Kannst du mit deiner Schuld leben?
Alles ihre SchuldWorum geht’s?
Marissa fährt los, um ihren Sohn abzuholen. Ein ganz normaler Nachmittag. Doch als sich die Haustür öffnet, steht eine völlig fremde Frau. Von Milo fehlt jede Spur. Die Mutter des Playdates ...
Worum geht’s?
Marissa fährt los, um ihren Sohn abzuholen. Ein ganz normaler Nachmittag. Doch als sich die Haustür öffnet, steht eine völlig fremde Frau. Von Milo fehlt jede Spur. Die Mutter des Playdates von Milo ist über ihr Handy nicht mehr erreichbar. Der vierjährige Junge scheint wie vom Erdboden verschluckt.
Meine Meinung:
Ich gestehe: Bislang sagte mir der Name Andrea Mara überhaupt nichts. Nach „Alles ihre Schuld“ hat sich das schlagartig geändert. Ich bin begeistert. Dieses Buch hat mich schockiert, mitgerissen, atemlos zurückgelassen und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen. Für mich ist dieser Thriller ein absoluter Pageturner mit einer Wendung nach der nächsten.
Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Wir begleiten Marissa, deren Sohn verschwindet, Jenny, deren Nanny plötzlich im Mittelpunkt der Ermittlungen steht, und Irene, die Mutter eben dieser Nanny. Dazu kommen Rückblicke in die Vergangenheit, die sich überwiegend um Carrie drehen. Stück für Stück setzt Andrea Mara die Puzzleteile zusammen. Oder? Denn aus allem ergibt sich ein so unglaubliches Bild mit Eindrücken, vermeintlichem Wissen, Emotionen und Verwirrungen, es ist einfach unglaublich.
Der Fall selbst könnte kaum erschütternder sein. Ein vierjähriger Junge verschwindet spurlos. Als Mutter hat mich das besonders getroffen. Ich habe mit Marissa gehofft, gezweifelt und gelitten. Gerade das hat den Thriller für mich so intensiv gemacht. Im Mittelpunkt stehen nicht die klassischen Ermittlungen, sondern die Menschen dahinter. Ihre Angst. Ihre Verzweiflung. Die Schuldgefühle. Die Hoffnung, doch noch etwas tun zu können. Natürlich begleiten wir auch die Polizeiarbeit, aber viel stärker als die kriminalistische Seite haben mich die psychologischen und emotionalen Facetten gefesselt. Für mich lebt dieser Thriller genau davon.
Und dann passiert etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet habe. Etwa zur Hälfte des Buches war ich überzeugt, die Lösung läge auf dem Tisch. Der Fall schien abgeschlossen, alle Fragen beantwortet. Ich dachte tatsächlich kurz: Das war's jetzt? Da sind doch noch so viele Seiten! Welch ein Irrtum. Denn genau an diesem Punkt dreht Andrea Mara die Spannung noch einmal komplett auf. Neue Verdächtige tauchen auf. Unerwartete Verbindungen. Alte Gewissheiten lösen sich in Luft auf. Immer neue Hintergründe kommen ans Licht und jede Enthüllung wirft weitere Fragen auf. Die Ereignisse überschlagen sich, die Spannung steigt unaufhaltsam und ich bin regelrecht durch die Seiten geflogen. Jede neue Erkenntnis hat mich überrascht. Jeder Twist saß. Und mit jedem Kapitel wurde deutlicher, wie raffiniert diese Geschichte konstruiert ist.
Und dann dieses Ende. Unglaublich. Überraschend. Absolut passend. Es beantwortet die entscheidenden Fragen und lässt trotzdem genau genug Raum, damit das Kopfkino noch lange weiterläuft. Nach diesem Buch steht für mich fest: Ich brauche dringend mehr von Andrea Mara.
Fazit:
„Alles ihre Schuld“ von Andrea Mara hat mich komplett überrascht. Ich habe lange keinen Thriller mehr gelesen, der mich emotional so mitgenommen und gleichzeitig mit so vielen unerwarteten Wendungen begeistert hat. Immer wenn ich dachte, jetzt hätte ich alles durchschaut, hat mich die Geschichte eines Besseren belehrt. Genau so liebe ich Thriller. Spannend, emotional und voller Twists, die ich nicht kommen sehe. Für mich ganz klar ein Highlight und definitiv nicht mein letztes Buch von Andrea Mara.
5 Sterne von mir.