Ein faszinierender Romsn
Die ErbinKöln, 1957: Cosima ist die Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Als sie auf den Journalisten Leo Markgraf trifft, ahnt sie noch nicht, dass sie schon bald in die Vergangenheit ihrer ...
Köln, 1957: Cosima ist die Erbin der einflussreichen Industriellenfamilie Liefenstein. Als sie auf den Journalisten Leo Markgraf trifft, ahnt sie noch nicht, dass sie schon bald in die Vergangenheit ihrer Familie während des Zweiten Weltkriegs eintaucht – und dabei auf dunkle Geheimnisse stößt.
Cosima gründet als Erbin der reichen Liefensteins eine Stiftung für bedürftige junge Frauen. Damit erntet sie zwar viel Anerkennung, stößt aber auch auf Widerstände: Teile ihrer Familie sehen den entstehenden Medienrummel als nicht unbedingt vorteilhaft. Als Leo Markgraf, aus nicht ganz uneigennützigen Gründen, eine Reportage über sie schreiben möchte, beginnen die beiden in der Vergangenheit zu graben – und sind schockiert über das, was damals ans Licht kommt.
Das Buch von Claire Winter ist für mich nicht nur eine fiktive Reise in die Vergangenheit. Durch die hervorragende Recherchearbeit erwacht die Geschichte zum Leben und macht deutlich, wie froh wir sein können, nicht in Zeiten des Zweiten Weltkriegs leben zu müssen.
Die Protagonistinnen sind Cosima und Elisa. Sie unterscheiden sich stark in ihrem Charakter und spiegeln vielleicht gerade dadurch die Zeit wider:
Cosima ist 1957 eine wohlhabende, mutige junge Frau.
Elisa lebte während des Zweiten Weltkriegs als Cosimas Kindermädchen.
Auch Verwandte kommen zu Wort, sodass ein vielschichtiges, informatives Bild entsteht.
Gleichzeitig wirft die Geschichte viele moralische Fragen auf: Wie sehr beeinflusst uns das Leben unserer Eltern? Wie privilegiert ist ein Erbe ?Darf man davon profitieren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben?
Ein großartiger historischer Roman von Claire Winter, der mich berührt und zum Nachdenken gebracht hat