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Veröffentlicht am 05.05.2025

Schlechte Aufmachung von Kill Bill

Yoko
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Yoko, eine Frau die nichts zu verlieren hat, denn ihr wurde schon alles genommen.

Sehr schnell und direkt mittendrin sind wir in der Geschichte, rund um Yoko, welche Ende 20 ist. Sie ist die Besitzerin ...

Yoko, eine Frau die nichts zu verlieren hat, denn ihr wurde schon alles genommen.

Sehr schnell und direkt mittendrin sind wir in der Geschichte, rund um Yoko, welche Ende 20 ist. Sie ist die Besitzerin einer Glückskeksmanufaktur. Bei Ihrer Geburt stab ihre Mutter und ist alleine bei einem übergriffigen Vater aufgewachsen, welcher sie früh in die heimische Metzgerei holte. Die tiefe Wut über den Verlust der Mutter und dass diese sie nach Yoko von den Beatles nannte, sitzt tief in ihr drin. Yoko ist keine Frau die offen auf Leute zugeht, sie ist introvertiert und verspürt eine tiefe Wut gegen die Welt in sich. Ihr Vater wurde in ihren 20ern zum Pflegefall und wie dieser starb schloss sie direkt die Metzgerei und erfüllt sich einen Traum mit dem Backwerk.

Doch auch wenn Yoko erstmal nicht als die Wahnsinns hübsche und aufgeschlossene Person rüberkommt, so kann sie ganz am Anfang des Buches nicht mit ansehen, wie zwei Kerle einen Hund zu Tode prügeln. Nur das Yoko nun selbst Opfer der beiden Arschlöcher wird und mit der Vergewaltigung etwas in ihr freigetreten wird, was tief verborgen war.

Sie will Rache. Für sich und für den Hund und holt sich diese auch und es beginnt eine Geschichte mit Rache auf beiden Seiten. Für jeden Toten den Yoko erzeugt, bekommt sie die Quittung.

Neben Yoko sind Maren, die ehemalige Karrierefrau, Richard der Polizist und Kumpel ihres Toten Vaters und der Angestellte Azad die wichtigsten Personen im Buch.

Die Geschichte wird vollständig aus der Sicht von Yoko erzählt und wir erfahren auch durchgängig wie es ihr geht und was sie fühlt. Erfahren die Pläne und Gedanken die sie beschäftigen.

Besonders ist die Art, wie Dialoge geführt werden. Diese werden untereinander gelistet geführt:

(Yoko) Genau so habe ich mir das vorgestellt
(Maren) Dann machen wir es in Zukunft doch immer genau so
(Y)
(M)

Der Autor hat somit für mich die Persönlichkeit aus dem Dialog herausgenommen. Denn die Art wie jemand spricht: sagte sie, flüsterte sie, sprach sie mit ängstlicher Stimme, knurrte sie aus zusammengebissenen Zähnen usw. entfällt somit vollständig. Es machte mir somit Yoko, obwohl man wie oben beschrieben Ihre Gefühle lesen kann, dann doch wieder so unnahbar, wenn es um einen direkten Dialog ging.

Teilweise fand ich diese Art des Dialoges auch sehr anstrengend und wie man schon erahnen kann, gab es nie ein Gespräch zwischen drei Leuten und immer nur mit Yoko als eine der beiden Personen.

Alles in allem hat die Geschichte ein hohes Tempo, so wie nicht wenig Tote auf beiden Seiten. Die Rache und die Wut wird bei beiden Parteien nicht weniger und niemand kann damit glücklich den Tag beenden. So wird Yoko zwar Hilfe angeboten, diese lehnt sie aber auch immer wieder ab.

Leider hat mich die Geschichte dann doch nicht so sehr von sich überzeugt wie ich es mir erhofft habe. Die starke Frau war sie für mich weniger, als die Frau wo ein Kindheitstrauma ausbricht und sie mit Augenklappen nun ihre ganze Wut an die Welt auslassen will. Zudem sie es schafft sich mit Mördern anzulegen, die darauf ausgebildet sind und sie geht da durch als wäre es nichts.

Somit kann ich nur sagen, die Glückskekse mit ihren Sprüchen die am Anfang mal erwähnt wurden waren interessant und innovativ, die Geschichte ist ein schlechter „Kill Bill“ geworden.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Am besten liest man die Bücher am Stück, so sehr bedrückt einen das Warten auf den dritten Teil

Daemons
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Nahtlos erleben wir den Übergang vom ersten ins zweite Buch und werden sofort wieder in die Geschehnisse zurückgeworfen. Der Bombenangriff auf Edinburgh, der giftige Regen, viele Tote und Geister.

Wir ...

Nahtlos erleben wir den Übergang vom ersten ins zweite Buch und werden sofort wieder in die Geschehnisse zurückgeworfen. Der Bombenangriff auf Edinburgh, der giftige Regen, viele Tote und Geister.

Wir werden direkt ins Kinderzimmer von Henry geworfen. Dieser wird von Albträumen geplagt. Schlimme Träume mit Schmerz und Tod. So denkt die Gruppe, ist sie auf Ciùineas und dem Anwesen von Wills Familie erstmal in Sicherheit, um festzustellen, dass auch dies trügerisch sein kann. Denn wenn die Insel ein sicherer Zufluchtsort ist, so ist auf dem Festland bereits ein Tropfen des giftigen Regens genügend, um weitere Opfer zu fordern.

So wird die Gruppe recht früh in die Trümmer des ehemaligen Forschungsinstituts des IPS geschickt, um zu schauen, ob es dort noch Hinweise auf Forschungen und den ein oder anderen Geist gibt. Mit dabei ist dann auch Sam, der jüngere Bruder von Will, welcher mithelfen will.

Die Geschichte führt im Geschehen und bei den Gefühlen dort weiter, wo wir im ersten einen großartigen Anfang hatten. Anders als in anderen Büchern, ist der zweite Teil nicht schlechter oder schwächer, sondern hält das hohe Niveau. Der Erzählspiel ist weiterhin flott, tiefgehend, voll mit Action aber auch mit ruhigen und sinnlichen Momenten. Wir können nach wie vor alle Gefühle nachvollziehen und freuen uns über jeden Erfolg und jeden schönen Moment der Gruppe.

Ich freue mich auf den dritten Teil im nächsten Jahr und bin gespannt, ob wir noch weitere Experimente und deren Ergebnisse der IPS kennen lernen werden.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Zu weit weg von dieser Welt

Die Unmöglichkeit des Lebens
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Mit der „Mitternachtsbibliothek“ hat der britische Autor Matt Haig den Sprung auf den deutschen Büchermarkt geschickt. In Großbritannien schon länger bekannt und mit mehreren veröffentlichen Büchern, hat ...

Mit der „Mitternachtsbibliothek“ hat der britische Autor Matt Haig den Sprung auf den deutschen Büchermarkt geschickt. In Großbritannien schon länger bekannt und mit mehreren veröffentlichen Büchern, hat er dort bereits seine große Fangemeinde, welche seine philosophischen und Tiefgründigen Bücher zu schätzen wissen.

Bei uns ist der Autor mit der Mitternachtsbibliothek bekannt geworden und die Messlatte daher sehr hoch. Auch ich die ihn über dieses Buch als Autor kennen lernen durfte, hatte hohe Erwartungen.

Leider waren diese dann doch etwas zu hoch gewesen.

Der Klappentext verrät direkt, dass sich die Geschichte stark mit der Selbstfindung beschäftigt und dem eigenen Sinn des Lebens. So hat man Grace sofort als sehr liebenswürdige Persönlichkeit kennen gelernt. Einfach schon bei der Tatsache das die 72-Jährige sich sofort dran setzt, einen Brief an ihren ehemaligen Matheschüler zu schreiben, welcher zurzeit viele Krisen und Selbstzweifel durchlebt.

Wir erfahren direkt wie einsam die gute Frau in den letzten Jahren gewesen ist, seitdem Sie ihren Mann und ihren Sohn verloren hat. Die Ängste, dass Vermissen und die Abschottung haben ihr nicht gutgetan. So ist die Reise nach Ibiza mehr Abenteuer als man es sich erstmal vorstellen kann.

So nimmt sie auf der Insel das kleine, weiße und unscheinbare Häuschen in Augenschein, mit nichts in der Nähe. Ob Einkauf oder was erleben, sie muss dafür ins Auto steigen. In das Auto von ihrer guten ehemaligen Kollegin Christina sitzend, erkundigt sie die Insel und die Bewohner. Denn Sie hat eine Nachricht von Christina und niemand kann ihr so wirklich sagen, wie die Freundin gestorben ist.

Aber ist sie denn wirklich tot? Der Einstieg in das Buch war echt gut gelungen und man konnte sich schnell mit Grace anfreunden. Die Schnitzeljagd auf der Insel, welche ihr die Wahrheit näherbringen sollte, war bis zu dem Zeitpunkt gut, wo der fantastische Teil kam.

Leider, wirklich leider, hat der Autor an dieser Stelle eine Idee ins Buch gebracht, welche die Geschichte in ein Fantasy-Esoterik-Drama bringt. Ohne zu viel zu spoilern, wäre es wie in einem ernsthaften Roman eine Person von jetzt auf gleich, diese fliegen zu lassen.

Nun nehmen neben dem Kampf um die Insel, dem verhindern des Baus von gewissen Gebäuden, dem kennenlernen wichtiger Personen, die ständige esoterisch-fantastischen Teile, schon sehr zu. Ich liebe Fantasy und ich mochte die philosophischen Fragen der Mitternachtsbibliothek, aber hier ist es mir zu viel Akte X auf LSD.

Ich denke, da es mein drittes Buch es Autors ist, dass ich an dieser Stelle dem Autor nicht mehr folgen werde. Ich finde das Ende vom Buch war dann rund für seine Verhältnisse, aber für mich auch ein sauberer Schnitt ohne Wiederkehr.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Fantasy im Wüstensetting

The Kinder Poison
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"The Kinder Poison" von Natalie Mae ist ein atemberaubender Fantasy-Roman, der die Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Die Protagonistin Zahru ist eine mutige und sympathische Heldin, deren ...

"The Kinder Poison" von Natalie Mae ist ein atemberaubender Fantasy-Roman, der die Leser von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Die Protagonistin Zahru ist eine mutige und sympathische Heldin, deren Reise durch die magische Welt von Orkena voller unerwarteter Wendungen steckt.

Zahru lebt mit ihrem Vater Fara, als einfache Personen im Königreich Orken. Vater Fara mit seiner Tierklinik zusammen dem größten Stall der Stadt. Pferde der Soldaten werden dort behandelt. Tiere wie Rinder, Kamele, aber auch kleinere Tiere werden dort behandelt. Ein Teil der Tiere ist dort aber nur für eine gewisse Zeit untergebracht und nicht wegen einer medizinischen Notwendigkeit. Doch seine Fähigkeiten sind verblasst und Zahru sieht ihr Leben nicht als Flüsterin.

Also beschließt sie, sich mit ihrer Freundin auf das königliche Fest zu schleichen, wo an diesem Tag die drei Teilnehmer ihre Bankette haben und dort ihre Spieler für den vorstehenden Wettkampf wählen werden. Um auf das Fest zu kommen und sich dieses Verfahren anschauen zu können, schleicht sie unter falscher Identität auf das Schiff. Sie ist aufgeführt als Lia (Name Ihrer Mutter) und mit deren Fähigkeiten als höherrangige Magierin.

Doch sie gerät dort zwischen die Fronten und wird als „Opfer“ für die Spiele ausgewählt. Das tödliche Durchdringen der Wüste, welches durch die Götter bereits seit Jahrhunderten nicht mehr gefordert haben.

Prinz Kasta, Prinz Jet und Prinzessin Skira kämpfen um den Thron und alle sind bereit Zahru am Ende des Wettkampfes dafür zu opfern. So stellt Zahru fest, dass nicht jeder das ist, was er zu sein scheint und bekommt zu spüren, wie schwierig für alle das Leben unter Ihrem Vater ist.

Die Nebencharaktere wie Marcus und Alette machen eine tolle Entwicklung durch und bringen ihre eigenen, faszinierenden Geschichten mit. Das Setting in der Wüste, mit einem Touch von Aladin und dem arabischen Setting, ist es für mich mal was ganz Neues gewesen.

Ich finde neben dem wunderschönen Cover hat mich auch der Inhalt von sich überzeugt.

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Veröffentlicht am 05.05.2025

Für einen Beststeller viel zu träge

Das Buch der neuen Anfänge
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Manchmal frage ich mich, warum ein Buch ein Bestseller geworden ist, hier ganz besonders in Großbritannien. Ein Wohlfühlroman mit einem solchen Erfolg, sieht definitiv anders aus.

Wir haben bereits viel ...

Manchmal frage ich mich, warum ein Buch ein Bestseller geworden ist, hier ganz besonders in Großbritannien. Ein Wohlfühlroman mit einem solchen Erfolg, sieht definitiv anders aus.

Wir haben bereits viel im Klappentext stehen. Jo ist einen sofort sympathisch, als Frau in den 30ern die für sich ganz von vorne anfangen muss. Aus einer langen Beziehung heraus, der Onkel Demenz, mit der Familie läuft es nicht rund geht es in den alten Laden Ihres Onkels. Dort angekommen merkt sie, wie sehr sie an ihrem Ex hängt und es ihr weh tut keinen Kontakt mehr zu ihrer besten Freundin zu haben. Schön fand ich hier, wie Jo den gemischten Laden Ihres Onkels in einen reinen Schreibwarenladen verwandelt.

Die beiden weiteren wichtigen Charaktere Ruth die Vikarin und Malcom haben genauso viel Zeit und Präsenz im Buch. Im Buch wird lange gerätselt, wovor Ruth geflüchtet ist und warum Malcom seine Leidenschaft darin hat, sich Geschichten über die Toten auf dem heimischen Friedhof zu machen.

Schön fand ich nur wenige sehr gute Zitate, welche Jo aufrütteln sollte und wie sie letzendlich den Laden neues Leben geschenkt hat.

Leider konnte mich die Geschichte aus verschiedenen Gründen nicht fesseln:

Zu lange ist Jo hinter ihren Ex am Hinterherweinen und braucht mehrere Kopfwäschen von den neuen Freunden
Die Friedhofsgeschichten von Malcom haben das Buch in die Länge gezogen und es recht langweilig gestaltet
Die anbahnende Liebesgeschichte zwischen Jo und Eric wurden zu kompliziert gestaltet
Am Anfang die ständige Wiederholung des gleichen Satzes mit Platz und Ordnung
Das man nicht einfach von Ruth sprach, sondern der Vikarin. Nicht von Eric, nein von Eric dem Vikinger.

Zudem nur die ersten gut 100 Seiten angenehm zu lesen waren, wenn der Schreibstil auch sehr eigenwillig ist. Danach geht es einfach nur in eine anstrengende Richtung und in seinen Längen macht es nur noch schwerer.

Für mich war es leider mehr ein Kampf als eine Freude. Wäre es kein Rezensionsbuch gewesen, hätte ich es auch abgebrochen.

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