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Veröffentlicht am 16.03.2024

Ein Sturm zieht auf, hohe Wellen schlagend

Wie Spuren am See - Die Rückkehr
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Füreinander Zeit finden, davon träumen Isabella und Chris während ihre beruflichen Projekte alle Kraft fordern. Das gemeinsame Versprechen, so bald wie möglich den ersten Urlaub miteinander zu verbringen, ...

Füreinander Zeit finden, davon träumen Isabella und Chris während ihre beruflichen Projekte alle Kraft fordern. Das gemeinsame Versprechen, so bald wie möglich den ersten Urlaub miteinander zu verbringen, gibt beiden den nötigen Auftrieb durchzuhalten.
Doch ein unerwarteter Besuch, eine ältere Dame, die Isabellas Gönnerin Ada um Hilfe bitten wollte, wirbelt jeglichen Plan durcheinander. Isabella glaubt sich verpflichtet, der Verzweifelten Obdach und Unterstützung zu gewähren. Ihr Bauchgefühl ignorierend, trifft die Erbin Adas Entscheidungen, im Glauben Ada hätte eben dies getan.
Wieder einmal bringt Isabellas Neugier, mehr über die schillernde Persönlichkeit Ada zu erfahren, mysteriöse Geheimnisse der Vergangenheit ins Rollen.
Nach den ersten Seiten bin ich wieder zurück, staune mit Isabella und Chris über die bezaubernden Lichtspiele am Bodensee und lasse mich überraschen, welche Geheimnisse mich in diesem Teil erwarten. Mit zwischendurch eingeflochtenen Blicken in die Vergangenheit erhöht die Autorin von Beginn an die Spannung, lässt mich rätseln, teils Puzzleteilchen wieder neu anordnen.
Der ausdrucksstarke Sprachstil mit eingebauten Sinnbildern und regionaler Authentizität begeistert mich. Im Laufe der Handlung sind mir Isabella und Chris manchmal zu gutgläubig, für die sich entwickelnden Ereignisse ist dies jedoch wegbereitend. Die darauffolgenden Geschehnisse lassen mich den Atem anhalten und schnell gefesselt weiterlesen. Teils lassen Figuren trügerische Wesenszüge erkennen, wie sich die Umsetzung der Pläne gestaltet, wabert jedoch im Nebel. Durch Teilhabe an Gedanken und Emotionen bin ich als Leser den handelnden Charakteren hierbei im Vorteil, da jedoch oft ohne erkennbare Zuordnung bleibt es spekulativ und spannend. Hoffnung und Wut, Ängste und unerwartete Gefühlsausbrüche, die Bandbreite der durchlebten Emotionen ist vielfältig.
Für den vollen Lesegenuss empfehle ich die Reihenfolge der Bodensee Saga einzuhalten. In diesem zweiten Teil wird auf Ereignisse und Personen aus dem Vorgängerband hingedeutet, die Kenntnis der Geschichte ist vorteilhaft.
Wendungen, die überraschen, erahnbare und verwirrende Geheimnisse sowie mysteriöse Botschaften lassen mich trotz meiner Bedenken ob Isabellas Gutgläubigkeit, auch mal Kopfschüttelnd und Augenrollend, das Buch kaum aus der Hand legen. Spannend und bildhaft geschildert, mal lächelnd, bezaubernde Momente genießen sowie der emotionalen Vergangenheit nachspüren, tauche ich ein in die fesselnde Geschichte.
Da ich bei Isabella und Chris nicht alle Entscheidungen voll nachempfinden kann, gibt es 4,5 Sterne von mir. Noch weitere Geheimnisse, Isabella hat nicht alle Tagebücher gelesen, denke ich, warten auf Enthüllung. Deshalb bin ich sehr gespannt auf den dritten Teil der Saga "Wie Spuren am See" von Sibylle Baillon.

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Veröffentlicht am 07.03.2024

Verloren oder gefunden? Die Liebe braucht Vertrauen und Mut

Liebe in Lazise
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Antonia ist geschockt, ihr Herz liegt in Trümmern. Wie konnte Sebastian sie so hintergehen? In ihrem Gefühlschaos ist sie oft verletzend und barsch. Sprunghaft in ihren Entscheidungen und gefangen in ihren ...

Antonia ist geschockt, ihr Herz liegt in Trümmern. Wie konnte Sebastian sie so hintergehen? In ihrem Gefühlschaos ist sie oft verletzend und barsch. Sprunghaft in ihren Entscheidungen und gefangen in ihren Ängsten findet Antonia letztendlich mit unermüdlicher Hilfe ihrer besten Freundin Ella einen Weg, um neues Vertrauen aufzubauen. Dabei macht sie es mir zwischendurch nicht leicht, mit ihren Argumenten und Handlungen mitzugehen.

Während auf der geplatzten Hochzeit, ein wortgewaltiges und turbulentes Chaos herrscht, schafft Noah mit seinem Einfühlungsvermögen das scheinbar Unmögliche. Ein Schnipsel aus dem Text: „Alle strahlten in die Kamera und spürten den Zusammenhalt und die Liebe, die in diesem Moment zwischen ihnen lag. Es war ein Bild des Neuanfangs und der Hoffnung. Noah drückte mehrfach auf den Auslöser und freute sich. „Mission erfüllt!“

Um Antonia auf andere Gedanken zu bringen, fährt Ella mit ihr nach Lazise. Der Ort fiebert dem jährlich stattfindenden Lago di Garda in Love entgegen. Als sich die Gelegenheit bietet, mit dem Kulturjournalisten Matteo zusammen ihre Urlaubskasse aufzubessern und gleichzeitig die Festivitäten zu genießen, zögern die Freundinnen nicht lange.

Bildreiche Schilderungen des Festivals lassen mich an der berauschenden Atmosphäre teilhaben.

Die sich innerhalb weniger Wochen abspielende Geschichte beinhaltet turbulente Entwicklungen. Aus der Hochzeits-Katastrophe entsteht durch Zufälle genährt ein Neuanfang. Anstrengende Charaktere, gemischt mit sympathischen Figuren vor dem Hintergrund malerischer Urlaubslandschaft durchleben eine emotionale Achterbahn. Humorvoll gewürzt schildert die Autorin ein wiederholtes Hin und Her zwischen Erwartungen und Vorwürfen, Sehnsüchten und Hoffnungen. Beispiel zum Schmunzeln: „Sie wagte nicht, sich zu befreien oder etwas zu erwidern, denn die Augen aller Gäste waren auf sie gerichtet. So ließ sie sich von ihm wie ein Einkaufswagen, bei dem sich ein Rad quergestellt hatte, über die Tanzfläche schieben.“

Mit Viviane und Salvatore aus „Sehnsucht in Sirmione“ gibt es ein Wiedersehen. Die Kenntnis des ersten Teils der Reihe bringt Erinnerungen, ist aber zum Verständnis dieser Geschichte nicht erforderlich.

Die gedankliche Reise zum Urlaubsidyll Gardasee mit Höhen und Tiefen weckt Sehnsucht nach einer Auszeit, Eis in der Sonne und Italiens Lebensfreude genießen.

Mit dem wundervollen Zitat: „Ohne Liebe sind wir einfach nur verlorene Seelen, ziehen draußen durch die Finsternis wie ein trostloser, wandernder Stern.“ möchte ich meine Leseempfehlung abschließen.



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Veröffentlicht am 06.03.2024

Vom Schatten ins Sonnenlicht Italiens

Sehnsucht in Sirmione
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Viviane ist verzweifelt, ihr Job, ihre Beziehung, das zerrüttete Verhältnis zu ihrer Mutter, alles läuft aus dem Ruder. Da kommt die Idee ihrer besten Freundin wie gerufen, eine Auszeit am Gardasee. In ...

Viviane ist verzweifelt, ihr Job, ihre Beziehung, das zerrüttete Verhältnis zu ihrer Mutter, alles läuft aus dem Ruder. Da kommt die Idee ihrer besten Freundin wie gerufen, eine Auszeit am Gardasee. In Thermalquellen und gemütlicher Atmosphäre fällt ihr vermutliche eine Neuorientierung leichter. Schnell packt Viviane ihre Koffer und entschwindet in die landschaftlich reizvolle Gegend. Kulturelle Höhepunkte, lokale Besonderheiten und die bezaubernde Atmosphäre am Gardasee verwebt die Autorin immer wieder mit der romantischen Erzählung.

Der flüssige Schreibstil nimmt mich schnell mit in die italienische Urlaubsperle. Neben Vivianne zeigen weitere Charaktere Ecken und Kanten, zeigen sich leidenschaftlich und geben im Laufe der Handlung Geheimnisse preis. Da wären zum Beispiel der Maler Salvatore, die Zufallsbekanntschaft Katja und ihre langjährige Freundin Milena. Während ihres Aufenthaltes erkämpft sich Viviane ihr angeknackstes Selbstbewusstsein zurück.

Zitat S. 111: Das Drehbuch wird immer wieder neu geschrieben, und ab jetzt werde ich es selbst inszenieren!

Vorhersehbare Wendungen und überraschende Ereignisse bringen Spannung und lassen mein Herz höher schlagen. Gefühlsachterbahn inbegriffen.

Relativ schnell erkenne ich die eingebauten Perspektivenwechsel, welche mich den Protagonisten oftmals einen Schritt voraus sein lassen. Im letzten Teil der Erzählung gibt es für mich ein, zwei Unstimmigkeiten, die sich mir als viel Zufall darstellen. Die eingeflochtenen Nebenstränge geben der Story zusätzlich Spannung. Italienisches Lebensgefühl verbreitet sich durch liebevoll eingebaute Details und am liebsten würde ich selbst die Koffer packen. Sehnsucht nach Sirmione ist geweckt, lach.

Eine Leseempfehlung für die leidenschaftliche Liebe im sonnigen Italien spreche ich sehr gerne aus.

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Veröffentlicht am 15.02.2024

Von Glauben, Macht und Intrigen

Die Reformatorin von Köln
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Kurz nach dem Tod ihres geliebten Bruders glaubt Jonata mit dem Kauf eines Ablassbriefes Lucas aus dem Fegefeuer errettet zu haben. Als sie jedoch auf einer Reise ins entfernte Sachsen mit den Thesen Luthers ...

Kurz nach dem Tod ihres geliebten Bruders glaubt Jonata mit dem Kauf eines Ablassbriefes Lucas aus dem Fegefeuer errettet zu haben. Als sie jedoch auf einer Reise ins entfernte Sachsen mit den Thesen Luthers in Berührung kommt schwindet ihre Zuversicht. Kann es sein dass der Handel nicht den armen Seelen, sondern nur dem gefüllten Säckel der Kirche dient, wie Luther schreibt? Im persönlichen Gespräch mit dem Augustinermönch und Reformator Luther übernimmt Jonata dessen Ansichten.
Zurück in Köln beschließt die Brauer Tochter Luthers Schriften zu verbreiten. Doch kaum hat sie einen Verbündeten gefunden ruft die Kirche, insbesondere die nahegelegene Dominikanerabtei, auf, jeden der Luthers Lehre anhängt als Ketzer zu denunzieren. Die Inquisition greift unbarmherzig um sich.
Zitat: Die Regeln des Klosters waren einfach, doch außerhalb der Mauern schien der Teufel sein Unwesen zu treiben. Er musste den HERRN bitten, ihm den Weg zu weisen.
Der Gefahr trotzend stellt sich Jonata mutig nicht nur in dieser Hinsicht der männerdominierten Gesellschaft entgegen.
Verflochtene Handlungsstränge erzählt aus unterschiedlicher Perspektive beleuchten die größtenteils fiktiven Geschehnisse. Der Sprachstil, beeindruckende Schilderungen und die tiefgründige Recherche verleihen der Handlung jene teils düstere und doch immer wieder von Hoffnung durch drängte Atmosphäre des Mittelalters. Nach kurzer Einlesezeit tauche ich in die fesselnde Erzählung ab, durchlebe Ängste und Nöte mit Jonata und freue mich über kleine und größere Erfolge.
Mir gefällt dieser historische Roman sehr gut. Details wie der Epoche, entsprechende Namenswahl, angeglichene Dialoge und bildstarke Beschreibungen unterstützen die charakterstarken Figuren. Erkennbare Entwicklungen und überraschende Wendungen, sympathische Figuren und sofort erkennbare Gegenspieler, alles dabei.

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Veröffentlicht am 08.01.2024

Ergreifende Zeitreise

Die Erinnerung riecht nach gelben Kamelien
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Der plötzliche Tod ihres Vaters trifft die 26 jährige Carolin zutiefst. Allein, ohne Familie, mit dem vom Vater geliebten Unternehmen steht Carolin fassungslos da. Ein Tipp ihrer besten Freundin erweist ...

Der plötzliche Tod ihres Vaters trifft die 26 jährige Carolin zutiefst. Allein, ohne Familie, mit dem vom Vater geliebten Unternehmen steht Carolin fassungslos da. Ein Tipp ihrer besten Freundin erweist sich hierbei als Lichtblick. Auf der Beerdigung steht Carolin unverhofft ihrer fast neunzigjährigen Großmutter gegenüber.
Nach und nach erzählt Frida bereitwillig aus ihrem turbulenten Leben, beginnend im Juli 1939. Während Carolin den bewegenden Schilderungen lauscht, klärt sich gegen Ende des Buches der Grund für den rigorosen Kontaktabbruch zwischen Vater Alfred und seiner Familie.

Mit ihrer bildstarken Schreibweise lässt die Autorin Schauplätze und handelnde Personen lebendig werden. Gefesselt von den Erinnerungen Fridas durchlebe ich die ersten Kriegsjahre in Berlin, ihre Rückkehr nach Ostpreußen in den Wirren des Krieges, die dramatische Flucht vor der Roten Armee und die anschließenden Herausforderungen. Überlebenskampf und Mut. Spannend und bewegend, hoffend und mit Tränen in den Augen, die ergreifende Geschichte auf zwei Zeitebenen lässt mich eintauchen, das Buch wegzulegen fällt mir schwer.
Durch charakterstarke Figuren mit der Verflechtung historischer Geschehnisse entsteht eine authentische Erzählung. Den größten und ergreifendsten Teil des Buches nehmen die Schilderungen der Vergangenheit ein. Doch auch im Gegenwarts Strang zeichnen sich Überraschungen ab. Ein gelungenes Lese Schätzchen.
Zum Titel: Warum der Duft nach gelben Kamelien eine wertvolle Erinnerung darstellt, das erklärt sich im Laufe der Handlung.
Mir wird dieser historische Roman noch lange im Gedächtnis bleiben. Ich freue mich auf weitere Erzählungen von Bettina Lausen.

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