Platzhalter für Profilbild

Buchkathi

Lesejury Star
offline

Buchkathi ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buchkathi über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.11.2025

Emotionen kamen gut herüber, Problem der verbotenen Liebe, habe ich nicht so gesehen

Happy Ending
0

Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel, um wieder klarer zu sehen. So geht es auch Rosie in Anne-Marie Vargas Liebesroman Happy Ending. Sie zieht es nach London, wo sie schnell Anschluss in ...

Manchmal braucht man einfach einen Tapetenwechsel, um wieder klarer zu sehen. So geht es auch Rosie in Anne-Marie Vargas Liebesroman Happy Ending. Sie zieht es nach London, wo sie schnell Anschluss in einem Freundeskreis findet. Und in diesem Freundeskreis hat man sehr schlechte Erfahrungen gemacht mit Dates untereinander. Doch leider findet Rosie Gamble, den Bruder ihrer neuen besten Freundin, mehr als anziehend und kann dem Knistern zwischen ihnen nicht widerstehen.
Der Roman beginnt mit einigen chaotischen Tagen in London: Eine komische WG, kein Erfolg beim Schreiben des Romans, kein Job in Sicht. Rosie lässt sich dennoch nicht unterkriegen. Und so rutscht sie in den Freundeskreis von Tara, Saoirse und Deepti hinein. Anfangs macht sie keine guten Erfahrungen mit Taras Zwillingsbruder Gamble, doch das wandelt sich in ein Katz-und-Maus-Spiel und entwickelt sich zu einer echten Enemies-to-Lovers-Romanze. Die Wortgefechte zwischen den beiden sind sehr unterhaltsam und das Knistern kommt total gut herüber. Allerdings dieses Verbot im Freundeskreis untereinander nicht zu daten, hat sich für mich nicht natürlich angefühlt. Ist es wirklich so, dass man mit Mitte zwanzig noch über solche Regeln nachdenkt? Oder spricht man es nicht viel mehr bei den Menschen, mit denen man gerne Zeit verbringt, an? Das war mir etwas zu überdramatisch als verbotene Liebe inszeniert. Daher konnte ich mich nicht so gut in die Problemsicht von Rosie hineinversetzen.
Den Umgang mit den Depressionen, die Rosie plagen, und die sie in letzter Konsequenz auch zu dem Tapetenwechsel veranlasst haben, fand ich dagegen sehr behutsam thematisiert. Rosie hat sich im Bezug darauf toll entwickelt im Roman. Anfangs kann sie nicht darüber sprechen und steht auch gegenüber ihrer Familie nicht für ihre Bedürfnisse ein, das kann sie im Verlauf ablegen. Auch gegenüber Gamble und ihren neuen Freunden entwickelt sie sich weiter und so wird aus dem Buch nicht nur ein Liebesroman, sondern auch eine tolle Geschichte, über eine Frau, die lernt, wie wichtig es ist, für sich einzustehen. Wichtig wäre in Bezug auf die Depressionen aber vielleicht eine Triggerwarnung am Anfang und eine leichte Anpassung des Klappentextes. Denn ich hatte einen ganz anderen Grund erwartet, der Rosie zum Umzug nach London bewegt hat. Zusätzlich hatte ich durch den Bezug auf Emily Henry im Klappentext ein etwas heitereres Setting erwartet. Hier sollten klarer Worte gefunden werden, was den Leser erwartet, um jedem die teilweise gedrückte Stimmung vorab klar zu machen.
In Summe hat mir die Liebesgeschichte gut gefallen, war für mich aber kein Lese-Highlight. Die Emotionen kamen gut herüber, aber das Problem der verbotenen Liebe hat mich nicht überzeugt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 10.11.2025

KI verständlich für Normalos

Durchblick Künstliche Intelligenz
0

Alle reden über KI. Die Buzz-Words wie neuronale Netze, large Language Model, maschinelles Lernen und viele mehr hallen nur so durch die Büroräume. Doch noch lange nicht jeder kann von sich behaupten, ...

Alle reden über KI. Die Buzz-Words wie neuronale Netze, large Language Model, maschinelles Lernen und viele mehr hallen nur so durch die Büroräume. Doch noch lange nicht jeder kann von sich behaupten, wirklich zu wissen, was künstliche Intelligenz ist. Einen umfassenden Überblick über die Grundlagen bietet dieses Buch. Es stellt Zusammenhänge her und zeigt auch den Entwicklungsweg der KI auf - sowohl in die Vergangenheit als auch als Ausblick auf das, was noch kommen kann.

Besonders gut hat mir der Aufbau des Buches gefallen. Denn es baut sich nicht nur chronologisch von der frühen KI bis hin zu spezialisierter Zukunfts-KI auf, sondern schafft auch innerhalb der Kapitel einen nachvollziehbaren roten Faden. Das gelingt, indem zu Beginn jedes Kapitels ein Text einleitet und anschließend ein Schaubild die wichtigsten Begriffe des Kapitels erklärt und den Zusammenhang untereinander herstellt. Danach gibt es in kurzen Abschnitten viele detailreiche, aber leicht verständliche Erläuterungen. Eine schöne ergänzende Auflockerung bilden die Schaubilder und Illustrationen, die es zu jedem Text gibt.

Ich war besonders erstaunt, wie weit die ersten Ideen der künstlichen Intelligenz - damals noch unter anderen Namen - zurückreichen und wie es quasi zunächst mit spielenden Computern losging. Mehr erschreckt als begeistert haben mich die Zukunftsvisionen zur schrecklichen KI. Und auch, wenn der Verstand kaum ausreicht, um sich die Ausmaße dieser künstlichen Intelligenz vorzustellen, so kann ich mir zumindest ausmalen, dass es durchaus im Bereich des möglichen liegt. Ich finde, wenn man sich mit KI in der Gegenwart auseinandersetzt, dann darf auch nicht der Ausblick fehlen, wohin das führen kann - im besten aber auch im schlechtesten Fall. Daher hat mir dieser Ausblick als Abschluss des Buches auch sehr gefallen.

Zusätzlich hätte ich mich aber noch über mehr praktische Anwendungsbeispiele von Firmen oder Institutionen gefreut, wodurch man das schon heute realisierbare Potenzial besser greifen kann. Und letztendlich würde das ja auch dazu dienen, dass man Ideen dazu generiert, wie einem KI im eigenen (Arbeits-)alltag einen Mehrwert bringen würde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2025

Was würdest Du Dir als Kind zu Deinem heutigen Leben sagen

Drei Tage im Schnee
0

Wenn ich mir vorstelle, was ich als Kind vermutlich jetzt zu mir sagen würde, dann bin ich mir sicher, dass darin viele Fragen vorkommen würden. Warum ich das denke? Naja als Kind hatte ich nicht damit ...

Wenn ich mir vorstelle, was ich als Kind vermutlich jetzt zu mir sagen würde, dann bin ich mir sicher, dass darin viele Fragen vorkommen würden. Warum ich das denke? Naja als Kind hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich in meiner Freizeit das Staubsaugen dem Sport vorziehen würde, weil ja freitags der Putztag ist. Ich hatte auch nicht erwartet, dass ich mich selbst davon abhalte, noch ein Stück Lebkuchen zu essen, obwohl ich merke, dass es mir gerade gut tun würde, ich aber die Angst vorm Zunehmen stärker gewichte. Ich würde mich also wahrscheinlich öfter fragen, warum ich das tue. Geht uns das nicht irgendwie allen so? Wir Erwachsenen wissen einfach nicht mehr, wie man mit Kinderaugen auf die Welt geblickt hat.

Dieses Buch lehrt uns Erwachsene aber, wie wir das wieder öfter tun können und das darin auch das kleine Glück des Alltags liegen kann. Wir alle kennen diese Persönlichkeitsentwicklungsbücher, wie man zu mehr Selbstliebe, Resilienz, Leichtigkeit im Alltag und so weiter kommt. Doch wer liest schon gerne schlaue Ratschläge im Stil von du musst, du solltest, wie kannst Du nur. Stattdessen schickt dieses Buch ein kleines Mädchen namens Sophie vor. Denn wir lernen in Geschichtenform gemeinsam mit unserer Hauptfigur Hannah.

Hannah ist gestresst von ihrem Alltag und nimmt sich eine Auszeit in einer abgelegenen Hütte im Schnee. Dort will sie, wie sie sagt, ihre Batterien wieder aufladen. In der Abgeschiedenheit begegnet ihr die kleine Sophie, die Hannah zunächst für ein Nachbarskind hält. Sie malen und spielen zusammen und so ganz nebenbei erklärt Sophie Hannah, wie sie die Welt sieht. Für Hannah sind das Erlebnisse, die sie ganz im Moment leben lassen, sie aber im Nachgang auch zum Nachdenken anregen. Sie übersetzt daraus Denkanstöße für ihr eigenes Leben, die man sich ganz wunderbar auch als Leser zu Herzen nehmen kann. So ist dieses Buch für jeden etwas anderes: Der eine mag darin eine nette Geschichte sehen, der andere sieht darin einen Ratgeber, die Welt wieder mehr wie ein Kind zu betrachten.

Mich hat ganz viel zum Nachdenken angeregt, auf eine ganz unaufgeregte, nicht belehrende Art. Für mich ein Lesehighlight in 2025.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.10.2025

In manchen Situationen bräuchte ich eine kleine Karin Kuschik auf der Schulter

50 Fragen, die das Leben leichter machen
0

Ich bin ein Gesprächs-Wiederkäuer. Was das ist? Jemand der wichtige Gespräche im Nachgang immer und immer wieder im Kopf durchgeht und überlegt, was er besser anders oder nicht gesagt hätte. Und weil ich ...

Ich bin ein Gesprächs-Wiederkäuer. Was das ist? Jemand der wichtige Gespräche im Nachgang immer und immer wieder im Kopf durchgeht und überlegt, was er besser anders oder nicht gesagt hätte. Und weil ich das für mich erkannt habe, liebe ich solche Kommunikations-Sachbücher. Sie geben mir so viel Handwerkzeug mit, dass ich mit dem Ausprobieren gar nicht hinterherkomme. Doch selten sind sie so unterhaltsam und kurzweilig geschrieben wie die von Karin Kuschik.

Mit 50 Fragen, die das Leben leichter machen, greift Karin Kuschik die alte Weisheit auf Wer fragt, der führt. Letzterem kann ich uneingeschränkt zustimmen. Doch das bedeutet noch lange nicht, dass jede Frage auch zum Ziel führt. Sie wollen klug formuliert werden und das ist gar nicht so leicht. Dabei hilft Karin Kuschiks neustes Werk, das ich nicht nur gelesen, sondern auch als Hörbuch gehört habe. Sie hat es selbst eingesprochen und es ist wirklich ein Highlight, weil es sich anfühlt, als bekäme man gerade ein exklusives Coaching mit Beispielen aus ihrem bisherigen Alltag. Eine kurzweilige Erzähltechnik, eine lebendige Betonung und schon wird aus dem Sachbuch echte Unterhaltung. Doch auch gelesen kann man durch die gute Struktur leicht folgen. Jedes Kapitel hat eine Frage, seine eigenen Beispiele und am Ende einen Hinweis, wofür man diese Frage im Alltag benutzen kann.

Wer nun die Klassiker im Sinne von offene Fragen-stellen erwartet, könnte nicht falscher liegen. Meine Lieblinge waren Was könnten Sie tun, um das Problem noch schlimmer zu machen und Was würden Sie tun, wenn ich Madonna wäre. Natürlich stecken dahinter gezielte Ideen und Fragetechniken, die sich prima an die jeweilige Situation anpassen lassen. Dadurch das Karin Kuschik sie aber in Geschichten verpackt, kann man sie sich viel besser merken und bekommt eine praxisnahe Idee der Anwendung. Ich bin ganz begeistert und liebe es sehr, die Fragetechniken direkt in meinem Alltag auszuprobieren - natürlich um nicht immer festzustellen, dass es funktioniert. Manchmal muss ich danach auch nochmal zum Gespräche-Wiederkäuen zurückkehren und mir überlegen, welche andere Fragetechniken wohl besser gewesen wäre. Man muss einfach offen für neue Fragetechniken bleiben und sich trauen, etwas zu testen. Es ist so viel Auswahl dabei, dass ich das Buch immer mal wieder gerne für Denkanstöße in die Hand nehmen werde. Ich denke, mit Karin Kuschiks Buch sollte man es halten wie mit einem Supermarkt-Regal: das was man gebrauchen kann, nimmt man sich heraus, und das, was man für sich nicht anwenden kann, lässt man einfach stehen und vergisst es wieder.

Um in diesem Bild zu bleiben, würde ich sagen: Nach Karin Kuschiks 50 Fragen gehe ich mit einem randvollen Einkaufswagen aus dem Supermarkt und erfreue mich jeden Tag daran, wenn die Fragen mal wieder funktioniert haben. Und wenn ich mir was wünschen dürfte, dann wäre es eine kleine Karin auf meiner Schulter, die ich mir bei schwierigen Gesprächen herbeizaubern könnte, damit sie mir gute Tipps in der Situation gibt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2025

Interessante Story, Umsetzung war nicht meins

Kiss the Right Bride
0

June betreibt eine Hochzeitsagentur mit ihren besten Freundinnen. Sie organisiert, die anderen dekorieren, backen und machen die Fotos. Eigentlich ist sie damit sehr glücklich. Um das Ansehen ihrer Agentur ...

June betreibt eine Hochzeitsagentur mit ihren besten Freundinnen. Sie organisiert, die anderen dekorieren, backen und machen die Fotos. Eigentlich ist sie damit sehr glücklich. Um das Ansehen ihrer Agentur zu Steigern kommt ihnen die Promi-Hochzeit der Tochter des Bürgermeisters in New York gerade recht. Doch die Herausforderung besteht nicht nur darin, dass die Braut eine echte Diva ist. Nein, der Bräutigam ist kein geringerer als ihr Sandkastenfreund Ryder, in den June unsterblich und leider auch unglücklich verliebt war. Doch dass es sich bei dem Bräutigam um eben jenen Ryder handelt, findet June erst heraus, als sie sich schon zufällig wiedergetroffen und miteinander geknutscht hatten.

Das Chaos nimmt seinen Lauf. Es ist eine typische zweite Chance Romanze verbunden mit der verbotenen Liebe zu einem vergebenen Mann. Durch diese ganzen Irrungen ist es fast komisch und lustig. Doch die handelnden Personen konnten mich nicht erreichen. Denn ihre Handlungen waren für mich einfach nicht nachvollziehbar. Wer heiratet schließlich jemanden, von dem er eigentlich nur genervt ist. Und wer fängt immer wieder was mit der ehemaligen Sandkastenliebe an, ohne mal einmal ein klärendes, ernsthaftes Gespräch zu führen. Natürlich waren tolle Emotionen im Spiel und die Anziehung war schon spürbar. Aber ganz ehrlich gesagt, habe ich mir auch mehrfach die Hand vor die Stirn schlagen wollen, weil ich es einfach anders gemacht hätte. Und solche Liebesgeschichten, egal wie tief die Emotionen sind, können mich einfach nicht begeistern, wenn ich mich nicht in die Personen hineinversetzen kann.

Es war mir alles eine Spur zu viel. Aber vielleicht spricht genau diese Theatralik ja andere Leser*innen an, die gerne mehr Drama und weniger klärende Gespräche haben möchten. Dann werdet Ihr hiermit vermutlich glücklicher als ich.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere