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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.04.2026

Warum du schweigst

Warum du schweigst
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Dieses Buch ist ganz sicher nichts für schwache Nerven: Es thematisiert sexualisierte Gewalt im Sport.
Trotz des schweren Themas lies sich das Buch sehr gut lesen: Ich wollte nur mal kurz reinlesen und ...

Dieses Buch ist ganz sicher nichts für schwache Nerven: Es thematisiert sexualisierte Gewalt im Sport.
Trotz des schweren Themas lies sich das Buch sehr gut lesen: Ich wollte nur mal kurz reinlesen und dann war das Buch auch schon durchgelesen... Die kurzen Kapitel und Perspektivwechsel helfen ganz klar beim Lesefluss. Erzählt wird die Handlung vornehmlich aus der Perspektive von Lena, die sexualisierte Gewalt durch ihren Trainer Charly erfährt, und von Tim, Lenas Freund.
Ich habe zu beiden Protagonist:innen sehr schnell Zugang gefunden und ihre beschriebenen Gefühle nachvollziehen können. Schnell merkt Lena, dass das Verhalten von C. nicht okay ist, sie schafft es aber nicht ihr Unbehagen zu äußern - aus Scham. Diese Scham mitzuerleben, Lenas Ringen mit sich, war sehr schwer auszuhalten. Ich wünschte mir, dass das Ende des Buches häufiger auch so in der Realität stattfinden würde. Vermutlich enden nur die wenigsten Fälle auf diese Art. Dennoch bin ich sehr froh um diese Endung, sie hat die Story gut abgerundet.
Mich hat es bei den Beschreibungen von Charlys Verhalten echt geschüttelt und ich bin wirklich richtig wütend geworden. Die Beschreibungen fand ich sehr eindringlich und auch authentisch - beim Lesen vom Nachwort wurde dann auch klar warum... Der Autor stand mit Betroffenen im Austausch und konnte somit tatsächlich erlebte Perspektiven und Gefühle erfahren. Das hat das Buch enorm bereichert.
Ich finde, dass dieses Buch sehr sensibilisiert und auf ein wichtiges Thema aufmerksam macht. Es ist wichtig, darüber zu sprechen und Betroffene zu stärken!

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Die strikteste Grenze ist die eigene Vernunft

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Nachdem ich schon sehr viel Gutes über dieses Buch gehört hatte, war ich umso gespannter es selbst zu lesen. Die Thematik klingt auf dem Klappentext vielversprechend.
Tatsächlich hatte ich dann auf dem ...

Nachdem ich schon sehr viel Gutes über dieses Buch gehört hatte, war ich umso gespannter es selbst zu lesen. Die Thematik klingt auf dem Klappentext vielversprechend.
Tatsächlich hatte ich dann auf dem ersten Drittel meine Probleme mit dem Buch. So richtig wollte mir der Einstieg in die Story nicht gelingen, ich fand die Story zäh und die langwierigen inneren Gedankenketten von Protagonistin Sophie wenig mitnehmend. Glücklicherweise habe ich dem Buch eine Chance gegeben und weitergelesen. Denn im Verlauf konnte ich immer weiter und besser in die ostdeutsche Provinz, Sophies Leben im baufälligen Haus und den Schwierigkeiten der Lebensgestaltung eintauchen. Die letzten zwei Drittel habe ich in einem Rutsch durchgelesen, so sehr hatte mich die Story im Bann.
Auch wenn die Auseinandersetzung mit den angestoßenen Themen teils oberflächlich blieb und ich mich nur bedingt mit dem Ende arrangieren konnte, habe ich das Buch mit einem guten Gefühl beendet.
Sophie ist eine spannende Protagonistin, die sich bewusst von den ihr engsten Personen abgrenzt. Ihren Eltern verschweigt sie den Hauskauf, auch wenn sie immer wieder eine gute Beziehungen zu ihnen proklamiert. Diese Beziehung zwischen Sophie und den Eltern wirkte wenig greifbar und passte irgendwie nicht ganz ins Bild, ohne dass ich genau benennen könnte, was mich daran stört. Allgemein blieben die Nebencharaktere eher blass, der Fokus der Erzählung liegt klar auf Sophies innerem Erleben.
Eine Stärke dieses Buches liegt in der Sprache und der Ruhe. Es passiert selten, dass ich Sätze mehrfach lese, weil sie mir so gefallen - hier gleich mehrfach. Immer wieder kommen kluge Reflexionen, die etwas in der restlichen Handlung untergehen oder nicht weiter verfolgt werden. Dennoch stößt dies auch bei der lesenden Person eine innere Reflexion zur Lebensgestaltung an.
Insgesamt habe ich "Statt aus dem Fenster zu schauen" gern gelesen, auch wenn ich meine Startschwierigkeiten mit dem Buch hatte. Trotz einiger unrunden Aspekte sind Atmosphäre und Grundgedanke lesenswert!

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Wohlfühlbuch

Ein Zuhause im Frühling
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Bücher von Autorin Julie Caplin sind für mich vor allem eins: Orte zum Wohlfühlen und Entspannen. Und auch ihr nesutes Buch "Ein Zuhause im Frühling", übersetzt durch Christiane Steen hat genau diesen ...

Bücher von Autorin Julie Caplin sind für mich vor allem eins: Orte zum Wohlfühlen und Entspannen. Und auch ihr nesutes Buch "Ein Zuhause im Frühling", übersetzt durch Christiane Steen hat genau diesen Ton treffen können. Nicht umsonst wird das Buch als 'Auftakt einer romantischen Serie mit Happy-End-Garantie in der englischen Countryside' beworben. Die "Countr Escapes" Reihe wird in sich geschlossene Romane, die unabhängig voneinander lesbar sind enthalten.

Die Story in diesem Buch ist vorhersehbar, der Plot nicht neu erfunden und harsche Wendungen oder Überraschungen gibt es nicht. Und das ist vollkommen okay, denn hier geht es vielmehr um eine cozy Stimmung, gut gestaltete Charaktere und der Charme von Dörflichkeit. Dieses Buch war für mich wie ein kleiner Urlaub: Raus aus London ins ländliche Wilsgrave begleiten Lesende Protagonistin Ella bei Entschleunigung und Selbstfindung. Dabei stecken hinter dem eingängigen und seichten Schreibstil knallharte Themen, die sensibel aufgegriffen wurden. Auch die Charakterentwicklung von Protagonistin Ella fand ich nachvollziehbar und im Rahmen der Handlung realistisch. Auch die Beziehung zu Devon ist unaufgeregt, ehrlich und knisternd. Die Handlung wird überwiegend durch Ellas Perspektive geschildert, aber auch Devons Sicht wird von Zeit zu Zeit geschildert. Somit bekommen beide Charaktere mehr Tiefe.

Insgesamt war das Buch eines zum Wohlfühlen, das sich gut zwichendurch lesen lässt und nicht zu sehr nachhallt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Manospehere

Alpha-Boys
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Aurel Mertz kannte ich bisher vorrangig aus der Comedy Szene, umso interessanter fand ich zunächst die Thematik des Buches: Ein Blick in die Manosphere. Je mehr ich gelesen habe, desto klarer wird, dass ...

Aurel Mertz kannte ich bisher vorrangig aus der Comedy Szene, umso interessanter fand ich zunächst die Thematik des Buches: Ein Blick in die Manosphere. Je mehr ich gelesen habe, desto klarer wird, dass es durchaus möglich ist, einen humoristischen und ernsten Blick auf dieses Thema zu vereinen. Mertz berichtet durchaus lakonisch, dennoch geprägt von Witz und Charme von eigenen Erlebnissen auf einer Rundreise durch die Manosphere.
Die einzelnen Kapitel sind kurzweilig und lassen sich flüssig lesen. Ich habe einige Ausschnitte aus dem Hörbuch (gelesen vom Autor selbst) gehört und tatsächlich kann dies helfen den Humor besser zu verstehen/wahrzunehmen. Beim reinen Lesen könnten humoristische Bilder an einigen Stellen misinterpretiert werden. In diesem Buch geben sich Humor und bitterer Ernst mehrfach die Klinke in die Hand, so dass es Aurel Mertz gelingt trotz gesellschaftskritischen Perspektiven zu unterhalten. An einigen Stellen konnten aufgrund eigener Erfahrungen tatsächlich Vorurteile abgebaut, an anderen Fassaden entlarvt werden. Diese Mischung liest sich unterhaltsam und ist meiner Meinung nach ein gutes Buch, um un diese Thematik einzusteigen. Eine ausführliche theoretische Untermauerung findet sich in diesem Buch nicht, wenngleich einige Querverweise gegeben werden.
"Alpha-Boys" ist für mich eine gelungene Perspektive auf Männlichkeit. Die persönlichen Erzählungen wirken authentisch und nahbar, zeitgleich hilft die spitze Humoristik eine gewisse Distanz herzustellen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Ente

Keeping it casual
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"Keeping it casual" von Karina May wird als "ein feinfühlig-witziger Roman übers Daten, Selbstliebe und zweite Chancen" beworben und das ist auch alles stimmig. Dieses Buch ist sehr tief von Humor und ...

"Keeping it casual" von Karina May wird als "ein feinfühlig-witziger Roman übers Daten, Selbstliebe und zweite Chancen" beworben und das ist auch alles stimmig. Dieses Buch ist sehr tief von Humor und einer angenehmen Dynamik zwischen den Figuren geprägt. Allem voran Protagonistin Max ist mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Sie dabei zu begleiten sich selbst zu finden und durch schwierige Zeiten zu navigieren, dabei stets den Humor zu behalten, war mir eine Freude. Die Hanldung selbst hat den Fokus auf die Beziehungen, die Max pflegt und/oder bricht. Der Mittelteil des Buches, der in Frankreich spielt, hat mir beinahe am Besten gefallen, vermutlich, weil Max hier am ehesten bemerkt, was und wer ihr gut tut und was und wer nicht. Grundsätzlich waren einige Dinge vorhersehbar und nah an gängigen Klischees und Tropes, ich habe das Buch dennoch gern gelesen. Zum Ende des Buches war die Handlung vergleichsweise dicht und beladen, einige Dinge gingen geradezu unter, aber auch das kann als Analaogie aufs Leben gesehen werden. Das Ende hat mich nicht sonderlich überrascht aber in einer guten Stimmung zurück gelassen.
Die Rezepte, an denen sich die initiale digitale Begegnung von Max und Johnny aufhängt, sind am Ende des Buches aufgelistet, so dass sie nachgekocht werden können. Das rundet das Buch auf angenehme Weise ab und bringt die Handlung somit etwas näher ins echte Leben.
Insgesamt hatte ich eine gute Zeit mit diesem Buch. Es ist "comfy" zu lesen, ist eingängig und nicht langweilig.

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