Profilbild von BiblioJess

BiblioJess

Lesejury Star
offline

BiblioJess ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BiblioJess über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.04.2025

Atmosphärisch stark

Beauty must die
0

Mae zieht zu ihren Großeltern in das verschlafene Örtchen Tallahawney im Süden der USA, um ihren Highschool-Abschluss nachzuholen. Ihr einziger Lichtblick ist ihre Kindheitsfreundin Shirley. Doch schon ...

Mae zieht zu ihren Großeltern in das verschlafene Örtchen Tallahawney im Süden der USA, um ihren Highschool-Abschluss nachzuholen. Ihr einziger Lichtblick ist ihre Kindheitsfreundin Shirley. Doch schon kurze Zeit später taucht deren Leiche im angrenzenden Sumpf auf. Die Polizei geht von einem Unfall aus, doch Mae glaubt nicht daran. Sie beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und deckt dabei allerhand Geheimnisse und Lügen auf, die sie schon bald selbst in Gefahr bringen ...



»Beauty must die« erinnerte mich von der Prämisse an »A Good Girls Guide to Murder«, daher war ich echt gespannt, was mich erwartet. Das Buch ist atmosphärisch wahnsinnig stark, vor allem zu Beginn. Ich fand die Beschreibungen, als Mae in dem Ort ankommt, wirklich gut. Ich hatte dieses verschlafene, "hinterwäldlerische" Südstaatendorf absolut vor Augen. Wie es da aussieht, wie es sich anfühlt. Gerüche, Empfindungen, die Menschen, die Natur, der Sumpf. Alles wirkte lebendig und zum Greifen nah. Im Laufe des Buches hat das ein wenig nachgelassen, es blieb aber weiterhin atmosphärisch und das hat viel vom Buch getragen.

Auch die Menschen, ihre Lebensweise und ihre Probleme und Ansichten fügten sich perfekt in dieses Bild ein, alles war einfach stimmig. Ich mochte es außerdem, wie Mae nach und nach mit verschiedenen Charakteren in Kontakt kommt und die unterschiedlichsten Dinge aufdeckt. Das ganze hat ein echt interessantes Netz gewoben, bei dem alles irgendwie fragwürdig war und bei dem man nie genau wusste, woran man ist. Das hat die Autorin super hinbekommen. Die zarte Liebesgeschichte war eine schöne Ergänzung, die gut in die Handlung passte, ohne allzu viel Raum einzunehmen, was ich auch gut fand.

Nach einem sehr spannenden Start war für mich im Mittelteil allerdings bald ein wenig die Luft raus. Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, es ging nicht mehr so richtig voran. Und mir fehlte das Tempo, der Nervenkitzel zum Weiterlesen. Manchmal war mir Mae auch ein bisschen zu naiv und ihr Entscheidungen nicht immer ganz verständlich, obwohl ich grundsätzlich ihren Willen, ermitteln zu wollen, sehr gut fand.

Das Ende wurde wieder rasanter und die Entwicklungen, die mich in Atem hielten, haben wieder einen Aufschwung reingebracht. Obwohl ich sagen muss, dass die Auflösung für mich ein bisschen aus dem Nichts kam. Und ein bestimmtes Detail daran hat mir nicht gefallen. Ich hab aber schon häufiger bei mir selbst beobachtet, dass ich bei Thrillern/Krimis den Weg dahin interessanter finde als die tatsächliche Auflösung. Gut gemacht war es trotzdem.

Ich hab das Buch trotz einiger Schwächen wirklich gerne gelesen und hatte unterhaltsame Lesestunden. Vor allem die Atmosphäre/Stimmung hat mich überzeugt. Von mir gibt es eine Empfehlung und 4 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

Ein emotionaler Abschluss

Die Rebellinnen von Oxford - Unbeugsam
0

Die introvertierte Lady Catriona widmet ihr Leben ihrer wissenschaftlichen Arbeit und dem Kampf für Frauenrechte. Liebe hat in ihrem Lebensentwurf keinen Platz, auch wenn sie sich insgeheim danach sehnt. ...

Die introvertierte Lady Catriona widmet ihr Leben ihrer wissenschaftlichen Arbeit und dem Kampf für Frauenrechte. Liebe hat in ihrem Lebensentwurf keinen Platz, auch wenn sie sich insgeheim danach sehnt. Doch einschränken lassen will sie sich nicht. Als der junge Wissenschaftler Elias plötzlich auftaucht, wird ihr Alltag gehörig durcheinandergewirbelt. Obwohl die beiden eine Verbindung spüren, steht Catriona sich selbst im Weg, und Elias' wahre Absichten in Oxford machen die Situation nicht leichter ...

Ich liebe die Rebellinnen von Oxford Reihe einfach, daher wurde es Zeit, dass ich endlich Band 4 lese. ich finde die Protagonistinnen so sympathisch und beeindruckend und ich liebe es, Annabelle, Lucy, Hattie und Catriona bei ihrem Kampf zu begleiten. Ich finde ihn interessant, lehrreich, erschreckend, aber auch empowernd. Ich muss immerzu denken: Auch wenn diese vier Frauen vielleicht ausgedacht ist, gab es sie doch wirklich. Die Frauen, die genau für diese Sachen gekämpft haben, damit wir heute da sind, wo wir sind.

Und ich finde das in diesen Büchern – so auch in diesem Band – einfach wahnsinnig gut ausgearbeitet. Man merkt, dass die Autorin wirklich recherchiert und sich Gedanken gemacht hat, damit die Aufgaben, die die Frauen übernehmen, realisitisch sind und die tatsächlichen Entwicklungen Ende des 19. Jahrhunderts widerspiegeln. Auch hier hab ich das wieder wahnsinnig gern gelesen.

Catriona eine tolle Protagonistin, ganz anders als die anderen drei, aber nicht weniger liebenswert. Obwohl ich sie manchmal echt schütteln wollte, weil sie sich selbst sabotiert hat. Auch Elias mochte ich gern als Love Interest und wie er mit ihr umgegangen ist. Ein bisschen fehlte mir allerdings in ihrer Liebesgeschichte die Spannung, das Knistern. Es ging am Anfang relativ schnell voran, mir zu schnell, dann plätschert es etwas und dann gab es fast nur noch Zweifel. Ich hätte mir mehr Umwerben, mehr Andeutungen und Spiel zwischen ihnen gewünscht.

Trotzdem hab ich mitgefiebert. Mit Catriona und allen anderen Ereignissen. Am Ende wurde ich nochmal richtig emotional, weil der Band (als Abschluss der ganzen Reihe) nochmal einen Epilog für alle Protagonistinnen hat. Das war wirklich bittersüß.

Ich behalte die Reihe im Herzen. Auch wenn Band 1 mein liebster war, empfehle ich alle, auch diesen hier, sehr.

4-4,5 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.04.2025

Starker Auftakt mit ein paar Längen

A Curse so Divine – Die Nacht, die uns verschlingt
0

Ligeia hat eine Mission: In ihre Heimat zurückkehren, aus der sie verbannt wurde, an der Akademie anfangen, und einen Weg finden, das Land von dem Fluch der ewigen Nacht befreien. Als sie aus Versehen ...

Ligeia hat eine Mission: In ihre Heimat zurückkehren, aus der sie verbannt wurde, an der Akademie anfangen, und einen Weg finden, das Land von dem Fluch der ewigen Nacht befreien. Als sie aus Versehen einen schlafenden Gott weckt, scheint er Problem und Lösung in einem zu sein. Nur hat Apsinthion weder auf seine Erinnerungen noch auf seine Kräfte Zugriff. Die beiden schließen kurzerhand einen Deal, sich gegenseitig zu helfen. Doch die Spannungen zwischen ihnen sind schon bald nicht mehr das nevenaufreibendste, als Ligeia nach und nach feststellen muss, dass an der Akademie irgendwas im Argen ist. Etwas, das vielleicht auch mit ihr zu tun hat ...

Mein erstes Buch von Emily Bähr und ich bin von ihrem Schreibstil sehr angetan. A Curse So Divine ließ sich total flüssig lesen und der Ton, den die Autorin getroffen hat, hat mir sehr gefallen. Gerade am Anfang bin ich nur so durch die Seiten geflogen.

Es ist auch wirklich stark gestartet. Man bekommt viele Infos, aber gleichzeitig viele Fragezeichen. Ligeia ist eine superspannende Protagonsitin, genauso wie ihr bisheriger Lebensstil und ihre Pläne. Es geht ziemlich rasant los und schon bald ist Apsinthion (kurz: Thion) mit von der Partie. Wie sie gemeinsam nach Lösungen suchen, sich an der Akademie zurechtfinden etc. hat mich sehr gefesselt. Ich hab die beiden einfach gerne begleitet, und dazu kamen die ganzen Anspielungen und offenen Fragen, die Geheimnisse und Hindernisse. Kam mir alles nicht unbedingt total neu vor, aber es hat mich echt gepackt und neugierig gemacht.

Im Mittelteil hatte es für mich allerdings ein paar Längen. Ihre Zeit an der Akademie hat sich irgendwann ziemlich im Kreis gedreht, es war ein wenig die Luft raus. Klar, gab es dort auch wichtige Geschehnisse, die definitiv interessant waren. Aber es ging viel an Tempo vom Beginn verloren. Dazu kam, dass sich die Handlung auf ein paar Punkte fokussiert hat, die ich etwas nervig bzw. weniger interessant fand als anderes (Stichworte: Felix. Und Thions Ruf). Konnte ich am Anfang das Buch noch kaum aus der Hand legen, hatte ich schon Angst, dass die zweite Hälfte mich nicht mehr erreichen kann.

Zum Glück ging es wieder bergauf. Zwar war mir das Anziehen des Tempos zum Ende hin immer noch ein wenig langsam. Aber mit neuen Entwicklungen und Ereignisse konnte mich das Buch wieder überzeugen. Hier und da wurde ich auch noch überrascht, auch wenn die Zwischenauflösung nicht völlig unerwartet war. Es endet mit einem ziemlichen Knall, der unfassbar neugierig macht auf die Fortsetzung.



Trotz ein paar Längen im Mittelteil, die verhindert haben, dass es mich völlig begeistern konnte, hab ich mich sehr gut unterhalten gefühlt. Ich fand den Schreibstil super, die Handlung meist überzeugend und die Charaktere extrem interessant. Wir wissen auch einfach vieles über sie noch nicht, was riesige Nachwirkungen in Band 2 haben kann. Ich freu mich drauf!

Empfehlung und 4 Sterne

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2025

Eine wirklich schöne Dilogie

Mondia-Dilogie 2: Twisted Treason
0

Zwar scheint die Weltenbibliothek Mondia gerettet, doch Grund zur Freude gibt es für Remy und ihre Freunde nicht. Sim wurde von den Novas entführt, noch immer herrscht ein Ungleichgewicht, das die Welt ...

Zwar scheint die Weltenbibliothek Mondia gerettet, doch Grund zur Freude gibt es für Remy und ihre Freunde nicht. Sim wurde von den Novas entführt, noch immer herrscht ein Ungleichgewicht, das die Welt bedroht, und Remys Herkunft weist nach wie vor einige Rätsel auf. Verrat und Lügen scheinen sich zu häufen, und bald weiß Remy nicht mehr, was sie glauben soll – und wie sie Sim und die Mondia retten kann ...

Twisted Treason ist ein wirklich gelungener zweiter Band und ein tolles Finale. Das Buch ist, wie sein Vorgänger, sehr kurzweilig, weil immer was los ist, ohne dass es zu hektisch oder überladen wird. Es geht einfach in gutem Tempo Schlag auf Schlag. Ich hab mich durchweg gut unterhalten gefühlt.

Die meisten Überraschungen/Twists hab ich kommen sehen, was aber nichts daran ändert, dass sie gut gemacht und für den Plot sinnvoll waren. Hier und da hätte ich mir bei ein paar Punkten ein wenig mehr Ausarbeitung gewünscht – zum Beispiel bei Remys und Sims besonderen Fähigkeiten – aber grundsätzlich ist alles schlüssig zu einem Ende geführt worden. Man hat zum Ende hin deutlich gemerkt, dass der Spannungsbogen nach oben ging. Anders als in Band 1 sind wir hier kaum herumgereist, was ich etwas schade fand, ich mochte die Eindrücke verschiedener europäischer Städte. Aber richtig gefehlt hat es nicht, da in Paris (teilweise aber auch in London) durchaus einiges los war.

Remy und Sim mochte ich sehr gerne, sie waren tolle Hauptcharaktere die ich wirklich gern begleitet habe. Sie entwickeln sich weiter und werden herausgefordert, ihre Überzeugungen und ihr Wissen zu überdenken. Natürlich fällt ihnen das nicht sofort leicht und es gibt dadurch einiges Drama, das aber immer nachvollziehbar ist. Auch die anderen Charaktere wie Ludwig, Zella, Charles oder Ninette haben die Geschichte gut ergänzt, mal mehr mal weniger sympathisch, aber immer interessant.

Das Ende war gelungen und wie erhofft, mit einer sehr bittersüßen Note, die etwas besonderes reingebracht hat, und somit bin ich sehr zufrieden. Es war eine wirklich schöne Dilogie, die mir sehr viel Spaß bereitet hat, schön geschrieben ist, und ich wirklich gerne weiterempfehle. 4-4,5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.04.2025

Unterhaltsame Lektüre

Ich weiß es doch auch nicht
0

Jeden Tag stellen wir uns zahlreichen Fragen, müssen Entscheidungen treffen. Da fällt es nicht immer leicht, Antworten auf alles zu finden. Mareice Kaiser hat sie auch nicht, aber sie denkt gemeinsam mit ...

Jeden Tag stellen wir uns zahlreichen Fragen, müssen Entscheidungen treffen. Da fällt es nicht immer leicht, Antworten auf alles zu finden. Mareice Kaiser hat sie auch nicht, aber sie denkt gemeinsam mit uns über existenzielle, humorvolle, wichtige Fragen nach. Sie gibt Ratschläge, erzählt von ihren Erfahrungen und ist gemeinsam mit uns unsicher.

»Ich weiß es doch auch nicht« hält, was es verspricht. Es ist kein Ratgeber mit tiefgründigen Antworten, wie man sein Leben ausrichten soll. Es ist ehrlich und unverblümt und macht Spaß. Die Autorin hat Fragen gesammelt, die sie selbst oft gestellt bekommt, und hat sie hier in Kategorien wie "Fragen über mich", "Beziehungsfragen" oder "Große Fragen" sortiert. Sie beantwortet diese auf völlig unterschiedliche Weise und in ganz unterschiedlichen Längen. Mal bezieht sie sich auf eigene Erlebnisse, die sie schildert und einordnet, Mal kommt aus dem Impuls heraus ein Gedanke. Mal sind es 4 Seiten und mal 4 Zeilen. Nicht zu jeder, aber zu den meisten Fragen/Antworten gibt es Illustrationen von Slinga, die ich sehr ansprechend finde und die wirklich gut zum Thema passen. Manchmal beantwortet Slinga dadurch die Frage sogar selbst, oder kommentiert die Antwort der Autorin.

Das Buch ist kurzweilig und unterhaltsam, und ich hab es sehr gerne gelesen. Ich mochte die Einblicke in die Gedanken der Autorin, und ich habe mich in dem ein oder anderen gut widergespiegelt gefühlt oder den Moment genutzt, selbst nochmal über die Frage (oder ihre Antwort) nachzudenken. Allerdings hatte ich mir erhofft, dass das Buch einen bleibenderen Eindruck bei mir hinterlässt. Mir war klar, dass es eher witzige Unterhaltung als tiefe Selbstreflektion gibt, aber die meisten der Fragen und Antworten sind nicht lange im Kopf geblieben und ich habe vieles nur kurze Zeit später wieder vergessen. Hier und da ist allerdings auch was hängen geblieben, was besonders resoniert hat.

Es ist auf jeden Fall eine gute Lektüre für alle, die sich mit ein paar existenziellen Fragen auseinandersetzen möchten, ohne richtig tief an sich arbeiten zu müssen oder ewig vor sich hinzugrübeln. Vielleicht gut was zum Reinschnuppern in so eine Art Sachbuch!

Von mir gibt es gute 4 Sterne und eine Empfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere