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Veröffentlicht am 11.08.2025

Ein fulminanter Abschluss einer wunderbaren Reihe

Die Prophezeiung des weißen Raben
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Sara Rattlebag und ihr Team müssen sich einmal mehr mit den mysteriösen Vorfällen beschäftigen. Doch diesmal wird es richtig gefährlich, denn die nächste Prophezeiung betrifft ausgerechnet Sara selbst. ...

Sara Rattlebag und ihr Team müssen sich einmal mehr mit den mysteriösen Vorfällen beschäftigen. Doch diesmal wird es richtig gefährlich, denn die nächste Prophezeiung betrifft ausgerechnet Sara selbst. Um die Morde zu verhindern und ihr eigenes Leben zu retten, müssen Sara und ihre Freunde herausfinden, wer dahinter steckt.

Mit "Die Prophezeiung des weißen Raben" legt T. H. Campbell einen würdigen und unterhaltsamen Abschluss vor. Wer die Vorgängerbände mochte, wird auch von diesem Finale begeistert sein.

Was dieses Buch so besonders macht, sind die herzlichen und sympathischen Figuren, die dem Leser längst ans Herz gewachsen sind. Ihre Entwicklung ist spürbar und man fiebert bis zur letzten Seite mit ihnen mit. Die Beziehungen der Charaktere untereinander sind tiefgründig und authentisch, was der Geschichte viel Emotion verleiht.

Die Handlung ist durchweg spannend und hält einige überraschende Wendungen bereit, die für kurzweilige Lesestunden sorgen. Es ist ein gelungener Abschluss, der die losen Fäden zusammenführt und die Geschichte zu einem befriedigenden Ende bringt, ohne dabei an Tempo zu verlieren.

Fazit: Das Buch ist ein Muss für alle Fans der Reihe. Es ist ein emotionaler, spannender und perfekt abgerundeter Abschluss, der beweist, ein Buch, das man nicht aus der Hand legen möchte!

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Eine wandelnde Gesellschaft

Schatten der Schuld
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Im Zentrum in "Schatten der Schuld" steht Toni Russo, eine vielschichtige und tief bewegende Protagonistin, deren innerer Konflikt im Spiegel einer sich wandelnden Gesellschaft erzählt wird. Die Geschichte ...

Im Zentrum in "Schatten der Schuld" steht Toni Russo, eine vielschichtige und tief bewegende Protagonistin, deren innerer Konflikt im Spiegel einer sich wandelnden Gesellschaft erzählt wird. Die Geschichte spielt in der Silvesternacht 1900/1901 – einer symbolträchtigen Schwelle zwischen Alt und Neu, Vergangenheit und Zukunft, Stillstand und Aufbruch.

Toni ist keine gewöhnliche Figur. Sie trägt eine unsichtbare Last, eine Schuld, die nicht nur persönlicher Natur ist, sondern auch aus den engen gesellschaftlichen Strukturen ihrer Zeit erwächst. Als Frau wird von ihr Anpassung, Schweigen und das Einhalten traditioneller Rollenbilder erwartet. Doch Toni ringt mit genau diesen Erwartungen. Ihre Gedanken kreisen um ein traumatisches Erlebnis, das sie allein mit sich selbst auszumachen versucht – in einer Welt, die für weibliche Selbstbestimmung kaum Raum lässt.

Julia Niermann gelingt es fantastisch, Tonis innere Zerrissenheit und ihren stillen Widerstand darzustellen. Zwischen Schuldgefühlen, Erinnerungen und dem Wunsch nach einem Neuanfang wird Toni zu einer Figur, in der sich viele historische und gesellschaftliche Fragen jener Zeit spiegeln: die Stellung der Frau, die Macht familiärer und sozialer Zwänge, aber auch die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, Freiheit und Liebe.

Der historische Kontext ist dabei sehr präsent. Niermann lässt das Lebensgefühl um 1900 lebendig werden: Der technische Fortschritt wirft seine Schatten voraus, gesellschaftliche Normen stehen auf wackligen Beinen, und doch ist die alte Ordnung noch mächtig, bedauerlicherweise. In dieser Atmosphäre des Wandels wirkt Tonis persönlicher Kampf besonders intensiv, weil er stellvertretend für viele ist, deren Stimmen zu jener Zeit kaum oder nicht gehört wurden.

Sprachlich überzeugt der Roman durch seine ruhige, präzise und atmosphärische Erzählweise. Niermann schreibt mit großer Empathie, ohne Kitsch und sie lässt die Leser:innen tief in deren Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen.

Fazit: "Schatten der Schuld" ist ein feinfühliger und zugleich kraftvoller Roman über eine junge Frau, die sich in einer von Erwartungen und Konventionen geprägten Welt behaupten muss. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Ich hoffe auf eine Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 06.08.2025

Reise durch die schwedische Küche

Die besten Rezepte Schwedens
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"Die besten Rezepte Schwedens" von Ingrid Hofstra ist weit mehr als ein einfaches Kochbuch – es ist eine kulinarische Reise durch das Land der roten Holzhäuser, duftenden Zimtschnecken und gemütlichen ...

"Die besten Rezepte Schwedens" von Ingrid Hofstra ist weit mehr als ein einfaches Kochbuch – es ist eine kulinarische Reise durch das Land der roten Holzhäuser, duftenden Zimtschnecken und gemütlichen Fika-Momente. Von herzhaften Klassikern wie Köttbullar und Lachsgerichten bis hin zu traditionellen Backrezepten bietet das Buch eine vielfältige Auswahl an typischen Speisen aus allen Regionen Schwedens.

Dieses wunderschön gestaltete Buch hat mich sofort begeistert! Der Aufbau ist sehr durchdacht, und die zahlreichen farbenfrohen Impressionen entführen einen direkt nach Schweden. Die Rezepte sind nicht nur leicht nachzukochen, sondern schmecken auch richtig lecker, denn ein paar habe ich bereits getestet. Man spürt auf jeder Seite, wie authentisch die Atmosphäre des Landes eingefangen wurde – fast so, als wäre man selbst vor Ort.

Ich werde mit Sicherheit mindestens die Hälfte der Gerichte nachkochen oder -backen – so sehr hat mich dieses Buch inspiriert.

Von mir gibt es eine klare Lese- und Kaufempfehlung. Für  alle, die Schweden kulinarisch entdecken möchten, ist dieses Kochbuch genau das richtige.

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Veröffentlicht am 05.08.2025

Im eisigen Grönland

Sieben Gräber für den Winter
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David Maratse zieht nach einer schweren Verletzung im Dienst in die Siedlung Inussuk in Grönland und möchte nur noch fischen und jagen. Doch dann findet er während eines Angelausflugs mit seinem Nachbarn ...

David Maratse zieht nach einer schweren Verletzung im Dienst in die Siedlung Inussuk in Grönland und möchte nur noch fischen und jagen. Doch dann findet er während eines Angelausflugs mit seinem Nachbarn die Leiche von der 17-jährigen Tinka und wird in eine Ermittlung hineingezogen.

"Sieben Gräber für den Winter" von Christoffer Petersen ist der Reihenauftakt zu der Grönland-Krimiserie mit dem pensionierten Polizeibeamten David Maratse.

Das Buch überzeugte mich nur mit der atemberaubenden Kulisse, hat darüber hinaus allerdings deutliche Schwächen. Die Beschreibungen Grönlands haben eine eisige Schönheit und sind das einzige, was wirklich positiv hervorsticht. Der Autor schafft es, die Landschaft so lebendig zu schildern, dass man die Kälte und die Abgeschiedenheit fast schon körperlich spürt.

Probleme hatte ich mit den Figuren, der Politik und der Erzählweise. Die Charaktere bleiben distanziert. Obwohl die Hauptfigur David Maratse eine tragische Vorgeschichte hat und seine Pensionierung erzwungen wurde, fühlt man nicht wirklich mit ihm mit. Auch die anderen Personen, wie Premierministerin Nivi Winther, wirken oft farblos und unnahbar. Einzig Petra ‘Piitalaat’ Jensen, ebenfalls Polizistin, fand ich sympathisch und vor allem sehr authentisch.

Der Kriminalroman verliert sich dazu in politischen Details. Die rivalisierenden Wahlkämpfe von Nivi Winther und ihrem politischen Gegner Malik Uutaaq, inklusive seiner eigener Lebensgeschichte, nehmen viel Platz ein und störten meinen Lesefluss. Die Erzählweise empfand ich als emotionslos, sachlich und nüchtern. Der Autor beschreibt die Ereignisse, ohne die Emotionen dahinter zu transportieren. Es ist ein sehr kühler Schreibstil, der es mir als Leserin schwer macht, sich emotional auf die Geschichte einzulassen.

Fazit: Der Kriminalroman war in meinen Augen sehr Politik lastig. Machenschaften und Wahlkampf standen mehr im Fokus als der beklemmende Fall. Ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Enttäuschend

Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet
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Auf Rosewood Manor findet Lady Agnes Blackwoods Butler an einem Morgen den Gärtner ermordet im Rosenbeet vor. Da Edward Sterling, der zuständige Kommissar, keinen guten Eindruck auf Lady Agnes macht, macht ...

Auf Rosewood Manor findet Lady Agnes Blackwoods Butler an einem Morgen den Gärtner ermordet im Rosenbeet vor. Da Edward Sterling, der zuständige Kommissar, keinen guten Eindruck auf Lady Agnes macht, macht sie sich selbst auf die Suche nach dem Mörder.

"Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet" ist der Auftakt zu einer neuen Cosy-Krimireihe, die in Südengland spielt.

Das Buch versucht, ein humorvoller Krimi mit schrägen Figuren und britischem Flair zu sein. Leider bleibt es dabei hinter den Erwartungen zurück. Die Figuren wirken wie Karikaturen ohne Substanz, sie sind schrullig gezeichnet, sind allerdings total uninteressant und können nicht überzeugen. Lady Agnes selbst soll schlagfertig und sarkastisch sein, trifft aber selten einen wirklich witzigen und pointierten Ton. Vielmehr wirkt der Humor bemüht, als wollte man zwanghaft originell sein, ohne jegliches Feingefühl für den richtigen Moment oder für Ironie.

Auch erzählerisch kommt keine Spannung auf. Die Handlung plätschert so vor sich dahin, Wendungen sind vorhersehbar und der Schreibstil bleibt blass und emotionslos. Vom britischem Charme keine Spur.

Fazit: Wer auf der Suche nach einem cleveren Cozy-Krimi mit Tiefgang und Charisma ist, wird hier enttäuscht. "Lady Agnes und der tote Gärtner im Rosenbeet" ist leider weder komisch noch spannend, sondern einfach nur langweilig.

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