Platzhalter für Profilbild

Bookflower173

Lesejury Profi
offline

Bookflower173 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bookflower173 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.04.2021

Ein Krimi der besonderen Art

Weiter Himmel
0

Inhalt:

Im Vordergrund stehen die wohlhabenden Familienväter Tommy, Andy und Steve. Sie treffen sich gelegentlich, um Golf zu spielen oder ein Bier zu trinken. Doch sie haben ein grausames Nebengeschäft. ...

Inhalt:

Im Vordergrund stehen die wohlhabenden Familienväter Tommy, Andy und Steve. Sie treffen sich gelegentlich, um Golf zu spielen oder ein Bier zu trinken. Doch sie haben ein grausames Nebengeschäft. Als eine Frau aus dem Bekanntenkreis tot aufgefunden wird, werden die Polizei und auch der Privatdetektiv Jackson Brodie auf sie aufmerksam.

Meinung:

Vor dem Lesen wusste ich nicht, was mich bei diesem Buch erwartet. Gleich zu Beginn aber erlebte ich eine beklemmende und bedrohliche Atmosphäre. Das Besondere ist, dass man als LeserIn schon weiß, in welches Verderben die Figuren stürzen. Man weiß sofort, um welche Grausamkeit es in dem Roman geht.

Was ich auch sehr spannend fand, ist, dass man viel über die Übeltäter erfährt. Aus ihrer Perspektive erleben wir sie in ihrem ganz normalen Alltag als Familienvater und eigentlich als ganz normale Menschen. Da die Perspektiven oft gewechselt werden und man viele Figuren kennenlernt, ist die Geschichte sehr dynamisch aber auch verwirrend und teilweise überladen.

Der Schreibstil ist anders als bei anderen Krimis. Der Sarkasmus der Autorin verleiht dem Krimi etwas Besonderes. Ich wusste nicht, dass dieses Buch schon der fünfte Teil der Jackson Brodie Reihe ist. Das war aber nicht weiter schlimm, weil man den Detektiv hier auch näher kennenlernt und nicht das Gefühl hat, als hätte man etwas verpasst.

Die Themen sind sehr groß. Es geht nämlich um Menschenhandel und Kindesmissbrauch. Umso außergewöhnlicher ist es, dass diese Themen mit einem schwarzen Humor behandelt werden. Das ist verwirrend und neu, hat aber seinen Reiz.

Die Handlung geht nur langsam voran, da wir viele Figuren in ihrem Leben begleiten und diese kennenlernen. Erst in der Mitte wird es zunehmend spannend und die Ermittlungen nehmen ihren Lauf.

Dieser Krimi hebt sich von den anderen ab, weil er die Übeltäter sehr detailliert und fast wie ganz harmlose Menschen zeichnet. Humor und Sarkasmus sorgen dafür, dass man das Gefühl hat, einen Krimi der besonderen Art zu lesen. Auch wenn die Handlung langsam vorangeht, wird die Spannung durch die verschiedenen Perspektiven und die düsteren Themen aufrechterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Es sind die kleinen Dinge im Leben

Die Mitternachtsbibliothek
0

Nora Seed sieht keinen Sinn mehr darin, weiterzuleben. Ihr Kater Voltaire stirbt, ihre Eltern sind tot, mit ihrem Bruder Joe hat sie keinen Kontakt mehr, sie verliert ihren Job. Niemand scheint sie mehr ...

Nora Seed sieht keinen Sinn mehr darin, weiterzuleben. Ihr Kater Voltaire stirbt, ihre Eltern sind tot, mit ihrem Bruder Joe hat sie keinen Kontakt mehr, sie verliert ihren Job. Niemand scheint sie mehr zu brauchen, sie fühlt sich nutzlos und ihre Depressionen sind so stark, wie nie zuvor. Sie beschließt, sich das Leben mit einer Überdosis Schlaftabletten zu nehmen. Doch anstatt tot zu sein, findet sie sich in einer Mitternachtsbibliothek wieder, in der unzählige Regale mit unendlich vielen Büchern zu finden sind. Die Bibliothek befindet sich zwischen Leben und Tod. All die Bücher handeln von all den Leben, die sie hätte leben können. Sie macht sich auf die Suche nach dem Leben, das perfekt ist und das sie sich die ganze Zeit gewünscht hat? Wird sie es finden?

Meinung:

Die Idee der Mitternachtsbibliothek hat mich fasziniert und dazu bewegt, diesen Roman zu lesen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wir begleiten die Protagonistin Nora und lernen sie im Verlauf des Romans immer besser kennen. Man fühlt mit ihr mit und kann ihre Sorgen nachvollziehen. Es ist spannend zu sehen, wie ihr Leben verlaufen wäre, wenn sie eine einzige Entscheidung anders getroffen hätte. Wenn sie doch die Band mit ihrem Bruder Joe gegründet hätte, wie es sich ihr Bruder gewünscht hat, oder wenn sie das Schwimmen weiter trainiert hätte, wie es ihr Vater wollte. Während Nora in all diese Leben reinschnuppert, kann man beobachten, wie sich ihr Denken beeinflusst. Ihre Entwicklung wird wunderbar aufgezeigt.

Die Geschichte wird mit vielen Weisheiten verschiedener Philosophen ausgeschmückt, was wunderbar passt, da Nora Philosophie studiert hat. Die Bibliothekarin ist ebenfalls eine herzliche Figur, die liebevoll ausgearbeitet wird und eine große Rolle im Roman spielt. Zudem mochte ich die Gespräche über die Quantenmechanik, String Theorie und das Schachspiel, weil sie passend auf das Leben bezogen waren.

Obwohl ich relativ früh eine Ahnung hatte, wie das Buch ausgehen wird, habe ich es mit großem Spaß gelesen, weil die Aussagen über den Sinn des Lebens und die Auswirkungen unserer Entscheidungen sehr interessant und spannend waren. Die Geschichte ist lebensbejahend und nicht bedrückend, auch wenn ernste Themen behandelt werden. Dies ist Matt Haig sehr gut gelungen, weil er mit Humor für Leichtigkeit gesorgt hat.

Zum Beispiel erfahren wir mehr über die Slider, die gerne in andere Welten eintauchen oder wir tauchen in die Welt einer Gletscherforscherin ein und werden von einem Eisbären bedroht. Die Geschichten sind abwechslungsreich und spannend.

Man muss das Leben so nehmen, wie es kommt. Aber man kann es leben, wie man möchte. Denn jeder hat das Potential dazu.

Und es stimmt, was Mrs Elm sagt:

"Das Leben umfasst Millionen von Entscheidungen. Manche groß, manche klein. Doch jedes Mal, wenn man einer Entscheidung den Vorzug vor einer anderen gibt, fällt das Resultat unterschiedlich aus. Es tritt eine irreversible Veränderung ein, die wiederum zu weiteren Veränderungen führt."



Fazit:

Das Buch hat mich berührt und gefesselt. Es handelt sich um eine wunderschöne, lebensbejahende Geschichte, die voller Weisheiten ist und uns in eine magische Welt eintauchen lässt. Ich bin froh, die Mitternachtsbibliothek kennengelernt zu haben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Hannah Arendt hautnah

Was wir scheinen
0

Von Hannah Arendt hatte ich nur sehr wenig gehört. Ich wusste, dass sie eine bedeutende Denkerin des 20. Jahrhunderts war, weshalb ich mehr über sie erfahren wollte.

Es handelt sich hier um einen biographischen ...

Von Hannah Arendt hatte ich nur sehr wenig gehört. Ich wusste, dass sie eine bedeutende Denkerin des 20. Jahrhunderts war, weshalb ich mehr über sie erfahren wollte.

Es handelt sich hier um einen biographischen Roman, in dem wir an den Erinnerungen von Hannah Arendt teilhaben dürfen. Sie fährt im Sommer 1975 ein letztes Mal nach Tegna in die Schweiz und lässt ihr Leben Revue passieren. Dabei geht es um ihre Erlebnisse in Berlin, Paris, Rom, Jerusalem, Frankreich und USA. Auch der Eichmann-Prozess 1961 spielt hier eine große Rolle.

Die Autorin Hildegard Keller hat es geschafft, Hannah Arendt für uns Leser*innen greifbarer zu machen. Durch ihre Gedanken und Gefühle lernt man sehr viel über sie, auch wenn ihre Dialoge mit anderen Figuren im Buch fiktiv sind. Trotzdem ist die Geschichte mir Zitaten von Arendt beschmückt. Der Roman erreicht, dass man eine bemerkenswerte Frau kennenlernt und der Wunschentfacht wird, über dieses Buch hinaus mehr über sie zu erfahren.

Da die Gedankengänge sehr sprunghaft sind, fiel es mir nicht so leicht, ihnen zu folgen. Zudem ist mir aufgefallen, dass es schwierig ist, alles im Roman zu verstehen, wenn man noch nicht viel über Hannah Arendt weiß. Dies hat den Lesefluss ein wenig abgebremst.

Der Schreibstil jedoch ist sehr angenehm und ermöglicht ein flüssiges Lesen. An Witz darf es natürlich auch nicht fehlen. Die Mischung aus den inneren Gedankengängen und den Erlebnissen sorgt für Abwechslung.

Fazit:

Ich habe einiges über Hannah Arendt erfahren können. Durch die Romanform habe ich viele Informationen mit Spaß und ohne Langeweile aufnehmen können. Wenn man noch nicht so viel über Hannah Arendt weiß, kann es sein, dass man einige Male beim Lesen verwirrt ist. Aber man möchte danach weiter über diese bemerkenswerte Frau recherchieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Als wäre man selbst dabei gewesen!

Lebenssekunden
0

Kassel 1956. Wir begleiten die jungen Frauen Christine und Angelika. Christine hat nun die Chance erhalten, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist dies wirklich ihr Traum, oder will ...

Kassel 1956. Wir begleiten die jungen Frauen Christine und Angelika. Christine hat nun die Chance erhalten, die DDR bei den Olympischen Spielen zu vertreten. Doch ist dies wirklich ihr Traum, oder will sie ihre Mutter nicht enttäuschen? Angelika hingegen wird von der Schule geworfen und möchte das tun, was sie schon immer fasziniert hat. Nämlich Fotografieren! In Westberlin findet sie zunächst keine Lehrstelle, doch das Schicksal meint es gut mit ihr, weil sie bald einen Fotografen kennenlernt, der ihr eine Chance gibt. Der Roman geht bis 1961, das auch das bewegendste Jahr für die beiden Protagonistinnen sein wird.





Meinung:


Nach den ersten Seiten war ich fasziniert davon, wie detailliert und lebendig Katharina Fuchs schreibt. Ich hatte bis zum Ende das Gefühl, als wäre ich die ganze Zeit dabei gewesen. Auch die Emotionen werden intensiv vermittelt, sodass sie auf mich übertragen wurden. Ich habe mit den beiden jungen Frauen mitgelitten und mitgefiebert, was dadurch verstärkt wurde, dass die Geschichte abwechselnd aus Angelikas und Christines Sicht erzählt wird. Die Protagonistinnen sind sehr mutig und sympathisch. aber auch ihre Familien und Freunde werden mit einbezogen und sehr liebevoll in die Geschichte eingebettet. Angelika ist bewundernswert, weil sie an ihrem Traum festhält und nicht auf sich sitzen lässt, dass sie in einer Männerdomäne nicht als Fotografin wertgeschätzt wird. Mit Christine erleben wir, wie das Leben als LeistungssportlerIn in der DDR gewesen ist. Ich wusste noch nichts darüber und habe durch diesen Roman unglaublich viel dazu gelernt. Ich war schockiert darüber, was Christine alles durchmachen musste.





Der Roman vereint historische Fakten und eine fesselnde Geschichte auf perfekte Weise. Auf jeder Seite wird deutlich, wie intensiv die Autorin Katharina Fuchs recherchiert hat. Egal ob es um den Leistungssport, die Fotografie, die Funktionen der Kameras, die Geschichte im geteilten Deutschland oder die Politik geht, all das wird mit einer großen Sicherheit und Detailliertheit beschrieben. Es ist selten, dass ein Roman auf eine so gelungene Weise lebendig, emotional, spannend und informativ zugleich ist.





Fazit:


Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Ich habe es sehr gerne gelesen und hatte das Gefühl, als wäre ich live dabei gewesen. Die Entwicklung der Protagonistinnen habe ich mit großer Interesse verfolgt. Absolut lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2021

Hilfreich und Humorvoll!

Schlagfertig
0

Jeder kennt es. Plötzlich verläuft das Gespräch in eine ganz andere Richtung, als man wollte, weil mein Gegenüber einen fiesen Spruch macht. Wie kommt man klug und als Sieger aus dieser Situation raus? ...

Jeder kennt es. Plötzlich verläuft das Gespräch in eine ganz andere Richtung, als man wollte, weil mein Gegenüber einen fiesen Spruch macht. Wie kommt man klug und als Sieger aus dieser Situation raus? Dieser Ratgeber gibt hierfür viele hilfreiche Tipps, um selbstbestimmt und schlagfertig aus dem Gespräch zu gehen. Es werden zunächst fünf Vorbereitungsschritte erläutert, um anschließend die fünf Regeln für Schlagfertigkeit kennenzulernen.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, da es sehr humorvoll geschrieben und super strukturiert ist. Die einzelnen Kapitel fangen zuerst mit einem Theorieteil an, der das Hintergrundwissen leicht verständlich erklärt. Die verwendete Literatur ist im Anhang aufgelistet, sodass man auch nachrecherchieren kann, wenn einen etwas besonders interessiert. Danach folgt der Praxisteil mit vielen Beispielen von Berühmtheiten, KundInnen des Autors Michael Traindt, der selbst Schlagfertigkeitstrainer ist, oder von ihm persönlich. Gerade die persönlichen, humorvollen Beispiele machen das Buch so authentisch und zu einem besonderen Ratgeber!

Jedes Kapitel beinhaltet auch Praxistipps mit Übungen, die man meistens sofort durchführen kann. Die Zusammenfassung am Ende eines jeden Kapitels fasst das Wichtigste noch einmal zusammen.

Ich habe sehr viele hilfreiche Tipps kennenlernen dürfen und habe erfahren, dass Schlagfertigkeit vielfältig ist und nicht einfach bedeutet, bei einem Angriff fies zurück zu kontern. Allein schon nach dem Lesen dieses Buchs fühle ich mich sicherer und habe keine so große Angst mehr, mich im nächsten Gespräch zu blamieren oder sprachlos dazustehen.

Es geht vielmehr darum, die eigene Rolle und die eigene Persönlichkeit besser zu kennen, wobei dieses Buch sehr gut geholfen hat. Ich habe viel über mich und meine Werte gelernt und weiß nun, wo die Quelle der Schlagfertigkeit ist.



Fazit:

Um immer schlagfertig zu sein, bedarf es natürlich an Training. Aber dieses Buch bietet hierfür einen informationsreichen Einstieg und die perfekte Grundlage. Die Strukturiertheit, der Humor und der große Praxisanteil machen es zu einem unterhaltsamen Ratgeber, den man sehr gerne liest und dabei auch sehr viel Hilfreiches lernt! Da das Buch auch sehr persönlich ist, hatte ich das Gefühl, ein tolles Gespräch mit dem Autor über Schlagfertigkeit zu führen, statt "nur" einen Ratgeber zu lesen.

Sehr empfehlenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere