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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.08.2025

Unterhaltsam, Spannend, Historisch!

Die Holunderschwestern
1

Die promovierte Historikerin Teresa Simon hat im August 2025 gemeinsam mit dem Verlag rororo das Buch „Die Holunderschwestern“ herausgebracht. Die Originalausgabe erschien 2016 im Verlag Heyne. Da ich ...

Die promovierte Historikerin Teresa Simon hat im August 2025 gemeinsam mit dem Verlag rororo das Buch „Die Holunderschwestern“ herausgebracht. Die Originalausgabe erschien 2016 im Verlag Heyne. Da ich schon einige Romane der Autorin gelesen habe, ist mir klar, das Buch möchte ich lesen. So bin ich mit viel Vorfreude in "Die Holunderschwestern" gestartet. Allem voran finde ich das Cover einfach bombastisch! Es wirkt frühlingshaft und die Holunderblüte sieht einfach toll aus. die beiden Schwestern in den Kleidern wirken vertraut miteinander. Sie sind in der gleichen Richtung unterwegs. Das Cover vermittelt mir eine Aufbruchstimmung. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.

Alex Bluebird, ein junger Engländer, betritt Katharinas Münchener Möbelwerkstatt und bringt ihr die alten Tagebücher ihrer Großmutter Fanny. Katharina ist völlig überrascht. Beim Lesen erlebt sie eine intensive Geschichte aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Sie liest von Fanny, die als Köchin bei einer jüdischen Familie gearbeitet hat und von Fritzie, ihrer Zwillingsschwester. Sie liest über eine verbotene Liebe und sie liest über ein Geheimnis. Ihr wird klar, dass nichts so ist, wie es scheint.

Es hat nur wenige Sätze gedauert und schon bin ich tief in die Geschichte versunken. Den Schreibstil von Teresa Simon empfinde ich als leicht und locker. Er ist bildhaft, so dass ich mir alles gut vorstellen kann und atmosphärisch stark, so dass die Luft um mich herum beim Lesen auch gerne mal knistert.

Fanny ist mir von Beginn an sympathisch. Sie steht im Leben, ist eine tolle Köchin und weiß sich in allen Lebenslagen zu helfen. Ihre Freundschaft mit der jüdischen Alina basiert auf einer tiefen Zuneigung zwischen den beiden Frauen, die ihrer Zwillingsschwester Fritzie ein Dorn im Auge ist. So sind Konflikte vorprogrammiert, die in der bewegenden Zeit zwischen den beiden Weltkriegen mal dominieren und mal in den Hintergrund geraten. Nichts ist jedoch so stark wie das unsichtbare Band, das die Zwillingsschwestern miteinander verbindet.

Katharina lerne ich im Jahre 2015 kennen. Sie und ihre Freundin Isi bringen mir das Handwerk der Möbelrestauration näher. Die Autorin zeigt ein erstaunliches Wissen über dieses Handwerk, das sie dem Leser auf eine sehr wertschätzende Art vermittelt. Ganz nebenbei erfahre ich noch vieles Wissenswertes über den Holunder und über die erlebnisreichen Jahre in München.

Alles in allem hat Teresa Simon mit „Die Holunderschwestern“ einen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den jeder einfach lieben muss, der sich für Menschen, die Natur und die Deutsche Geschichte zwischen den Weltkriegen interessiert. Hier warten ca. 512 Seiten darauf, gelesen zu werden. Mir hat jede einzelne Seite wunderbar gefallen und somit spreche ich aus vollem Herzen gerne eine klare Leseempfehlung mit 5 blitzeblank polierten Lesesternen aus.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.08.2025

Kriminell spannend, kriminell gut!

Die Kriminalistinnen. Der stumme Zeuge
1

Im Juni 2025 hat Mathias Berg gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Die Kriminalistinnen, Der stumme Zeuge“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover leuchtet mich im Retro-Look an. Ich kann ...

Im Juni 2025 hat Mathias Berg gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Die Kriminalistinnen, Der stumme Zeuge“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover leuchtet mich im Retro-Look an. Ich kann nicht anders und greife zu.

Im Dezember 1970 war ich gerade fünf Monate alt und habe meinen Eltern den wohlverdienten Schlaf geraubt. Liese ist vier Jahre alt. Sie verschwindet spurlos von einem Kettenkarussell. Der Alptraum jedes Elternpaares. Hinweise sprechen für eine Entführung. Lucia Specht, die Kommissarin arbeitet unter Hochdruck um den Täter zu finden. Doch dann wird Lucia abgezogen und sie soll in einem ganz anderen Fall und in einem ganz anderen Bereich ermitteln. Die Ereignisse überschlagen sich und Lucia muss sich entscheiden.

Es hat nur ein paar Sätze gedauert und schon war ich tief in der Erzählung versunken. Über ca. 320 Seiten lese ich hochkonzentriert und in einem irren Tempo. Wie kommt das? Sollte ich nicht langsam lesen, damit ich alle Hinweise mitnehme? Ja, ich sollte…doch Mathias Berg hat seine Erzählung mit einem so hohen Spannungsbogen ausgestattet, das ich einfach nicht anders kann. Seine Kapitel starten mit dem aktuellen Datum. Zu Beginn ist es der 10. Dezember 1970. Am 24. Dezember 1970 ist der Fall sauber aufgelöst. Dann gibt es noch zu Beginn einen Prolog, der mich neugierig macht und einen Epilog aus dem Januar 1971, der zu einem perfektem Abschluss führt.

„Die Kriminalistinnen, Der stumme Zeuge“ ist einfach ein Hammer-Krimi. Dabei erlebe ich den Zeitgeist der 70-er Jahre noch einmal mit. Ich erinnere mich noch gut an Telefonzellen und meine Eltern steuern noch viele Einzelheiten bei. Es ist, als sei 1970 gerade erst vier Wochen her. Dieser Kriminalroman ist etwas Besonderes. Als Krimivielleser frage ich mich, wie ich an der Reihe bisher vorbeigehen konnte. Und während ich mich noch mit dieser Frage beschäftige, fragt mich mein Vater, ob er den Krimi denn jetzt auch endlich einmal lesen dürfte.

Alles in allem hat Mathias Berg mit „Die Kriminalistinnen, Der stumme Zeuge“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht der mehr als ungewöhnlich ist. Er kommt ohne Leiche aus. Es werden 2 Fälle gelöst. Der Zeitgeist der 70-er Jahre wird lebendig. Von mir kommt eine klare Leseempfehlung für alle Krimiliebhaber und der Autor bekommt 5 Lesesterne. Völlig verdient.

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  • Cover
  • Erzählstil
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  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.08.2025

Unterhaltsam, Spannend, Lesenswert!

Der Wolfshund
1

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat das Autorenduo Hesse/Wirth im Juni 2025 den niederrheinischen Regionalkrimi „Der Wolfshund“ herausgebracht. Da mich der Hund so sympathisch vom Cover anlächelt und ich ...

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat das Autorenduo Hesse/Wirth im Juni 2025 den niederrheinischen Regionalkrimi „Der Wolfshund“ herausgebracht. Da mich der Hund so sympathisch vom Cover anlächelt und ich liebend gerne Regionalkrimis lese, habe ich ohne zu zögern zu gegriffen. Es ist der17. Band der Reihe mit der Hauptkommissarin Karin Krafft. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Von Thomas Hesse und Renate Wirth habe ich bereits „Turmfalke“ gelesen. Der Krimi war super und so mache ich mich voller Vorfreude an die neue Erzählung. Das Autorenduo macht mir den Einstieg leicht. Ein lockerer und leichter Schreibstil führt mich nach Wesel. Eine Ecke, in der ich Familie habe. Ich kenne mich ein wenig aus und fühle mich, als sei ich auf Verwandtenbesuch am Niederrhein.
In Krudenburg wird ein Mann ermordet in seinem Pool gefunden. Die Dorfbewohner sind sich einig, dass kann nur einer aus der Großfamilie sein, die so gar nicht in die Idylle passt. Die Hauptkommissarin Karin Krafft ist sich da nicht so sicher. Sie startet mit ihrem Team eine Ermittlung, die das gesamt Dorfleben umkrempelt und Geheimnisse an das Tageslicht bringt, von denen ich lieber gar nichts wissen möchte. Schnell wird mir klar, hier ist nichts mit einer ländlichen Idylle.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben hat mich dieser Regionalkrimi hervorragend unterhalten. Alle ca. 288 Seiten habe ich gerne gelesen. In diesem Krimi passt alles. Das Verhältnis von landschaftlichen Beschreibungen zum Kriminalfall ist ausgewogen. Die Personen sind entsprechend ihrer Rollen angelegt und gewinnen mit der Zeit an Persönlichkeit. Ein sauberer Spannungsbogen zieht sich durch das Buch. Der Kriminalfall ist spannend gestaltet und wird sauber aufgelöst. Dazu gibt es noch den Wolfshund Cosmo, der einfach zum Knuddeln ist. Was will ich mehr von einem Krimi?
Alles in allem haben Thomas Hesse und Renate Wirth einen einwandfreien Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Jedes Krimiherz wird ihn lieben und somit gibt es von mir die verdienten 5 Lesesterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 30.07.2025

Mörderischer Ammersee

Mordshitze am Ammersee
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Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle ...

Im Juni 2025 hat die Autorin Inga Persson gemeinsam mit dem Verlag emon: den Regionalkrimi „ Mordshitze am Ammersee“ herausgebracht. Das Cover ist wunderschön gestaltet und zeigt eine abendliche Idylle mit zwei Booten im Sonnenuntergang. Doch die Idylle trügt.
Im oberbayrischen Ammertal schlägt der Sommer gnadenlos zu. Es herrscht eine irre Hitze und der Wasserpegel des Ammersees sinkt. Dabei gibt der See die Leiche eines Mannes frei, der schon lange vermisst wurde. Der zuständige Kommissar Meisinger findet heraus, dass er zu Lebenszeiten Streit mit der Gemeinde um ein Grundstück hatte. Ein Grundstück, das auch heute noch für Zündstoff sorgt. Dort soll gebaut werden. Gegner und Befürworter sind fleißig am diskutieren und während Meisingers Freundin Carola versucht, eine Lösung zu finden, findet sich stattdessen ein toter Gemeinderat.
Der Krimi startet vielversprechend. Im ersten Drittel befindet sich die Autorin voll auf einem 4 Sterne Kurs. Der Einstieg in die Geschichte gelingt mir leicht. Den Schreibstil von Inga Persson empfinde ich als leicht und locker, die Beschreibungen der Landschaft gefallen mir sehr gut. Leider wendet sich mein Leseeindruck dann. Die Ermittlungen gestalten sich eher wirr als nachvollziehbar und statt einer sauberen Spannungslinie finde ich viele Schuldzuweisungen und Diskussionen. Es ist für mich beim Lesen so, als sei ich in einen Saal voller unterschiedlicher Meinungen gekommen, in dem jeder dem anderen die Schuld für alles gibt. Auch das letzte Drittel wird nicht besser. Dazu trägt die letzte Szene bei. Nachdem ich sie gelesen habe, frage ich mich, ob ich im Krimi konzentriert genug gewesen bin, oder, ob ich etwas überlesen habe. Mit der Wendung habe ich nun nicht gerechnet und sie trifft auch nicht meinen Krimigeschmack. Letztendlich bin ich froh, dass ich „Mordshitze am Ammersee“ nach ca. 256 Seiten zuschlagen darf.
Alles in allem hat Inga Persson mit „Mordshitze am Ammersee“ einen Regionalkrimi aus Oberbayern auf den Büchermarkt gebracht, der vor allem mit einem tollen Cover und wunderbaren Landschaftsbeschreibungen glänzt. Das reicht für mich nicht und somit gibt es drei Lesesterne.

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Veröffentlicht am 29.07.2025

Schräg, Skurril, Blutig!

Ein kleines Lied über das Sterben
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Im Juni 2025 hat der Autor Timo Blunck gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Ein kleines Lied über das Sterben“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte. Es ist in den klaren Farben ...

Im Juni 2025 hat der Autor Timo Blunck gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Ein kleines Lied über das Sterben“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte. Es ist in den klaren Farben Schwarz, Weiß und Blutrot gestaltet und zeigt das Wesentliche: Eine Person hinterlässt eine Blutlache begleitet von einem Hund.

Positiv möchte ich hervorheben, dass die Geschichte selbst durchaus lesenswert ist. Der Antiheld Tom Mangold war einst ein erfolgreicher Mordermittler und lebt nun in einer Laubenkolonie. Ständig auf Koks ist er aktiv als Hundefänger. Bis ihn eine Hündin zu einer Leiche führt und er auf eine Frau trifft, die ihn gleich in seinen Bann zieht. Diese Frau hat ein Geheimnis. Und das ist fürchterlich.

Recht schnell ist für mich klar, wer hinter dem Mord steckt. Als geübter Krimileser liege ich mit meinen Vermutungen oft richtig. Meistens stört mich das nicht, denn es kann immer noch anders kommen. Auch hier stört mich das gar nicht, denn ich bin neugierig auf die Geschichte. Der Autor erzählt aus verschiedenen Personen und belebt damit seinen Krimi. Sehr amüsant finde ich den Erzählstrang der ungarischen Ex-Straßenhündin Knef.

Die Personen sind skurril, schräg und abgedreht. In sich sind sie logisch aufgebaut, da passt alles. Ich mag schräge und abgedrehte Persönlichkeiten und Geschichten. Meine Jugend habe ich mit „Ein Fisch namens Wanda“ und „Per Anhalter durch die Galaxis“ verbracht. Auch für Screwball-Komödien habe ich Sinn. „Ein kleines Lied über das Sterben“ geht mir jedoch zu weit.

Der Autor wagt sich an ein Tabuthema und überschreitet nach meiner Meinung die Grenze des guten Krimigeschmacks. Dieser Kriminalroman ist mir zu blutig. Ich würde ihn eher in das Genre Horror einstufen, als in die Sparte „Kriminalroman“. Doch das ist meine ganz persönliche Meinung

Alles in allem hat der Autor Timo Blunck mit „Ein kleines Lied über das Sterben“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, der vermutlich eine Lesergruppe anspricht, der es nicht skurril, schräg und blutig genug sein kann. Zart besaitet darf der Leser nicht sein. Von mir bekommt der Autor 2 Lesesterne.

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