahe hören und die Hitze der Flammen förmlich spüren. Dazu kommen die Verstrickungen rund um zwei Bauernhöfe und ihre Geschichten. Rivalitäten, Emotionen, verpasste Chancen, Erbstreitigkeiten und Spekulationen greifen gekonnt ineinander. Und dann ist da noch ein verschwundenes Bild, das offenbar von enormer Bedeutung ist. Warum? Das müsst ihr selbst herausfinden. Für mich war der Fall von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd. Immer wieder war ich überzeugt, den Täter entlarvt zu haben, nur um kurz darauf alles wieder infrage zu stellen. Die Kapitel aus Tätersicht liefern genau die richtige Menge an Hinweisen, ohne zu viel zu verraten. So liegt man ständig knapp daneben und verdächtigt immer wieder Menschen, die letztlich völlig unschuldig sind, genau wie Carla und ihr Team. Besonders gefallen haben mir außerdem Lanas eigene Überlegungen und Ermittlungen. Ich bin sehr gespannt, ob sie tatsächlich den Weg in den Polizeidienst einschlägt und wir irgendwann ein Ermittlerduo aus Mutter und Tochter erleben dürfen.

Fazit:
Mit „Blutroter Sommer“ beweist Sia Piontek einmal mehr, dass auch Kriminalromane echten Thrill haben können. Ein fesselnder Fall, starke Figuren und eine Atmosphäre, bei der man die Hitze und das Knistern der Flammen beinahe selbst spürt. Dazu kommen zahlreichen raffinierte Wendungen und falschen Fährten, die mich bis zum Schluss miträtseln ließen. Genau diese Mischung aus Spannung, Atmosphäre und authentischen Figuren macht die Reihe für mich so besonders. Ich freue mich schon jetzt darauf, Carla, Lana und ihr Team im nächsten Band wiederzusehen.

5 brandheiße Sterne von mir.

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