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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.01.2026

Das Leben wieder leben

Jetzt gerade ist alles gut
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"Jetzt gerade ist alles gut" ist ein leiser, lebensbejahender Roman über einen Mann, der nach einem beinahe tödlichen Vorfall beginnt, die kleinen Momente im Leben wieder bewusster wahrzunehmen. Viel passiert ...

"Jetzt gerade ist alles gut" ist ein leiser, lebensbejahender Roman über einen Mann, der nach einem beinahe tödlichen Vorfall beginnt, die kleinen Momente im Leben wieder bewusster wahrzunehmen. Viel passiert nicht – und doch wirkt die Geschichte stark, weil sie zeigt, wie sehr kleine Veränderungen und Erinnerungen den Blick aufs Leben formen.

Die Sprache ist einfach, ruhig und gleichzeitig sehr berührend. Schäfer vermittelt seine Botschaften ohne erhobenen Zeigefinger und schafft es, die Lesenden zum Nachdenken zu bringen. Es geht um Themen wie Dankbarkeit, Aufmerksamkeit und darüber, dass das im Alltag oft untergeht. Auch dass das Thema Sepsis aufgegriffen und verständlich gemacht wird, ist ein interessanter Aspekt des Buches.
Durch kurze Kapitel und eine klare Sprache liest sich der Roman sehr angenehm und schnell. Für mich war er genau richtig: unterhaltsam, aber auch mit Tiefgang: ein kleiner Reminder, dass nichts im Leben selbstverständlich ist.
Empfehlenswert ist das Buch vor allem für Menschen, die wieder lernen möchten, die kleinen Momente im Leben zu schätzen.

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Nicht die typische Lehrer-Schülerin Story

Half His Age
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Dieses Buch hat mich überrascht! Was auf den ersten Blick wie eine bekannte, vielleicht sogar vorhersehbare Lehrer-Schülerin-Geschichte wirkt, entpuppt sich schnell als vielschichtiger, emotionaler Roman ...

Dieses Buch hat mich überrascht! Was auf den ersten Blick wie eine bekannte, vielleicht sogar vorhersehbare Lehrer-Schülerin-Geschichte wirkt, entpuppt sich schnell als vielschichtiger, emotionaler Roman über Selbstsuche, Abhängigkeiten und das Erwachsenwerden. „Half His Age“ hat mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen, und ich habe es nahezu in einem Rutsch gelesen.
Die 17-jährige Protagonistin Waldo steht im Zentrum des Romans: jung, verletzlich, scharfsinnig und gleichzeitig voller innerer Widersprüche. Ihre Gedanken, Ängste und Sehnsüchte sind so glaubwürdig und feinfühlig ausgearbeitet, dass man ihr sehr nahekommt und ich vieles davon aus meiner eigenen Jugend gut nachempfinden konnte. Besonders berührend ist ihre Suche nach Zugehörigkeit, in einer Welt, in der sie sich verloren fühlt und versucht, innere Leere mit Konsum, Beziehungen und Projektionen zu füllen. Ihre Entwicklung verläuft nicht geradlinig, sondern über Umwege, Rückschläge und schmerzhafte Erkenntnisse, was sie umso menschlicher und sympathischer macht.
Die Beziehung mit ihrem Lehrer, die im Zentrum der Handlung steht, wird differenziert und ohne Klischees erzählt. Statt plumper Provokation geht es um Machtverhältnisse, emotionale Abhängigkeiten und die Frage, warum bestimmte Dynamiken überhaupt entstehen. Auch gesellschaftliche Themen wie Klassismus, Kapitalismus und familiäre Prägungen sind klug in die Geschichte eingewoben und wirken nie belehrend, sondern organisch.
Der Schreibstil ist zugleich schonungslos, gefühlvoll, und extrem einnehmend. Man leidet mit, denkt mit und bleibt auch nach der letzten Seite noch lange bei Waldo und ihrer Geschichte.
Ein intensives, kluges und bewegendes Buch, das weit mehr ist als das, was Titel, Cover oder Klappentext vermuten lassen – und definitiv keine typische Lehrer-Schülerinnen-Story.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

50 Inspirationen und Helfer fürs Leben

50 Fragen, die das Leben leichter machen
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Ein kluger, warmherziger Werkzeugkasten aus 50 kurzen Kapiteln, die jeweils mit einer interessanten Frage beginnen und dann sofort in ein Beispiel bzw. die Praxis führen. Statt wolkiger Ratschläge liefert ...

Ein kluger, warmherziger Werkzeugkasten aus 50 kurzen Kapiteln, die jeweils mit einer interessanten Frage beginnen und dann sofort in ein Beispiel bzw. die Praxis führen. Statt wolkiger Ratschläge liefert das Buch alltagstaugliche Beispiele, klare Denkanstöße und kleine mentale Shortcuts, die Entscheidungen leichter machen – ob in Beziehungen, im Job oder bei persönlichen Grenzen. Der Ton bleibt empathisch, ohne auszuweichen; die Geschichten sind unterhaltsam und einprägsam, sodass man nach wenigen Seiten ein Set an „inneren Tools“ parat hat. Ideal zum häppchenweisen Lesen: eine Frage am Morgen, abends kurz reflektieren, ob man die Frage vielleicht den Tag über anwenden konnte. Für alle, die Orientierung und Entscheidungsklarheit suchen. Ich habe es mit großer Freude gelesen und werde es regelmäßig zur Hand nehmen. Karin Kuschlig ist eine tolle, inspirierende Frau, deren Schlagfertigkeit und Selbstbewusstsein ich auch gerne hätte. Von ihrer Rhetorik kann man sich wirklich viel abschauen. Ich werde das Buch bestimmt auch einigen Freund*innen schenken.

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Veröffentlicht am 31.08.2025

Spannendes Wissen leicht vermittelt

Organisch
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Nachdem ich schon das vorherige Buch der Autorin, "Darm mit Charme" so gerne und oft gelesen habe, wollte ich auch unbedingt "Organisch" lesen. In verschiedenen Kapiteln (z.B. Immunsystem, Lunge, Haut) ...

Nachdem ich schon das vorherige Buch der Autorin, "Darm mit Charme" so gerne und oft gelesen habe, wollte ich auch unbedingt "Organisch" lesen. In verschiedenen Kapiteln (z.B. Immunsystem, Lunge, Haut) beschreibt sie biologisch und medizinische Fakten so klar und verständlich, dass man das Wissen gut vermittelt bekommt, egal ob man einen medizinischen Hintergrund hat oder nicht. Besonders gut haben mir die verschiedenen Kapitel gefallen, zB. auch das Kapitel über das Immunsystem und das Gehirn, einfach weil innerhalb der Kapitel gut auf die einzelnen Mechanismen und Eigenheiten eingegangen wird, und man so durch das gesamte Buch einen ziemlich großen und ganzheitlichen Überblick bekommt. Den Körper in seiner Ganzheitlichkeit und Individualität zu verstehen und Symptome übergeordnet zu sehen, ist etwas, was meiner Meinung nach vielen Ärztinnen fehlt. Und umso schöner, dass Gunilla Enders diese Perspektive einnimmt und aufzeigt. Nach dem Buch fühle ich mich auf eine seltsame Weise viel wohler in meinem Körper, einfach weil ich so vieles, was in ihm passiert, jetzt besser verstehe und einordnen kann. Ich habe das Buch schon einigen Freund*innen empfohlen, weil ich einfach denke, dass es ein Buch ist, was jeder Mensch lesen sollte - denn wir alle haben einen Körper! Beim Lesen habe ich mir viele Stellen markiert, ich glaube, dass ich auch noch oft Dinge im Buch nachlesen/nachschlagen werde.
Ein weiteres Highlight des Buches waren für mich die wunderschönen Illustrationen von Jill Enders, die haben dem Ganzen eine ganz tolle Ästhetik gegeben und das sowieso schon sehr zugängliche Sachthema noch ein bisschen menschlicher gemacht. Ich bin absolut begeistert!

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Veröffentlicht am 01.08.2025

schönstes Coming-Of-Age Buch!

Himmel ohne Ende
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Charlie ist fünfzehn, voller Fragen und Zweifel – sie sucht nach ihrem Platz in der Welt, nach den richtigen Worten, nach Verbundenheit und, vielleicht am dringendsten, nach sich selbst. Nichts scheint ...

Charlie ist fünfzehn, voller Fragen und Zweifel – sie sucht nach ihrem Platz in der Welt, nach den richtigen Worten, nach Verbundenheit und, vielleicht am dringendsten, nach sich selbst. Nichts scheint zu passen: Die Schule nervt sie, ihre ehemals beste Freundin wendet sich von ihr ab, der Junge, in den sie verliebt ist, bemerkt sie nicht einmal. Ihr Vater ist schon lange fort, und mit ihrer Mutter führt sie mehr Monologe als Gespräche. Dann beginnt das neue Schuljahr, und mit ihm taucht Kornelius auf – von allen nur „Pommes“ genannt. Er ist so unbeschwert und frei, so anders als sie. Und doch versteht er Charlie auf eine Art, wie es bisher niemand getan hat. Denn auch Pommes trägt eine Last mit sich herum, die er kaum zeigen kann.

Julia Engelmann gelingt es, die Unsicherheit und das Suchen der Teenagerzeit so sensibel und präzise einzufangen, dass ich mich während des Lesens immer wieder an meine eigene Jugend erinnert fühlte. Ihr Schreibstil ist gleichzeitig leicht, klar und poetisch, voller Bilder, die von Sehnsucht, Abschieden, Freundschaft und Neubeginn erzählen. Manche ihrer Formulierungen sind so schön und wahr, dass ich sie am liebsten festgehalten hätte. Immer wieder kamen mir beim Lesen echt die Tränen und ich habe mir viele Stellen im Buch markiert, weil ich sie so schön fand.

„Himmel ohne Ende“ ist für mich schon jetzt eins meiner absoluten Lieblingsbücher der letzten Jahre. Ich kann es all jenen empfehlen, die zB. auch "Hard Land" von Benedict Wells mochten.

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