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Veröffentlicht am 11.08.2023

Wunderschön zu lesen!

Bei euch ist es immer so unheimlich still
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Bei euch ist es immer so unheimlich still ist das zweite Buch von Alena Schröder. Nach ihrem ersten Roman Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid treffen wir jetzt wieder Hannah und ihre ...

Bei euch ist es immer so unheimlich still ist das zweite Buch von Alena Schröder. Nach ihrem ersten Roman Junge Frau am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid treffen wir jetzt wieder Hannah und ihre Oma Evelyn.
Silvia, die Tochter von Evelyn lebt 1989 mit ihrer neugeborenen Tochter Hannah in Berlin. Da die WG, in der sie lebt, nicht wirklich geeignet ist für ein Baby, fährt sie zu ihrer Mutter Evelyn, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Seit 18 Jahren war sie nicht mehr in ihrer Heimat gewesen und jetzt verspürt sie irgendwie Sehnsucht danach. Ihre Mutter ist nicht wirklich erstaunt, als sie kommt. Evelyn ist inzwischen in Rente und seit sie nicht mehr im Krankenhaus als Ärztin arbeitet, geht sie fast gar nicht mehr aus dem Haus.
In Rückblicken lesen wir über die junge Ehe von Evelyn und Karl, die 1950 geheiratet haben. Beide haben Medizin studiert und arbeiten im Krankenhaus. Als Evelyn schwanger wird, bleibt sie zuhause bei Silvia. Aber so wirklich glücklich ist sie nicht damit und Silvia macht es ihr auch nicht leicht. Silvia ist ein verträumtes Kind, dass nicht viele Freunde hat. Am liebsten ist sie mit ihrer unverheirateten Tante Betti unterwegs. Betti ist so ganz anders und pfeift auf das, was die anderen sagen. Doch mit ihrem frechen Mundwerk sorgt sie auch für großen Ärger.
Als Silvia wieder bei Evelyn einzieht, ist sie sich nicht sicher, ob sie das Richtige getan hat. Haben sie und ihre Mutter überhaupt noch eine Chance? Oder soll sie doch wieder zurück nach Berlin? So nach und nach erfahren wir, was damals passiert ist und Silvia macht eine überraschende Entdeckung.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist super geschrieben, ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Ich kenne das erste Buch nicht, das war aber kein Problem. Man kann es ohne Vorkenntnisse lesen. Allerdings gefällt mir der Schreibstil von Alena Schröder und ich werde ihr erstes Buch auch noch lesen. Außerdem interessiert mich die Geschichte von Evelyn und ihrer Mutter Senta. Eine wunderschöne, authentische Geschichte die leicht zu lesen ist.

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Veröffentlicht am 06.08.2023

Spannend und großartig geschrieben!

Perlenbach
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Perlenbach ist der zweite Teil der Eifel-Trilogie von Anna-Maria Caspari. Perlenbach ist dem zuerst erschienenen Buch Ginsterhöhe vorgelagert und ebenso wunderbar spannend geschrieben.
Wilhelm wohnt in ...

Perlenbach ist der zweite Teil der Eifel-Trilogie von Anna-Maria Caspari. Perlenbach ist dem zuerst erschienenen Buch Ginsterhöhe vorgelagert und ebenso wunderbar spannend geschrieben.
Wilhelm wohnt in ärmlichen Verhältnissen in Wollseifen. Sein Vater verkauft die Wolle der Schafe an Tuchfabrikanten und so lernt Wilhelm Jakob, den Sohn des Tuchfabrikanten Becker aus Montjoie kennen. Wilhelm und Jakob freunden sich an, obwohl die unterschiedlichen Lebensverhältnisse größer nicht sein könnten. Um seinem Sohn Jakob eine Freude zu machen, holt der Fabrikant Wilhelm über den Winter nach Montjoie. Er wird dort neu eingekleidet und wird sogar gemeinsam mit Jakob und den Nachbarsmädchen Luise und Isabella vom Privatlehrer unterrichtet werden. Wilhelm, Jakob und Luise freunden sich an und die gemeinsame Zeit ist für alle drei wunderschön. Vor allem Wilhelm genießt diese wunderbare Zeit ohne Sorgen. Zurück in Wollseifen trifft ihn die harte Realität wieder. Die harte Arbeit zuhause lässt die Zeit in Montjoie wie ein Traum erscheinen. Im nächsten Winter darf er wieder zu Jakob und als er die Schule abgeschlossen hat, darf er eine Lehre in der Tuchfabrik beginnen. Doch auch seine Freunde schlagen neue Wege ein. Die gemeinsame Zeit ist vorbei. Wilhelm macht die Arbeit in der Tuchfabrik Spaß und er hat sich in der Stadt gut eingelebt. Doch als sich die Freunde bei einem Fest treffen, kommt es aufgrund eines Missverständnisses zu einem Streit und Wilhelm muss Montjoie sofort verlassen. Er macht sich auf den Weg zum elterlichen Hof, wo er nicht weiß, ob er noch willkommen ist.
Die Geschichte lässt sich auch ohne das Buch Ginsterhöhe zu kennen, wunderbar lesen. Da ich Ginsterhöhe schon gelesen habe, weiß ich jetzt, nachdem ich Perlenbach gelesen habe, welche Protagonisten im nächsten Buch wieder dabei sind.
Wie auch das Buch Ginsterhöhe, liest sich dieses Buch wunderbar flüssig. Ich habe es fast nicht mehr aus der Hand gelegt, da ich natürlich wissen wollte, wie es ausgeht. Die Protagonisten sind durchweg sympathisch. Die Zeit Wilhelms zuhause in Wollseifen ist geprägt von harter Arbeit und wenig Fürsorge oder Zuwendung seitens der Eltern. Man kann also verstehen, dass er die Zeit in Montjoie sehr genießt und gar nicht mehr verlassen möchte.
Dieses Buch war sehr schön zu lesen und ich freue mich schon sehr auf den letzten Teil der Trilogie. Ich bin auch sehr gespannt, wen wir dann wiedersehen werden.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Sehr emotionale Geschichte!

Kornblumenzeit
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Kornblumenzeit ist eine wahre Familiengeschichte von Autorin Simona Wernicke. Es ist die Geschichte ihrer Großeltern und der ihres Vaters.
Die Geschichte beginnt 1928 als sich die Großeltern von Simona ...

Kornblumenzeit ist eine wahre Familiengeschichte von Autorin Simona Wernicke. Es ist die Geschichte ihrer Großeltern und der ihres Vaters.
Die Geschichte beginnt 1928 als sich die Großeltern von Simona Wernicke in Ostpreußen kennen- und lieben lernen. Käthe verliebt sich in den Bäckerssohn Carl. Nach der Beendigung seiner Meisterschule in Berlin kommt er zurück und die beiden heiraten. Carl übernimmt von seinem Vater die Bäckerei in Locken und sie haben ein sehr gutes Leben. Als der 2. Weltkrieg kommt, bekommen sie in Ostpreußen erstmal nicht so viel davon mit. Zumindest müssen sie keinen Hunger leiden. Doch gegen Ende des Krieges müssen sie vor den Russen flüchten. Käthe ist gesundheitlich angeschlagen, da es keine Medikamente gibt. Zusammen mit den Kindern machen sie sich auf den gefährlichen Weg. Als Carl in Gefangenschaft gerät, werden sie getrennt und sind gezwungen sich allein durchzuschlagen.
Die Geschichte liest sich sehr leicht und es ist eine Freude zu lesen, wie gut es Käthe, Carl und den Kindern geht. Zwischendurch hat es mich wirklich gewundert, dass sie so ein gutes Leben hatten, während es im restlichen Deutschland schon viel früher Lebensmittelknappheit gibt. Natürlich gibt es auch bei ihnen Einschränkungen, aber sie müssen nicht hungern oder frieren.
Mich hat dieses Buch tief berührt. Vor allem die Flucht der Familie hat mich sehr aufgewühlt. Man mag sich nicht vorstellen, was so viele Flüchtende damals erlebt haben.
Simona Wernicke hat in ihrem Debutroman die Geschichte ihres Vaters aufgeschrieben. Er hat seine Erinnerungen geteilt und so dürfen wir miterleben wie er als Kind in Ostpreußen aufgewachsen ist und dann auf der Flucht vor den Russen war. Das Buch ist sehr schön geschrieben und man bangt mit der Familie, da sie einem so ans Herz gewachsen ist. Eine sehr berührende Familiengeschichte und ein wunderbares Zeitzeugen-Porträt. Danke dafür!

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Veröffentlicht am 30.07.2023

Sehr emotionale Geschichte!

Frag nach Jane
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Frag nach Jane, das Buch von Heather Marshall handelt von drei Frauen. Alle drei haben eines gemeinsam, sie sind schwanger oder wären es gerne.
Die Geschichte von Evelyn spielt 1960. Evelyn erwartet ein ...

Frag nach Jane, das Buch von Heather Marshall handelt von drei Frauen. Alle drei haben eines gemeinsam, sie sind schwanger oder wären es gerne.
Die Geschichte von Evelyn spielt 1960. Evelyn erwartet ein Kind. Der Vater des Kindes ist verstorben und so muss sie als Ledige in ein Heim für ledige Mütter. Die Eltern haben sie dorthin geschickt. Ein Mitspracherecht hat sie nicht. Ohne Unterstützung von Verwandten hat sie keine andere Wahl und muss ihr Kind nach der Geburt zur Adoption freigeben. Die Zustände in dem Heim sind grauenhaft, unmenschlich und macht fassungslos.
Nancy begleitet 1979 ihre Cousine Clara, die ungewollt schwanger wurde, zu einer illegalen Abtreibung. Nur durch Nancys schnelle Hilfe überlebt Clara diese unprofessionelle Behandlung. Im Krankenhaus hört Nancy zum ersten Mal den Namen Jane. Jane steht für eine Organisation, die illegale Abtreibungen vornimmt, die aber durch Ärzte durchgeführt werden. Als Nancy ein Jahr später selbst ungewollt schwanger wird, lernt sie über diese Organisation Evelyn kennen.
Im Jahr 2017 lernen wir Angela und ihre Frau Tina kennen. Angela versuchte schon mehrfach schwanger und ein Kind zu bekommen. Leider hat es bis jetzt nicht funktioniert. Angela findet durch Zufall einen Brief, der im Jahr 2010 an eine Nancy Mitchell gerichtet ist. Als sie den Brief öffnet und liest, beschließt sie diese Nancy Mitchell zu finden, um ihr den Brief noch zukommen zu lassen.
Die Geschichte wechselt also immer wieder zwischen den Jahren. Wir begleiten Evelyn in ihrer Zeit im Heim, Nancy in den 80er Jahren und Angela im Jahr 2017. Aber auch in den 80er Jahren und im Jahr 2017 ist Evelyn immer mit dabei. Wir erleben wie gefährlich illegale Abtreibungen waren, aber auch wie gefährlich es für die war, die diese Abtreibungen durchgeführt haben. Wer erwischt wurde, wurde hart bestraft und landete im Gefängnis.
Diese Geschichte ist sehr emotional und hat mich tief berührt. Das Buch ist sehr spannend geschrieben und man fiebert mit den Frauen mit. Ein großartiges Buch, das ich sehr empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 27.07.2023

Hat mich nicht wirklich gefesselt!

Hotel Silence
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Das Buch Hotel Silence von Audur Ava Ólafsdóttir handelt von Jonas, der von seiner Frau verlassen wird und die ihm dabei offenbart, dass die vermeintlich gemeinsame Tochter nicht sein leibliches Kind ist. ...

Das Buch Hotel Silence von Audur Ava Ólafsdóttir handelt von Jonas, der von seiner Frau verlassen wird und die ihm dabei offenbart, dass die vermeintlich gemeinsame Tochter nicht sein leibliches Kind ist. Jonas sieht daraufhin keinen Sinn mehr im Leben. Seine alte Mutter lebt im Heim und hat nur noch selten Momente, in denen sie viel mitbekommt.
Für Jonas ist der Moment gekommen, dass er überlegt, was von ihm mal bleibt. Was hinterlässt er mal, wenn er irgendwann stirbt. Diese Überlegungen treiben ihn immer mehr in eine Depression. Er versucht sein altes Leben zu ordnen, um möglichst wenig zu hinterlassen. Dabei findet er seine alten Tagebücher und immer wieder liest er Abschnitte daraus und so bekommt man Einblicke in seine Vergangenheit. Er möchte sein Leben beenden und leiht sich deshalb von seinem Nachbarn ein Jagdgewehr. Aber letztlich beschließt er wegzufliegen. Als Ziel sucht er sich ein vom Krieg gebeuteltes Land raus. Vielleicht, so denkt er sich, tritt er auf eine Landmine oder wird auf der Straße erschossen. Dann wäre alles einfacher. Als Gepäck hat er nur seinen Werkzeugkasten dabei. Schließlich könnte es sein, dass er doch einen Haken an der Decke braucht. Sicher ist sicher.
Als er auf dem Weg zum Hotel mit dem Taxi fährt, sieht er die zerstörte Stadt, die zerbombten Häuser und kaputten Straßen. Das Hotel selbst hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Nicht alle Zimmer haben fließend, warmes Wasser und überall gibt es was zu reparieren. Und so repariert Jonas zuerst die Dinge in seinem Zimmer, dann im Hotel und nach und nach wird er immer gefragter. Aus einer geplanten Woche werden drei Wochen und Jonas erkennt, dass man mit dem richtigen Werkzeug eigentlich alles reparieren kann.
Ich fand sehr schwer in dieses Buch rein. Gerade der Anfang ist gespickt mit Rückblicken und den Gesprächen mit der Mutter, die manchmal etwas konfus sind. Als Jonas die Reise in das Hotel Silence antritt, wird die Geschichte etwas flüssiger. Trotzdem liest sich das Buch nicht so leicht und man muss auch manchmal einen Satz zweimal lesen. Es gibt manchmal was zum Schmunzeln und ab und zu auch Nachdenkliches. Auf jeden Fall kein leichter Sommerroman für zwischendurch.

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