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Bisco

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.12.2019

Weniger ein Thriller als mehr ein Familiendrama

Mondscheinjunge
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Eine Kleinstadt in Amerika, eine Sackgasse wo eine Hand voll Häuser stehen. Familiendramen, Scheidungen, Kinder, ältere Menschen alles ganz normal. Wäre da nicht die Besonderheit das alle Straßenlaternen ...

Eine Kleinstadt in Amerika, eine Sackgasse wo eine Hand voll Häuser stehen. Familiendramen, Scheidungen, Kinder, ältere Menschen alles ganz normal. Wäre da nicht die Besonderheit das alle Straßenlaternen ohne Beleuchtung sind und immer aus sind.

Grund hierfür ist Tyler. Er ist vor kurzem erst 14 Jahre alt geworden und hat somit schon mehr als die Hälfte seines Lebens überstanden, wenn man den Erfahrungen der Ärzte glauben mag. Ein genetischer Fehler verhindert das Tyler mit UV Licht in Berührung kommen darf. Dies sorgt sofort für Brandblasen, Verbrennungen bis hin zur Erblindung und Krebsbildung. Ein sogenanntes XP-Kind.

Somit ist er im Mittelpunkt seiner Familie. Seine Mutter Eve welche sich ständig um ihn kümmert, alles Lampen gegen sichere Lampen ausgetauscht hat. In der Straße die Beleuchtung ausschalten lies. Mit zur Familie gehören seine 16jährige Schwester Melissa welche es gewohnt ist die zweite Geige zu spielen, aber von ihrer Mutter dennoch sehr viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Sein Vater David arbeitet in einer Großstadt und ist nur am Wochenende zu Hause. Anders kann die Familie den teuren Lebensumstand um Tyler und das Reiten von Melissa nicht leisten.

Die weiteren Charaktere der Nachbarschaft werden im Buch auch mit der Zeit etwas näher erläutert. Wichtig für die Geschichte ist auf jeden Fall Charlotte, Nachbarin und beste Freundin von Eve. Die Geschichte spielt mit der Thematik eines Unfalls wo ihre Tochter, Amy 11 Jahre alt, stirbt.

Es wird dem Leser schnell gezeigt wer den Unfall verursacht hat, da dieser in der Szenerie live mit dabei ist. So erfahren wir was Tyler bedrückt, wie sein bester Freund Abstand gewinnt, dadurch das er nun auf die Junior-High geht und Tyler von zu Hause Unterricht erhält. Erfahren was er nachts draußen durch die Nachbarsfenster sieht.

Nach dem Amy tot gefunden wird, beginnen die Spekulationen und die Bedrohung in der Straße wächst. Jeder verdächtigt jeden, Geheimnisse werden aufgedeckt, Gefahren entstehen.

Ich würde das Buch nicht als Psychologischen Spannungsroman beschreiben, sondern eher als eine Mischung aus Familiendrama und Tragödie.

Die Charaktere waren mir sympathisch, man verstand jeden für das was ihn antrieb und wie er reagierte. Tyler ist nicht das klassische Opferkind, sondern wird durch seine Mutter Eve in diese Rolle gedrängt. Melissa der pubertäre Teenager und der überarbeitete Vater welcher nicht gerade wenig weiblichem Reiz auf seiner Arbeit ausgesetzt ist. Und das Wissen über die Wahrheit, dass man schuld am Tod von Amy ist, zerfrisst einen Charakter und auch dies ist sehr gut lesbar gewesen. Ich würde das Buch weiterempfehlen aber keinen allzu großen Spannungsroman/thriller erwarten

Veröffentlicht am 02.12.2019

Emotionen pur

Die letzten Tage von Rabbit Hayes
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Stell dir vor du bist Teil einer großen Familie und einer tollen Tochter. Du bist 38 Jahre jung und erhältst die Diagnose Brustkrebs. Du kämpfst. Zwei Jahre später steht aber fest das du den Kampf verloren ...

Stell dir vor du bist Teil einer großen Familie und einer tollen Tochter. Du bist 38 Jahre jung und erhältst die Diagnose Brustkrebs. Du kämpfst. Zwei Jahre später steht aber fest das du den Kampf verloren hast. Genau so geht es Rabbit. Sie ist Mutter einer 12jährigen Tochter und es sind die letzten 9 Tage ihres Lebens.

Rabbit ist ein Lebensbejahender Mensch und eine Kämpferin. Schon in der Vergangenheit hat sie genügend zu kämpfen gehabt. Teil einer Großfamilie, Erste Liebe, Alleinerziehend. All das erfahren wir in den Träumen und Erinnerungen von Rabbit während sie im Hospiz lebt. Wir lernen alle Menschen ihres Lebens kenne, sei es bereits tot oder noch lebendig. Ihre Schwester mit den vielen Kindern, ihr unselbstständiger Bruder, die über 70jährigen Eltern.

Die Geschichten sind mal traurig, mal lustig. Man ist sehr schnell ein Teil von Rabbits Leben. Nicht zu vergessen ist das sie im Sterben liegt. Alle wissen das. Und neben der Trauer, die sie erleben, lachen sie dennoch und Rabbit muss die schwerste Entscheidung ihres Lebens treffen. Wer wird ihre Tochter nach ihrem Tod übernehmen.

Ein Buch der Erinnerungen und des Abschieds nehmen. Ein wahnsinnig einfühlsamer Roman. Ich habe auf den letzten Seiten weinen müssen. Man weiß wie es vorbeigeht, aber es trifft einen doch so unvorbereitet als wären es mehr als nur neun Tage gewesen welche wir Rabbit erleben.

Veröffentlicht am 02.12.2019

Eine tolle Mischung aus Krimi, Fantasy und Historischem

JACKABY
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Ein Detektiv, eine junge Frau, ein Geist, eine Ente und ein Frosch treffen sich in einem Haus. Nein das wird kein Witz mit einer dämlichen Pointe. Dies ist die Geschichte von genau diesen „Personen“ und ...

Ein Detektiv, eine junge Frau, ein Geist, eine Ente und ein Frosch treffen sich in einem Haus. Nein das wird kein Witz mit einer dämlichen Pointe. Dies ist die Geschichte von genau diesen „Personen“ und ein paar anderen besonderen Wesen.

Wir finden uns im Jahr 1892, in einer kleinen amerikanischen Stadt wieder. Die junge Abigail Rook hat die Universität geschmissen und möchte frei und unabhängig sein. Um diesem Umstand nachkommen zu können, muss aber natürlich Geld her. Kaum ist Abigail in der Stadt angekommen versucht sie ihr Glück in den Unterschiedlichsten Läden. Nach dem alle Versuche scheiterten kommt sie an einer Anzeige, mit dem Gesuch nach einer persönlichen Assistentin, in Jackabys Büro hinein.

Hier soll für sie ein Abenteuer beginnen wie sie es sich seit ihrer Kindheit wünscht. Denn anders als andere Mädchen, war es nie ihr Traum als Ehefrau und Mutter zu enden, sondern will ihren Horizont erweitern und ihre unglaublich gute Auffassungsgabe nutzen, um die Welt damit zu erkunden. Wie gut das sie damit genau dort gelandet ist wo sie nun ist.

R.F. Jackaby, nur Jackaby die meiste Zeit, ist ein ungewöhnlich scharsinniger Detektiv, welche die etwas ungewöhnlicheren Fälle bearbeitet. Man könnte sagen, der Witz von Sherlock Holmes aus den Filmen mit Benedict Cumberbatch, gepaart mit Buffy und dazu etwas Dr. Who, und schon hat man das Bild von ihm vor Augen. So scharfsinnig er ist, so ist sein Verstand manchmal etwas zu fixiert und Abigail wird in der Geschichte für den Weitblick sorgen. Seine lockere Art mit den Polizisten umzugehen, selbst gefährliche Situation locker zu nehmen und die Ruhe zu bewahren und das mit viel Humor macht ihn mysteriös und interessant und unheimlich sympathisch.

Sehr schöne Nebencharaktere sind hierbei die anderen Bewohner des Hauses, auf die ich hier nicht eingehen werde aber die mich auch sehr zum lachen brachten.

Die Geschichte ist flüssig zu lesen, man erfährt ein bisschen über die Zeit, aber ist wenig historisch, eher Situationsabhängig geschrieben. Ein bisschen Blut gehört genauso dazu wie sehr viel Mysteriöses. Viele Fragen bleiben offen, was ich aber gut finde, da es mehr Hintergrundfragen sind, welche sicherlich in den weiteren Teilen behandelt werden.

Ich kann daher jedem dieses Buch nur empfehlen und gebe den Tipp: Start nicht den Frosch an !!!

Veröffentlicht am 02.12.2019

Schlechter Nachfolger

Zersetzt
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„Zersetzt“ ist der das 2.Buch um den Rechtsmediziner Dr. Fred Abel. Vorweg kann ich schonmal sagen, man darf nicht das super Niveau vom ersten Buch erwarten. In diesem Buch haben wir drei Erzählstränge. ...

„Zersetzt“ ist der das 2.Buch um den Rechtsmediziner Dr. Fred Abel. Vorweg kann ich schonmal sagen, man darf nicht das super Niveau vom ersten Buch erwarten. In diesem Buch haben wir drei Erzählstränge.

Ein Keller mit einer jungen Frau, welche gefangen und unter Drogen gesetzt vergewaltigt wird. In Berlin wo es mehrere Opfer arabischer Staaten gibt, welche mit Water-Bording getötet werden und man versucht den Verdacht auf das CIA zu schieben.
So wie der Ausflug nach Transnistrien (irgendwo im Osten hinter Moldavien, muss man echt nicht kennen) wo es Leichen in einem Kalkofen gibt.

Alle drei Geschichten parallel haben mir erstmal keinen guten Einstieg in das Buch beschert. Zu chaotisch die Erzählstränge. In dem einen geht es ruhig zu, in einem anderen geht die Post ab.

Die Geschichten waren für mich einfach nicht griffig und das Hinterwäldlerland absolut nicht meins. Ich habe daher das Buch bei 180 Seiten abgebrochen. Ich hoffe das dritte Buch ist wieder besser.

Veröffentlicht am 02.12.2019

Wenn der Schein auffliegt

Die Lügen der Anderen
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Im Urlaub lernt man Menschen kennen. Nicht immer sind sie uns sympathisch und manchmal ist der Schein, den wir aufrechterhalten. So auch die drei Pärchen Dave und Marina, Angie und Barry und Ed und Sue.

Im ...

Im Urlaub lernt man Menschen kennen. Nicht immer sind sie uns sympathisch und manchmal ist der Schein, den wir aufrechterhalten. So auch die drei Pärchen Dave und Marina, Angie und Barry und Ed und Sue.

Im USA Urlaub lernen sich die Frauen und Männer in einem Resort mit Übernachten, Pool und viel Essen kennen. Beim Essen unterhalten sich die Paare über ihre Häuser, ihre Jobs, ihre Kinder. Ein Urlaub der schön verlaufen könnte, wäre da nicht ein Mädchen, welches verschwindet. In England angekommen, verschwindet auch hier innerhalb kurzer Zeit, wieder ein Mädchen mit einer geistigen Behinderung.

Bei drei Abendessen kommen Geheimnisse und Missgunst der Pärchen zum Vorschein. Die Wahrheit kommt Stück für Stück ans Licht und nicht jede Deko kann die Probleme in den Beziehungen verstecken.

Am Anfang braucht man etwas Zeit, um sich die Pärchen zu merken. Welcher Beruf wo hinter steckt. Wie die Beziehungen innerhalb und zu den anderen stehen. In einzelnen Abschnitten verrät uns der Charakter, welcher die Morde ausgeführt hat, warum diese geschahen. Mit der Zeit ist es ziemlich offensichtlich wer es war. Dennoch ist ein interessantes Theaterstück welche alle aufführen, um die heile Welt zu präsentieren.

Das Ende, nach dem Wissen wer es war, enthüllt dann wirklich noch eine Überraschung, mit welcher nun wirklich niemand rechnen konnte. Alles in allem war der Thriller in Ordnung.