Profilbild von Bookishlove

Bookishlove

Lesejury Star
offline

Bookishlove ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Bookishlove über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

Toller Auftakt

Game of Hearts – No Rules (St. Gloria College 1)
0

Wer in seinem Leben in Erfolg und Ruhm schwelgen möchte, hat auf dem St. Gloria College in der Schweiz die besten Aussichten für diese Ziele.

Nicht dass die meisten auf dem St. Gloria das nicht ohnehin ...

Wer in seinem Leben in Erfolg und Ruhm schwelgen möchte, hat auf dem St. Gloria College in der Schweiz die besten Aussichten für diese Ziele.

Nicht dass die meisten auf dem St. Gloria das nicht ohnehin schon täten - sie sind die Sprösslinge der reichen Elite und mit dem Designer-Schnuller von Armani und Babyschuhen von Gucci aufgewachsen.

Felicia de Vries bewegt sich in diesen elitären Kreisen, gehört aber nicht ganz dazu. Und so möchte sie mit Ehrgeiz, Eleganz und Raffinesse an das beliebte Stipendium des St. Gloria College zu gelangen, damit ihr in der Welt der Reichen und Schönen ebenfalls alle Türen offen stehen.

Als Präsidentin des Hauses Alpha hat sie die besten Chancen auf das Stipendium - wenn da nicht Valentin Knight wäre aus dem gegnerischen Haus der Omegas. Das Haus präsentiert alles, was Felicia verabscheut: Intrigen, Geheimnisse und Ausschweifungen. Sie selbst hat sich immer unter Kontrolle und ihr Leben unterliegt einer klaren Struktur. Doch Valentin droht all das durcheinander zu bringen, denn er bedroht nicht nur den Sieg des Hauses Alpha, sondern geht ihr selbst auch unter die Haut. Und auch Valentin weiß bald nicht mehr, was noch Spiel oder bitterer Ernst ist ...

Durch die Inhaltsangabe wird vermutlich schon deutlich: Hier warten auf die LeserInnen Gossip Girl-Vibes und Enemies-to-Lovers vom feinsten. Gerade letzten Trope darf man hier Ernst nehmen, denn Felicia und besonders Valentin sind sich nicht zu schade, für einen Vorteil ihres eigenen Hauses Intrigen zu spinnen und Gerüchte in die Welt zu setzen, die den jeweils anderen in Erklärungen bringen.

Besonders gefallen hat mir hier die Charakterentwicklung von Felicia und wie sie schafft, es nicht immer nur allen recht machen zu wollen, sondern auch für sich einzustehen.
Daran hat Valentin durchaus seinen Anteil.
Durch die Dual-POV werden zudem die Handlungsweisen der beiden gut erklärt und wie sehr sie sich eigentlich ergänzen - was sich sowohl in ihrer Feindschaft als auch in knisternder Anziehung spiegelt. Spice ist in dem Buch vorhanden, hat jedoch keinesfalls überhand genommen und war für mich gut in die Handlung eingebunden.

Yvonne hat eine New Adult-Geschichte geschaffen, die mich gefesselt und durch ihre Gossip Girl-Vibes mit Intrigen, Dramen und Geheimnissen gut unterhalten hat!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.06.2025

Toller Auftakt

A Fate Forged in Fire – Aus Flammen geboren
0

Aemyra arbeitet in der Schmiede ihrer Familie oder unterstützt gelegentlich ihre Mutter bei ihrer Tätigkeit als Heilerin. Ihre magischen Fähigkeiten setzt sie kaum ein, denn nur ihr engstes Umfeld weiß, ...

Aemyra arbeitet in der Schmiede ihrer Familie oder unterstützt gelegentlich ihre Mutter bei ihrer Tätigkeit als Heilerin. Ihre magischen Fähigkeiten setzt sie kaum ein, denn nur ihr engstes Umfeld weiß, dass Aemyra im Besitz mächtiger Feuermagie ist und als erste Frau nach langer Zeit Anspruch auf den Thron von Tìr Teine erheben kann. Seit hundert Jahren wird dieser von Männern besetzt, welche auf ihrer Herrschaft beharren. Und so muss Aemyra sich versteckt halten, bis sie ihren eigenen Herrschaftsanspruch verkünden und das Matriarchat in Tìr Teine wieder stärken kann. In ihrem Kampf um den Thron gerät Aemyra jedoch in unzählige Intrigen, Komplotte und Gefahren, die sie fast alles kosten. Und dann wird sie auch noch in eine Zweckehe mit Prinz Fiorean gezwungen, dem sie einerseits den Tod wünscht und den sie zugleich immer mehr begehrt …

Aemyra ist eine mutige Protagonistin, die mit Feuer im Blut und Leidenschaft im Herzen dem Subgenre des Female Rage alle Ehre macht. In Tìr Teine verschieben sich die Machtstrukturen zunehmend in Richtung des Patriarchats und infolgedessen leiden besonders Frauen unter der Unterdrückung und den Ungerechtigkeiten dieses Gesellschaftssystems. Während Aemyra bereits zu Beginn des Buches ihre Wut gegenüber diesem Missstand deutlich macht, erlebt sie im Laufe der Handlung am eigenen Leib, welchen Repressionen und welchem Leid Frauen ausgesetzt sind. Dies geschieht vor allem durch einen religiösen Machtmissbrauch, bei dem die Frauen bis in die intimsten Bereiche ihres Lebens gedemütigt und kontrolliert werden.
Eingebettet wird dieses Gesellschaftssystem in eine Fantasywelt mit Drachen, in der die Protagonistin selbst über Feuermagie verfügt - ein Element, das sinnbildlich wohl am besten zu der Thematik des Female Rage passt. Sobald Aemyra ihre Magie entfesselt oder zu ihrem Schwert greift, hofft man, dass sie die zahlreichen Antagonisten des Buches erfolgreich niederringt. Allerdings sind nicht alle Figuren schwarz-weiß gezeichnet, es gibt Raum für Grauzonen auf beiden Seiten dieses Kampfes um die Herrschaft in Tìr Teine.

Das Wordbuilding ist komplex und kann durchaus mit Büchern der High Fantasy mithalten. Allerdings waren gerade zu Beginn die vielen fremden Namen verwirrend für mich und ich brauchte einen Moment, um in die Handlung zu finden.

Die Beziehung zwischen Aemyra und Fiorean hat mir wirklich gut gefallen. Enemies-to-Lovers wurde hier von der Autorin ernst genommen und man weiß nicht, ob die beiden sich beim nächsten Treffen umbringen oder ihrer Leidenschaft auf andere Art nachgeben.
So wurden bekannte Elemente der Romantasy mit feministischen Themen zu einer Handlung verknüpft, die mich gleichermaßen gefesselt, erschüttert und begeistert hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.06.2025

Ein magischer Auftakt

Faebound
0

„Faebound“ ist der erste Band der queeren Romantasy-Trilogie von Saara El-Arifi. Die farbenfrohe Gestaltung nimmt auf gelungene Art Bezug auf die Handlung und ist einfach nur wunderschön.

Yeeran ist ...

„Faebound“ ist der erste Band der queeren Romantasy-Trilogie von Saara El-Arifi. Die farbenfrohe Gestaltung nimmt auf gelungene Art Bezug auf die Handlung und ist einfach nur wunderschön.

Yeeran ist auf ihrer ersten Mission als jüngste Colonel unterwegs, doch der Einsatz geht furchtbar schief. Zur Strafe wird sie in die Verbannung geschickt. Ihr Kommandant Rayan und ihre jüngere Schwester Lettle sind erschüttert von den Ereignissen und beschließen, Yeeran nicht alleine zu lassen und ihr in die Wildnis zu folgen.
Dort angekommen stoßen sie auf die sagenumwobenen Fae, die eigentlich seit langer Zeit ausgestorben sein sollten. Alle drei geraten in Gefangenschaft. Und schon bald müssen sie feststellen, dass nichts so ist, wie sie geglaubt haben …

Saara El-Arifis verspielter und bildhafter Schreibstil lässt mich leicht in die Geschichte finden. Yeeran lebt in einer vom Krieg zerrütteten Welt. Auch sie selbst sieht den Kampf als ihre Bestimmung und ihren Lebenssinn an. Untermalt werden die Kriegsszenen durch die Beschreibung tödlich Verwundeter, die der an den Tod gewöhnten Yeeran nicht mehr viel ausmachen. Sie hatte eine schwere Kindheit und ist von jungen Jahren an den Anblick von Leichen gewöhnt.

Ihre Schwester Lettle hingegen findet Erfüllung in dem Vorhersagen von Prophezeiungen und steht dem Krieg kritisch gegenüber.
Wir lernen sie am Anfang des Buches aus der Sicht von Yeeran kennen, die in ihrer kleinen Schwester oft noch nicht die erwachsene Frau sieht, zu der sie mit ihren 28 Jahren inzwischen geworden ist. Und doch hat Lettle sich eine Empfindsamkeit bewahrt, die Yeeran abhandengekommen zu sein scheint. Dass ihr Name eine große Ähnlichkeit zu „Little“ hat, war ein kleines Detail, das mir sehr gefallen hat.

Im Laufe des Buches findet eine Charakterentwicklung statt, die den Umständen geschuldet ist, in die die drei geraten. Was ursprünglich sichere Wahrheiten waren, stellt sich als falsch heraus – was die gesamte Weltsicht von Yeeran, Rayan und Lettle auf den Kopf stellt.
Die Erzählweise findet in der dritten Person statt. Das führt manchmal zu einer automatischen Distanz zu den Figuren. Ich konnte bei „Faebound“ aber gut genug in die Gedankengänge der Charaktere eintauchen, dass ich Nähe zu ihnen aufbauen konnte.
Das Buch ist zudem divers gehalten und glänzt mit vielschichtigen Figuren abseits des heteronormativen Gesellschaftsbildes.

Der Weltenbau wird im Laufe der Geschichte ausführlich erläutert. Die Art, wie Magie in der Welt von „Faebound“ funktioniert, ist gut durchdacht und anders, als ich es aus bisherigen Romantasy-Büchern kenne. Und wenn tierische Sidekicks in Büchern vorkommen, haben sie sowieso mein Herz.

„Faebound“ hat mich mit vielschichtigen, starken Figuren und einem einfallsreichen Magiesystem in eine faszinierende Welt gezogen, sodass ich gerne meine Zeit zwischen den Seiten dort verbracht habe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.06.2025

Tolles Sommerbuch

Das Versprechen eines Sommertags
0

„Das Versprechen eines Sommertages“ von Elena Sonnberg ist ein Sommerroman, der wunderbar zu der derzeitigen warmen Jahreszeit passt.
Isabelle hat seit ihrer Jugend die Sommer auf Mallorca verbracht, wo ...

„Das Versprechen eines Sommertages“ von Elena Sonnberg ist ein Sommerroman, der wunderbar zu der derzeitigen warmen Jahreszeit passt.
Isabelle hat seit ihrer Jugend die Sommer auf Mallorca verbracht, wo ihre Eltern eine Finca besitzen. Hier wollen sie nun auch ihre Goldene Hochzeit feiern. Isabelle reist mit ihrer Familie an. Doch der teeanger-Sohn macht es ihr oft nicht leicht und die Ehe mit ihrem Mann steht auf der Kippe. Sie hofft, ihre noch Ehe retten zu können, bis ihr Bruder Ben mitbringt. Mit ihm hat sie vor Jahren einen wunderschönen Sommer auf Mallorca verbracht. Er bringt ihre Gefühle abermals durcheinander. Wird Isabelle ihr Leben zwischen Sonnenschein und den Sandstränden Mallorcas neu ordnen?
„Das Versprechen eines Sommertages“ beinhaltet zwar sommerliche Leichtigkeit, handelt aber auch von einem Umbruch im Leben von Isabelle, die zwischen Familienstress und Ehekrise ihren Weg finden muss. Besonders das Setting auf Mallorca hat mir sehr gefallen und war einer der Hauptgründe, warum ich das Buch lesen wollte. Fast hätte ich mir noch ein bisschen mehr Beschreibung des Settings gewünscht. Ansonsten war die Handlung unterhaltsam zu verfolgen und ich habe Isabelle gerne durch die Geschichte begleitet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.06.2025

Ein Highlight

To Tempt a God
0

Aurora lebt in Silver City, einer Stadt, die unter der Herrschaft von Göttern steht. Die Menschen werden unterdrückt und leiden unter den grausamen Göttern. Aurora bemüht sich deswegen, möglichst nicht ...

Aurora lebt in Silver City, einer Stadt, die unter der Herrschaft von Göttern steht. Die Menschen werden unterdrückt und leiden unter den grausamen Göttern. Aurora bemüht sich deswegen, möglichst nicht aufzufallen. Als sie doch als Valet für den Hof der Götter ausgewählt wird, erwartet sie eine Welt voller Intrigen und Heimtücke. Ausgerechnet Colden, der Sohn des Herrschergottes, bindet sie dort an sich. Colden scheint anders zu sein und zu verabscheuen, wie die anderen Götter die Menschen behandeln. Doch kann Aurora ihm wirklich trauen?

„To Tempt a God“ ist der Auftakt der dreibändigen Götterlicht-Saga. Alleine die Gestaltung mit Farbschnitt, Pageoverlay und Karte im Innenteil ist schon wunderschön und bei Göttergeschichten werde ich sofort neugierig.

Das Setting ist gut durchdacht, aber nicht zu komplex – der Einstieg in das Buch fiel mir dadurch leicht. Aurora ist eine willensstarke, mutige Figur, die alles für die Menschen gibt, die ihr am Herzen liegen. Die Welt der Götter ist so barbarisch wie der Klappentext andeutet und die Menschen leben als Sklaven an ihrem Hof. Ein falscher Schritt bedeutet ihr Todesurteil. Aurora ringt mit ständigem Misstrauen, denn die Geschichte legt sich nicht nur auf einen Antagonisten fest. Dadurch wird fast durchgehend ein Spannungsbogen aufrechterhalten und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.
Die Beziehung zu Colden ist ein Wechselspiel aus Anziehung und Zurückhaltung. Gefühle sind in ihrer Verbindung nicht vorgesehen und würden beide in Gefahr bringen. Auch hier spürt man eine stete unterschwellige Spannung und fragt sich, ob sie die Herausforderungen, die ihren Gefühlen im Weg stehen, überwinden können.

Das letzte Drittel wartet mit einigen Wendungen und einem großen Cliffhanger auf. Ich brauche Antworten und weiß nicht, wie ich bis November noch warten soll.

„To Tempt a God“ hat sich für mich schnell zu einem Highlight entwickelt. Durch das Fast Pacing der Geschichte konnte ich mich kaum von den Seiten losreißen, während die Verbindungen zwischen vielfältig ausgearbeiteten Figuren der Handlung emotionale Tiefe gab. Aurora selbst ist eine Kämpferin, der man gerne durch die Geschichte folgt. Ich mochte "To Tempt a God" sehr und freue mich auf die Fortsetzung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere