Mehr Roman als Psychothriller
Flüsternde Erinnerungen„Sieben Jahre ist es her, dass Jojo blutend im Wald gefunden wurde - allein. Seine Freunde? Spurlos verschwunden. Seine Erinnerungen? Ausgelöscht.
Alarmiert durch eine bedrohliche Nachricht kehrt er nun ...
„Sieben Jahre ist es her, dass Jojo blutend im Wald gefunden wurde - allein. Seine Freunde? Spurlos verschwunden. Seine Erinnerungen? Ausgelöscht.
Alarmiert durch eine bedrohliche Nachricht kehrt er nun in seine Heimatstadt zurück. Doch als erneut Menschen an derselben Stelle verschwinden, beginnt sich Jojo zu fragen: Was hat er damals wirklich in den Wäldern gesehen? Und was hat er getan?“
Während alte Schuld, neue Bedrohungen und verstörende Träume ihn jagen, stößt er auf eine Wahrheit, die besser im Waldboden geblieben wäre.“
Ich habe mich schwergetan mit diesem Buch und habe mehrere Anläufe gebraucht, um die ersten 50 Seiten zu lesen. Ohne die Beschreibung hätte ich das Buch nicht weitergelesen. Jojo, ein unsicherer, zurückgezogen lebender junger Mann, hat anscheinend etwas Traumatisches erlebt. Aber erst nachdem 20 % des Buches gelesen waren, habe ich erst verstanden, warum Jojo so ist, wie er ist. Und worum es in diesem Buch vielleicht gehen könnte.
Der Roman ist aus der Ich-Erzählperspektive von Jojo und meist flüssig geschrieben. Die Dialoge sind überwiegend recht steif, was die Gemütslage von Jojo sehr gut widerspiegelt. Seit dem Trauma ist er nicht mehr er selbst und hat zu allen Beteiligten ein distanziertes Verhältnis. Wobei auch seine Umgebung – einschließlich der Eltern – in seiner Heimatstadt nicht weiß, wie sie mit ihm umgehen soll, sei es aus eigener Unsicherheit oder Vorurteilen.
Für mich handelt es sich vorliegend eher um einen Roman. Die Spannung baut sich erst nach dem ersten Drittel des Buches auf und hat mich selbst dann noch nicht richtig überzeugt. Zumindest nicht für einen Psychothriller. Um diesem Genre gerecht zu werden, hätte meines Erachtens die Sprache dramatischer oder/und bildgewaltiger, intensiver sein können, um die Gefühle der Angst, Beklemmung und Verlorenheit stärker zum Ausdruck zu bringen. Auch fand ich manche Handlungen bzw. die Reaktionen auf manche Handlungen der einzelnen Figuren nicht immer nachvollziehbar, zu oberflächlich abgehandelt. Insbesondere die des Vaters. Die polizeilichen Ermittlungen werden nur kurz angerissen. Es entsteht der Eindruck, diese seien eher nachlässig durchgeführt worden, was die Spannung eher abgeflacht hat. Sind die Umstände der vergangenen Jahre es denn nicht wert, korrekter und intensiver zu ermitteln? Schließlich geht es um Menschenleben. Das fand ich, wie auch die meisten der Charaktere, zu oberflächlich abgehandelt.
Die Grundidee des Buches ist interessant und auch nicht wirklichkeitsfremd. Aber die Umsetzung hat mich leider nicht überzeugt.