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Brombeere

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

gut für einen Einstieg

Gemüsepower
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Worum geht es?
Lucia Schauerhammer hat während der Corona-Pandemie mit einem Garden Market begonnen (also einer Fläche mit Direktvermarktung an den Endkunden) um sich und andere zu versorgen. Doch während ...

Worum geht es?
Lucia Schauerhammer hat während der Corona-Pandemie mit einem Garden Market begonnen (also einer Fläche mit Direktvermarktung an den Endkunden) um sich und andere zu versorgen. Doch während sie auf mittlerweile 4500qm gärtnert, lässt sich das Prinzip mit ihrer Anleitung auch super auf kleine Gemüsegärten anwenden.

Worum geht es wirklich?
Einklang, Vielfalt und leckere Dinge.

Lesenswert?
Ja, ein gutes Buch für den Einstieg oder wenn man seinen Garten ergiebiger gestalten möchte. Das Format des Buches ist angenehm, da es offen auf den Tisch gelegt werden kann während man die einzelnen Punkte durchliest.
Ebenso überzeugt mich die Mischung aus Informationen, Zeichnungen, Bildern und graphischen Elementen, die das ganze strukturieren. Für das Buch als Gesamtkonzept hätte ich mir jedoch mehr Ordnung gewünscht. So gibt es zum Beispiel für Februar/März und April/Mai jeweils zehn Aufgaben in einer Liste. Im Sommer und Herbst existiert diese Art der Auflistung dann nicht. Trotzdem sind alle Themen, die mir spontan für ein Buch für den Einstieg in den Sinn kommen, vorhanden.
Erntekalender und Mischkulturtabelle bilden eine schöne Option um die Innenseiten der Broschur zu füllen.
Die Rezepte, die die Autorin beisteuert, lockern das ganze schön auf.
Sprachlich und von der Menge der Informationen (pro Seite und pro Thema) ein angenehmes Buch.
Sehr schön ist zudem, dass Lucia zwar den Vorteil von machen Dingen hervorhebt (wie zum Beispiel Anzuchtlampen), es jedoch nicht als notwenig bezeichnet und somit keinen Kaufdruck auslöst.
Mir gefällt die Einstellung, die die Autorin in ihrem Buch vermittelt. Sie wirkt umsichtig und durchdacht, Fläche optimal aber nicht ausbeutend zu gestalten und legt Wert auf Nachhaltigkeit.
Ich würde das Buch empfehlen, wenn man sich an einen eigenen Gemüsegarten heranwagen möchte und mit socialmedia-tauglichen Bildern keine Berührungsängste hat.
Das Buch macht definitiv Lust auf Garten und Anbau und darauf viele Dinge auszuprobieren und davon zu lernen!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
Veröffentlicht am 08.02.2026

Was für ein Fest!

Das Kew Gardens Kochbuch
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Was erwartet einen?
Informationen zu den Küchengärten in Kew, der Arbeit dort und ganz viele thematisch sortierte vegetarische (oder vegane) Rezepte von bekannten Spitzenköchinnen.

Was habe ich bisher ...

Was erwartet einen?
Informationen zu den Küchengärten in Kew, der Arbeit dort und ganz viele thematisch sortierte vegetarische (oder vegane) Rezepte von bekannten Spitzenköchinnen.

Was habe ich bisher getestet?
Mehrere Hauptgerichte, die aber eher einfacher und deren Zutatenlisten kurz und überschaubar waren.

Was gefällt mir gut / hat mich positiv überrascht?
Das Buch ist thematisch nach zB Kräutern&Gewürzen und Getreide&Hülsenfrüchte gegliedert. Jedes dieser Themen ist farblich unterschiedlich dargestellt und beinhaltet ca. 10 Rezepte aus verschiedenen Bereichen: Es können Salate oder Hauptgerichte oder Backwerk oder auch Grundlagenherstellung wie Kimchi sein. Die Aufmachung ist sehr durchdacht und mit Sorgfalt gewählt. Auch die Informationsseiten zu den Themen und den Gärten an sich sind sehr spannend und informativ. Ergänzt wird das ganze durch eindrucksvolle Bilder. Die Rezepte selbst sind je eine Seite lang, beinhalten oft auch noch eine Information von dem Koch oder der Köchin. Man bekommt einen schönen Eindruck, welche Rezepte einen dann auch bei Einzelkochbüchern der entsprechenden Person erwarten würden. Die Rezepte sind übersichtlich gestaltet, die Zutatenliste erklärt manche Dinge auch näher, zB wo man sie erwerben könnte oder um was es sich handelt. Die Angabe zur Personenanzahl war bei den getesteten Rezepten korrekt und gut gewählt.
Wenn ein Rezept vegan ist, dann steht dies auch direkt gut ersichtlich über den Zutaten.

Was hat mir gefehlt?
Es gibt zwar Bilder zu den Rezepten, jedoch nicht bei jedem und manchmal kommt erst das Bild und dann das Rezept, manchmal anders herum. Irgendwie hätte ich mir hier zu jedem Rezept auch ein Bild gewünscht um eine Idee zu haben, wie das Ergebnis aussehen soll/wird.
Manche Rezepte sind hinsichtlich Zutaten sehr einfach und leicht einzukaufen, andere sind so speziell, dass ich sie glaube ich niemals machen werde.

Fazit:
Ein schönes Kochbuch mit interessantem Thema und vielen verschiedenen Köch
innen. Kann ich mir sehr gut als Geschenk vorstellen, wenn man mehr als nur Rezepte haben möchte und sich auch an schönen Bildern erfreut.
Ich denke, dass ich aus diesem Buch immer mal wieder etwas kochen werde.

Veröffentlicht am 08.02.2026

geht in die Tiefe

Baking next level mit Roggen
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Was erwartet einen?
Ein umfangreiches Buch, das dem Backen mit Roggensauerteig gewidmet ist. Die Rezepte selbst beinhalten unterschiedliche Mehle. Es gibt ca. 100 Seiten Theorie und 200 Seiten Rezepte.

Was ...

Was erwartet einen?
Ein umfangreiches Buch, das dem Backen mit Roggensauerteig gewidmet ist. Die Rezepte selbst beinhalten unterschiedliche Mehle. Es gibt ca. 100 Seiten Theorie und 200 Seiten Rezepte.

Was habe ich bisher getestet?
Drei verschiedene Brote mit unterschiedlichen Mehlen und unterschiedlichen Teigstufen.

Was gefällt mir gut / hat mich positiv überrascht?
Zuerst einmal durch den Eigenversuch: Das Ergebnis war lecker und hat gut geschmeckt! Mir gefällt die Aufmachung des Buches sehr. Bei den Rezepte werden immer zwei bis drei Doppelseiten einem Rezept gewidmet, samt schönem Bild des Ergebnisses und (das fand ich sehr spannend) auch ein Bild vom Anschnitt. Auf der zweiten (und dritten) Doppelseite folgt dann eine sehr knappe und übersichtliche Anleitung samt Bildern der wichtigsten Schritte. Generell ist die Übersichtlichkeit und die Struktur des Buches ziemlich durchdacht und gut umgesetzt. Die Seiten wirken schlicht und übersichtlich, bestechen aber gerade durch diese Klarheit und machen das Buch zu einem hochwertigen und schönen Objekt.
Die Zutatenliste ist übersichtlich gestaltet, sodass man direkt Schritt und Zutaten beieinander hat und nicht lange suchen muss. Temperaturen und Zeitangaben sind im Text fett geschrieben, sodass man auch hier auf einem Blick die wesentlichen Informationen wahrnehmen kann.

Was hat mir gefehlt?
Ich hatte irgendwie mit mehr Roggenmehl-Rezepten gerechnet. Auf dem Cover ist zwar ersichtlich, dass es um Roggensauerteig geht, aber der Buchtitel verspricht eher involviertes Roggenmehl.
Die Anleitungen, die optisch durch ihre Knappheit überzeugen, waren mir an einigen Stellen jedoch inhaltlich zu knapp, sodass ich etwas raten musste ob der Umsetzung. (Dafür ist es eigentlich bemerkenswert, dass die Ergebnisse so gut funktioniert haben.)
Die Menge wird oft für 2-3 Brote, mehr als 5 Baguette-ähnlichen Waren oder bis zu 20 Brötchen angegeben - hier stellt sich mir dann die Frage, wer denn die Zielgruppe dieses Buches sein soll? Umrechnen ist natürlich möglich, aber man entscheidet sich ja bewusst für diese Mengenangaben.
Und zu guter letzt wird zwar bei den 100 Seiten Theorie auch erwähnt, welche Backformgrößen der Autor verwendet, aber wenn es dann an die Rezepte geht, steht dies nicht mehr dabei und man kann nur erahnen, was man gebrauchen könnte.

Fazit:
Die Vielfältigkeit finde ich toll, die Zielgruppe zu beschreiben fällt mir schwer. Definitiv nichts für Anfänger. Aber wenn man gerne tiefer in die chemischen Prozesse einsteigen will oder vielleicht auch halb professionell backt, wird dieses Buch eine super Wahl sein!

Veröffentlicht am 08.02.2026

spannende Mischung

The Spirit Bares Its Teeth
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Worum geht es?
Silas, ein trans Jugendlicher, größtenteils ungeoutet, wird in eine Art Erziehungsheim für ungehorsame Mädchen gesteckt. Er ist lila-äugig, hat damit besondere Fähigkeiten, die als Mädchen ...

Worum geht es?
Silas, ein trans Jugendlicher, größtenteils ungeoutet, wird in eine Art Erziehungsheim für ungehorsame Mädchen gesteckt. Er ist lila-äugig, hat damit besondere Fähigkeiten, die als Mädchen aber gesellschaftlich zu nichts wert sind. Doch Silas ist neugierig und unnachgiebig und kommt dem Schrecken des Heimes auf die Spur.

Worum geht es wirklich?
Ungerechtigkeit, Loyalität und Freundschaft

Lesenswert?
Ja, habe ich sehr gerne gelesen und konnte ich auch kaum noch bei Seite legen als ich einmal mit der Lektüre begonnen hatte.
Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist eine durchweg ungerechte. Für die gleiche Eigenschaft (violette Augen) werden Männer gefeiert und Frauen nur als Gebärmaschinen für weitere Kinder mit dieser Augenfarbe gesehen. Silas scheint der Weg als folgsame Ehefrau vorbestimmt zu sein, dabei will er viel mehr. Er ist interessiert an Chirurgie, eigentlich ein Junge/Mann und hat einen unstillbaren Wissensdurst. Sein Verhalten wird als Absonderlichkeit betrachtet und so kommt er in ein Heim.
Dabei lässt sich gar nicht in Worte fassen, wie grausam es dort zu geht und dass es im folgenden um Verletzungen, Qual und Erziehung gehen wird.
Die Idee hierzu ist durchaus an historische Begebenheiten angelehnt, was das ganze nur noch grausamer macht.
Durch Silas Interesse an Chirurgie und durch die Erziehungsmethoden gibt es ein paar eher eklige Szenen, wobei ich es nie als Ausschlachtung von Ekel wahrgenommen habe. Man sollte aber trotzdem etwas vorsichtig sein bei der Lektüre.
Silas selbst fand ich unglaublich toll, weil er so ein sympathischer und umsichtiger Mensch ist und dabei zeitgleich so mutig. Auch die anderen Figuren waren gut erdacht.
Sprachlich (Übersetzung Katrin Aust) wirklich sehr gelungen und sensibel, ich habe die Lektüre genossen.
Ein weiteres Highlight ist die Gestaltung des Buches, da es einige schwarze Seiten gibt mit einer anderen Art des Erzählers. Fügt sich in den Gesamtkontext wunderbar ein.
Das Buch würde ich sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene empfehlen, sofern man mit dem genannten Ekel umgehen kann. Dann ist es aber ein absolut lohnenswertes Buch!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.02.2026

spezielle Hauptfigur

Tödliches Angebot
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Worum geht es?
Margo möchte unbedingt ein schönes großes Haus für sich und ihren Partner erwerben. Nach mehreren Fehlversuchen hat sie endlich das Gefühl, dass es dieses Mal gelingen wird. Und daran wird ...

Worum geht es?
Margo möchte unbedingt ein schönes großes Haus für sich und ihren Partner erwerben. Nach mehreren Fehlversuchen hat sie endlich das Gefühl, dass es dieses Mal gelingen wird. Und daran wird sie alles setzen.

Worum geht es wirklich?
Kontrolle, fehlende Moral und Siegen

Lesenswert?
Ja, weil es mich wirklich gut unterhalten hat. Trotzdem war es mir im großen und ganzen ein bisschen zu wild.
Man begleitete die Protagonistin Margo auf ihrem Weg zum Traumhaus, von dem sie nahezu besessen ist. Sie ist eine sehr impulsive Person, die schnell aus der Bahn geworfen wird aber auch sofort den nächsten Plan spinnt. Hierbei geht sie - wortwörtlich - über Leichen. Ihr Ziel ist dieses Haus und dafür gibt sie einfach alles.
Das macht sie als Person wirklich unsympathisch. Nettigkeiten kann man nur an einigen wenigen Stellen erahnen. Immerhin kommen keine Kinder und Tiere zu Schaden - das ist schonmal ein Pluspunkt.
Der Spannungsbogen ist gut, der Umfang des Buches auch nicht so riesig. Man schüttelt beim Lesen den Kopf und fragt sich, was als nächstes kommen wird und wie das ganze noch gekrönt werden kann.
Dadurch, dass die Geschichte aus Margo Sicht erzählt wird, hat man auch wenig Zweifel an ihren Intentionen. Sie ist keine moralisch ambivalente Person, sondern eigentlich amoralisch mit einigen wenigen Ausnahmen. Im Klappentext wird angekündigt, dass man Margo lieben wird, aber dem kann ich nicht zustimmen. Sie ist sehr herablassend und gehässig.
Wenigstens hat man das Gefühl, dass sie etwas greifbarer wird, wenn Hintergrundinformationen irgendwann einfließen.
Die anderen Figuren nehmen eine deutlich geringere Rolle ein und zu ihnen erfährt man kaum etwas.
Der Fokus ist also voll auf Margo und ihr Traumhaus.
Sprachlich (Übersetzung Sybille Uplegger) fand ich das Buch angenehm zu lesen, das Cover ist ein Hingucker und passt nach erfolgter Lektüre noch besser zum Inhalt.
Ich würde das Buch empfehlen, wenn man Lust auf einen Thriller hat mit einer amoralischen Protagonistin, über die man an einigen Stellen nur den Kopf schütteln kann.

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