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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.10.2016

Sommerleichte Urlaubslektüre, etwas schnell „durcherzählt“

Unser Haus am Meer
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Die Geschichte um das alte Kapitänshaus in Heringsdorf und seine Bewohner (Schriftsteller Markus, Surflehrer Ben – sein Bruder – und Großmutter Charlotte ist eine nette Lektüre für den Urlaub oder „einfach ...

Die Geschichte um das alte Kapitänshaus in Heringsdorf und seine Bewohner (Schriftsteller Markus, Surflehrer Ben – sein Bruder – und Großmutter Charlotte ist eine nette Lektüre für den Urlaub oder „einfach mal so zwischendurch“ zum Entspannen. Große Literatur darf man nicht erwarten, aber ich denke das ist auch okay - das Buch ist „zielgruppengerecht“ konzipiert zum Erholen und Abschalten.

Wenn auch die Erzählweise sehr sympathisch ist, kam sie mir doch an einigen Stellen noch etwas unausgereift vor. Einfach, weil die Handlung – das ist meine ganz persönliche Meinung – etwas hölzern und schnell „durcherzählt“ war. Zudem waren mir die ständigen Seefahrts-Vergleiche mit der Zeit ein wenig zuviel. Aber das ist Geschmackssache – zum Thema, also zu dem im Buch vorkommenden Glücks-Ratgeber „Das Kapitänsprinzip“ – passte es auf jeden Fall, allerdings kamen die Ratschläge in dem Buch ein wenig klischeehaft rüber. Ebenso wie die Figuren - leider (z. B. der Surflehrer, der bei jedem Kurs mit einer anderen Schülerin anbandelt oder der schüchterne, introvertierte Schriftsteller). Da war mir etwas zu viel Schwarz-Weiß-Denken dabei, und die Figuren bekamen dadurch kaum Tiefe. Am besten gefallen hat mir Oma Charlotte, die mit ihrer erfrischenden Art einen schönen Akzent im Buch setzen konnte.

Ich möchte das Buch nicht schlecht reden, denn zum Ausspannen ist es durchaus geeignet. Und ich bin mir sicher, wenn Frau Jacobsen am Stil noch ein bisschen feilt, wird mir das nächste Buch – das schon angekündigt ist für Feb. 2017 – um Längen besser gefallen. Darauf setze ich und werde es auf jeden Fall lesen.

Veröffentlicht am 08.10.2016

Gute Thriller-Kost von einem Meister des Fachs

Der Schlafmacher
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Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass auch das andere Ende der Welt sehr gute Thrillerautoren zu bieten hat. Der Australier Michael Robotham ist ein Meister seines Fachs, was man auch ...

Mittlerweile dürfte es sich herumgesprochen haben, dass auch das andere Ende der Welt sehr gute Thrillerautoren zu bieten hat. Der Australier Michael Robotham ist ein Meister seines Fachs, was man auch seinem neuesten Werk "Der Schlafmacher" wieder anmerkt.

Obwohl die Story um die beiden ermordeten Frauen (Mutter und Tochter) in einem Farmhaus in England nicht mit Superlativen um sich wirft oder eine besonders außergewöhnliche Grundkonstellation aufweist, war ich von der ersten Seite an gefesselt von diesem Buch. Und das ist es, finde ich, was einen guten Autor ausmacht. Er hat es geschafft, mich durchgängig "bei der Stange zu halten" und so viele potentielle Täter aufzubauen, dass man bis zum Schluss mitfiebert und Möglichkeiten wälzt und rätselt, wer es denn nun wirklich gewesen ist.

Dazu kommt eine - nun schon über fast ein Dutzend Romane hinweg - aufgebaute Nebenhandlung zur privaten Situation des Psychologen Joe O'Loughlin, die eindringlich ist und sich stimmig in das Buch einfügt. Um ehrlich zu sein, ist diese Handlungsebene für mich bei den Büchern von Robotham genau so wichtig wie der "Fall" an sich. An einigen Stellen habe ich zwar überlegt, ob es Lesern, die mehr an der Thriller-Handlung interessiert sind, nicht vielleicht ein wenig zu viel "Privatkram" sein könnte, der da thematisiert wird, denn zeitweise war das schon sehr ausführlich. Für mich, die ich schon einige Bücher der Reihe gelesen habe, war es aber eine konsequente Weiterentwicklung der Figuren. Das ernüchternde Ende auf dieser zweiten Handlungsebene sorgte bei mir für Trübsinn - aber ich bin auch jetzt schon gespannt, wie Joe mit der neuen Situation umgehen wird und schon aus diesem Grund freue ich mich auf den nächsten Band!

Eins muss man aber auch klar sagen: die bisherigen prägenden Ereignisse im Leben von Joe sind so gut zusammengefasst, dass man das Buch bedenkenlos lesen kann, ohne die anderen Romane der Reihe zu kennen. Mir fehlten auch ein paar Bände dazwischen und für mich war es absolut kein Problem.

Schade, dass man keine halben Sterne vergeben kann - dieses Buch wäre mir 4,5 Sterne wert.

Veröffentlicht am 29.09.2016

Mit dem Doc über die Weltmeere – ein amüsantes Vergnügen

Doc Holiday
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Ich hatte von diesem kleinen Büchlein eigentlich gar nicht viel erwartet. Eine Aneinanderreihung von Reisezielen, medizinischen Anekdoten – im besten Fall nicht ganz knochentrocken erzählt, so stellte ...

Ich hatte von diesem kleinen Büchlein eigentlich gar nicht viel erwartet. Eine Aneinanderreihung von Reisezielen, medizinischen Anekdoten – im besten Fall nicht ganz knochentrocken erzählt, so stellte ich mir „Doc Holiday“ vor. Dass ich aber so viel schmunzeln würde und mich quasi mit dem Doc verbrüdere, um die kleinen Eigenheiten typischer Kreuzfahrtfpassagiere mit einem Augenzwinkern zu betrachten, hätte ich nicht erwartet. Kurzum: das Buch hat mich positiv überrascht. Ich bin nicht nur drüber geblieben, ich habe es fast in einem Rutsch gelesen. Weil es so kurzweilig war, so amüsant, so viel besser als erwartet.

Der Bericht des Doc ist sowohl für Landratten als auch für Seebären geeignet, für erfahrene Kreuzfahrer, aber auch für solche, die es noch werden wollen. Und wem schon der Gedanke an schwankenden Boden unter den Füßen Unwohlsein bereitet, der sollte das Buch auch lesen – und wenn es nur ist, um bei der ein oder anderen Geschichte feixend sagen zu können: „Ich habs ja immer gewusst – früher oder später speien sie alle…“

Ich bin mir nicht sicher ob Doc Wittmann ein kleines Ghostwriter-Helferlein hatte (es ist zumindest in dieser Richtung nichts verlautbart in Klappentext oder Danksagung), aber wenn er das Buch tatsächlich allein geschrieben hat, ist ein Autor an ihm verloren gegangen. Viele Sätze beschreiben einerseits vergnüglich, andererseits aber sehr treffend die Stimmung auf den „großen Pötten“. Und auch wenn der eine oder andere Zwischenfall nicht nur erheiternd ist, sondern durchaus ernst und lebensgefährlich, so bleibt das Buch doch erstaunlich positiv im Grundton und man behält es als eher heitere Lektüre im Gedächtnis.

Also: unbedingt lesen.

Veröffentlicht am 22.09.2016

Eine verrückte Familie…

Sommer in St. Ives
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…begleitet den Leser durch den „Sommer in St. Ives“. Besonders angetan hatte es mir dabei die Großmutter Elvira – in meiner Vorstellung ungefähr so flott und rigoros wie Judy Dench in in ihren letzten ...

…begleitet den Leser durch den „Sommer in St. Ives“. Besonders angetan hatte es mir dabei die Großmutter Elvira – in meiner Vorstellung ungefähr so flott und rigoros wie Judy Dench in in ihren letzten Rollen ;) Sie war die Person, die alle anderen Familienmitglieder in das Ferienhaus nach St. Ives „bestellt“ hatte und während der Leser (und die Familienmitglieder) sich noch fragen, welcher schlechte gesundheitliche Zustand sie dazu bewogen haben mag, kommt alles ganz anders… Es war köstlich.

Die familiären Verwirrungen und Verwicklungen nehmen ihren Lauf und die Lektüre des Buches schreitet voran – angenehm und ohne das Buch selbst oder die Leser zu ernst zu nehmen. Nur am Ende wird irgendwie alles ein bisschen viel – etwas zu viel Theatralik, etwas zu viel Action (Sam’s Schwestern…) und etwas zu viel Teenager in den durchaus reifen Hauptpersonen… (leider kann ich hier nicht schreiben, was genau ich meine – es würde zuviel verraten und vorweggenommen).

Das kostet die ansonsten sympathische Story ein Sternchen – dennoch ist es ein lesenswerter, unterhaltsamer Sommerroman (oder einfach ein Buch, mit dem man sich in der grauen Jahreszeit den Sommer zurückholen kann).

Veröffentlicht am 22.09.2016

Warum eigentlich "Das Haus der geheimen Versprechen"?

Das Haus der geheimen Versprechen
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So richtig erschließt sich mir der deutsche Titel nicht. Der Originaltital „Evergreen Falls“ passt da viel besser. Natürlich gibt es Geheimnisse, Intrigen und Verwicklungen, wie es eben in einem solchen ...

So richtig erschließt sich mir der deutsche Titel nicht. Der Originaltital „Evergreen Falls“ passt da viel besser. Natürlich gibt es Geheimnisse, Intrigen und Verwicklungen, wie es eben in einem solchen Schmöker sein muss. Aber der Titel erscheint mir nicht so ganz gerechtfertigt. Und ich war von der Geschichte nicht so berührt, dass sie mir lange in Erinnerung bleiben wird. Es ist ein typischer Roman um ein Familiengeheimnis, den Reiz des Buches macht dabei hauptsächlich das Setting aus – ein elegantes Hotel in den Blue Mountains Australiens mit entsprechender Klientel. Zudem spielt der historische Zweig der Geschichte im Winter, und es ist schon irgendwie merkwürdig, wenn von einem Meter Schnee in Australien gesprochen wird (obwohl das in den Blue Mountains durchaus vorkommen kann).

Der Teil der Geschichte, die in der jetzigen Zeit spielt, blieb für mich irgendwie farblos. Dieser Teil konnte mich nicht gefangen nehmen, ich habe ihn mit angehört, ohne dass ich ein starkes Interesse dafür entwickeln konnte.

Ich habe das Buch als Hörbuch im Urlaub gehört und dafür war es auch vollkommen in Ordnung. Nur als Highlight würde ich es nicht bezeichnen.