Passt wunderbar in die Adventszeit und hat einen wahren Kern
Das SchneeflockenmädchenPasst wunderbar in die Adventszeit und hat einen wahren Kern
Es klingt romantisch, obwohl es sicher nicht besonders komfortabel war: mit einem Zirkuswagen, davor ein Pferd gespannt, von Weihnachtsmarkt ...
Passt wunderbar in die Adventszeit und hat einen wahren Kern
Es klingt romantisch, obwohl es sicher nicht besonders komfortabel war: mit einem Zirkuswagen, davor ein Pferd gespannt, von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt ziehen und als Märchenerzählerin die Kinder erfreuen. Das ist die Ausgangssituation, in der wir im Jahr 1925 Marie begegnen. Marie, die mit wenig zufrieden ist, die selbst ein bisschen wie eine Figur aus einem Märchen wirkt.
Und so weiß man bei diesem Buch nie so genau, ob wir hier eher in der Welt der Fantasie oder in einem historischen Roman sind. Umso erstaunter war ich, als ich im (ausführlichen) Nachwort las, dass das Vorbild für Marie ein sehr reales war. Die Kinderbuchautorin Lisa Tetzner zog tatsächlich in den 1920er Jahren als Märchenerzählerin durch die Lande. Diesen Fakt hat Mara Andeck als Ausgangspunkt ihres Romans gewählt. Die Geschichte an sich entspringt aber ihrer Fantasie.
Im Buch werden auch eine Menge Sagen und Märchen aus diversen Ländern wiedergegeben - meistens, um damit metaphorisch eine bestimmte Situation zu verdeutlichen. Man sollte also schon einen Hang zu alten Erzählungen und Märchen haben, wenn man zu diesem Buch greift. Doch vordergründig geht es um die Geschichte von Marie und Carl, dem Zuckerwatteverkäufer, dem sie immer wieder begegnet. Natürlich kann eine weihnachtliche Geschichte nur gut ausgehen und das tut sie auch - so gehört sich das schließlich für ein Weihnachtsmärchen. Die Schauplätze des Romans lassen vor dem geistigen Auge eine Winter- bzw.weihnachtliche Landschaft entstehen und zaubern viel festliche Atmosphäre.
Ein wenig schade fand ich, dass die Autorin die Geschichte nicht hat in Thüringen spielen lassen (angelehnt an die Gegend, wo Lisa Tetzner tatsächlich mit ihrem Wagen unterwegs war), sondern sie nach Bayern verlegt hat. Thüringen hat - auch heute noch - wunderschöne Weihnachtsmärkte, die weit über ihre Gegend hinaus bekannt sind (Gotha, Weimar, Erfurt - um nur einige wenige zu nennen). Ich hätte mich gefreut, diese tolle Region als Schauplatz eines solchen Romans zu erleben, so dass ihr etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt würde.
Fazit:
„Das Schneeflockenmädchen“ ist eine schöne winterliche, unterhaltsame Geschichte mit wahrem Ursprung, mit der man sich gemütlich zuhause einkuscheln kann und die perfekt in die Advents- bzw. Weihnachtszeit passt.