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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.04.2026

Zwei unterschiedliche Liebesgeschichten, die jedes Herz höherschlagen lassen

Sommernächte auf Sylt
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Suse lebt den Traum von allen Meer-Fans: Ihr Zuhause ist Sylt und sie organisiert Events mit ihrer eigenen Eventagentur. Für ein Strandfestival bekommt sie den Sommer über sogar Unterstützung von ihrer ...

Suse lebt den Traum von allen Meer-Fans: Ihr Zuhause ist Sylt und sie organisiert Events mit ihrer eigenen Eventagentur. Für ein Strandfestival bekommt sie den Sommer über sogar Unterstützung von ihrer besten Freundin Lia, sodass ein wunderbarer Sommer voller Erlebnisse auf sie wartet. Neben den aufregenden Orgavorbereitungen, verbringen die Freundinnen viel Zeit am Meer und lernen darüber hinaus noch zwei interessante Männer kennen: Während es bei Lia ein alter Bekannter aus Kindertagen ist, der wieder in ihr Leben tritt, begegnet Suse dem unnahbaren Künstler Ben, der mit seiner Band auf dem Festival auftreten soll. Auf uns Leser warten tolle Lesestunden am Meer, Freundinnengespräche und knisternde Liebesgeschichten.
Besonders mochte ich an dieser Geschichte, dass sie mal aus der Perspektive von Lia und mal von Suse geschrieben ist. Das macht es natürlich spannend, da man immer warten muss, bis es dort weitergeht, wo es gerade am neugierigsten macht. Damit diese Perspektivwechsel gut funktionieren, setzen die Autorinnen eine Sie-Erzählperspektive ein. Damit habe ich mich am Anfang der Geschichte noch etwas schwergetan. Nach den ersten Seiten wusste ich diese aber zu schätzen, da sie die Orientierung beim Lesen enorm erleichtert.
Was mir auch extrem gut gefallen hat, war, dass die Liebesgeschichten so unterschiedlich sind. Denn mit Lia werden alle Leser glücklich gemacht, die Second-Chance Geschichten lieben. Sie trifft auf Suses Bruder Ben, der gerade nach dem Ende seiner Ehe wieder zurück auf die Insel kommt. Und in ihn war sie schon in ihrer Jugend schrecklich unglücklich verliebt. Während er eine unschöne Trennung verkraftet, finden die beiden zueinander und mein Herz ist vor Freude über die schöne Ausgestaltung der Romanze höher gehüpft. Bei Suse ist es eher eine anfängliche Abneigung aus der das Knistern mit Musiker Ben entsteht. Auch hier kann man mitfiebern und ganz wunderbar interpretieren, wie es weitergeht und warum es so ist. Genau diese Abwechslung unterhält ganz wunderbar!
Mir hat es sehr gut gefallen und ich konnte die Lesestunden auf Sylt sehr gut genießen!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Eine der fesselndsten Protagonistinnen seit langem

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Die Quarterlife crisis ist in aller Munde. Doch was darf man sich darunter genau vorstellen? Und alle jenseits der 30 stellen sich vermutlich auch noch die Frage, ob man das nun nachvollziehbar findet ...

Die Quarterlife crisis ist in aller Munde. Doch was darf man sich darunter genau vorstellen? Und alle jenseits der 30 stellen sich vermutlich auch noch die Frage, ob man das nun nachvollziehbar findet oder eher quatsch? Aus diesen Fragen und der blanken Neugier heraus, habe ich zu dem Roman Statt aus dem Fenster zu schauen von Anna Katharina Scheidemantel gegriffen.
Sophie steckt zwischen den Studiensemstern in einem Praktikum, als sie aus einer Laune heraus entscheidet, ein Haus zu kaufen. Es handelt sich dabei weder um die Geschichte einer besonders reichen jungen Frau noch um ein normales Einfamilienhaus in gutem Zustand. Nein, es geht vielmehr um eine halbe Ruine im fernen Ostdeutschland, mitten im Nirgendwo, die Sophie spontan gekauft hat und zu der sie nun aus München aufbricht. Das hört sich total verrückt an, oder? Ja, so ist es auch. Sogar so verrückt, dass Sophie auf den ersten Seiten komplett in einem Monolog abgetaucht ist, in der ihr bis auf den Verkäufer des Hauses kein Mensch begegnet. Wer nun unkt, dass es langweilig wird, könnte falscher nicht liegen. Noch nie habe ich mich sofort so sehr in jemanden hineinversetzt gefühlt, wie hier in Sophie. Sie nimmt uns mit bei ihren Selbstzweifeln, wenn sie sich selbst Mut zuspricht, wenn sie mit sich selbst in der angstmachenden Dunkelheit allein ist und wenn sie sich an der neuen schönen Natur erfreut. Sophie öffnet uns Herz und Seele, um uns die Quarterlife crisis näher zu bringen. Das hat mich berührt und unterhalten gleichermaßen.
Sie entwickelt sich unheimlich stark. Von der kindlichen Sophie am Anfang, die aus lauer Trotz mal eben ein Haus kauft, hin zu einer jungen Frau, die ihren Weg ins Leben findet. Und dabei hat mich ganz besonders überzeugt, dass es nur um Sophie geht. Sie findet zu sich selbst und zeigt ganz authentisch, wie sich alle jungen Menschen fragen, was sie denn in ihrem beruflichen Leben erreichen wollen. Gelungen ist der Autorin diese Selbstfindungsgeschichte auch deswegen so gut, weil es weder von großen Freundschaftsdramen noch von Liebesgeschichten verwässert wird. Neben diesem schweren Thema gibt es auch immer wieder lustige Szenen oder Momente, wo man lächelnd den Kopf schütteln muss, weil es absurd und witzig gleichzeitig ist. Und auch der Impuls fürs eigene Leben kommt nicht zu kurz, wenn man sich als Leser fragt, ob man denn selbst auf dem richtigen Weg ist. Und natürlich fragt man sich ebenso, ob man denn selbst ausreichend Zeit für die eigene wilde Seite hat, die sich nach Selbstverwirklichung strebt. Ich habe viel mitgenommen aus dieser Erzählung!
Es war ein Lesehighlight in diesem Jahr für mich, mit einer der überzeugendsten Protagonistinnen, die ich je kennenlernen durfte!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Kleine Maus mit großer Wirkung auf die Lebensfreude einer alten Dame!

Eine Maus namens Merlin
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Am Ende des Lebens, wenn man kaum noch Bekannte hat und aus der eigenen Familie auch schon längst alle verstorben sind, dann erlebt man nicht mehr viel. Noch drastischer würde es vermutlich die Protagonistin ...

Am Ende des Lebens, wenn man kaum noch Bekannte hat und aus der eigenen Familie auch schon längst alle verstorben sind, dann erlebt man nicht mehr viel. Noch drastischer würde es vermutlich die Protagonistin dieses Buches – Helen Cartwright – beschreiben, die mit ihren 83 Jahren einen Tag nach dem anderen verbringt, ohne wirklich zu leben. Doch dann tritt plötzlich und unerwartet eine kleine Maus in ihr Leben, die so richtig Schwung in den Alltag der alten Dame bringt.
Man könnte meinen, es handele sich um ein Kinderbuch oder zumindest um etwas Fantasy mit sprechenden Mäusen. Das ist beides nicht der Fall. Viel mehr erzählt dieses Buch die wunderbare Geschichte zwischen einer alten Frau und einem zufällig zugelaufenen Haustier. Denn die kleine Maus bringt Helen notgedrungen unter die Leute und auch dazu wieder Pläne in ihrem Leben zu machen. Auch die Erinnerungen an die Vergangenheit werden plötzlich wieder schön und nichts Bedrückendes. Das ist einfach wunderschön zu lesen und man verliebt sich sofort in das ungleiche Duo.
Helen blüht richtig auf und es ist eine Freude ihr zu folgen. Sie ist anfangs in sich zurückgezogen und traurig, aber blüht ganz wunderbar mit der kleinen Maus auf. Sie zeigt uns, wie wichtig es sein kann, sich gebraucht zu fühlen und eine andere Seele zu haben, mit der man sich verbunden fühlt – egal, ob Mensch oder Tier. Mit den beiden fliegt man nur so durch die Seiten. Die Geschichte zaubert ein Lächeln aufs Gesicht und schenkt Lebensfreude für die kleinen Dinge im Leben.
Von mir gibt es eine ganz große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.04.2026

Viele Emotionen, nahbare Protagonistin

Keeping it casual
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Maxines Leben wird völlig durcheinandergewirbelt. Nicht nur, dass ihr Freund sie betrügt, wirft sie aus der Bahn. Nein, sie hat auch noch mit einem Gehirntumor zu kämpfen. So ändert sich ihr Leben völlig ...

Maxines Leben wird völlig durcheinandergewirbelt. Nicht nur, dass ihr Freund sie betrügt, wirft sie aus der Bahn. Nein, sie hat auch noch mit einem Gehirntumor zu kämpfen. So ändert sich ihr Leben völlig und Maxine strotzt nicht gerade vor Lebensfreude. Freundin Alice rät ihr zur Ablenkung mittels einer Dating App. Das funktioniert ganz hervorragend. Denn schnell taucht Chatfreund Johnny in Maxines Leben auf und schenkt ihr jeden Tag ein paar mehr glückliche Momente.
Der Anfang dieses Romans hört sich erstmal sehr theatralisch an. Zumindest hatte ich diese Befürchtung beim Klappentext. Doch so war es überhaupt nicht. Denn Maxine wirkt total nahbar und es wird überhaupt nicht überdramatisiert. Vielmehr geht Maxine mit diesen Schicksalsschlägen sehr nüchtern um und ich hatte direkt einen Zugang zu ihr. Man kauft der Protagonistin ab, dass man sich im realen Leben auch so verhalten würde, wenn man in einer ähnlichen Situation wäre.
Ganz besonders haben mir die Zeitsprünge in die Vergangenheit gefallen. So erfährt man häppchenweise, wie Maxine von dem Betrug erfahren und darauf reagiert hat und lernt dabei Stück für Stück ihren Exfreund kennen. Aus diesem Kennenlernen und aus den Geschichten mit der Ex-Schwiegerfamilie entstehen sogar einige lustige Situationen. Auch wenn diese deshalb so witzig sind, weil sie sich unmöglich verhalten und man nur den Kopf schütteln kann.
Ebenso haben mich die unvorhersehbaren Wendungen dieses Romans sehr überzeugt. Während klassische Liebesromane doch häufig aus seichtem Kennenlernen, Herausforderung und Happy End bestehen, haben wir hier einige Wendungen, die ich nicht habe kommen sehen. Maxine denkt bei den Entscheidungen, die zu diesen Wendungen führen, auch zunehmend mehr an sich und man hat den Eindruck, sie emanzipiert sich richtig. Das macht Spaß, es zu lesen und führt auch zu vielen positiven Emotionen. Diese werden ergänzt durch das nervöse Kribbeln, was sich immer bei mir eingestellt hat, wenn Johnny wieder in Erscheinung trat. Denn er ist wirklich süß mit Maxine und sorgt für das nötige Knistern und die tiefen Emotionen in diesem Roman.
Für mich war dieses Leseerlebnis ein moderner Liebesroman mit einer starken Frau und vielen tiefgreifenden Emotionen zum Nachfühlen, die man keinesfalls vorhersehen kann. Es war gefühlvoll und spannend und absolut realistisch.
Ich bin rundherum zufrieden!

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Nicht googeln, sondern hier nachschlagen

Bye-bye Beschwerden
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Kennst Du die Belehrung, dass man Krankheiten auf keinen Fall googeln soll? Vermutlich schon, ich jedenfalls habe es schon so oft gehört. Doch was macht man, wenn man eine erstmal harmlose Beschwerde an ...

Kennst Du die Belehrung, dass man Krankheiten auf keinen Fall googeln soll? Vermutlich schon, ich jedenfalls habe es schon so oft gehört. Doch was macht man, wenn man eine erstmal harmlose Beschwerde an sich entdeckt und sich fragt, wie man sie jetzt wieder loswird. Klar, man fragt Mama – also ich jedenfalls mache das so. Aber wenn sie auch nichts dazu beitragen kann, dann bleibt nur abwarten oder eben doch googeln. Und in den meisten Fällen führt das Googeln zu wenig guten Tipps, aber zu unnötiger Panikmache. Also was tun? Demnächst jedenfalls nehme ich dieses Buch zur Hand.
Hier wird die Werbung wahr: Uns beraten Arzt und Apothekerin. Jennifer und Felix Aaslepp haben zu den 77 häufigsten Beschwerden alles Wissenswerte zusammengeschrieben. Sie gliedern ihre Ausführung zu den Beschwerden danach, wo sie auftreten. Es gibt Kapitel zum Kopf, dem Hals und den Atemwegen, dem Magendarmtrakt sowie dem Unterleib, zum Rücken, zu Muskeln, Gelenken und Knochen. Darüber hinaus werden die Haut, der komplette Körper und die Psyche thematisiert. Man findet dort wirklich alles von den einfachen Kopfschmerzen, zu Hühneraugen, über Herpes und Blasenschwäche bis hin zu innerer Unruhe. Auch die Doppelseite zu jeder Beschwerde ist sehr gut strukturiert. Der rote Faden läuft bei der Beschreibung zur Beschwerde los, erläutert die Ursachen und gibt Handlungsempfehlungen. Besonders gut finde ich auch die Hinweise, ab wann man doch lieber den Arzt aufsuchen sollte oder welche Medikamente man selbst einnehmen kann. Für mich war der letzte Part zu jeder Beschwerde sehr hilfreich, was man in dieser Situation vermeiden sollte. Denn häufig macht man die Beschwerde ja aus Unwissenheit unabsichtlich schlimmer.
All das ist ganz neutral und sachlich geschrieben. Hier wird keine Panik gemacht, sondern fundiert informiert und vor allem abgegrenzt zwischen dem, was man gut selbst beheben kann und wann man doch medizinische Hilfe benötigt. So weiß man, wo man dran ist. Das ist ein Werk, was ich sicherlich noch häufig zur Hand nehmen werde.

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