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Veröffentlicht am 10.04.2026

Ein Meisterwerk und absolutes Highlight

Alchemised
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Worum geht’s?
Helena ist die letzte Überlebende des Widerstand. Ihre Erinnerungen sind verschwunden. Kaine Ferron, der High Reeve, soll diese zurückholen. War Helena wirklich nur eine einfache Heilerin? ...

Worum geht’s?
Helena ist die letzte Überlebende des Widerstand. Ihre Erinnerungen sind verschwunden. Kaine Ferron, der High Reeve, soll diese zurückholen. War Helena wirklich nur eine einfache Heilerin? Oder war sie tiefer involviert? Kennt sie den Verräter, nach dem der Necromancer Morrough sucht?

Meine Meinung:
Du schlägst das Buch auf. Und dann verschlingt es dich.

„Alchemised“ ist kein Buch, das man einfach liest und dann zur Seite legt. Es ist eines dieser seltenen Werke, die sich langsam, fast unmerklich, ihren Weg unter deine Haut bahnen, bis du irgendwann merkst, dass du längst viel tiefer darin gefangen bist, als dir lieb ist. Was hier erschaffen wurde, ist nicht nur eine Geschichte, sondern eine Welt – eine, die von Magie, Alchemie und Chymestrie durchzogen ist und sich gleichzeitig so greifbar anfühlt, dass sie dich nicht mehr loslässt. Unglaublich, welche Wort- und Bildgewalt in diesem Debüt (ja, ihr lest richtig, es ist ein Debüt-Roman) von SenLinYu stecken.

Der Einstieg fordert Geduld. Die Vielzahl an Figuren, Wesen und Strukturen verlangt Aufmerksamkeit, und ja – ohne den Glossar am Ende hätte ich an der einen oder anderen Stelle vermutlich kurz kapituliert. Auch Helena bleibt zunächst auf Distanz. Sie ist schwer zu greifen, fast fremd, und genau das passt erschreckend gut zu ihrer Situation. Denn während sie selbst Stück für Stück ihre Erinnerungen zurückerlangt, beginnen auch wir, sie wirklich kennenzulernen. Und im Laufe der Geschichte sind mir die Charaktere unheimlich ans Herz gewachsen. Nicht nur Helena, auch Lila, Soren, Pace, Kaine und die Chimäre Artemis.

Die Handlung setzt im Jahr 1789 ein und wir erleben Helena als Gefangene des High Reeve. Was sie dort durchmacht, ist nichts, was man leicht wegliest. Dieses Buch beschönigt nichts. Es zeigt Krieg in seiner ganzen Härte, in seiner Grausamkeit und in all den dunklen Facetten, die man oft lieber ausblenden würde. Nicht umsonst die Trigger-Warnung ganz zu Anfang. Und genau das macht es so intensiv, so unangenehm echt und gleichzeitig so unglaublich stark. Wenn die Geschichte dann in die Vergangenheit wechselt, beginnt sich langsam ein Gesamtbild zu formen. Man versteht mehr, sieht Zusammenhänge, erkennt Entscheidungen – und merkt gleichzeitig, wie viel noch im Verborgenen liegt. Es gibt ruhigere Momente, in denen man kurz durchatmen kann, aber die sind selten. Meistens sitzt man da, völlig gefangen, mit klopfendem Herzen und dem Gefühl, das alles gerade nicht nur zu lesen, sondern zu erleben.

Besonders beeindruckt hat mich, wie durchdacht diese Welt ist. Die medizinischen Forschungen, die Strukturen der Gilden, Resonanz, Vivimantie, Animantie, die unterschiedlichen Wesen und Kreaturen – alles passt und fühlt sich unheimlich glaubwürdig an. Nichts wirkt aufgesetzt. Es ist, als hätte diese Welt schon immer existiert und wir dürfen nur für einen Moment einen Blick hineinwerfen. Und genau darin liegt die eigentliche Stärke dieses Buches: Es lässt dich fühlen. Nicht oberflächlich, nicht nur für den Moment, sondern tief. Man leidet mit Helena, spürt ihren Verlust, ihre Verzweiflung, ihre Wut. Es gab Szenen, die mich wirklich getroffen haben, bei denen ich innehalten musste, weil sie so intensiv waren, dass man sie nicht einfach überliest.

Während des Lesens lief alles wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Und als ich das Buch schließlich geschlossen habe, war da erstmal nur Stille. Dieses Bedürfnis, kurz nichts zu tun, weil das, was man gerade erlebt hat, noch nachwirkt und sich erst setzen muss. Für mich ist „Alchemised“ nicht einfach nur ein gutes Buch. Es ist ein absolutes Highlight - wenn nicht sogar mein Lebens-Highlight!

Fazit:
„Alchemised“ von SenLinYu ist weit mehr als ein klassischer Dark-Fantasy-Roman – es ist ein intensives Leseerlebnis, das emotional fordert und gleichzeitig vollkommen in seinen Bann zieht. Die Welt ist detailreich und lebendig, die Charaktere vielschichtig und berührend. Die Geschichte ist düster, schonungslos und dabei unglaublich fesselnd erzählt. Dieses Buch setzt neue Maßstäbe in seinem Genre und bleibt lange im Kopf. Für mich ist es nicht nur ein Highlight, sondern mein persönliches Lebens-Highlight.

5 begeisterte Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Vertraue hier niemandem

Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?
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Worum geht’s?
Durch Zufall trifft Sylvia Adam, der ihr einen Job anbietet. Sie soll sich um seine Ehefrau kümmern, die sich nach einem Unfall kaum mehr bewegen und nicht sprechen kann. Aber ist Victoria ...

Worum geht’s?
Durch Zufall trifft Sylvia Adam, der ihr einen Job anbietet. Sie soll sich um seine Ehefrau kümmern, die sich nach einem Unfall kaum mehr bewegen und nicht sprechen kann. Aber ist Victoria wirklich so hilflos, wie sie scheint? Und war der Unfall wirklich das: Ein Unfall?

Meine Meinung:
Vor diesem Buch hatte ich wirklich Angst, da ich so viele eher verhaltenere Meinungen darüber gesehen habe. Aber da ich die Bücher, denen „Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?“ angeblich ähnelt, nicht gelesen habe, hat mich Freida McFadden auch mit diesem Buch total überzeugen können. Der Schreibstil hatte mich sofort gepackt und der Perspektivwechsel zwischen Gegenwart und Tagebuchauszügen war nicht nur gekonnt, sondern hat dieses unangenehme Kribbeln erzeugt, bei dem man merkt: Hier stimmt ganz gewaltig etwas nicht.

Die Protagonisten kamen mir nicht wirklich nahe, aber genau das spielt dem Buch fast schon in die Karten. Man bleibt auf Distanz – und genau dadurch wächst dieses Misstrauen. Jeder wirkt ein bisschen zu glatt, ein bisschen zu… falsch. Dennoch mochte ich die Auswahl der Charaktere, sei es unsere Hauptprotagonistin Sylvia oder auch Victoria. Über Freddy, Sylvias Ex, und über Mack hätte ich gerne mehr erfahren, das waren zwei Figuren mit echtem Potenzial. Aber was McFadden einfach kann, ist diese Dynamik zwischen den Charakteren: unterschwellig, manipulativ, ständig kippt etwas – und man merkt es oft erst, wenn es schon zu spät ist.

Das Buch selbst hat es dann wirklich in sich. Es beginnt – wie wir das von der Autorin gewohnt sind – absolut harmlos. Fast schon zu harmlos. Bis wir die ersten Tagebuchauszüge lesen, die die Spannung nicht nur anheizen, sondern regelrecht unter die Haut kriechen. Weil wir wissen ja: Da kommt noch was. Und zwar nichts Nettes. Wir sitzen wie auf Kohlen, weil wir ahnen, dass jede vermeintliche Sicherheit nur eine Illusion ist. Besonders stark ist hier der Aufbau: Vicky, die nicht sprechen kann. Die Nebenfiguren wie Maggie. Und natürlich Adam, der vielleicht ein bisschen zu perfekt ist. Alles greift so harmlos ineinander, dass man fast vergisst, wie gefährlich das Ganze ist – bis es einem um die Ohren fliegt.

Und dann dieses Setting: das abgelegene Haus, der Schneesturm, der Stromausfall, die komplette Isolation. Perfekt, um die Spannungsschraube immer weiter anzuziehen. Kein Entkommen, kein Ausweichen – nur dieses Gefühl, dass etwas eskaliert. Für mich ein echter Pageturner, den ich fast am Stück verschlungen habe. McFadden macht genau das, was sie am besten kann: dich in Sicherheit wiegen, nur um dir im nächsten Moment den Boden unter den Füßen wegzuziehen.

Fazit:
„Die Ehefrau – Was hat sie zu verbergen?“ von Freida McFadden liefert genau das, was man erwartet – und spielt trotzdem gekonnt mit diesen Erwartungen. Die Mischung aus scheinbarer Harmlosigkeit, psychologischer Spannung und fiesen Wendungen funktioniert hier wieder richtig gut. Auch wenn die Figuren emotional etwas auf Distanz bleiben, sorgt genau das für dieses konstante Misstrauen, das das Buch so stark macht. Besonders das Setting und die Tagebuchstruktur treiben die Spannung konsequent voran. Für mich ein packender, atmosphärischer Thriller, der sich kaum aus der Hand legen lässt und definitiv Lust auf mehr von der Autorin macht.

5 Gänsehaut-Sterne von mir!

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Die wirkliche Wirklichkeit

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Worum geht’s?
Flora Brimble ist ein kleines, unscheinbares Mädchen, das an einen warmen Regentag erinnert und gerne Geschichten schreibt. Als der Frühling ausbleibt, und sie auf Parzival und Grisold trifft, ...

Worum geht’s?
Flora Brimble ist ein kleines, unscheinbares Mädchen, das an einen warmen Regentag erinnert und gerne Geschichten schreibt. Als der Frühling ausbleibt, und sie auf Parzival und Grisold trifft, erlebt sie selbst eine wundersame und abenteuerliche Geschichte und trifft eine Person, die sie nie in der Wirklichkeit zu treffen geglaubt hätte.

Meine Meinung:
Das Buch „Flora Brimble und der verlorene Frühling“ von Marcus Raffel ist schon äußerlich ein kleines Kunstwerk – das fantasievolle, leicht düstere Cover und der hübsche Buchschnitt flüstern förmlich: Hier wartet etwas Besonderes auf dich. Und genau das bekommt man auch. Die Geschichte ist fantastisch, detailverliebt und mit einer ganz eigenen, leisen Magie geschrieben.

Die Altersangabe ab 10 Jahren halte ich für ambitioniert – der Schreibstil ist stellenweise komplex und fordert Aufmerksamkeit. Aber genau darin liegt auch der Reiz: Dieses Buch nimmt seine jungen Leser ernst und traut ihnen etwas zu. Dennoch würde ich es erst ab etwa 13 Jahren empfehlen.

Besonders bezaubernd sind die verspielten, kreativen Elemente – etwa wenn Flora die Tinte ausgeht und die Schrift im Buch immer feiner wird, bis sie verschwindet. Oder das „Buch im Buch“, das die Grenzen zwischen Geschichte und Wirklichkeit verschwimmen lässt. Solche Details sind nicht nur Spielerei, sie sind Teil der Magie.

Und dann diese Welt: randvoll mit Fantasie, Wesen und Orten, die gleichzeitig vertraut und völlig fremd wirken. Flora, die selbst so unscheinbar erscheint, wächst dabei über sich hinaus. An ihrer Seite: Parzival, sprechendes Eichhörnchen und Experte für quasi alles. Grisold, ein Kobold, dem man besser nicht zu sehr vertraut. Ihr wisst schon… Harriet – eine Begegnung, die eigentlich wirklich nicht wirklich ist.

Die Reise ist vielschichtig und klug aufgebaut. Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt, der erste ist Flora gewidmet, der zweite Harriet, der dritte beiden zusammen. Prüfungen, Aufgaben, Entscheidungen – und immer wieder die unterschwellige Frage: Was ist eigentlich wirklich? Die Dynamik zwischen den Figuren, vor allem zwischen Parzival und Grimsol, sorgt dabei immer wieder für kleine Funken – mal humorvoll, mal bissig. Man entdeckt Anklänge an bekannte Geschichten wie „Die Schneekönigin“ oder „Die unendliche Geschichte“, aber das Buch geht seinen eigenen Weg. Es ist stellenweise düster, manchmal fast unheimlich, dann wieder voller Wärme und Staunen. Vor allem aber ist es eines: mitreißend. Ein Buch, das einen hineinzieht wie ein geheimer Pfad in einen verborgenen Wald. Und in dem auch wir Erwachsenden immer wieder kleine Zweideutigkeiten entdecken, die den Kindern verborgen bleiben.

Fazit:
„Flora Brimble und der verlorene Frühling“ von Marcus Raffel ist ein außergewöhnlich fantasievolles Kinderbuch, das weit über seine Zielgruppe hinaus begeistert. Es verbindet märchenhafte Elemente mit einer tiefgründigen, fast poetischen Erzählweise und schafft wundervolle Welten. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, die Ideen sprudeln nur so vor Einfallsreichtum und die Geschichte überrascht immer wieder. Besonders die kreative Umsetzung und die kleinen magischen Details machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem. Wer sich auf diese Reise einlässt, bekommt keine einfache Geschichte – sondern ein echtes Abenteuer zwischen Wirklichkeit und Fantasie.

5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Abenteuer auf Rädern – Ein Bus voller Wissen

OTTO fährt los – Eine Reise nach England
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Worum geht’s?
Es geht wieder los. Reiseziel diesmal? England. Passagiere? Freda, Arthur und Papa Martin. Doch die Reise mit Otto ist nicht nur eine normale Busfahrt, sondern eine Erlebnisreise voller wundervoller ...

Worum geht’s?
Es geht wieder los. Reiseziel diesmal? England. Passagiere? Freda, Arthur und Papa Martin. Doch die Reise mit Otto ist nicht nur eine normale Busfahrt, sondern eine Erlebnisreise voller wundervoller Abenteuer.

Meine Meinung:
Mit „OTTO fährt los – Eine Reise nach England“ haben wir unser erstes Otto-Buch von Madlen Ottenschläger gelesen. Und ganz ehrlich? Wir waren sofort verliebt! Die Altersangabe liegt bei ab 4 Jahren, aber auch mein knapp 3-jähriger war komplett gefesselt von Otto und seinen Mitreisenden. Der Schreibstil ist wunderbar kindgerecht, leicht verständlich und gleichzeitig auch für uns Große richtig unterhaltsam. Dazu kommen die liebevoll bunten und detailreichen Illustrationen von Stefanie Reich – man entdeckt auf jeder Seite etwas Neues, fast ein bisschen wie auf einer kleinen Schatzsuche.

Otto ist kein gewöhnlicher Bus, sondern ein richtiger Zauberbus. In ihm steckt so viel Magie, dass jede Fahrt zu einem Abenteuer wird. Und das Beste: In Otto passt einfach alles hinein, was man für eine Reise nach England braucht. Die Familie wirkt dabei ganz nahbar und echt – Papa Martin ist von seiner Frau getrennt, was viele Kinder heute kennen. Dadurch bekommt die Geschichte eine kleine, leise aber realistische Tiefe.

Unterwegs treffen wir auf ganz besondere Persönlichkeiten und Orte: von Sherlock Holmes bis hin zu Big Ben, dem Buckingham Palace oder dem Eurotunnel. Und genau hier passiert das kleine Wunder dieses Buches: Es vermittelt unglaublich viel Wissen – aber so spielerisch, dass man es gar nicht merkt. Ob englische Begriffe, typische Gerichte, Architektur oder spannende Hintergründe wie die Entstehung des Linksverkehrs – alles fließt ganz nebenbei in die Geschichte ein. Man hat nie das Gefühl, etwas lernen zu müssen, sondern erlebt es einfach mit. Jedes Wissenshäppchen ist in ein Abenteuer verpackt – und davon gibt es wirklich jede Menge in dem Buch.

Und genau deshalb lieben wir dieses Buch so sehr: Es wird bei uns aktuell mehrmals täglich gelesen, weil mein Kleiner einfach nicht genug davon bekommt. Und ehrlich gesagt… ich auch nicht.

Fazit:
„OTTO fährt los – Eine Reise nach England“ von Madlen Ottenschläger, liebevoll illustriert von Stefanie Reich, ist ein echtes Herzensbuch für kleine Entdecker. Es verbindet Abenteuer, Fantasie und Wissen auf eine wunderbar leichte und spielerische Art. Die Geschichte ist kindgerecht, warm und gleichzeitig voller spannender Eindrücke aus England. Dabei lernen Kinder ganz nebenbei, ohne es überhaupt zu merken. Für uns ein Buch, das nicht nur einmal gelesen wird, sondern immer wieder aufs Neue begeistert.

5 Sterne von uns.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Ein Lord, ein Lorbeer, ein Killer

Der Killer im Lorbeer
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Worum geht’s?
Der Lorbeer stirbt. Er ist befallen. Arthur Escroyne setzt alles daran, den Killer seines Lorbeers zur Strecke zu bringen – während seine Verlobte auf tatsächlich relevanter Killerjagd ist. ...

Worum geht’s?
Der Lorbeer stirbt. Er ist befallen. Arthur Escroyne setzt alles daran, den Killer seines Lorbeers zur Strecke zu bringen – während seine Verlobte auf tatsächlich relevanter Killerjagd ist. Denn im Ort wurden zwei Frauen brutal ermordet. Prioritäten sind schließlich eine Frage der Perspektive.

Meine Meinung:
Mit „Der Killer im Lorbeer“ erleben wir den ersten Fall der Arthur-Escroyne-Reihe – von und mit Arthur Escroyne, 36. Earl von Sutherly. Und ich fand es schlichtweg grandios. Man muss britischen Humor mögen, dieses trockene, leicht absurde Understatement – aber wenn man darauf anspringt, fühlt sich dieses Buch an wie ein perfekt aufgebrühter Afternoon Tea.

Arthur erzählt immer wieder aus der Ich-Perspektive und kommentiert mit einer Mischung aus aristokratischer Selbstverständlichkeit und subtiler Selbstüberschätzung. Er lebt in einem charmant heruntergewirtschafteten Schloss, gemeinsam mit Rosie – Detective Inspector und seine Verlobte. Während sie hochkonzentriert einen Serienmörder jagt, beschäftigt sich Arthur mit seinem ganz persönlichen Endgegner: einem offensichtlich hochorganisierten Angriff auf seinen Lorbeer.

Sein Beruf als Designer von Kekspackungen wirkt dabei fast schon beruhigend bodenständig – zumindest im Vergleich zu seinem zunehmend eskalierenden Gärtnerkrieg. Denn Arthur reagiert auf den Befall nicht etwa gelassen, sondern mit einer beeindruckenden Entschlossenheit zur vollständigen Auslöschung. Gift, Säure, alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird in Betracht gezogen. Man könnte sagen: Er zeigt ein gewisses Talent für Überreaktion.

Und genau daraus entsteht dieser herrlich britische Witz. Während im Dorf ein echter Killer mit ähnlicher Methodik unterwegs ist, führt Arthur seinen eigenen, nicht minder engagierten Feldzug gegen das Ungeziefer. Die Parallelen sind so trocken eingestreut, dass man sie fast überliest – bis man plötzlich merkt, wie absurd brillant das Ganze eigentlich ist. Dazu kommt das volle Programm: ein Dorf, das mehr Geheimnisse hat als es Einwohner geben sollte, Klatsch und Tratsch, wunderbar exzentrische Figuren und genug Verwicklungen, um selbst abgebrühte Leser bei Laune zu halten. Trotz aller Leichtigkeit bleibt der Kriminalfall präsent und sorgt dafür, dass man das Buch nicht nur schmunzelnd, sondern auch gespannt liest.

Fazit:
„Der Killer im Lorbeer“ von Arthur Escroyne ist ein Cosy Crime, der britischen Humor in seiner besten Form liefert: trocken, subtil und herrlich bissig. Die Gegenüberstellung von Arthurs überdramatischem Gartenkrieg und Rosies ernsthafter Ermittlungsarbeit sorgt für konstanten Unterhaltungswert. Gleichzeitig überzeugt der Roman mit einer charmanten Dorfatmosphäre und liebevoll gezeichneten Figuren. Die Mischung aus Witz und Spannung ist ausgewogen und funktioniert überraschend gut. Ein Auftakt, der nicht nur unterhält, sondern auch ziemlich stilvoll die Grenzen des Genres austestet.

5 hochherrschaftliche Sterne von mir!

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