Düstere Geheimnisse, die lange nachwirken
DARKROOMSMit Darkrooms legt Rebecca Hannigan einen Thriller vor, der weniger auf klassische Spannung durch Action setzt, sondern vielmehr auf Atmosphäre, Psychologie und unterschwellige Bedrohung. Die Geschichte ...
Mit Darkrooms legt Rebecca Hannigan einen Thriller vor, der weniger auf klassische Spannung durch Action setzt, sondern vielmehr auf Atmosphäre, Psychologie und unterschwellige Bedrohung. Die Geschichte entfaltet sich langsam, aber eindringlich – und genau das macht ihren Reiz aus.
Das Setting an der irischen Küste ist dabei ein echter Pluspunkt. Das abgelegene Dorf, der dichte Wald und die allgegenwärtige Vergangenheit schaffen eine beklemmende Stimmung, die sich durch das gesamte Buch zieht. Man spürt von Anfang an, dass hier etwas nicht stimmt – und dass viele der Bewohner mehr wissen, als sie zugeben.
Im Zentrum stehen Caitlin und Deedee, zwei Frauen, die auf unterschiedliche Weise mit dem Verschwinden der kleinen Roisin verbunden sind. Beide sind keine klassischen Sympathieträgerinnen, sondern eher gebrochene, teilweise widersprüchliche Figuren. Gerade das macht sie aber interessant, weil ihr Verhalten oft nicht vorhersehbar ist und man als Leser ständig zwischen Verständnis und Zweifel schwankt.
Besonders gelungen ist die Erzählstruktur: Die Geschichte bewegt sich zwischen Vergangenheit und Gegenwart und setzt auf verschiedene Perspektiven. Dadurch entsteht nach und nach ein Gesamtbild, ohne dass zu früh zu viel verraten wird. Immer wieder glaubt man, die Richtung zu erkennen – nur um kurz darauf wieder verunsichert zu werden.
Der Schreibstil ist ruhig, aber eindringlich und sehr bildhaft. Statt auf schnelle Schockmomente setzt das Buch eher auf eine schleichende Spannung, die sich kontinuierlich steigert. Vor allem im letzten Drittel zieht das Tempo deutlich an, und die Ereignisse entwickeln eine Intensität, die einen kaum noch loslässt.
Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass sich einige Passagen im Mittelteil etwas ziehen und nicht jede Entwicklung sofort nachvollziehbar ist. Dafür überzeugt das Buch am Ende mit einer Auflösung, die viele Fäden zusammenführt und gleichzeitig nachdenklich zurücklässt.