Ein Traum (oder nicht)
Das Buch ist dünn und mit dicken Seiten, wodurch es sich im Handumdrehen durchlesen lässt. Wie einen Snack. Dazu noch das Spannungslevel? Ich saß schnell mit „nur noch ein Kapitel“-Gedanken bis 3 Uhr nachts ...
Das Buch ist dünn und mit dicken Seiten, wodurch es sich im Handumdrehen durchlesen lässt. Wie einen Snack. Dazu noch das Spannungslevel? Ich saß schnell mit „nur noch ein Kapitel“-Gedanken bis 3 Uhr nachts vor dem Buch.
In der Geschichte stehen Träume sehr im Fokus. Ich habe eine Weile gebraucht, um einordnen zu können, ob die Hauptfigur gerade Klarträume hat oder sich in magischen Träumen befindet. Gerade ihr erster Traum hatte es in sich: Lunettes Bruder stirbt und das wegen Adrien Noir.
Lunette hat in ihrem Leben einiges durchmachen müssen. Der Rückhalt in der Familie war selten vorhanden, ihr Bruder hat im Gangleben mitgemischt und das bedroht sie auch noch nach seinem Tod. Daher zeigt sie sich im Alltag knallhart und flüchtet sich, wenn möglich, in Träume. Sie fand ich sehr nahbar und stark beschrieben. Bad Ass mit Herz.
Der Tod ihres Bruders führt sie letztendlich in elitäre Kreise. Dort versucht sie, hinter die Geheimnisse zu kommen, die ihr der Traum angedeutet hat. Die Geschehnisse hält sie nämlich für sehr real. Besonders im Blick hat sie dabei den Bad Boy Adrien, der nichts anbrennen lässt und die pure Arroganz in Person zu sein scheint. Über die Geschichte zeigt er mehr als das eine Gesicht, aber er hat doch ihren Bruder auf dem Gewissen! (Oder nicht?)
Die Beiden haben eine spannende Dynamik. Zwischen Hass und Lügen gibt es Rachepläne, knisternde Momente und ein Verwischen der Grenzen zwischen Gut und Böse.
Durch die Träume war manchmal nicht so klar, ob man sich gerade in der Realität befindet oder nicht. Wie hoch die Gefahr ist. Das fand ich faszinierend. Die Mischung aus guten und schlechten Träumen sorgten dabei für kurze Durchatmer oder einem spooky hohen Spannungslevel. Das ist sicherlich auch dem grandiosen Schreibstil der Autorin geschuldet, die bildhaft verschiedene Szenarien und Albträume geschildert hat.
Der Plot hat einiges zu bieten – Ein Mord (oder doch nicht), Gerüchte umwobene High-Society-Familien voller düsterer Geheimnisse und eine undurchschaubare Traumwelt – hier wartet ein guter Pageturner. Abgerundet wird das Leseerlebnis mit Plottwists, die es in sich haben. Ich brauche Band 2. Jetzt!
Fazit:
Wo nichts ist, wie es scheint und alles sein kann, treffen Träume auf Magie und erzählen eine Geschichte mit Suchtfaktor und Plottwists. Die Träume haben es in sich, erhöhen den Puls oder ermöglichen in einem ruhigen Moment wieder das Durchatmen. Doch es gilt nicht nur herauszufinden, was wach oder schlafend passiert, sondern was hinter dem Tod von Lunettes Bruder und den vielen Gerüchten der High Society-Familien steckt. Zudem baut sich eine spannende Dynamik zwischen den Hauptfiguren auf, die einen nicht loslässt.
Zitat:
„Du musst aufpassen, ma lune. Ein Monster mit trauriger Vergangenheit ist trotzdem ein Monster.“