Faszinierende Geschichte über die Entstehung der Ebstorfer Weltkarte
Das Rad der WeltLüneburg im Jahr 1291.
Die junge Agnes, Tochter des Welfenherzogs Otto des Strengen, träumt davon hinaus in die Welt ziehen und eine Mappa Mundi, eine allumfassende Weltkarte, zu erstellen. Doch leider ...
Lüneburg im Jahr 1291.
Die junge Agnes, Tochter des Welfenherzogs Otto des Strengen, träumt davon hinaus in die Welt ziehen und eine Mappa Mundi, eine allumfassende Weltkarte, zu erstellen. Doch leider bleibt ihr das verwehrt, ein fremdbestimmtes und eintöniges Leben steht ihr als adeliger Tochter bevor. Zufällig lernt sie den Buckelkrämer Liudger kennen und beschließt mit ihm zu fliehen. Aber das Vorhaben scheitert und Agnes wird in ein Kloster verbracht um dort Demut und Gehorsamkeit zu lernen.
Doch im Kloster bekommt sie die Chance ihre Karte zu verwirklichen und ihr Leben erfährt eine ungeahnte Wendung.......
Der Autor Hendrik Lambertus entführt mit seinem historischen Roman die Lesenden in die geheimnisvolle mittelalterliche Welt der Klöster. Hier wurde Wissen vermittelt und es war für viele junge adelige Frauen der einzige Weg ein Leben abseits von Zwangsverheiratungen zu leben.
Die Geschichte ist natürlich fiktiv aber die Ebstorfer Weltkarte hat es wirklich gegeben. Leider ist nicht bewiesen ob sie wirklich von den Nonnen des Ebstorfer Klosters erschaffen wurde.
Die Romanfiguren werden sehr ausführlich und genau dargestellt, man freundet sich im Laufe des Buches richtig mit ihnen an.
Auch die Umgebung des Klosters in Norddeutschland und die Beschreibungen vom damaligen Tunis und Konstantinopel sind sehr bildhaft und vermitteln einen guten Eindruck über die damaligen Städte und Orte.
Die Beschreibung der Mappa Mundi ist sehr genau, auch ohne das Werk zu kennen habe ich einen sehr guten Überblick darüber bekommen.
Diese kann man sich übrigens auch online ansehen.
Das Cover ist ansprechend und ist passend zum Genre, im Vordergrund eine junge Dame welche einen Kreis hält der wohl das Rad der Erde darstellen soll und im Hintergrund die leider nur sehr blass gedruckte Ebstorfer Weltkarte. Die hätte für meinen Geschmack etwas stärker gedruckt sein können, genau wie die Zeichnungen im Buchinneren.
Ein wirklich schöner historischer Roman mit einem sehr interessanten historischen Hintergrund.
Vielen Dank an den Autoren und dem Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar.