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Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein ironischer Ritterroman vom Feinsten

Die entführte Prinzessin
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Das Königreich Snögglinduralthorma kann mit so gut wie gar nichts punkten: Es ist kalt, unwirtlich, die Menschen sind bis hin zum König eher urwüchsige Raufbolde, die die langen, trostlosen Winter mit ...

Das Königreich Snögglinduralthorma kann mit so gut wie gar nichts punkten: Es ist kalt, unwirtlich, die Menschen sind bis hin zum König eher urwüchsige Raufbolde, die die langen, trostlosen Winter mit Alkohol und Krieg auflockern. Der einzige Lichtblick ist die schöne Prinzessin Lisvana. Da ihre Mitgift nicht der Rede wert ist, ist sie trotz angepriesenem Goldhaar im Katalog der heiratsfähigen Prinzessinnen nur ein uninteressanter Ladenhüter aus einem unaussprechlichen Land. Ihre trostlosen Zukunftsaussichten ändern sich schlagartig als ein übereifriger Barde ihre Vorzüge derart anpreist, dass sich der Thronfolger eines reichen Landes, Prinz Diego, in sie verliebt und alles daran setzt sie zu heiraten. Da das Leben in der Welt der Ritter ein verwirrendes Geflecht von Ehre, Diplomatie und politischen Interessen ist, findet sich die Prinzessin plötzlich als entführte Braut auf einem fremden Schiff wieder, ist der Grund für einen bevorstehenden Krieg zwischen Ländern, die von ihrer Existenz gar nichts wussten, und hat einen eifrigen Ritter auf ihren Fersen, der alles daran setzen wird die Prinzessin zu retten, ob sie will oder nicht – allerdings ist er sich noch nicht ganz sicher in welche Richtung er reiten muss.

Gleich vorweg: Ich bin mit der etwas falschen Erwartung an dieses Buch herangegangen, dass es sich um einen Fantasyroman handelt. Das ist er nicht. Hier liegt ein waschechter Ritterroman vor, in bester Tradition von Erec, Iwein, dem Rasenden Roland und König Artus. Es gibt hier durchaus Fantasyelemente von Feen, Drachen, magischen Inseln usw. aber alles hochfunktional – damit nicht weniger spannend und da Karen Duve es sich nicht nehmen lässt diese bekannten Elemente nicht nur auszuschöpfen, sondern auch ein bisschen zu verdrehen, etwas zu übertreiben oder sie auch zu ironisieren, kommt es immer wieder zu komischen Szenen. So ist das Feenglöckchen beschädigt und erfüllt die Wünsche nicht gerade wie erwartet, der Drache wird zum tollpatschigen Riesentölpel und der Zauberer driftet ins Kindische.

Besonders interessant ist, was aus dem großen, allgegenwärtigen Thema der Ehre wird, die Ehre von Königen, Rittern, Prinzen, Prinzessinnen und Königreichen – ein Thema, das schon in den bekannten Ritterromanden durchaus mal hinterfragt wird. Hier ist es die treibende Kraft, die Handlung in Gang setzt, ironisiert, den Leser zum Lachen und Nachdenken bringt.

Ein farbenprächtiger Ritterroman voller Märchen und Spannung, großen Helden, starken Prinzessinnen und ironischen Wendungen. Zum Lachen zum Mitfiebern und dabei immer anspruchsvoll. Großartig!

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein äußerst mäßiger Christie

Tragödie in drei Akten
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Es war ein ganz zwangloses Abendessen zu dem Sir Charles geladen hatte, doch dann bricht Pfarrer Babbington tot zusammen. Der Gedanke an Mord kommt nur flüchtig auf und selbst der anwesende Poirot kann ...

Es war ein ganz zwangloses Abendessen zu dem Sir Charles geladen hatte, doch dann bricht Pfarrer Babbington tot zusammen. Der Gedanke an Mord kommt nur flüchtig auf und selbst der anwesende Poirot kann nichts Verdächtiges erkennen. Doch nur kurze Zeit spät spielt sich eine ähnliche Szene ab, als der Arzt Sir Bartholomew Strange dieselben Gäste ebenfalls zu einem Dinner lädt und stirbt. Diesmal ist der Tatbestand unbestritten, doch wer könnte ein Motiv haben?

Dieser Agatha Christie-Band hat mich zutiefst enttäuscht. Die Charaktere bleiben blass, ja treten in den ersten 2/3 des Buches so gut wie gar nicht selbst auf. Handlung findet fast ausschließlich hinter den Kulissen statt, sodass sich der Leser weder von den Charakteren noch den Ereignissen ein konkretes Bild machen kann. Ein Mitraten ist damit kaum möglich. Das Buch kann nicht mal mit der typischen Agatha Christie-Atmosphäre punkten, die mich normalerweise mit Nostalgie, Wohlfühlmomenten und etwas Mystery packt. Außerdem steht zwar Poirot rauf, aber es ist so gut wie kein Poirot drin. Als deus ex machina taucht er gegen Ende auf und nimmt seine Rolle ein, aber im Prinzip hätte die Geschichte auch ohne ihn funktioniert.

Dass mich der Schluss wenig überzeugen konnte, ist für mich bei Agatha Christie nichts Neues, doch diesmal fand ich ihn wirklich sehr weit hergeholt und wenig begründet. Es hätte auch jedes beliebige andere Ende sein können, das hätte sich genauso wenig aus der Geschichte ergeben wie das gewählte.

Ein äußerst enttäuschender Agatha Christie-Krimi, der so ziemlich alles missen ließ, was ich an ihren Büchern schätze. Sehr schade.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein schönes Adventskalenderbuch

When Snowflakes Dance and Hearts Melt
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Dieses Adventskalenderbuch enthält romantische Geschichten für jeden Geschmack. Von Fantasy über Romance bis zu queeren Beziehung und jedwede Kombination davon, machen jede Geschichte einzigartig. Manche ...

Dieses Adventskalenderbuch enthält romantische Geschichten für jeden Geschmack. Von Fantasy über Romance bis zu queeren Beziehung und jedwede Kombination davon, machen jede Geschichte einzigartig. Manche knüpft an vorhergehende Romane der Autoren an – ohne, dass die Kenntnis der Romane erforderlich wäre – andere sind Standalone Kurzgeschichten. Kombiniert werden die Weihnachts-/ Wintergeschichten mit Weihnachtsgedichten, Rezepten oder auch Bastelanleitungen, die zum Nachmachen einladen.

Nicht jede Geschichte gefiel mir gut – so wie es bei einer Kurzgeschichtensammlung nicht anders zu erwarten ist, aber insgesamt ist es eine gelungene Zusammenstellung. Besonders hatte ich mich auf die Geschichte von Andreas Suchanek gefreut, der eine Weihnachtsepisode zu seinem Roman „Stolen Kisses“ geschrieben hat, und sie hat mich genauso begeistert wie ich es mir erhofft habe.
Fazit: Ein schönes Adventskalenderbuch mit vielseitigen romantischen Kurzgeschichten, das mir sehr gut gefallen hat.

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Veröffentlicht am 02.02.2025

Ein rasanter Auftakt

Magic Island - Ruf der Seelentiere. Eine magische Insel und sprechende Seelentiere: Fantasy-Buchreihe ab 11 Jahren (Magic Island, Bd. 1)
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Julian ist ein ganz normaler Junge, mit Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben, dem sehnlichen Wunsch nach einem Hund, einem besten Kumpel, mit dem man alles Mögliche anstellen kann und vielleicht einem ...

Julian ist ein ganz normaler Junge, mit Schwierigkeiten bei den Hausaufgaben, dem sehnlichen Wunsch nach einem Hund, einem besten Kumpel, mit dem man alles Mögliche anstellen kann und vielleicht einem kleinen Temperamentsproblem – doch dieser gewöhnliche Schüleralltag endet als er durch ein merkwürdiges Plakat an einer Litfaßsäule auf eine magische Insel gezogen wird. Fast augenblicklich muss er vor merkwürdigen Kreaturen fliehen. Zusammen mit seinem Seelentier, dem Husky Askan, und drei weiteren Jugendlichen muss er herausfinden, was hier vor sich geht. Die Antwort wird die Kinder für immer verändern.

Nachdem mich schon viele andere Werke von Andreas Suchanek begeistert haben, konnte ich seine neue Kinderfantasy-Reihe nicht erwarten. Gewohnt rasant entfaltet sich vor dem Leser eine phantastische Welt, voller Geheimnisse, Gefahren und Freundschaft. Ich liebe Suchaneks Weltentwürfe, die Überraschungen, originellen Ideen und Twists – sie lassen einen die Geschichte atemlos verfolgen und mit dem unvermeidlichen Cliffhanger, sprachlos und vor Spannung vibrierend zurück. Magic Island macht hier keine Ausnahme. Die Charaktere sind interessant und komplexer als man auf den ersten Blick meint. Julian und auch die anderen sind einem sofort sympathisch und für jeden Leser ist ein Charakter zum Mitfiebern dabei, auch wenn aus Julians Perspektive erzählt wird.

Bei aller Begeisterung für das Buch, fand ich die Geschichte diesmal etwas zu rasant erzählt. Julians Charakter ist kaum aufgebaut, so ist er auch schon in der magischen Welt. Dort ist es geradezu eine Hetzjagd ohne Pause, kaum zusätzlichen Informationen und keinen Ruhepolen. Mir fehlte die Ausgewogenheit zwischen Action und Ruhephase. Dass es einen Cliffhanger am Ende geben wird, wusste ich – ist schließlich Andreas Suchaneks Markenzeichen, ich fand ihn diesmal allerdings wenig kindgerecht.

Alles in allem bin ich bei 4 Sternen für einen vielversprechenden Auftakt. Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht, denn so wie ich den Autor kenne, erwarten mich unvorhersehbare Entwicklungen, originelle Szenen und beeindruckende Twists.

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Veröffentlicht am 12.01.2025

Ein großartiger Klassiker

Jane Eyre
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Jane Eyre ist eine arme Waise, die von ihrer Tante aufgezogen wird. Trotz deren Abneigung und Schikanen, der Auslieferung an ein Internat, in dem die Schülerin unter frommen Sprüchen darben und sterben, ...

Jane Eyre ist eine arme Waise, die von ihrer Tante aufgezogen wird. Trotz deren Abneigung und Schikanen, der Auslieferung an ein Internat, in dem die Schülerin unter frommen Sprüchen darben und sterben, wächst Jane zu einer jungen Frau heran, die mit ihrer Ausbildung zur Lehrerin ihre Unabhängigkeit erreicht. Schließlich nimmt sie eine Stelle im Herrenhaus Thornfield an, in dem sie für das kleine Mädchen Adèle, dem Mündel des Hausherrn Edward Rochester, verantwortlich ist. Doch nach der anfänglichen Begeisterung fühlt Jane sich zunehmend unbehaglich. Der düstere Hausherr ist eine Sache, aber die unheimliche Schreie, die nachts durch das Anwesen gellen und die grauenhafte Gestalt, die über die Gänge huscht, beunruhigen die tatkräftige junge Frau.

Ein fesselnder Klassiker des 19. Jahrhunderts mit einer äußerst starken Protagonistin, die sich in der von Männern bestimmten Welt nichts gefallen lässt. Trotz der gesellschaftlichen Limitierung, der die Frau im 19. Jahrhundert unterworfen war, wird an Jane Eyre gezeigt was trotz allem möglich war. Ihre Wortgefechte mit Edward Rochester sind brillant und sehr unterhaltsam. Neben der spannenden Haupthandlung bietet der erste Teil des Romans einen interessanten Einblick in die Schul- und Internatskultur des 19. Jahrhunderts. Dass die verheerenden, ja tödlichen Zustände, an diesen Schulen nicht der morbiden Phantasie einer Autorin entsprungen sind, kann man in den Biografien zu den Brontë-Schwestern nachlesen.

Die dtv-Asgabe von 2006 punktet auf jeden Fall mit einer tollen Übersetzung von Gottfried Röckelein und einer ungekürzten und unbearbeiteten Textfassung. Schade ist, dass das Buch keinen Kommentarteil hat, der zumindest die französischen Passagen übersetzt oder auch den einen oder anderen Abschnitt näher erläutert. Ein Vor- oder Nachwort zur Einordnung des Romans, der Textgeschichte oder ähnliche ist ebenfalls nicht vorhanden. Deswegen erhält das Buch von mir nur 4 Sterne.

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