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Veröffentlicht am 12.04.2026

Mehr Roman als Psychothriller

Flüsternde Erinnerungen
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„Sieben Jahre ist es her, dass Jojo blutend im Wald gefunden wurde - allein. Seine Freunde? Spurlos verschwunden. Seine Erinnerungen? Ausgelöscht.
Alarmiert durch eine bedrohliche Nachricht kehrt er nun ...

„Sieben Jahre ist es her, dass Jojo blutend im Wald gefunden wurde - allein. Seine Freunde? Spurlos verschwunden. Seine Erinnerungen? Ausgelöscht.
Alarmiert durch eine bedrohliche Nachricht kehrt er nun in seine Heimatstadt zurück. Doch als erneut Menschen an derselben Stelle verschwinden, beginnt sich Jojo zu fragen: Was hat er damals wirklich in den Wäldern gesehen? Und was hat er getan?“

Während alte Schuld, neue Bedrohungen und verstörende Träume ihn jagen, stößt er auf eine Wahrheit, die besser im Waldboden geblieben wäre.“

Ich habe mich schwergetan mit diesem Buch und habe mehrere Anläufe gebraucht, um die ersten 50 Seiten zu lesen. Ohne die Beschreibung hätte ich das Buch nicht weitergelesen. Jojo, ein unsicherer, zurückgezogen lebender junger Mann, hat anscheinend etwas Traumatisches erlebt. Aber erst nachdem 20 % des Buches gelesen waren, habe ich erst verstanden, warum Jojo so ist, wie er ist. Und worum es in diesem Buch vielleicht gehen könnte.
Der Roman ist aus der Ich-Erzählperspektive von Jojo und meist flüssig geschrieben. Die Dialoge sind überwiegend recht steif, was die Gemütslage von Jojo sehr gut widerspiegelt. Seit dem Trauma ist er nicht mehr er selbst und hat zu allen Beteiligten ein distanziertes Verhältnis. Wobei auch seine Umgebung – einschließlich der Eltern – in seiner Heimatstadt nicht weiß, wie sie mit ihm umgehen soll, sei es aus eigener Unsicherheit oder Vorurteilen.
Für mich handelt es sich vorliegend eher um einen Roman. Die Spannung baut sich erst nach dem ersten Drittel des Buches auf und hat mich selbst dann noch nicht richtig überzeugt. Zumindest nicht für einen Psychothriller. Um diesem Genre gerecht zu werden, hätte meines Erachtens die Sprache dramatischer oder/und bildgewaltiger, intensiver sein können, um die Gefühle der Angst, Beklemmung und Verlorenheit stärker zum Ausdruck zu bringen. Auch fand ich manche Handlungen bzw. die Reaktionen auf manche Handlungen der einzelnen Figuren nicht immer nachvollziehbar, zu oberflächlich abgehandelt. Insbesondere die des Vaters. Die polizeilichen Ermittlungen werden nur kurz angerissen. Es entsteht der Eindruck, diese seien eher nachlässig durchgeführt worden, was die Spannung eher abgeflacht hat. Sind die Umstände der vergangenen Jahre es denn nicht wert, korrekter und intensiver zu ermitteln? Schließlich geht es um Menschenleben. Das fand ich, wie auch die meisten der Charaktere, zu oberflächlich abgehandelt.
Die Grundidee des Buches ist interessant und auch nicht wirklichkeitsfremd. Aber die Umsetzung hat mich leider nicht überzeugt.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Empfehlung für jeden!

To Cage a Wild Bird
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Das Leben in Dividium beruht auf einer einzigen Regel: Disziplin oder Tod. Denn in Dividium führt nicht nur jedes Verbrechen in das brutale Gefängnis Endlock, sondern reiche Bürger der Oberschicht bekommen ...

Das Leben in Dividium beruht auf einer einzigen Regel: Disziplin oder Tod. Denn in Dividium führt nicht nur jedes Verbrechen in das brutale Gefängnis Endlock, sondern reiche Bürger der Oberschicht bekommen außerdem die Gelegenheit, die Gefängnisinsassen zu jagen und zu töten.
Als der Bruder der 23-jährigen Raven verhaftet wird, schleust sie sich selbst als Gefangene in Endlock ein, um ihn zu befreien. Schon bald muss sie alles daransetzen, damit sie und ihr Bruder die brutalen Spiele im Gefängnis überleben. Die einzige Hilfe, die sie dabei erhält, kommt ausgerechnet von dem mysteriösen Wachmann Vale.
Doch kann Raven wirklich dem Mann vertrauen, der für all das steht, was sie an Dividium so verabscheut?


Raven war mir seit Beginn sympathisch. Sie ist intelligent, loyal und mutig. Sie weiß, was sie will und wie sie ihren Weg gehen muss. Sie tut alles für die Menschen, die ihr wichtig sind. Trotzdem hat sie wie jeder andere Mensch auch Ängste, doch sie stellt sich dem, was auf sie zukommt, egal was ist. Auch hat sie oft eine freche Antwort parat.

Vale ist ein Charakter, der auf den ersten Blick vielleicht etwas verschlossen wirkt. Das täuscht jedoch. Er ist ein recht offener Mensch, der alles für die Menschen tun würde, die er liebt, und geht gegen die Ungerechtigkeit in Endlock vor, wenn auch verdeckt.

Auch die anderen Figuren haben mir sehr gut gefallen. Jede hatte eigene Motivationen und Ziele. Ob die netten Charaktere oder die eher bösen. Ob ich sie nachvollziehen kann und gutheiße, ist etwas anderes. Jeder Charakter ist authentisch beschrieben.

Dass es größere und kleinere Konflikte gab, hat mir sehr gefallen. Es hat den Spannungsbogen kontinuierlich gehalten. Ebenso wie die Geheimnisse, die nach und nach ans Licht kamen, oder die Intrigen. Die Dialoge sind unterhaltsam, spannend, manchmal auch lustig und frisch, was die Charaktere lebendiger und authentischer gemacht hat. Es hat richtig Spaß gemacht.
Die Liebesgeschichte hat sich sehr gut in die Handlung integriert und hat perfekt hineingepasst und nicht abgelenkt. Ich habe es geliebt.

Der Schreibstil war sehr angenehm und flüssig zu lesen. Zusammen mit der Geschichte wurde ich in einen Bann gezogen, der mich nicht mehr losgelassen hat. Die Atmosphäre, die Gefahren und die Freundschaften, aber auch Feindschaften haben mich nicht mehr losgelassen. Ich habe mir richtig vorstellen können, wie das Leben in Dividium sein muss und das Leben dort. Genauso wie in Endlock.
Ich konnte mit den Figuren mitleiden. Besonders mit Raven.
Es hatte emotionale Höhen und Tiefen.

Für mich ist diese Geschichte definitiv ein großes Highlight, mit dem ich nicht gerechnet habe.
Ich kann dieses Buch nur weiterempfehlen. Raven und Vale und die anderen sind einfach einzigartig und besonders. Sie haben Mut, der einfach nur bewundernswert ist.
Außerdem sind Dividium und Endlock sehr realistisch dargestellt, dass man dieser Welt gar nicht entfliehen kann, ebenso wie den Emotionen und Gefühlen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Ein gelungener Abschluss

Kiss of the Broken – Seine Liebe ist ihre Verdammnis
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Wem kannst du trauen, wenn das, was du am meisten fürchtest, dein eigenes Herz ist?
Der Triumph der Dämonen hat Lethia erschüttert. Hinter feindlichen Linien gefangen, beginnt für Scarlett ein grausamer ...

Wem kannst du trauen, wenn das, was du am meisten fürchtest, dein eigenes Herz ist?
Der Triumph der Dämonen hat Lethia erschüttert. Hinter feindlichen Linien gefangen, beginnt für Scarlett ein grausamer Überlebenskampf. Nur wenn es ihr rechtzeitig gelingt, eine Heilung für Rens Fluch zu finden, kann sie eine Katastrophe verhindern. Doch der König von Lethia kennt ihr dunkelstes Geheimnis, und je tiefer Scarlett gräbt, desto mehr verschwimmt die Grenze zwischen Liebe und Feindschaft. Um das Königreich zu retten, muss Scarlett sich der alles verschlingenden Dunkelheit stellen, die Rens Herz innewohnt.

Nach dem Ende des ersten Teils war klar, dass ich weiterlesen muss.
Nach dem Cliffhanger hatte ich hohe Erwartungen an Band zwei und die wurden definitiv erfüllt und teilweise auch übertroffen.
Auch in diesem Teil mochte ich Julias Pauss’ Schreibstil sehr gerne. Er war flüssig und hat mich durch die Seiten fliegen lassen.
Dadurch, dass Kiss of the Broken der zweite Teil ist, kann ich inhaltlich nicht viel sagen. Doch Scarlett ist und bleibt weiterhin ein Charakter, der für sich einsteht, immer einen frechen Spruch als Antwort hat, wenn es nötig ist, und einfach nur Badass ist.
Ren habe ich in diesem Teil noch mehr gemocht als im ersten und ich liebe seine „weiche“ Seite.
Auch lernen wir neue Freunde und Feinde kennen. Fähigkeiten und Möglichkeiten, von denen wir als Menschen nur träumen können.
Mit Kiss of the Broken hat die Forsaken-Promises-Reihe einen würdigen Abschluss gefunden, den ich nur empfehlen kann.
Eine düstere Romantasy-Reihe, die Spaß macht zu lesen und einen von der ersten Seite an fesselt.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Hat mich sprachlos gemacht!

Heart of the Damned – Ihr Versprechen ist sein Untergang
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In dem von Dämonen bedrohten Königreich Lethia hält sich Gestaltwandlerin Scarlett mit Diebstählen über Wasser. Als sie bei einem Einbruch in die königlichen Gemächer erwischt wird, scheint ihr Schicksal ...

In dem von Dämonen bedrohten Königreich Lethia hält sich Gestaltwandlerin Scarlett mit Diebstählen über Wasser. Als sie bei einem Einbruch in die königlichen Gemächer erwischt wird, scheint ihr Schicksal besiegelt. Doch ausgerechnet in jener Nacht wird die Verlobte des Königs ermordet, und statt Scarlett hinrichten zu lassen, bietet König Ren ihr einen Deal an: Sie darf leben, wenn sie mithilfe ihrer Magie in die Rolle seiner künftigen Ehefrau schlüpft. Während die Dunkelheit über Lethia aufzieht, kommen sich die beiden gefährlich nahe. Doch Ren hütet ein finsteres Geheimnis. Und eine Diebin kann es sich nicht erlauben, ihr Herz zu verlieren.


Ich bin absolut ohne Erwartungen in die Geschichte eingetauscht und sie hat mich dermaßen überrascht und umgehauen.
Scarlett ist definitiv eine Badass, die stark und gleichzeitig verletzlich ist. Sie wächst über sich hinaus, lässt sich von niemandem etwas sagen und steht für sich selbst ein. Sie ist auch die Einzige, die Ren widerspricht und Dinge einfordert und verhandelt, obwohl es mächtig schief gehen könnt.

Ren ist mysteriös, mit Geheimnissen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Er ist gefährlich und loyal. Er ist jemand, den man hinterfragt, lieben will, aber auch manchmal von seinem hohen Ross herunterschubsen möchte.

Die Dynamik von Ren und Scarlett ist von Anfang an hitzig und intensiv und man spürt sofort ein Knistern. Die Tension ist einfach da. Aber auch unausgesprochene Gefühle und Geheimnisse sind da.

Die düstere, gefährliche Welt, in die man sofort eintaucht, hat mich in ihren Bann gezogen. Man weiß, genau in dieser Welt ist nichts sicher und es kommt zu Wendungen, Geschehnissen und Intrigen, die ich nicht habe, kommen sehen und die das Ganze noch spannender gemacht haben. Zusammen mit den Emotionen und der generellen Atmosphäre, aber auch den Charakteren, die man teilweise liebt und hasst, hat das Buch definitiv Suchpotential.
Das Ende hat mir den Rest gegeben und ich bin einfach nur sprachlos und kann es kaum erwarten, in Band 2 weiterzulesen.

Ich kann euch Heart of the Damned nur sehr ans Herz legen. Vorausgesetzt, ihr mögt Romantasy mit Dämonen, Enemies to Lovers, morally grey characters und Arranged Marriage. Lest aber immer unbedingt die Triggerwarnung!


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Veröffentlicht am 05.04.2026

Spannend, temporeich, außergewöhnlicher Plot

Darkly
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Die 17-jährige Dia, absoluter Fan der verstorbenen Spieleerfinderin Louisiana Veda, bewirbt sich bei deren berühmter Stiftung um einen Praktikumsplatz in den Ferien in London.
Sie kann ihr Glück gar ...


Die 17-jährige Dia, absoluter Fan der verstorbenen Spieleerfinderin Louisiana Veda, bewirbt sich bei deren berühmter Stiftung um einen Praktikumsplatz in den Ferien in London.
Sie kann ihr Glück gar nicht richtig fassen, setzt sie sich doch mit sechs anderen Gleichaltrigen gegen mehr als 600.000 Mitbewerber aus aller Welt durch. Doch die Ernüchterung lässt nicht lange auf sich warten. So finden sich die Jugendlichen tatsächlich nicht in London in einem Büro, sondern vor der englischen Küste auf einer abgelegenen, unwirtlichen Insel wieder. Ihre Aufgabe ist es, das letzte Darkley-Spiel, Walküre, welches verschollen ist, zu spielen, um so einen Mitspieler aufzufinden, der während des Spiels verschwunden ist. Die Darkley-Spiele sind allesamt sehr schwierig und anspruchsvoll. Jedoch wird die Suche noch dadurch gesteigert, dass dieses verschwundene Brettspiel anscheinend von Unbekannten in die Realität übertragen wird. Sollte es zu gefährlich werden, kann jeder Mitspieler sofort aussteigen.
Dia ist eine sympathische, liebenswerte Teenagerin, die ihre Mutter mehr als nur bei der Führung des Antiquitätenladens unterstützt, mit einem etwas exzentrischen Hang zu vergangenen Zeiten. Sie ist recht eigenständig für ihr Alter, geht konsequent ihren Weg, in ihrem Leben zu Hause wie auch im Spiel. Sie bleibt sich treu und stellt sich den Herausforderungen des Lebens. Auch scheut sie sich weder davor, unbequeme Fragen zu stellen, einschließlich drohender möglicher Konsequenzen noch durch ihre Haltung zur Außenseiterin zu werden. Ein bisschen schade finde ich, dass die anderen Mitspieler etwas zu farblos, zu „einfach gestrickt“ sind. Dies hat zwar der sehr spannenden Handlung keinen Abbruch getan, hätte der Geschichte aber etwas mehr Tiefe geben können.
Der Erzählstil ist sehr lebendig und zuweilen bildgewaltig. Marisha Pessl schreibt derart flüssig und temporeich aus der Perspektive von Dia, dass man unweigerlich das Gefühl hat, nicht nur völlig in ihre Gedankenwelt einzutauchen, sondern alles im selben Moment mitzuerleben. Dadurch wird die stetige Spannung noch verstärkt. Die Schauplätze sind düster und beängstigend. Bis zuletzt ist nicht ersichtlich, wer die Strippen zieht und warum. So bleibt die Geschichte absolut fesselnd bis zum Schluss. Letzterer ist allerdings etwas sehr abrupt und als Ende für mein Empfinden leider viel zu flach. Die Auflösung hätte unbedingt etwas detailreicher und ausführlicher, und nicht so kurz in Form eines Rückblicks erklärt werden sollen. Es entsteht das Gefühl, als wäre der Autorin die Luft ausgegangen. So verliert die Geschichte leider etwas an Wirkung.
Dennoch ist dies eine absolut lesenswerte oder hörenswerte, spannende Geschichte. Das Cover gibt sehr gut den Kern der Geschichte wieder. Im Mittelpunkt steht die ablaufende Zeit, umgeben von vielen versteckten, kleinen Zeichen, die gefunden und gedeutet werden müssen.
Ich hatte den Genuss des Hörbuchs. Zwar fehlten die vielen kleinen Zeitungsartikel, Karten und Briefe aus der Vergangenheit entgegen der Buchausgabe. Aber ich hatte um so mehr das Gefühl, Teil der Gedankenwelt von Dia zu sein, was auch die Faszination dieser Geschichte ausmacht. Sehr schön gelesen. Roman / Hörbuch: Sehr empfehlenswert.


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