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Veröffentlicht am 02.04.2026

Reise in die Vergangenheit Koreas (4-4,5)

Prinzessin der tausend Diebe – Chosen
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Jia steht vor einer unmöglichen Aufgabe: Sie muss nicht nur den Hong-Clan vor den finsteren Kreaturen, die über ganz Korea herfallen, schützen, sondern auch einen Weg finden, Soras Schicksal rückgängig ...

Jia steht vor einer unmöglichen Aufgabe: Sie muss nicht nur den Hong-Clan vor den finsteren Kreaturen, die über ganz Korea herfallen, schützen, sondern auch einen Weg finden, Soras Schicksal rückgängig zu machen. Die Lösung führt sie ins 18. Jahrhundert: Die Monster stammen aus einem Gemälde des Malers Sin Yun-Bok. Jias muss Künstler und Kunstwerk finden und eliminieren, um ihre Zukunft zu retten. Als Mann verkleidet schleicht sie sich in die Kunstakademie – doch die Mission wird nicht annähernd so einfach, wie sie sich das vorgestellt hat ...

Band 1 von »Prinzessin der Tausend Diebe« ist wirklich unfassbar fies geendet. Umso interessanter fand ich es, dass Band 2 mit Jia eine neue Perspektive und Protagonistin bekommt. Etwas ungewöhnlich, aber es funktioniert – wenn man beide Bücher etwas getrennt voneinander betrachtet. Denn klar gibt es den übergreifenden Bogen und den Grund für Jias Reise in die Vergangenheit. Aber davon abgesehen ist diese Fortsetzung ziemlich losgelöst von Band 1, fast wie eine ganz eigenständige Geschichte.

Jia als Protagonistin war wunderbar. Im Vorgänger war sie noch sowas wie eine Antagonistin, hier ist sie mir mit ihrer wütenden und starken Art ziemlich ans Herz gewachsen. Vor allem ihre Entwicklung während des Buches war nachvollziehbar und toll mitzuerleben. Man kann auch heilen, ohne seine Power oder berechtigte Wut zu verlieren. Ein wundervoller Kontrast zu Jia war ihr eher ruhiger und sensibler, aber gleichzeitig amüsanter Love Interest. Ihn mochte ich von Anfang an sehr, er hatte sowas Schelmisches und Sanftes (und hier wiederhole ich mich irgendwie nur noch mit Adjektiven ähnlicher Bedeutung :D) an sich, das mich sehr angezogen hat.

Auch generell die Gruppe, die Jia mit den drei Kunststudenten bildet, war super, die vier bilden eine tolle Dynamik. Dazu die atmosphärischen Beschreibungen des alten Koreas, dem früheren Seoul, der Akademie – und des Essens! Ich hab mich gut ins Setting hineinversetzt und dort auch sehr wohlgefühlt.

Die Handlung ist generell ruhiger als Band 1, aber sehr interessant. Und eigentlich war sie mir auch nicht zu ruhig, sondern genau passend – bis sich am Ende dann vieles übereilt und überschlagen hat, und ich mir da das ganze doch etwas ausführlicher gewünscht hätte. Insgesamt blieben für mich ziemlich viele Punkte in Sachen Kreaturen, Ursprung der Monster, Reise durch die Zeit ungeklärt und vage, was mich bei einem Ende, das ich ansonsten total geliebt habe, etwas frustriert zurückgelassen hat.

Diese eine besondere Szene kurz vor Ende war trotzdem wundervoll und ich konnte generell die spannende Handlung und Jias Liebesgeschichte – und ganz besonders ihre Reise zu mehr Selbstakzeptanz – sehr genießen. Aber nach Zuschlagen des Buches blieb doch ein kleiner Tropfen Unzufriedenheit.

Nichtsdestotrotz empfehle ich diese Fantasy Dilogie sehr! Wer Lust auf koreanisches Setting mit starken Frauen und kurzweiligen Stories hat, ist hier richtig.

4-4,5 Sterne

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2026

Anders als erwartet

Die Bibliothek meines Großvaters
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Kaede und ihr Großvater teilen ihre Liebe zur Literatur. So oft es geht besucht sie ihn, und obwohl er zwar an Demenz leidet, kommt sein scharfer Verstand immer noch regelmäßig zum Vorschein. Darum zieht ...

Kaede und ihr Großvater teilen ihre Liebe zur Literatur. So oft es geht besucht sie ihn, und obwohl er zwar an Demenz leidet, kommt sein scharfer Verstand immer noch regelmäßig zum Vorschein. Darum zieht Kaede ihn auch direkt zu Rate, als sie in ihrem Alltag vor verschiedene Rätsel gestellt wird. Gemeinsam spinnen sie Geschichten um die Vorfälle und kommen den Lösungen auf die Spur. Doch schon bald werden sie persönlich in einen Fall reingezogen ...

Ich war super neugierig auf das Buch, da ich in letzter Zeit häufiger japanische (oder auch koreanische) Wohlfühlromane lese, die Hoffnung spenden oder zum Nachdenken anregen. Abgesehen davon, dass das Buch von außen richtig schön ist, wirkt es auch beim Aufklappen direkt entschleunigend und einladend. Der Schreibstil ist erwartet ruhig und die Atmosphäre, die geschaffen wird, sehr stimmig und bildlich. Das hat mir sehr gut gefallen. Auch waren die Fälle, um die es ging, interessant.

Leider war das Buch aber nicht ganz so wie erwartet. Der Titel hat grundsätzlich sehr wenig mit dem Inhalt zu tun, das fand ich aber nicht so schlimm. Aber auch der Klappentext weckt andere Vorstellungen der Geschichte. Ich dachte, es geht um einen bestimmten Fall, und die beiden tauchen immer tiefer in die Rätsel und die Geschehnisse ein, und sammeln nach und nach neue Erkenntnisse, bei denen das Wissen um Literatur hilft. Wie so eine kleine Schnitzeljagd.

Stattdessen gibt es mehrere kleine Fälle, die Kaede zugetragen werden und mit denen sie zu ihrem Großvater geht. Wir erleben aber nichts davon live mit, es wird immer nur zusammenfassend nacherzählt. Und auch die Lösung wird vom Großvater in einem langen Monolog berichtet. Viel Möglichkeit zum Miträtseln bleibt da nicht.

So blieb es für mich trotz der gemütlichen Atmosphäre und der grundsätzlich schönen Geschichte leider etwas hinter meinen Erwartungen und ein wenig zu trocken/oberflächlich.

3 Sterne

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  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2026

Grandiose Dilogie!

These Ancient Flames 2: Burn
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Für Mei scheint die Welt komplett aus den Fugen geraten. Ihre Heimat und ihr bester Freund Tao für sie verloren, Cole eingesperrt, und ihre Gefühle gegenüber Raven ... kompliziert. Doch der nahende Krieg, ...

Für Mei scheint die Welt komplett aus den Fugen geraten. Ihre Heimat und ihr bester Freund Tao für sie verloren, Cole eingesperrt, und ihre Gefühle gegenüber Raven ... kompliziert. Doch der nahende Krieg, vorangetrieben durch Fürst Ignacio, lässt sich nicht mehr abwenden. Um die Drachen zu beschützen und die Kantone zu vereinen, braucht es die vier mit vereinten Kräften ...

Für mich war dieser Band eine fantastische Fortsetzung zu einem Band 1, den ich schon extrem geliebt habe. Vieles kann ich nur wiederholen, was ich zum Vorgänger schon gesagt habe: Melanie Lanes Schreibstil ist grandios. Ihre Charaktere sympathisch, unterhaltsam, interessant. Die Handlung rund um die Kraftlinien und die Drachen einfallsreich und spannend. Das ganze ist dauerhaft kurzweilig und actionreich und auch emotional.

Was ich in Band 1 etwas lieber mochte, war die Tension zwischen Raven und Mei. Die war wirklich der Hammer und extrem mitreißend, hier in Band 2 aber – aufgrund der Umstände – weniger fesselnd, eher ernster und ruhiger. Dafür hat mir hier im Folgeband besonders gefallen, dass Tao und Cole mehr Raum/Perspektive bekommen haben, und dass wir mehr von den Drachen bekommen haben.

Der Spannungsbogen ist durchweg da und ich persönlich bin sehr glücklich mit dem Ende. Ich kann These Ancient Flames nur rundum empfehlen und freue mich wahnsinnig auf mehr Lesestoff von Melanie Lane!

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2026

Nicht gut gealtert

Isola
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(Ich hab die alte Ausgabe gelesen)

12 Jugendliche auf einer einsamen Insel. Vor Ort sollen sie Darstellende eines Filmprojekts sein, vollkommen auf sich allein gestellt, ohne Skript. Doch ein vorgegebenes ...

(Ich hab die alte Ausgabe gelesen)

12 Jugendliche auf einer einsamen Insel. Vor Ort sollen sie Darstellende eines Filmprojekts sein, vollkommen auf sich allein gestellt, ohne Skript. Doch ein vorgegebenes Spiel, das zunächst harmlos wirkt, nimmt schon bald unerwartete Wendungen, die alle in Gefahr bringen.

Ich war sehr neugierig auf »Isola«, nachdem ich als Jugendliche ein anderes Buch der Autorin geliebt habe. Aber ich weiß auch nicht. Die Idee an sich ist wirklich cool und definitiv nicht uninteressant umgesetzt! Ich mochte zum Beispiel die atmosphärischen Beschreibungen der Autorin sehr, sie schafft eine gute Stimmung.

Aber die Handlung war doch weniger spektakulär als erwartet und die "Liebesgeschichte" sehr seltsam und aus dem Nichts (aber ich bin vielleicht einfach zu alt). Dazu ist aber das Buch auch echt schlecht gealtert (es ist von 2007). Die unfassbar klischee- und schablonenhaften Charaktere ohne Tiefe sind das eine. Aber die teils diskriminierenden und rassistsichen Begriffe und Umschreibungen nochmal was ganz anderes. Letzters soll in den neusten Auflagen wohl geändert worden sein , aber auch erst 2023.

War insgesamt einfach nichts, schade.

Veröffentlicht am 12.03.2026

Ein Highlight für mich!

Der Gott und die Füchsin
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Kim Hani ist die Blutrote Füchsin. Aber das darf natürlich niemand wissen, denn seit sie vor etwa hundert Jahren etliche Männer getötet und ihre Seelen verschlungen hat, ist sie gefürchtet – und gesucht. ...

Kim Hani ist die Blutrote Füchsin. Aber das darf natürlich niemand wissen, denn seit sie vor etwa hundert Jahren etliche Männer getötet und ihre Seelen verschlungen hat, ist sie gefürchtet – und gesucht. Zum Glück ist sie davon noch immer satt, sodass sie sich ihre Zeit mit Arbeit in einem Café vertreibt. Unglücklicherweise trifft sie dort regelmäßig auf den griesgrämigen Trickster-Gott Seogka, der, aus dem Götterreich verbannt, sein Dasein auf der Erde fristet. Als ein gefährlicher Dämon Neu Sinsi bedroht, müssen die beiden plötzlich mehr oder weniger freiwillig zusammenarbeiten. Doch Hani muss vorsichtig sein: Denn Seogka ist auch auf der Suche nach der Blutroten Füchsin. Wenn er sie schnappt, bekommt er seinen Status als Gott wieder. Während Hani ihn auszutricksen versucht, wird aus den Streitereien langsam so etwas wie Freundschaft – und noch mehr. Aber ihre aufkeimenden Gefühle stehen unter keinem guten Stern ...

Liebe Liebe Liebe für diese Geschichte, für Seogka und Hani! Ich hatte so unfassbar viel Spaß mit diesem Buch. Gleich auf der ersten Seite hat mich der Vibe schon total angesprochen und es war ein Leichtes, in die Story reinzukommen. Der Schreibstil ist fantastisch, es ist so sarkastisch humorvoll, die zwei beim Miteinander-Streiten zu erleben ist einfach nur grandios. Beide treiben sich gegenseitig in den Wahnsinn, Hani aufmüpfig, Seogka mürrisch, und ich liebe es vor allem, wie Hani sich nicht von ihm einschüchtern oder herumkommandieren lässt. Die Zankereien werden manchmal auch ein wenig kindisch, aber auf so unfassbar witzige, unterhaltsame Art und Weise. Die Dynamik ist einfach perfekt.

Gleichzeitig finde ich die Entwicklung so authentisch in Tempo und Ausdruck, wie die beiden anfangen, sich umeinander zu sorgen oder zueinander hingezogen zu fühlen. Es passiert schleichend, fast unbemerkt, und dann fragen sich sowohl Hani und Seogka als auch ich als Leserin: "Wann ist das eigentlich passiert?" Und Tension ist definitiv zwischen den beiden vorhanden. Gegen Ende wird es noch richtig schicksalhaft-emotional und verzweifelnd. Die Geschichte der beiden hat mich mit Spaß eingelullt und dann unerwartet tief getroffen und mich komplett zerrissen zurückgelassen. Ich hab wirklich alles gefühlt.

Außerdem ist die Handlung ebenfalls durchweg kurzweilig und spannend, die Dämonen sind interessant, die Ermittlungen sind temporeich und warten mit immer wieder neuen Wendungen auf, die die Dynamik zwischen Seogka und Hani wunderbar ergänzen.

»Der Gott und die Füchsin« bedient sich keiner super überraschenden Motive, die ich noch nicht gelesen hätte, aber das Buch macht einfach alles richtig. Die Geschichte ist die perfekte Mischung aus unterhaltsamer Leichtigkeit und aufwühlendem Gefühlschaos. Seogka und Hani haben mein Herz. Das Ende war dann extrem fies, und ich kanns nicht erwarten, bis ich endlich Band 2 in den Händen halten kann!

5 Sterne ! Highlight!

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