Toxisch
Das Archiv der TräumeMeine Meinung und Inhalt
Man sagt nur: Warum gingst du nicht / Warum flohst du nicht / Warum sprachst du nicht? (Und: Warum quälst du dich?) Ich will ja, doch ich kann nicht, kann nicht, kann nun ...
Meine Meinung und Inhalt
Man sagt nur: Warum gingst du nicht / Warum flohst du nicht / Warum sprachst du nicht? (Und: Warum quälst du dich?) Ich will ja, doch ich kann nicht, kann nicht, kann nun mal nicht. Was mir bis dato nicht klar war: Zwang ist Gift."(ZITAT)
Das Archiv der Träume ist Carmen Maria Machados ganz persönliche Geschichte und literarische Auseinandersetzung mit toxischen Beziehungen. Aber auch eine Geschichte des Heranwachsens und des sexuellen Erwachens im ländlichen Amerika.
"Mit acht war ich gertenschlank und ängstlich. Ich war die meiste Zeit zu angespannt, um vor mich hin zu träumen, aber dieses Sit-zen im Gras verschaffte mir eine gewisse innere Ruhe." (ZITAT)
Es geht um die Protagonistn Carmen. Diese scheint endlich ihre Traumfrau gefunden zu haben. Die Tage und Nächte mit ihr in ihrem Traumhaus sind unbeschreiblich. Doch ihre Traumfrau hat eine weitere Beziehung. Carmen macht es nichts aus, in einer offenen Dreier-Beziehung zu leben. Mehr und mehr lässt sie sich auf sie ein. Doch ihre Traumfrau hat auch noch andere Seiten. So schön es auch ist – Carmen stellt fest, dass ihre selbstbewussten Forderungen und regelmäßigen Ausfälle sie psychisch und physisch fertig machen. Doch wie herauskommen aus diesem Strudel aus Liebe und Abhängigkeit, psychischen Terror und schließlich sogar handfester Gewalt? Die Geschichte ist spannend, fesselnd, erschreckend, emotional und sehr authentisch und greifbar. Darüber hinaus verbreitet sich eine absolute Hilflosigkeit, die absolut spürbar ist. Intensiv breiten sich im weiteren Verlauf Gefühle wie Angst und Panik aus, da es schier scheinbar kein Entrinnen, kein Zurück gibt aus dieser entsetzlichen Beziehung, die sich immer mehr und mehr als ein auswegloses Gruselkabinett entpuppt.
Die Autorin hat mich mit dem Ende sehr überrascht, was das Buch zusätzlich gut abgerundet hat. Das Cover ist wunderschön und ist absolut passend.
Ein grandioses Werk, das meine absolut Leseempfehlung bekommt!
„Die Entscheidung darüber, was ins Archiv aufgenommen und was ausgelassen wird, ist ein politischer Akt, den die Archivarin und der politische Kontext bestimmen, in dem sie lebt.“ (ZITAT)
Carmen Maria Machado, Autorin, Kritikerin und Essayistin. Ihre Arbeiten erschienen im »The New Yorker« und in zahlreichen weiteren Zeitschriften und Anthologien. Gemeinsam mit ihrer Frau lebt Machado in Philadelphia und ist Abrams Artrist-in-Residence an der University of Pennsylvania.