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Veröffentlicht am 20.07.2019

Charmantes Chaos im Wild-at-heart-Hotel

Wild at Heart - Willkommen im Hotel der Herzen
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Wer im Wild-at-heart-Hotel im idyllischen Port Magdalen in Cornwall eincheckt, wird seinen Urlaub so schnell nicht wieder vergessen! Das ist das Credo von Familie Wilde, bestehend aus Großvater Theo, Schwiegertochter ...

Wer im Wild-at-heart-Hotel im idyllischen Port Magdalen in Cornwall eincheckt, wird seinen Urlaub so schnell nicht wieder vergessen! Das ist das Credo von Familie Wilde, bestehend aus Großvater Theo, Schwiegertochter Gretchen und Enkelin Nettie. Sie arbeiten Hand in Hand, um den Gästen unvergessliche Tage in dem idyllischen Dorf auf einer Gezeiteninsel zu bereiten, deren Wahrzeichen ein herzförmiger Felsen ist. Schon allein wegen dieses Felsens ist der Ort ein Eldorado für Liebende und unzählige Verlobungen und Liebesschwüre sollen dort schon stattgefunden haben.

Hotelbesitzerin Gretchen jedoch kämpft seit 4 Jahren mit der riesigen Lücke, die der Tod ihres Mannes gerissen hat. Seither führt sie das kleine Hotel allein, nur unterstützt durch ihren über 70jährigen Schwiegervater und die 16jährige Tochter. Zaghaft beginnt sie ein Techtelmechtel mit einem Mann aus dem Dorf – ist aber hin und her gerissen zwischen Neubeginn und tiefsitzender Trauer.

Der Dreigenerationenhaushalt der Wildes bringt schon natur-gemäß so einige Probleme mit sich, besonders, da sich Nettie gerade an der Schwelle zum Erwachsensein befindet. Theo versucht sich einzubringen, wo es geht, es sei denn, er ist mal wieder in der Scheune damit beschäftigt, eine neue Erfindung voranzutreiben. Und dann wären da noch Sir James, der alte Kater, Paolo der Esel und Fred, das Frettchen, die das Hotel bevölkern, auch wenn keine Gäste in der Nähe sind.

Zu Beginn der Sommersaison checkt unter anderem der Er-folgsautor Harvey Hamilton ins Hotel ein, in der Hoffnung auf Inspiration für seinen nächsten Liebesroman. Nettie, die ahnt, wie schwer es ihre Mutter allein mit dem Hotel hat, hat sich in den hübschen 16jährigen Kopf gesetzt, die beiden zu verkuppeln – was natürlich gehörig nach hinten los geht. Und eigentlich hat Nettie auch genug mit ihren eigenen Gefühlen zu kämpfen, denn ihr langjähriger Ferienfreund Damien ist ebenfalls wieder im Hotel. Nur… irgendwas ist anders diesmal. Er macht auf cool, sie auf unnahbar. Was sind das für irritierende Gefühle, die sich da zwischen den beiden plötzlich aufgestaut haben?

Mit dieser turbulenten Komödie trifft Anne Sanders auch diesmal wieder alle Leser(innen) ins Herz, die charmante Familiengeschichten gepaart mit einem idyllischen Setting mögen. Ihre Figuren eignen sich für diverse Anekdoten und so vergeht kein Tag im Wild at heart ohne ein gewisses Chaos. Der Schreibstil passt zur quirligen Art der Gastgeberfamilie und man kommt unweigerlich auf den Gedanken, dass man doch auch selbst gern mal in diesem Hotel Urlaub machen würde. Natürlich zu einem Zeitpunkt, an dem alles geregelt läuft und… nun ja, nicht gerade so wie in diesem Sommer

Mir persönlich war manchmal ein wenig zu viel Action und die Mehr-oder-weniger-Romanze der Teenager fand ich für das Buch ein wenig zu raumgreifend. Aber trotzdem hat mich die Autorin einnehmen können für ihr Hotel und deshalb freue ich mich schon jetzt, im Winter wieder einzuchecken, wenn es heißt „Winterglück im Hotel der Herzen“. Ich bin auf jeden Fall wieder mit dabei!

Veröffentlicht am 12.07.2019

Ich flieg‘ auf dieses Buch!

Bis wir wieder fliegen
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Was für ein wunderschöner Frauenroman! Ich kenne die bisherigen Bücher von Ella Simon (leider noch) nicht, aber mit diesem dritten Roman unter diesem Pseudonym hat die Österreicherin Sabrina Qunaj alles ...

Was für ein wunderschöner Frauenroman! Ich kenne die bisherigen Bücher von Ella Simon (leider noch) nicht, aber mit diesem dritten Roman unter diesem Pseudonym hat die Österreicherin Sabrina Qunaj alles richtig gemacht!

Das Buch beginnt gleich ziemlich dramatisch mit der Beschreibung von Rettungseinsätzen, die Notärztin Anne Perry und Rettungssanitäter Owen Baines zusammen bestreiten. Die beiden sind ein perfektes Team und jeder Handgriff ist aufeinander abgestimmt. Dass sie privat so gar nicht miteinander warm werden, hat einen Grund… den erfährt der Leser allerdings erst im Laufe dieser mit viel Gefühl und viel Liebe zu den Figuren geschriebenen Geschichte.

Was ich an diesem Buch so toll fand: ich mochte die Charaktere mit all ihren Stärken und Schwächen, und das galt nicht nur für die Protagonisten, sondern insbesondere auch für die überaus sympathischen Nebenfiguren. Evelyn, Annes hilfsbereite Pflegemutter. Elvis, Owens lebenslustiger kleiner Bruder, der immer etwas Schalk im Nacken hat. Leah, die zierliche, aber toughe Pilotin des Rettungshubschraubers. Und Seth… über den ich hier noch nicht viel verraten möchte

Ich habe sie jedenfalls alle sofort ins Herz geschlossen und es ist mir wirklich bisher selten bei einem Roman passiert, dass ich die Figuren so schnell für mich verreinnahmt habe und mir wünschte, sie wirklich „im echten Leben“ zu treffen. Diese Figurenfamilie ist einfach nur ne Wucht!

In dem Roman werden neben den (mehreren!) obligatorischen Liebesgeschichten auch ernste Themen angesprochen, zum Beispiel Suchtkrankheiten. Mit diesen geht die Autorin verantwortungsvoll um und zeigt, dass man als Betroffener durchaus eine Chance haben kann, die Krankheit zu besiegen. Es kann aber nur gelingen, wenn der Wille hierzu aus einem selbst kommt.

Auch posttraumatische Belastungsstörungen finden in diesem Buch einen Platz. Ich fand es sehr schön, dass diese Krankheit nicht bagatellisiert wird, sondern genau den Raum bekommt, die sie auch bei den Betroffenen einnimmt. Dennoch geht die Autorin nicht so tief ins Thema hinein, dass das Buch schwermütig wird – es bleibt trotz allem ein positiver, äußerst lesenswerter Unterhaltungsroman. Ich denke, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass zum Schluss jeder Topf seinen Deckel findet. Aber ich habe mich hier auch wirklich mit jedem einzelnen über sein persönliches Happy End gefreut und habe das Buch dann mit einem sehr zufriedenen Lächeln weggelegt. Und mal ehrlich – genau so muss es doch sein, oder?

Deshalb bekommt „Bis wir wieder fliegen“ von mir 5 Sterne und Frau Simon/Qunaj das Versprechen, dass ich auch ihre anderen Bücher noch lesen werde!

Veröffentlicht am 02.07.2019

Einer der besten deutschen Thriller, die ich je gelesen habe

Liebes Kind
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Vor einiger Zeit gab es ein Phänomen bei Instagram: gefühlt jeder dritte Post von Buchbloggern beschäftigte sich mit „Liebes Kind“ von Romy Hausmann und fast alle überschlugen sich mit Lobeshymnen. Wie ...

Vor einiger Zeit gab es ein Phänomen bei Instagram: gefühlt jeder dritte Post von Buchbloggern beschäftigte sich mit „Liebes Kind“ von Romy Hausmann und fast alle überschlugen sich mit Lobeshymnen. Wie konnte er mir nur entgangen sein, dieser Thriller, der das absolute Highlight sein muss? Also musste ich ihn natürlich auch lesen – und sei es, um mitreden zu können.

Aber ich kann nicht nur mitreden, sondern ich bin jetzt auch eine von denen, die Lobeshymnen auf dieses Buch singt… weil es einfach der Hammer ist! Mit einer frischen Idee der Erzählweise gelingt es Romy Hausmann, einen vollkommen neuen Akzent zu setzen und einen Roman zu schaffen, den man so schnell nicht vergisst. Denn schon der Aufbau ist alles andere als „übliche Thrillerkost“: das Buch beginnt dort, wo andere aufhören. Eine junge Frau wird nach einem Autounfall ins Krankenhaus eingeliefert, zusammen mit ihrer äußerlich unverletzten Tochter. Schnell stellt die diensthabende Schwester fest – dies hier ist kein gewöhnliches Unfallopfer. Und nach schon 50 Seiten ist klar: die Frau ist ihrem Entführer entkommen und nun endlich in Sicherheit.

Dass die Autorin es schafft, nach diesem Einstieg die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten und ganz, ganz langsam zu enthüllen, was wirklich geschehen ist in dieser Hütte im Niemandsland – das ist schon ganz großes Kino. Aus verschiedenen Perspektiven, unter anderem der des Vaters der seit 2004 verschwundenen Studentin Lena und der von Hannah, der Tochter der Entführten, wird der Leser durch eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt. Er fiebert mit dem Opfer, das sich nicht in die Opferrolle pressen lassen will. Er fremdelt mit Hannah, dem Mädchen, das aufgrund des Asperger-Syndroms so anders ist. Er leidet mit Matthias, der auch nach 14 Jahren noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben hat, dass sein Mädchen gefunden wird.

Ich habe selten einen Thriller gelesen, der mich so in seinen Bann gezogen hat. Schon gar nicht von einer deutschen Autorin. Der Roman ist einfach großartig und ich kann keine einzige Schwachstelle daran finden. Deshalb reicht es wohl auch, einfach zu sagen: 5 Sterne! Unbedingt lesen!!!

Veröffentlicht am 30.06.2019

Wichtiges Thema - etwas schwierig verpackt

Das Geständnis der Frannie Langton
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Auf dieses Buch bin ich durch zwei Dinge aufmerksam geworden: erstens, das wunderschön gestaltete Cover, das die Geschichte einer jungen Farbigen suggeriert und mich deshalb neugierig gemacht hat. Und ...

Auf dieses Buch bin ich durch zwei Dinge aufmerksam geworden: erstens, das wunderschön gestaltete Cover, das die Geschichte einer jungen Farbigen suggeriert und mich deshalb neugierig gemacht hat. Und zweitens der Klappentext, der die Story grob umreißt und einen „aufwühlenden historischen Kriminalroman“ verspricht.

Nun, ich denke Sara Collins hat sich hier wirklich an ein großes und wichtiges Thema gewagt, das zwar im historischen Gewand daherkommt, aber sicher immer noch an einigen Stellen auch in heutiger Zeit seine Relevanz hat.

Die junge farbige Frannie Langton wird aus den britischen Kolonien nach England geholt. Sie hat, was für ein Dienstmädchen zur damaligen Zeit ungewöhnlich ist, einen hohen Bildungsgrad. Eine Farbige, die lesen und schreiben kann? Das ist den Menschen höchst suspekt und als ihre Arbeitgeber ermordet werden, sind alle schnell dabei, die junge Frau zu verdächtigen. Das Ergebnis: Frannie wird des Mordes angeklagt.

In Form eines Tagebuchs schreibt sie ihre Lebensgeschichte auf und erzählt vom Alltag in den Kolonien und wie es dazu kam, dass ihr Bildung zuteil wurde – was erst einmal erstaunlich klingt, hat einen überaus bizarren Hintergrund, da sie für Forschungszwecke benutzt, oder eher ausgenutzt wurde. Ich konnte kaum glauben, dass es so etwas tatsächlich gegeben hat, aber ich gehe davon aus, dass die Recherchen der Autorin hier sehr genau und detailliert waren.

Der große Minuspunkt des Buches – zumindest für mich – war der Schreibstil. Ich habe mich mit der Erzählweise nur sehr schlecht anfreunden können und habe immer wieder Pausen einlegen müssen, weil mich die Story zwar interessiert hat, aber beim Lesen irgendwie so gar nicht in seinen Bann zog. Frannie ist auch nicht unbedingt ein Charakter, zu dem man sich sofort hingezogen fühlt. Sie ist sehr eigensinnig, stolz (zu Recht!), aber ihre Art das auszudrücken ließ mich irgendwie immer wieder eine gewisse Abneigung empfinden.

Und so bin ich wirklich sehr hin und her gerissen, was dieses Buch angeht. Einerseits finde ich das Thema unglaublich spannend und wichtig, und ich finde es toll von Sara Collins, dass sie als Frau in der heutigen Zeit diese Thematik aufgreift. Dafür ein dickes, fettes Plus. Allerdings konnte ich, wie gesagt, dem Schreibstil so gar nichts abgewinnen und bin eher halbherzig durch die Seiten gesegelt… das fand ich sehr schade. Verdient hat das Buch aus meiner Sicht trotzdem mindestens 3 Sterne, schon allein, weil es Frauen aus dieser Epoche und mit einem solchen Hintergrund eine Stimme gibt.

Veröffentlicht am 28.06.2019

So viel Wahrheit in einem Buch…

Honigblütentage
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Dieses Buch fand ich einfach nur soooooo schön! Ein Buch zum Träumen, Fallenlassen, aber auch zum Aufhorchen, Nachdenken und Reflektieren.

Valerie wird von ihrer Redakteurin auf Recherchereise auf den ...

Dieses Buch fand ich einfach nur soooooo schön! Ein Buch zum Träumen, Fallenlassen, aber auch zum Aufhorchen, Nachdenken und Reflektieren.

Valerie wird von ihrer Redakteurin auf Recherchereise auf den Heidschnuckenweg quer durch die Lüneburger Heide geschickt – Thema: Pilgern vor der eigenen Haustür. Valerie, die in einer Ehekrise steckt und sich schwertut zu akzeptieren, dass ihre 16jährige Tochter langsam eigene Entscheidungen trifft, passt das gar nicht. Was soll dieses tagelange Herumgelatsche? Das ach so idyllische Vogelgezwitscher würde sie eh nicht hören, mit ihrem Tinnitus… Valerie macht sich übellaunig auf den Weg und genau so verläuft auch der erste Teil ihrer Wanderung.
Sie kommt mit sich allein nicht klar und wird immer verstimm-ter. Durch einen Zufall macht sie eine längere Rast auf einem Hof mit Pension mitten in der Lüneburger Heide, der von der robusten Annegret geführt wird. Annegret sieht sofort, dass Valerie mit sich nicht im Reinen ist und führt sie mit behutsa-men, aber gezielten Gesprächen wieder auf den Weg zu sich selbst.

Das quasi mitzuerleben, war für mich als Leser selbst auch ein erhellendes Erlebnis – denn viele Fragen, die Annegret Valerie stellt, könnte man sich auch selbst immer wieder stellen, wenn man sich mit Problemen konfrontiert sieht.

„Wir können in unserer Opferrolle verharren, uns einbilden, das Leben sei schlecht und die Welt habe sich gegen uns ver-schworen… Oder wir beginnen zu akzeptieren, was war und wer wir dadurch geworden sind, um unsere Geschichte umzu-schreiben und all dem Leid einen Sinn zu geben.“ (S. 164)

Fast jeder wird schon Situationen erlebt haben, in denen man am liebsten in Selbstmitleid versinkt und meint, alles sei schlecht und habe eh keinen Sinn. Dieses Buch rüttelt aus sol-chen Situationen auf und zeigt, dass kleine Perspektivwechsel manchmal bereits Wunder bewirken können. Sofie Cramer regt in Gestalt von Annegret dazu an, Gefühle zu hinterfragen und sich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Sie von verschiede-nen Seiten aus zu betrachten – z. B. so, wie sie vielleicht der Partner, der Chef oder das halbwüchsige Kind sieht. Ich fand das sehr anregend und habe durch das Lesen des Buches den Mut gefunden, auch eigene Schwachstellen anzugehen und zu hinterfragen. Vielleicht findet man für die eine oder andere scheinbar aussichtslose Situation ja doch einen Strohhalm, nach dem man greifen kann?Ich muss wirklich sagen, ich war erstaunt, wieviel Wahrheit und Weisheit in diesem kleinen Büchlein steckt, das als ganz normaler „Frauenroman“ daher-kommt und doch so viel mehr sein kann.

Wer sich ein klein wenig für Psychologie und/oder Esoterik interessiert, wird viel Freude an diesem Roman haben. Und wer nicht… den werden die idyllischen Landschaftsbe-schreibungen und der zum Teil auch amüsante Plot über-zeugen! Absolute Leseempfehlung!