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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2025

Ehrlich und schockierend

Dem Abgrund so nah
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Nachdem mich der erste Band der Danny-Trilogie so mitgenommen - ich würde sogar sagen, in gewisser Weise geprägt - hat, wollte ich unbedingt auch den Nachfolgeband lesen. Ich wusste nicht, was mich erwartet, ...

Nachdem mich der erste Band der Danny-Trilogie so mitgenommen - ich würde sogar sagen, in gewisser Weise geprägt - hat, wollte ich unbedingt auch den Nachfolgeband lesen. Ich wusste nicht, was mich erwartet, und hatte nur gehofft, dass es nicht einer dieser Nachfolgebände ist, von denen man nach dem Lesen sagt: "Hätte es nicht gebraucht". Ich muss sagen, so richtig "verstanden" (wenn man es denn so nennen kann, denn eigentlich empfand ich nur blankes Entsetzen, Hilflosigkeit, Wut und Trauer beim Lesen der Gesichte) habe ich erst nach diesem Band, wie es überhaupt so weit kommen konnte. Wie es passieren konnte, dass niemand einschritt und Danny aus dieser Hölle holte. Dass Danny, egal, was er versuchte, - trotz seines mutigen und ehrlichen Charakters und seiner Aufgewecktheit - immer wieder in der Hölle landete.

Diese Geschickte packt einen in totale Sprachlosigkeit ob der Erkenntnis, wozu ein Mensch fähig sein kann, sobald er Macht über einen anderen Menschen bekommt. Sprachlosigkeit ob der Erkenntnis, was ein Mensch mitunter im elterlichen Umfeld ertragen muss und welcher Hilflosigkeit er ausgesetzt ist, ohne dass sein weiteres Umfeld sich auch nur ansatzweise ausmalen kann, was hinter geschlossenen Türen passiert. Dass ein ganzes Leben eines Kindes zerstört wird. Mir hat es das Herz zerrissen.

Ich kann Jessica nur, wie auch in meiner Rezension zum ersten Band der Danny-Trilogie, danken, dass sie diese Geschichte auf so ehrliche und authentische Art weitererzählt hat bzw. die Vorgeschichte erzählt hat. Diese Vorgeschichte ist ein wichtiger Anteil an der Gesamt-Geschichte.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Lebendige Verbindung von Geschichte und Erzählung

Das Mädchen, das den Himmel berührte
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Venedig im 15. Jahrhundert. Mercurio, der seine Kindheit zum Teil in einer Höhle verbrachte, trifft im Labyrinth der Gassen und Kanäle Venedigs, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken ...

Venedig im 15. Jahrhundert. Mercurio, der seine Kindheit zum Teil in einer Höhle verbrachte, trifft im Labyrinth der Gassen und Kanäle Venedigs, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto, auf Giuditta, die Tochter eines jüdischen Überlebenskünstlers, der es irgendwie geschafft hat, ein anerkannter Arzt zu werden.

Mercurios und Giudittas erste junge Liebe wird überschattet von dem immer deutlicher in der Bevölkerung aufkeimenden Hass gegenüber Andersgläubigen. Das Entstehen des Ghetto Nuovo, in denen die Juden nachts eingesperrt werden, kann nicht verhindert werden. Dies macht sich auch eine alte Jugendbekanntschaft Mercurios zunutze, die die jüdische Giuditta, welche sich trotz aller Widrigkeiten zunächst zu einer Aufsehen erregenden Modeschöpferin entwickelt, mit allen Mitteln vernichten möchte…


Dies ist das zweite Buch, das ich von Luca die Fulvio gelesen habe. Wie auch schon "Der Junge, der Träume schenkte" hat mich dieses Buch vollkommen in seinen Bann gezogen. Ich wurde beim Lesen auf eine spannende Reise in das 15./16. Jahrhundert mitgenommen und konnte mit den Protagonisten mitfühlen.

Wieder einmal hat es Luca Di Fulvio geschafft, auf überaus lebendige Weise Geschichte und Erzählung zu verbinden. Mehrere geschichtliche Themen (Hexenverbrennung, Inquisition, Interessenkollision zwischen Republik und Kirche, Judenhass...) lassen sich in dem Buch finden, die Erzählung wird jedoch nie überfrachtet von geschichtlichen Fakten.

Eine Erzählung, die nachwirkt, daher volle Punktezahl von mir.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Das Leben einer Einwandererfamilie

Der Junge, der Träume schenkte
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Dieser Roman erzählt die Geschichte einer jungen Süditalienerin, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihrem gerade erst geborenen Sohn Natale in die U.S.A. einwandert in der Hoffnung auf ein besseres Leben. ...

Dieser Roman erzählt die Geschichte einer jungen Süditalienerin, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit ihrem gerade erst geborenen Sohn Natale in die U.S.A. einwandert in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Ihr Sohn wächst in Manhattan heran und macht Erfahrungen mit den Gangs der Lower East Side, mit seiner ersten Liebe und damit, was es heißt, sich zu behaupten in einer von Armut und Kriminalität gezeichneten Gegend. Kann er integer sein und seine kreativen Fähigkeiten nutzen und ausleben?

Dieser Roman hat mich gefesselt, weil er so schonungslos und gleichzeitig gefühlvoll ist. Sehr lebendig wird das Leben als Einwanderer erzählt. Die Figuren sind vielschichtig und sehr differenziert dargestellt. Ich hatte die Straßen und Häuserfronten Manhattans beim Lesen bildlich vor Augen und konnte die Gegenden mit durchwandern.

Dieses Werk erhält von mir die volle Punktzahl, weil es ein Roman ist, den ich nie wieder vergessen werde. Ich hoffe, bald wieder ein Buch von Luca Di Fulvio lesen zu können und dann wieder so begeistert zu sein.

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Veröffentlicht am 06.12.2025

Ein Buch, das nachwirkt

Dem Horizont so nah
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Ich habe hin und her überlegt, ob ich überhaupt eine Rezension zu diesem autobiografischen Roman schreiben möchte. Denn ich finde, schon alleine aus Respekt steht dieses Buch außerhalb jeder Kritik. Aus ...

Ich habe hin und her überlegt, ob ich überhaupt eine Rezension zu diesem autobiografischen Roman schreiben möchte. Denn ich finde, schon alleine aus Respekt steht dieses Buch außerhalb jeder Kritik. Aus Respekt vor der Autorin und ihrem großen Verlust, aus Respekt vor Danny und seinem schonungslos harten Schicksal.
Aber als ich merkte, wie tief mich dieses Buch berührt hat, wusste ich, ich muss einfach darüber schreiben.

Jessica ist 17, als sie den zwei Jahre älteren Danijel, kurz: Danny, kennenlernt. Zuerst glaubt sie, Danny sei ein oberflächlicher, arroganter Schönling, doch schon bald hat er sie in seinen Bann gezogen, und schließlich lernen sie sich immer besser kennen. Jessie erkennt, dass Danny ein integrer und fürsorglicher Mensch ist. Ein Mensch, der als Kind leider viel zu schnell erwachsen werden musste. Der als Kind ausgeliefert war und seither traumatisiert ist. Dem sein gesunder Ehrgeiz, seine Ehrlichkeit und seine Besonnenheit auf lange Sicht nichts nützen. Denn sein Schicksal ist besiegelt. Besiegelt von dem Menschen, dem Danny als Kind eigentlich hätte vertrauen können dürfen und müssen...

Am besten haben mir die Kennenlernkapitel und das Herauskristallisieren der wahren Person Danny, die Beschreibung von Jessies Gefühlen, als Danny in den USA war (z. B. wie „nicht komplett“ Jessie sich fühlte, und dass einfach „nichts mehr richtig“ war, konnte ich sehr gut nachempfinden) und ca. das letzte Viertel des Buches gefallen. Was für ein tragisch-schönes Gedicht, das Danny Jessie schreibt!

Großes Lob auch an das Lektorat (auch wenn für meinen Geschmack Danny etwas zu oft „leise in sich hinein lachte“).

Zuerst habe ich gedacht, warum hat die Autorin sich so gequält und alles nochmals in einem Buch niedergeschrieben. Aber natürlich nimmst Du jede Gelegenheit, die Dir bei der Verarbeitung helfen könnte, wahr. Und wie schön ist es, dass Jessie Danny mit diesem Buch hat weiterleben lassen. Nicht nur in ihren eigenen Gedanken, in denen er sicherlich immer weiterleben wird, sondern auch in der Fantasie ihrer Leser. Ich habe Danny richtig in mein Herz geschlossen. Und ich werde dieses Buch nie mehr vergessen. Es hat trotz all der Bestürzung und Traurigkeit, die ich beim Lesen empfand, irgendwie auch eine Art Zuversicht und Vertrauensgefühl transportiert (auch wenn am Ende nicht alles wie geplant gelaufen ist). Es war schön, dass Danny schließlich doch noch so viel Liebe erfahren konnte und erkennen durfte, dass Liebe so stark sein kann, dass ein Mensch sich auf seinem letzten Weg nicht alleine fühlt.

Danke, Jessie!

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