Lebendige Verbindung von Geschichte und Erzählung
Das Mädchen, das den Himmel berührteVenedig im 15. Jahrhundert. Mercurio, der seine Kindheit zum Teil in einer Höhle verbrachte, trifft im Labyrinth der Gassen und Kanäle Venedigs, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken ...
Venedig im 15. Jahrhundert. Mercurio, der seine Kindheit zum Teil in einer Höhle verbrachte, trifft im Labyrinth der Gassen und Kanäle Venedigs, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto, auf Giuditta, die Tochter eines jüdischen Überlebenskünstlers, der es irgendwie geschafft hat, ein anerkannter Arzt zu werden.
Mercurios und Giudittas erste junge Liebe wird überschattet von dem immer deutlicher in der Bevölkerung aufkeimenden Hass gegenüber Andersgläubigen. Das Entstehen des Ghetto Nuovo, in denen die Juden nachts eingesperrt werden, kann nicht verhindert werden. Dies macht sich auch eine alte Jugendbekanntschaft Mercurios zunutze, die die jüdische Giuditta, welche sich trotz aller Widrigkeiten zunächst zu einer Aufsehen erregenden Modeschöpferin entwickelt, mit allen Mitteln vernichten möchte…
Dies ist das zweite Buch, das ich von Luca die Fulvio gelesen habe. Wie auch schon "Der Junge, der Träume schenkte" hat mich dieses Buch vollkommen in seinen Bann gezogen. Ich wurde beim Lesen auf eine spannende Reise in das 15./16. Jahrhundert mitgenommen und konnte mit den Protagonisten mitfühlen.
Wieder einmal hat es Luca Di Fulvio geschafft, auf überaus lebendige Weise Geschichte und Erzählung zu verbinden. Mehrere geschichtliche Themen (Hexenverbrennung, Inquisition, Interessenkollision zwischen Republik und Kirche, Judenhass...) lassen sich in dem Buch finden, die Erzählung wird jedoch nie überfrachtet von geschichtlichen Fakten.
Eine Erzählung, die nachwirkt, daher volle Punktezahl von mir.