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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.10.2025

Genau das Richtige für den Herbst!

Eichhörnchenglück
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Eichhörnchen sind fürchterliche Tiere. Sie buddeln im Dreck und sind so vergesslich, dass sie nicht mehr wissen, wo sie ihr Futter versteckt haben. Dass sie nebenbei auch super niedlich aussehen mit ihrem ...

Eichhörnchen sind fürchterliche Tiere. Sie buddeln im Dreck und sind so vergesslich, dass sie nicht mehr wissen, wo sie ihr Futter versteckt haben. Dass sie nebenbei auch super niedlich aussehen mit ihrem seidigen Fell, den Puschelöhrchen und ihren aufgeweckten Augen, ist Annikes Mutter völlig egal. Sie beschimpft alles und jeden, einschließlich ihrer Tochter, die nach dem Tod des Vaters nur widerwillig den Weg ins elterliche Heim gefunden hat. Doch ein Eichhörnchen-Notfall wird zum Rettungsanker für die Familie – und auch für die kleine Manou, die mit dem verwundeten Nager plötzlich vor ihrer Haustür steht.

„Eichhörnchenglück“ ist ein amüsanter, gleichzeitig aber erstaunlich ernsthafter Roman über Missverständnisse innerhalb einer Familie. Nur langsam gelingt wieder eine vorsichtige Annäherung zwischen Mutter und Tochter, doch unterstützt vom liebenswerten Ex-Lehrer Onkel Theo und Manou findet sich am Ende vielleicht doch eine Handvoll Nüsse…. äääääh, eine Handvoll Glück. 😉

Süße Feelgood-Lektüre mit durchaus ernsten Anklängen, viel Humor und einem tierischen Sidekick – genau das Richtige für den Herbst!

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Veröffentlicht am 01.10.2025

Nicht ganz so fesselnd wie Teil 1

Die Freiheit so weit
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Obwohl man es dem Buch äußerlich nicht ansieht und der Einband keinen Hinweis darauf enthält, handelt es sich bei diesem Buch nicht um einen eigenständigen Roman, sondern den zweiten Teil einer Dilogie. ...

Obwohl man es dem Buch äußerlich nicht ansieht und der Einband keinen Hinweis darauf enthält, handelt es sich bei diesem Buch nicht um einen eigenständigen Roman, sondern den zweiten Teil einer Dilogie. Band 1 hieß „Der Unendlichkeit so nah“ und erzählte die Geschichte von Elias und Emma, die sich auf Hawaii kennen- und lieben lernen. Außerdem wurde dort in Rückblenden von ihren jeweiligen Vorfahren erzählt, die ebenfalls etwas verband.

 

Diese Handlungsstränge werden in diesem zweiten Band fortgesetzt. Bei mir ist es ca. ein dreiviertel Jahr her, dass ich Band 1 gelesen habe und ich hatte die Zusammenhänge – gerade im historischen Teil – nicht mehr so präsent. Ich habe gemerkt, dass mir das nicht gut getan hat für das Leseerlebnis, da ich oft gestutzt habe und Geschehnisse nicht richtig einordnen konnte. Die sehr kurzen Zusammenfassungen der bisherigen Handlung waren für mich persönlich etwas wenig, um den Anschluss wieder richtig zu finden.

 

Der Anschluss in der Gegenwartshandlung war reibungsloser und klarer, so dass ich hier besser zurecht und hineingekommen bin in die aktuelle Handlung.

 

Ich habe mich allerdings mehr als einmal gefragt, warum das Buch in zwei Bücher aufgeteilt wurde. Aus meiner Sicht wären in beiden Büchern Kürzungen ohne Verlust an „Gehalt“ möglich gewesen. Darüber hinaus hätte man sich viele Erläuterungen im zweiten Buch gespart. Klar, es wäre dann ein 600-Seiten-Epos gewesen, aber dies ist bei Familiengeschichten auf zwei Zeitebenen nichts ungewöhnliches und hätte mir persönlich besser gefallen als die Aufteilung in eine Dilogie, bei der die Erscheinungsdaten viele Monate auseinander liegen.

 

Beide Romane sind sicherlich gute Unterhaltungslektüre und durch ihr besonderes Setting Hawaii und das Thema Astronomie sticht insbesondere der erste Teil auch aus der Masse heraus. Der zweite Teil spielt hauptsächlich in Deutschland und der historische Teil in New York, was nicht mehr ganz so exotisch ist. Die Schicksale der Protagonisten werden konsequent weitererzählt und im Gegenwartsteil erleben wir insbesondere Emmas schwierige Trennungsphase von ihrem Exfreund und ihre innerliche Auseinandersetzung damit, von ihm schwanger zu sein. Wer eine romantische Liebesgeschichte sucht, ist also mit diesem Band nicht so gut beraten. Mich persönlich konnte dieser zweite Band nicht ganz so fesseln wie der erste, auch wenn er letztlich natürlich den logischen Abschluss aller Erzählstränge enthält.


Fazit:

Band 1 war top, Band 2 ergänzt ihn und klärt die noch offenen Erzählstränge auf. Allerdings konnte ich Band 1 etwas mehr genießen als Band 2.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Wer dieses Buch liest, sollte hart im Nehmen sein.

Du musst meine Hand fester halten, Nr. 104
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In diesem Buch werden viele schwer auszuhaltende Themen angesprochen, die fassungslos machen. Zwar geht Autorin
Susanne Abel sehr respektvoll und feinfühlig damit um, aber ich habe mich gefragt, ob es ...

In diesem Buch werden viele schwer auszuhaltende Themen angesprochen, die fassungslos machen. Zwar geht Autorin
Susanne Abel sehr respektvoll und feinfühlig damit um, aber ich habe mich gefragt, ob es nicht manchmal ein wenig viel war, was in diesen Roman hineingepackt wurde. Um potentiellen Lesern einen Eindruck zu geben, worauf sie sich einlassen, hier die Themen, die im Buch eine Rolle spielen:
Physische und psychische Misshandlung, Gewalt gegenüber Kindern, sexuelle Gewalt, lebenslange Traumata bzw. posttraumatische Belastungsstörungen (mit psychischen Erkrankungen als Folge), vererbte Traumata in nachfolgenden Generationen und sogar ein Amoklauf… es ist schon ganz schön viel, was den Lesern hier zugemutet wird.

Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, dass die Autorin die Geschichte absolut nachvollziehbar aufbaut und sie an geeigneten Stellen auch mit Situationskomik und Humor auflockert, so dass man immer wieder durchblicken sieht, dass die Figuren die Hoffnung nicht gänzlich verlieren. „Das Leben muss ja weitergehen“ stellte schon Hape Kerkelings patente Oma in „Der Junge muss an die frische Luft“ fest – und genau so eine Frau ist auch Hauptfigur Margret, die man in diesem Roman von der Kindheit bis ins Alter begleitet. Erschütternd ist auch das Schicksal ihres Mannes Hardy, der als kleines Kind in den Kriegswirren seine Familie verlor, in verschiedenen Kinderheimen aufwuchs und massive Gewalt erfuhr. Auf zwei Zeitebenen begleitet man Margret und Hardy und lernt, wie tief das Erlebte sitzt, dass es die beiden auch im Alter nicht loslässt.

Ich empfehle dieses Buch unbedingt weiter – zumindest wenn man sich in der Lage sieht, die oben genannten Themen für sich verarbeiten zu können.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Leider sind Gro und ich keine Freundinnen geworden

Die Frau und der Fjord
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Ich wollte die Geschichte so gern mögen, aber Protagonistin Gro und ich sind leider keine Freundinnen geworden. Mir ist bewusst, dass man bei Trauerbewältigung andere Maßstäbe anlegen muss. Dennoch fand ...

Ich wollte die Geschichte so gern mögen, aber Protagonistin Gro und ich sind leider keine Freundinnen geworden. Mir ist bewusst, dass man bei Trauerbewältigung andere Maßstäbe anlegen muss. Dennoch fand ich beispielsweise die Entscheidung, als Einsiedlerin im Polarwinter bewusst auf Handy und Internet zu verzichten, nicht nur gewagt, sondern einfach leichtsinnig. Über ihre Tat bei der Beisetzung ihres Mannes (ich will nicht spoilern, daher nichts Näheres) war ich entsetzt. Und dass die Schwiegermutter so eindimensional negativ gezeichnet war, während Gro diejenige war, die ihren Mann natürlich immer verstanden hat... ich konnte es nicht wirklich glauben.

Wirklich gut gefallen haben mir an dem Roman eher die kleinen Nebenhandlungen. Wie Gro den kleinen Vogel aufpäppelt. Wie sie versucht, alles nachhaltig zu nutzen was die Natur ihr bietet... da konnte ich mich in sie hineinversetzen. In vielen anderen Momenten leider nicht, so dass es für mich "nur" ein durchschnittliches Leseerlebnis war.

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Verwechslungskomödie mit kleinen Schwächen

Storybook Ending - Bis ans Ende aller Seiten
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Verwechslungskomödie mit kleinen Schwächen

 

Die Idee an sich ist echt süß: Um den Mitarbeiter einer Buchhandlung kennenzulernen, hinterlegt April einen Brief in einem Buch. Eine wirklich niedliche Sache ...

Verwechslungskomödie mit kleinen Schwächen

 

Die Idee an sich ist echt süß: Um den Mitarbeiter einer Buchhandlung kennenzulernen, hinterlegt April einen Brief in einem Buch. Eine wirklich niedliche Sache - aber, wie sich jeder Leser denken kann, recht fehleranfällig. Und so kommt es wie es kommen muss. Statt dem Buchhändler Westley hält plötzlich Kundin Laura das Buch (und damit den Brief) in den Händen. Und so nimmt die Verwechslungskomödie ihren Lauf…

 

Aufgepeppt wird die Handlung noch durch den „Störfaktor“ Filmdreh. Just zu dieser Zeit finden in dem Buchladen Dreharbeiten für einen Independent Film statt und die Filmcrew macht den Mitarbeitern das Leben schwer. Zur grundsätzlichen Handlung trägt das eigentlich nichts bei, außer dass man einer Nebenfigur einen Love Interest beschert und noch ein bisschen Wirbel in den sonst eher ruhigen und gediegenen Buchladen bringt.

 

Deshalb wirkte die Story auf mich auch ein bisschen unausgegoren. Zwei Schwerpunkte, die aber eigentlich nichts füreinander tun und sich damit quasi parallel durch den Roman bewegen… hätte ich so nicht gebraucht.

 

Die Verwechslungsgeschichte an sich fand ich wirklich entzückend und könnte ich mir tatsächlich gut als Idee für einen Film vorstellen. April und Laura sind Figuren, mit denen man sich gut identifizieren kann. Beide haben so ihre Baustellen: April die Einsamkeit in ihrem Homeoffice-Job, Laura den Spagat zwischen Familie und Beruf als arbeitende Single Mom einer 7-jährigen. Dadurch werden sie sehr nahbar und sind als Figuren durch und durch sympathisch.

 

Durch die vielen Zwischenszenen zum Filmdreh zog sich die Verwechslung dann tatsächlich bis kurz vor Ende des Buches (was die Story dafür allein nicht wirklich hergab, das muss man einfach mal so klar sagen). Und letztlich wurde dann kurz vor Schluss nochmal ordentlich Drama generiert, bevor sich (natürlich! - Achtung Spoiler! ) alles auflöste und es schnellen Schrittes in Richtung Happy End ging.

 

Jetzt aber wirklich ein kleiner Spoiler, der allerdings für mich einen Kritikpunkt darstellte, deshalb muss es erwähnt werden: Auf den letzten paar Seiten wurden dann allen drei Hauptfiguren und auch einigen Nebenfiguren noch schnell neue Partner und damit ein ganz klassisches Happy End an die Seite geschrieben. Das ging mir deutlich zu schnell, war ein wenig klischeehaft und ich war nicht so ganz happy mit dem End.

 

 

Sollte jemand noch etwas Würze in der Liebessuppe suchen: Spice sucht man vergeblich in diesem Roman. So ist das Buch nicht konzipiert und das hätte auch an keiner Stelle wirklich gepasst.

 

Und zum Schluss mal noch ein Kompliment an diejenigen, die viel zu selten genannt werden: Cover-Designer. Ich finde, dieses Buch ist tatsächlich zur Zeit eines der schönsten auf dem Markt. Das Cover ist einfach nur wunderschön, verspielt und hat einen absoluten Wohlfühl-Look. Ich war hier ein richtiges Cover-Opfer und auch wenn das Buch mich nicht zu 100 % überzeugen konnte - die Gestaltung konnte es definitiv!

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