George Orwell wäre stolz auf dieses Buch
Wie die KarnickelMit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, ...
Mit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, spiegeln auch hier Tiere die unterdrückte Minderheit.
So war es für die Welt ein großes Ereignis als über Nacht, neben den Kaninchen auch weitere Tiere wie z.B. Füchse, in eine menschliche Größe anwuchsen und wie diese zu sprechen und zu denken begannen. Schnell wurde versucht zu verstehen was dahinter steckt, jedoch ohne Erfolg. Sie sind keine Hybride aus Menschen und Kaninchen, sondern haben die reine tierische DNA, sind jedoch sprachbegabt (neben der eigenen die menschliche und haben einen IQ der im Durchschnitt höher als der eines Menschen ist. Somit haben Menschen am Ende Angst, dass die intelligentere Rasse sie übernehmen wird?
Die Kaninchen sind dem Ministerium für Kaninchenangelegenheiten unterstellt und anders als zu Anfangszeiten wo es nur darum ging diese in Arbeitsstellen zu bekommen, ist es nun ein Überwachungsapparat, welcher diese Bewohner in großen Gruppen in Außenstellen unterbringt.
Dabei haben diese beim Europäischen Gerichtshof die Rechte wie ein jeder normaler Mensch zugesprochen bekommen. Jedoch hat sich Großbritannien mit seinem Ausstieg aus der EU (wie im echten Leben) sich somit ein Schlupfloch geschaffen, sich nicht an diese Regelung halten zu müssen. So ist es die Taskforce, welche regelmäßig Kaninchen von der Straße holen will, dieser strafrechtliches Verhalten vorhalten will um diese dann gerechtfertigt zu beseitigen. Das dies nicht selten der Fall ist, wird im Buch immer wieder betont.
So erleben wir einen Staat, dem Lebewesen die nicht zu 100% Mensch sind, nicht als solche akzeptieren und führen eine Hasstirade auf diese aus. Verfolgt sie, spioniert sie aus, unterstellt alles Böse der Welt und sieht sich als potenzielles Opfer.
So gibt es Menschen, die es noch mit Humor sehen und offen dem gegenüber stehen wie in diesem Beispiel: „… werden sie nicht aus dem Gebäude (Kirche) ausschließen-sofern sie auf den Kirchenbänken keinen Salat knabbern und nicht alles vollkötteln.“
Und natürlich das klassische Gegenteil, welches wesentlich häufiger und aggressiver auftaucht: „Karottenknabbernde Quälgeister. Man hätte sie ersticken sollen, als sie ihr erster Wort gesprochen haben“ … dessen sozialer Filter – wenn er überhaupt welche besaß – nun vollständig flöten gegangen waren.
In diesem nun sehr zweideutigen Geschehen gibt es dann Menschen wie Peter Knox, welche für den Staat und gegen die Kaninchen arbeiten, jedoch noch aus der Zeit des jungen Erwachsenensein, genau mit diesen sympathisiert hat. Wie soll er dem Druck von Seiten des Staates als Arbeitgebern, den rassistischen und verängstigten Bewohnern seines Dorfes und auf der anderen Seite den ihm freundlichen Volk der Kaninchen agieren? Die Parallelen zu unsere jetzigen Gesellschaft bzw. dessen, was in der Vergangenheit passiert ist, sind groß. Und schafft der Autor in diese sehr harte und schwere Thematik so wunderbar viel Humor zu verpacken, dass ich oftmals grinsen musste. Denn auch Kaninchen besitzen Humor, auch schwarzen. Und nach einem sehr schwierigen Einstige auf den ersten 15 % mit mir viel zu vielen Fachbegriffen von der Psychologie, über Genetik und Politik, konnte ich das Buch danach genießen und empfehle es jedem (wobei die Blaukreuze in die Tischkante beißen würden, da sie ihr absolut dummes Denken hier so schön vor Augen geführt bekommen und rate hier zur Möhre zu greifen.)