Queere Romance in dystopischem Setting
Fable for the End of the WorldIn einer verseuchten, überschwemmten Welt gibt es zwei Seiten: Die, die vom allesbeherrschenden Konzern profitieren. Und die, die sich hoch verschulden. Inesa und ihr Bruder versuchen, sich so gut es geht ...
In einer verseuchten, überschwemmten Welt gibt es zwei Seiten: Die, die vom allesbeherrschenden Konzern profitieren. Und die, die sich hoch verschulden. Inesa und ihr Bruder versuchen, sich so gut es geht über Wasser zu halten. Doch als ihre Mutter immer tiefer in die Schulden rutscht, wird Inesa für den Lauf des Lamms ausgewählt. Ein brutaler Überlebenskampf, bei dem sogenannte Engel des Konzerns zu Jägerinnen werden. Doch während des im ganzen Land übertragenen Laufs kommt Inesa ihrem Engel Melinoë ungewöhnlich nah ...
Die Geschichte von Inesa und Melinoë ist mitreißend und beinhaltet viele spannende Aspekte. Vieles vom Konzept ist jetzt keine Neuerfindung in dem Genre, trotzdem mochte ich die Idee mit der dystopischen Welt, den unterschiedlichen Klassen, wie dieser eine konzern alles regiert und was das für Auswirkungen auf alle Bewohner*innen hat.
Vor allem das Konzept der Engel fand ich echt interessant. Mädchen, die seit ihrer Kindheit technologisch modifiziert wurden, wo es nur geht, um die perfekte Waffe zu erschaffen. Bei denen man sich fragt, wie viel Menschlichkeit noch übrig ist. Als Gegenpol dazu Inesa, wild und roh und stets versucht, sich so weit wie möglich von diesem gesamten System fernzuhalten. Mit diesen beiden Protagonistinnen prallen echt zwei Welten aufeinander, was mir wirklich gut gefallen hat, und das dann auch noch vor gut angelegtem Setting und im Rahmen eines Laufs, der viel Action in die Geschichte bringt.
Es ist aber wirklich vordergründig eine Romance Geschichte. Der Fokus liegt darauf, wie Melinoë und Inesa sich näher kommen und aus ihrer kleinen Welt und ihren Ansichten ausbrechen. Ein bisschen hatten sie mir zu schnell zu tiefe Gefühle, und auch das Umdenken ging sehr flott, wenn man bedenkt, dass sie ihr gesamtes Leben so konditioniert wurden. Trotzdem hab ich mit beiden sehr mitgefühlt, fand sie sympathisch und gut gezeichnet, und mochte den grundsätzlichen Aufbau ihrer gemeinsamen Entwicklung sehr.
Ein bisschen mehr Tiefe bei der dystopischen Welt hätte ich mir gewünscht, aber dafür hätte es vermutlich zumindest eine Dilogie werden müssen, und dann hätte sich der Fokus verschoben. Das Buch funktioniert ganz wunderbar so wie es ist als Einzelband, es waren lediglich meine Erwartungen, die etwas anders waren. Enttäuscht war ich aber keinesfalls.
Ich wurde sehr gut unterhalten, war emotional drin, und mochte den Aufbau und den Schreibstil.
4 Sterne