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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.12.2025

George Orwell wäre stolz auf dieses Buch

Wie die Karnickel
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Mit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, ...

Mit seinem Roman „Wie die Karnickel“ hat Fforde eine rassistische Dystopie erschaffen, welche Bezug auf unsere aktuelle Gesellschaft widerspiegelt. Ähnlich wie in George Orwell´s in „Die Farm der Tiere“, spiegeln auch hier Tiere die unterdrückte Minderheit.

So war es für die Welt ein großes Ereignis als über Nacht, neben den Kaninchen auch weitere Tiere wie z.B. Füchse, in eine menschliche Größe anwuchsen und wie diese zu sprechen und zu denken begannen. Schnell wurde versucht zu verstehen was dahinter steckt, jedoch ohne Erfolg. Sie sind keine Hybride aus Menschen und Kaninchen, sondern haben die reine tierische DNA, sind jedoch sprachbegabt (neben der eigenen die menschliche und haben einen IQ der im Durchschnitt höher als der eines Menschen ist. Somit haben Menschen am Ende Angst, dass die intelligentere Rasse sie übernehmen wird?

Die Kaninchen sind dem Ministerium für Kaninchenangelegenheiten unterstellt und anders als zu Anfangszeiten wo es nur darum ging diese in Arbeitsstellen zu bekommen, ist es nun ein Überwachungsapparat, welcher diese Bewohner in großen Gruppen in Außenstellen unterbringt.

Dabei haben diese beim Europäischen Gerichtshof die Rechte wie ein jeder normaler Mensch zugesprochen bekommen. Jedoch hat sich Großbritannien mit seinem Ausstieg aus der EU (wie im echten Leben) sich somit ein Schlupfloch geschaffen, sich nicht an diese Regelung halten zu müssen. So ist es die Taskforce, welche regelmäßig Kaninchen von der Straße holen will, dieser strafrechtliches Verhalten vorhalten will um diese dann gerechtfertigt zu beseitigen. Das dies nicht selten der Fall ist, wird im Buch immer wieder betont.

So erleben wir einen Staat, dem Lebewesen die nicht zu 100% Mensch sind, nicht als solche akzeptieren und führen eine Hasstirade auf diese aus. Verfolgt sie, spioniert sie aus, unterstellt alles Böse der Welt und sieht sich als potenzielles Opfer.

So gibt es Menschen, die es noch mit Humor sehen und offen dem gegenüber stehen wie in diesem Beispiel: „… werden sie nicht aus dem Gebäude (Kirche) ausschließen-sofern sie auf den Kirchenbänken keinen Salat knabbern und nicht alles vollkötteln.“

Und natürlich das klassische Gegenteil, welches wesentlich häufiger und aggressiver auftaucht: „Karottenknabbernde Quälgeister. Man hätte sie ersticken sollen, als sie ihr erster Wort gesprochen haben“ … dessen sozialer Filter – wenn er überhaupt welche besaß – nun vollständig flöten gegangen waren.

In diesem nun sehr zweideutigen Geschehen gibt es dann Menschen wie Peter Knox, welche für den Staat und gegen die Kaninchen arbeiten, jedoch noch aus der Zeit des jungen Erwachsenensein, genau mit diesen sympathisiert hat. Wie soll er dem Druck von Seiten des Staates als Arbeitgebern, den rassistischen und verängstigten Bewohnern seines Dorfes und auf der anderen Seite den ihm freundlichen Volk der Kaninchen agieren? Die Parallelen zu unsere jetzigen Gesellschaft bzw. dessen, was in der Vergangenheit passiert ist, sind groß. Und schafft der Autor in diese sehr harte und schwere Thematik so wunderbar viel Humor zu verpacken, dass ich oftmals grinsen musste. Denn auch Kaninchen besitzen Humor, auch schwarzen. Und nach einem sehr schwierigen Einstige auf den ersten 15 % mit mir viel zu vielen Fachbegriffen von der Psychologie, über Genetik und Politik, konnte ich das Buch danach genießen und empfehle es jedem (wobei die Blaukreuze in die Tischkante beißen würden, da sie ihr absolut dummes Denken hier so schön vor Augen geführt bekommen und rate hier zur Möhre zu greifen.)

Veröffentlicht am 11.12.2025

Viel Versprochen aber nur wenig geliefert

The Academy
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Wie ich den Klappentext lass, war mein erstere Gedanke: Mal eine Internatsstory die ein bisschen was an Drama, Action und Abwechslung verspricht. Eine App, die für Unruhe sorgt, ein Suizid der Folgen haben ...

Wie ich den Klappentext lass, war mein erstere Gedanke: Mal eine Internatsstory die ein bisschen was an Drama, Action und Abwechslung verspricht. Eine App, die für Unruhe sorgt, ein Suizid der Folgen haben wird und viel Druck nach dem Erreichen dieses sehr guten Platzes im Ranking.

Leider konnte mich das Buch nicht von sich überzeugen. Wir starten in ein neues Schuljahr und der Tod der Schülerin Cinnamon hängt noch in der Luft. Wir erfahren recht schnell das es ein Suizid war und sofort kommt der Verdacht auf zu viel Stress und Druck auf. Immerhin geht es an dieser Schule darum, später an die besten Unis zu kommen.
Doch die meisten Schüler dieser Schule werden diesen Schritt nie schaffen, da es für die meisten nur eine Zwangslage ist, welche sie erleben müssen, da ihre Eltern zu viel Geld haben und sie dort untergebracht haben um sich mehr um sich selbst und das dicke Geld kümmern zu können.

So erleben wir die Geschichte schon recht schnell aus unterschiedlichen Perspektiven von den Schülern, den Lehrkräften, des Koches und der Schulleitung. Der Druck hübsch und beliebt zu sein bei den Minderjährigen, Beziehungen unter den Lehrkräften, die nicht gut laufen, Zusatzgeschäfte, die zur Kündigung führen würden und der nun frische Druck zur zweitbesten Schule des Landes zu gehören.

Dies führt zu Essproblemen, Ärger bei der ersten Liebe, Übergriffen, Regelverstoßen und sehr viel Stress bei den Charakteren. Leider bleiben diese trotz der guten Möglichkeit an Vorlagen weit hinter dem wie sie sein könnten. Blass und eintönig und sehr vorhersehbar zieht sich die Geschichte in eine Länge, der ein paar Charaktere und Storys weniger sehr gutgetan hätten.

Für mich ist es kein Roman, sondern eher ein Jugendbuch mit Schwerpunkt erste Liebe, Schuldruck, Enttäuschungen und daneben die Sorgen der Erwachsenen. Leider kann ich der Geschichte nichts abgewinnen und kann diese auch nicht weiterempfehlen. Wer ein Buch ohne große Überraschungen und eher mit seichter Thematik sucht, ist hier gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 12.11.2025

Tolle Weiterführung zum ersten Teil

Academy of Lies (Band 2) - Autopsie einer Intrige
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Wir starten im Buch, wo der erste Teil geendet ist. Medizinstudentin Quinn erwacht mit einem Filmriss. Sie kann sich an den Tod Ihres Bruders erinnern und dass die letzte Zeit schwer für sie war. Sie versteht ...

Wir starten im Buch, wo der erste Teil geendet ist. Medizinstudentin Quinn erwacht mit einem Filmriss. Sie kann sich an den Tod Ihres Bruders erinnern und dass die letzte Zeit schwer für sie war. Sie versteht jedoch nicht, warum ihre Mitbewohnerin Mira ihr gegenüber abweisend ist, wo sie doch gerade erst eine Freundschaft am Entwickeln waren.
Zudem sie sich derzeit verstärkt auf ihre Seminare konzentrieren muss, da sie durch vermehrte Fehlstunden nach dem Tod ihres Bruder nicht alle besucht hat. Jedoch findet sie in der Hausmülltonne ihre blutverschmierte Kleidung und versteht die Welt nicht mehr.

Nach und nach kommen ein Teil der Erinnerungen wieder, aber nicht die von dem Übergriff. Leonas zeigt ihr das Video mit dem Übergriff und führt ihr die Gefahr des Zirkels vor Augen.
Zusammen mit Leonas versucht sie nun den Zirkel von Ihnen zu sprengen, muss dafür jedoch drei gefährliche Prüfungen übernehmen.

Das Buch war für mich eine wunderbare Fortführung zum ersten Teil. Es gab sehr gute Verbindungen zum ersten Teil, so dass ich diesen gefühlt erst letzten Monat gelesen habe. Die Charaktere sind dieselben wie im ersten Teil und die Geschichte spielt im selben räumlichen Umfeld, wie der erste Teil. Nach und nach werden Geheimnisse gelüftet, man erkennt stellenweise sehr früh, wer zum Zirkel gehören wird. Das führt dazu, dass es nicht ein Krimi im Erwachsenengenre ist mit viel Überlegung, sondern eher die Geschichte um das Heilmittel und wie Quinn mit dem Geheimnis umgeht.

Was ich im Buch nicht wirklich wahrgenommen habe und was es nicht brauchte, ist die „zarte Slow-Burn-Romance“. Die zarte kleine Romanze zwischen den beiden war für mich eine Randnotiz.

Der Schreibstil war wie bereits im ersten Buch sehr zügig und locker beschrieben. Erneut lesen wir die Tagebucheinträge von Quinn zu medizinischen Themen. Ich fand diese auch wieder sehr interessant geschrieben und halfen mir, die Organspende von Quinn besser zu verstehen und wie Medikamente wirken bzw. warum unser Körper nicht immer so arbeitet wie dieser soll.

Das die Autorin aus dem Buch eine Dilogie gemacht hat, war die richtige Entscheidung und ich empfehle gerne den zweiten Teil.

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Veröffentlicht am 30.10.2025

Eine Geschichte rund um persönliche Belange und dann kommt erst die Mördersuche

Das Internat
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Ein Internat, eine misslungene Halloweenparty und eine tote Schülerin. „Das Internat“ versteht sich als Thriller, ist aber in seiner Umsetzung nur ein leichter Krimi mit dem Schwerpunkt auf familiären ...

Ein Internat, eine misslungene Halloweenparty und eine tote Schülerin. „Das Internat“ versteht sich als Thriller, ist aber in seiner Umsetzung nur ein leichter Krimi mit dem Schwerpunkt auf familiären Problemen.
„Jeder hat ein Geheimnis. Niemand ist sicher.“ Ist der Untertitel. Ich kann das erste bestätigen, aber mal im Ernst, wer hat kein Geheimnis? Und nicht alle im Buch haben mit der toten Sarah zu tun. „Niemand ist sicher?“ Das Buch schwört jetzt nicht darauf, jeden als Verdächtigen zu benennen.
So sind wir recht schnell in der Handlung und erfahren das die Party für Sarah tödlich geendet ist. Wer bei dieser dabei war, wird nach und nach erläutert. Jede Person hat jedoch einen guten Grund, nicht die ganze Wahrheit über den Abend zu sagen.
So ermittelt Ben und erfährt das seine Tochter Ellie auch da war, ganz zu seinem Unmut und den seiner Ex-Frau, die beide davon ausgingen, dass Ellie jeweils beim anderen war. Was hat es mit dem Blut auf Ihrer Kleidung auf sich? War sie am Tod beteiligt?
Und so habe ich bereits die drei wichtigsten Personen, mit den meisten Augenmerk aufgezählt. Ben ist als Ermittler natürlich überall mit dabei, jedoch ist auch seine private Situation sehr präsent. Neben der Trennung von seiner Frau, die erst wenige Monate her ist, und der Tatsache das die neue schon Schwanger ist, ist es die Sorge um die Tochter.
Rachel macht sich Sorgen um Ellie und bemuttert diese zu sehr. Das sie als Schulpsychologin am Internat angestellt ist, macht es für Ellie nicht einfacher.
Ellie ist ein Teenager. Sie will die örtliche Natur beschützen, ist gegen ein Bauprojekt, hat Zukunftssorgen und Druck welches durch das Stipendium da ist. Gegen die Eltern rebellieren ist bei ihr nichts besonders schwerwiegendes, sondern im normalen Rahmen.
Diese drei persönlichen Geschichten überschatten an vielen Stellen die Story um die tote Sarah. Die Personen an der Schule, der überaus sympathische Lehrer, der bei den Schülerinnen zu beliebt ist, der merkwürdige Hausmeister, der nachts rumschleicht, der Baumogul der mehr Wut wegen seines Bauprojektes halt als um den Tod der eigenen Nichte sind daher mehr Randfiguren.
Alles in allem versprüht die Geschichte mehr ein Familiendrama als die Inhalte eines Thrillers. Denn die Definition besagt folgendes: „Ein Thriller ist ein Genre, das durch Spannung und Nervenkitzel gekennzeichnet ist. Inhaltlich geht es meist um eine existenzielle, oft lebensbedrohliche Gefahr für die Hauptfigur, Zeitdruck, unerwartete Wendungen und ein hohes Erzähltempo. Typische Inhalte sind intensive Konflikte zwischen Protagonist und Antagonist, psychologische Tiefe der Charaktere, Cliffhanger, falsche Fährten und ein Spannungsbogen, der erst im Finale aufgelöst wird.“
Spannung? Nein. Nervenkitzel? Nein. Der ganze Rest der Definition kommt erst zum Ende auf und somit für mich zu spät.
Wer also ein Familiendrama möchte, mit der nebensächlichen Suche nach der mordenden Person ist hier gut aufgehoben. Man darf nur leider keine großen Erwartungen an das Buch mitbringen.

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Fantasy mit interessanter Idee, Abspecken um ein paar Seiten würde jedoch gut tun

Silver Elite
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„Silver Elite“ ist eine Dystopie, in einer Welt wo Menschen mit speziellen Fähigkeiten (Mods) gegenüber normalen Menschen stehen (Primes). Die Regierung sucht und tötet oder schickt die Mods in Arbeitslager. ...

„Silver Elite“ ist eine Dystopie, in einer Welt wo Menschen mit speziellen Fähigkeiten (Mods) gegenüber normalen Menschen stehen (Primes). Die Regierung sucht und tötet oder schickt die Mods in Arbeitslager.

So wächst Wren auf der Ranch ihres „Onkels“ auf, der sie als Kind gefunden und bei sich aufgenommen hat. Dieser hat sie bereits früh mit ihren Fähigkeiten trainiert und ihr immer zu verstehen gegeben, wie wichtig es ist, diese nicht nach außen erscheinen zu lassen. Nur andere Mods, die voneinander wissen, versuchen sich gegenseitig zu helfen. So steht Wren in telepathischer Übertragung mit ihrer besten Freundin, die im selben Bezirk lebt.

An einem schicksalhaften Tag wird sie und ihr Onkel gefangen genommen und Wren in die Ausbildung für die Silver Elite gesteckt. Dort trifft sie auf Sohn des General, der für den Tod tausender Mods schuldig ist.

Nun hat Wren nur zwei Möglichkeiten, sie besteht die Prüfungen und wird Teil der Elitegruppe oder lebenslänglich Gefängnis. Und es weiß niemand das sie ein Mod ist, dass wäre ihr sofortiger Tod. Die Organisation, welche Mods helfen will, sitzt ihr im Nacken und verweigert die Hilfe, wenn sie nicht bis zum Ende mit dabei ist.

Der Anfang des Buches war für mich schon sehr zäh und langatmig. Sie kommt in die Vorauswahl der Rekruten, hat dort wenig Lust drauf und lernt erstmal viele neue Personen kennen. Nach und nach dünnt das Feld aus, auch wenn auf verschiedene Arten von Ausscheiden wegen fehlender Qualifizierung bis hin zu unschönen Unfällen.

Die Nebencharaktere sind daher erstmal was viel und man muss sich ein Bild von Ihnen machen. Leider viel es mir bis zum Ende schwer, weil sie für mich nicht greifbar genug waren. Weder durch ihre Optik noch durch ihren Charakter. Neben der guten Freundin, dem Kumpel, den Psychopath und der Bitch in der Gruppe, war der Rest noch weniger greifbar. Mit der Zeit wurde es besser (weil es weniger wurde) aber leider immer noch blass blieben.

Die Geschichte braucht richtig lange, um Fahrt aufzunehmen und über 600 Seiten sind viel zu viel. Wiederholungen, viele Sexszenen und immer wieder dieselben Betonungen bzgl. Mancher Charaktere und ihrer Eigenart. Das letzte Drittel hat mich daher am meisten mitgenommen. Die Liebesgeschichte war mir ein bisschen zu unglaubwürdig und für beide auch immens gefährlich. Zu viele wollen hier nicht gesehen haben.

Trotz vielen Meckern hat mir die Geschichte aber gut gefallen. ES gibt viele überraschende Wendungen und so mancher Charakter überrascht gerade zum Ende hin mit Entscheidungen und Erscheinen in der Geschichte. Das Wortbuilding war gut gewählt und entsprich schon einer erwachsenen Schreibweise, was man oft in Büchern vermisst. Ich hoffe für den zweiten Teil eine bessere Charakterentwicklung, auch wenn Wren schon sehr viel Reife in der Zeit ihrer Ausbildung erfahren hat. Alles in allem ist eine gute Story, nur muss man bei den vielen Seiten Geduld mitbringen.