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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2022

Wie eine Marke zu Magnet wurde

Little Book of Louis Vuitton
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Louis Vuitton ist eine Marke, die wohl jede und jeder, der sich für Mode begeistert schon mal gehört hat. Besonders faszinierend ist dabei wohl, wie es das traditionelle Unternehmen geschafft hat, sich ...

Louis Vuitton ist eine Marke, die wohl jede und jeder, der sich für Mode begeistert schon mal gehört hat. Besonders faszinierend ist dabei wohl, wie es das traditionelle Unternehmen geschafft hat, sich über all die Jahre an der Spitze zu halten.
Das kleine Buch gibt dabei die gesamte Geschichte des Unternehmens von der Entstehung bis hin zur Neuzeit wieder – und das mit vielen Details und Bildern aus jeder Zeit. Besonders detailliert wird dabei auf einzelne Designer und die Besonderheiten von deren Kollektionen eingegangen. Einziger Wehrmutstropfen für mich als BWLer: Ich hätte gerne mehr über die Unternehmensführung und die Markenstrategie erfahren, um zu verstehen, wie man es schafft, dass eine Marke so ein Magnet wird. Doch da das spezielle Interessen aufgrund meines Werdegangs sind, würde ich das Buch auch ohne diese Punkte durchaus weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 05.12.2022

Essstörungen von der Entstehung bis zur Gesundung

Hunger auf Leben
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Essstörungen sind mir bisher immer vorgekommen wie etwas, das da ist. Ich habe es als eine Art Zustandsbeschreibung verstanden, die inkludiert, dass die Erkrankung einfach da ist. Doch mit diesem Buch ...

Essstörungen sind mir bisher immer vorgekommen wie etwas, das da ist. Ich habe es als eine Art Zustandsbeschreibung verstanden, die inkludiert, dass die Erkrankung einfach da ist. Doch mit diesem Buch beginnt man zu verstehen, dass sie immer eine Entstehungsgeschichte und eine Leidensgeschichte hat, die eben nicht einfach da ist.
Besonders an diesem Buch hat mir gefallen, dass Sophie Matkovits so persönlich von ihrer Essstörung berichtet. Sie lässt den Leser ganz tief in ihre Geschichte eintauchen und teilt mit uns, was bis zur Essstörung passiert ist, wie sie begonnen hat und wie es dann weiterging. Sie beschreibt alles dabei sehr sachlich und dennoch so, dass man mitfühlen und es sich ganz genau vorstellen kann. Anekdoten und persönliche Erlebnisse machen die Erzählung dabei nahbar. Ergänzt werden die Erzählungen von Sophie dann von ihrer ehemaligen Therapeutin Brigitte Lenhard-Backhaus. Sie generalisiert die Beschreibungen und geht näher auf Erkenntnisse zu diesem Krankheitsbild ein. Das fasst sie je Kapitel noch einmal in kurzen Stichwortlisten zusammen, die vor allem Angehörigen von Essstörungs-Erkrankten helfen sollen.
Sehr aufschlussreich fand ich auch die Kapitel, die die Therapieansätze und den Weg bis zur Gesundung beschreiben. Einerseits habe ich unheimlich viel gelernt, andererseits hat mich dieses Buch und Sophies persönliche Geschichte unheimlich berührt. Und auch als nicht erkrankter Mensch kann man aus ihrer Geschichte viel lernen: Zum Beispiel, dass man auf den eigenen Körper hören sollte, sich selbst gut behandeln und sich selbst eine gute Freundin sein sollte.
Ich kann dieses Buch wirklich jedem ans Herz legen, der sich informieren möchte und der vielleicht auch eine Stütze für einen erkrankten Freund oder Angehörigen sein möchte.

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Veröffentlicht am 05.12.2022

Gleichberechtigung beginnt im Kopf der Gesellschaft

Dramaqueen: Frauen zwischen Beurteilung und Verurteilung
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Na, schon mal einen Mann getroffen der von sich behauptet, er wäre so genervt von dem Gehabe anderer Männer und wäre lieber mit Frauen zusammen, weil die so unkompliziert sind? Nein? Ich auch nicht, aber ...

Na, schon mal einen Mann getroffen der von sich behauptet, er wäre so genervt von dem Gehabe anderer Männer und wäre lieber mit Frauen zusammen, weil die so unkompliziert sind? Nein? Ich auch nicht, aber bei Frauen kommt das gar nicht so selten vor. Und man denkt sich noch nicht einmal etwas dabei – ja nicht einmal, wenn man selbst eine Frau ist.
Wie so etwas zustande kommt und was das mit internalisierter Misogynie zu tun hat, legt Tara-Louise Wittwer in ihrem Buch Drama Queen offen. Sie beschäftigt sich damit, wie Frauen in der Gesellschaft gesehen werden, wie sie beurteilt und auch verurteilt werden.
Nun könnte man aufgrund des Fremdwortes schon im Klappentext meinen, es würde zäh, langweilig und schwer verständlich. Allerdings ist genau das Gegenteil der Fall: Denn die Autorin schreibt so, dass man das Buch nicht mehr weglegen will. Wie sie das macht? Sie mischt ernste Themen mit Sachlichkeit, einer Prise Sarkasmus, Humor und lebensnahen Geschichten in einem lockeren, leicht verständlichen Schreibstil.
Ich habe unheimlich viel gelernt in diesem Buch und es war stellenweise fast erschreckend, wie sehr das Beschriebene zutrifft. Und dabei sind die Ansichten keines Falls so, dass sie nur von Männern vertreten werden und das ist besonders interessant. Man beschäftigt sich als Frau viel zu wenig damit, wie man gesehen wird, und das ist doch die Basis, wenn man für sich eintreten will. Ich kann das Buch jedem und jeder empfehlen – denn hier gibt es etwas zu lernen für alle, die eine moderne und gleichberechtigte Gesellschaft wollen.
Dieses Buch ist wirklich lesenswert und erhellend!

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Veröffentlicht am 05.12.2022

Süßer Roman mit weihnachtlichem Kuschelfaktor

Die Weihnachtsfamilie
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Manchmal beurteilt man eine Situation nicht mehr sachlich aufgrund der Erfahrungen, die man selbst gemacht hat. So geht es Emily, die als Personenschützerin ausgerechnet an Weihnachten einen Auftrag erfüllen ...

Manchmal beurteilt man eine Situation nicht mehr sachlich aufgrund der Erfahrungen, die man selbst gemacht hat. So geht es Emily, die als Personenschützerin ausgerechnet an Weihnachten einen Auftrag erfüllen soll. Sie wird von einem geschiedenen Pärchen engagiert, um deren siebenjährige Zwillinge von ihrem Vater zu ihrer Mutter in die Berge zu bringen. Doch die Kinder haben da ganz andere Pläne und wünschen sich nichts mehr, als ihre Eltern beide an Weihnachten bei sich zu haben und sie wieder als Paar zusammenzubringen. Als jedoch alles nicht so recht klappen will, ringen sie Emily das Versprechen ab, ihnen zu helfen. Denn Emily kann das besser verstehen als sie denken. Schließlich haben sich ihre Eltern damals an Heiligabend getrennt und nie wieder einen Draht zueinander gefunden.
Emily bringt den besonderen Weihnachtsglanz in diese Geschichte. Anfangs wirkt sie zwar noch professionell und abgeklärt, doch ganz schnell schleichen sich die Zwillinge in ihr Herz und sie fühlt sich in die Vergangenheit versetzt. Wir als Leser erhalten immer wieder Einblicke in ihre Kindheit und in vergangene Weihnachtserlebnisse. Dabei schließt man sie direkt in ihr Herz und erkennt in ihr das erwachsen gewordene Kind, das sich damals auch nichts sehnlicher als eine glückliche Familie gewünscht hat. Doch dieses Buch ist keineswegs eine Ode auf die traditionelle Bilderbuchfamilie, sondern zeigt, dass man mit Kreativität, Menschlichkeit und Wohlwollen auch als Patchwork-Familie ganz wundervolle Weihnachten haben kann, an dem alle glücklich sind. Und dabei gibt’s Happy Ends an jeder Ecke. Das macht es zu einem wunderschönen, kuscheligen Weihnachtsleseerlebnis!
Die heimlichen Stars in dieser Geschichte sind allerdings die Zwillinge Stella und Joshi, die nicht nur Emily zum Auftauen bringen, sondern auch mit ihren Plänen für viel Aufregung und Spaß sorgen. Sie sind süß und stur zugleich und passen perfekt in diese Geschichte.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen für einen kuscheligen Leseabend unter dem Weihnachtsbaum!

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Veröffentlicht am 18.11.2022

Einfach nur mega geschrieben!

Verbrechen sind mein Job
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Als ich dieses Buch begonnen habe, hatte ich zunächst Angst, ob ich mich wohl zu viel gruseln würde. Komisch eigentlich, weil ich mich ja selbst dafür entschieden hatte. Was ich dann aber für ein Leseerlebnis ...

Als ich dieses Buch begonnen habe, hatte ich zunächst Angst, ob ich mich wohl zu viel gruseln würde. Komisch eigentlich, weil ich mich ja selbst dafür entschieden hatte. Was ich dann aber für ein Leseerlebnis hatte, stellt alle Erwartungen auf den Kopf. Um es einleitend zusammenzufassen: Es war schlicht und ergreifend mega!
Karlotta Stahl wird uns als junge Jura-Absolventin vorgestellt, die uns in die Ehre einweiht, die es bedeutet, in den Staatsdienst berufen zu werden. Sie macht ein unerwartet ausgezeichnetes Staatsexamen und wird Staatsanwältin. Doch wer jetzt mit einer Aneinanderreihung von brutalen echten Kriminalfällen rechnet, liegt falsch. Denn das Buch ist so klug aufgebaut, dass es in seinen Kapiteln dem Vorgehen einer Ermittlung und dann eines Strafprozesses folgt. In diesen einzelnen Kapiteln lernen wir interessante Details zur Arbeit in der Staatsanwaltschaft und bekommen dabei immer wieder echte Fälle vorgestellt. Diese Mischung aus Fakten und Kriminalfällen ist sehr facettenreich geschrieben: Mal ist es fast humoristisch, wie beispielsweise von der ersten Obduktion berichtet wird, dann wieder ist es spannend, weil man an dem Fall nicht ablesen kann, wer es war oder warum. Und abwechselnd ist man voller Entsetzen und Abscheu gegenüber dem Täter, aber kann sich dann auch wieder in seine Lage hineinversetzen und verstehen, wie es vielleicht dazu gekommen sein mag. Auch wenn natürlich niemals etwas gutgeheißen wird, was dort an Straftaten passiert.
Gerade diese facettenreiche Sprache kombiniert mit den Perspektivwechseln und den Fakten haben das Buch für mich absolut empfehlenswert gemacht. Ich habe mich keine einzelne Seite gelangweilt, sondern habe mich immer gefreut, wenn ich endlich weiterlesen durfte. Das Buch hat die Anmutung wie ein wirklich interessanter Vortrag, der seine Zuhörer ganz in den Bann zieht. Ganz große Klasse!

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