Poetisch und besonders
I Loved You in Another LifeEvan plant, ein Semester nach Alaska zu gehen, doch er bekommt Zweifel, ob er seine alleinerziehende Mutter und seinen kleinen Bruder allein lassen kann. Vor allem, als seine Mutter eine unerwartete Diagnose ...
Evan plant, ein Semester nach Alaska zu gehen, doch er bekommt Zweifel, ob er seine alleinerziehende Mutter und seinen kleinen Bruder allein lassen kann. Vor allem, als seine Mutter eine unerwartete Diagnose erhält. Doch dann hört er einen Song, der ein Lichtblick für ihn wird, und den sonst niemand hören kann ...
Shosh wollte nach der High School ihren Weg als aufstrebender Stern am Schauspiel-Himmel fortsetzen. Doch der Verlust ihrer Schwester hat ihr diese Träume genommen. Sie fühlt sich orientierungslos und allein – bis ein Lied in ihrem Kopf erklingt ...
»I Loved You In Another Life« ist ein besonderes Buch, ruhig, poetisch, zum Sacken lassen. Ich hab ein wenig gebraucht, um reinzukommen, denn es ist wenig umgangssprachlich, Szenen oder Gedanken manchmal nicht auserzählt und es bleibt einiges lose im Raum, was man mit eigenen Gedanken füllen kann und das einen zum Nachdenken anregt. Das ist aber auch gerade das Tolle an diesem Buch. Es wirkt dadurch bedeutender.
Die Charaktere agieren auf respekt- und liebevolle Weise miteinander, ich fand die Bande, die in diesem Buch existieren, super schön. Zuerst natürlich Evan und Shosh, die sich zu Beginn des Buches noch nicht wirklich kennen, die aber in der gleichen Umlaufbahn unterwegs sind. Sie harmonieren sehr gut und man merkt sofort, da ist etwas besonderes zwischen ihnen, was man mit Worten nur schwer erklären kann, aber es ist da.
Aber auch die anderen Beziehungen sind wirklich schön. Sei es Evan und sein kleiner Bruder, oder mit seiner besten Freundin Ali. Shosh und Ruth. Oder auch mit Will. Selbst die kleineren Nebencharaktere. Man hat an vielen Stellen Entwicklungen miterleben dürfen, und das hat mir gefallen.
Auch die Einschübe aus anderen Zeiten und anderen Leben waren interessant. Ich war immer sehr neugierig, auf welche Charaktere/Typen wir genau stoßen und wie sie zueinander stehen. Ich mochte es, dass es dabei so vielfältig war. Denn Liebe ist vielfältig, und kann sich nicht immer nur auf eine Art der Zuneigung beschränken. Das war wirklich schön.
Letztendlich habe ich allerdings gehofft, dass mir dieses Buch noch mehr Emotionen entlockt. Ich dachte es wird traurig, mitreißend und berührt mich tief im Herzen. Es ist für mich persönlich aber doch etwas an der Oberfläche geblieben. Auch habe ich erwartet, dass die einzelnen Lebensstränge tiefergehender und bedeutungsvoller miteinander verknüpft werden, sie velleicht mehr wahrgenommen oder in die "Hauptgeschichte" integriert werden. Das bliebt recht lose, was ich schade fand.
Insgesamt also nicht ganz das tiefsinnige, nachhallende Buch, dass ich mir erhofft hatte, aber dennoch wirklich schön zu lesen und zu empfehlen!
3,5 Sterne