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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2025

Spannend, Abenteuerlich, Unterhaltsam!

Über Stock und Mörderstein
1

Im März 2025 hat Carla Capellmann gemeinsam mit dem Verlag emons: den Wanderkrimi „Über Stock und Mörderstein“ herausgebracht. Das Cover ist liebevoll gestaltet. Es passt zur Geschichte und in das Genre.

Von ...

Im März 2025 hat Carla Capellmann gemeinsam mit dem Verlag emons: den Wanderkrimi „Über Stock und Mörderstein“ herausgebracht. Das Cover ist liebevoll gestaltet. Es passt zur Geschichte und in das Genre.

Von Carla Capellmann habe ich bereits „Miesmuschelmord“ gelesen und war hellauf begeistert. Umso gespannter bin ich auf ihr neues Werk. Wandern gehört zu meinen Hobbies und so bin ich gespannt in ihre Erzählung gestartet. Schnell habe ich Zugang zu Ellen gefunden. Als Privatdetektivin begleitet sie eine Gruppenwanderung über den Eifelsteig. Ihre Auftraggeberin hat den Verdacht, ihr Ehemann will sich mit seiner Geliebten und gestohlenen Diamanten absetzen. Gleich am ersten Abend erwischt Ellen ihn mit einer Frau. Doch noch in der Nacht stürzt er in den Tod. Ellen fragt sich, ob das wirklich ein Unfall war und wo die Diamanten geblieben sind? Sie macht sich auf die Suche und diese gestaltet sich gar nicht so einfach, denn Ellen ist nicht die Einzige, die die Diamanten sucht.

Carla Capellmann hat nur wenige Sätze gebraucht, um meinen Geist in ihre Geschichte zu ziehen. Gemeinsam mit Ellen mache ich mich auf den Weg. Wunderbar sind die Beschreibungen der Landschaft zu lesen. Die Gegend baut sich in meinem Kopf vor meinen Augen auf und die Beschreibungen der Leute gefällt mir. Viel Spaß machen mir die Schuhbäume und die Idee, einen kleinen Sack mit etwas zu packen, was die Wanderer im Urlaub loslassen möchten. Auch mit Spannung spart die Autorin nicht und präsentiert früh die erste Leiche. Seite für Seite lese ich gebannt, wie es denn nun weitergeht und auch hier passiert allerhand unerwartetes. Während ich fleißig am Rätseln bin, fliege ich nur so durch die ca. 260 Seiten. Ehe ich mich versehe, löst die Autorin ihren Kriminalroman sauber auf. Meine Fragen sind beantwortet und ich bin voll zufrieden.

Alles in allem hat Carla Capellmann mit „Über Stock und Mörderstein“ einen amüsanten Wanderkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf eine Wanderung über den Eifelsteig hat, ist herzlich eingeladen, das Buch zu lesen. Von mir bekommt die Autorin 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 04.05.2025

Spannend, Historisch, Unterhaltsam!

Little Germany - Der Duft der Neuen Welt
1

Im Mai 2025 hat Maria Nikolai gemeinsam mit dem Verlag Penguin den historischen Roman „Little Germany, Der Duft der Neuen Welt“ herausgebracht. Es handelt sich um den Auftaktroman einer zweiteiligen Reihe. ...

Im Mai 2025 hat Maria Nikolai gemeinsam mit dem Verlag Penguin den historischen Roman „Little Germany, Der Duft der Neuen Welt“ herausgebracht. Es handelt sich um den Auftaktroman einer zweiteiligen Reihe. Das Cover ist in den Farben einer alten Fotografie gehalten. Es zeigt ein verliebtes Paar und die Freiheitsstatue von New York im Hintergrund. Der Titel und der Name der Autorin sind gut lesbar.
Von Maria Nikolai habe ich bereits die Reihen um die Schokoladenvilla und die Töchter gelesen. Ich liebe den wunderbaren Schreibstil dieser Autorin. In modernen Worten erzählt sie sanft und einfühlsam bestens recherchierte Geschichten, die mir noch lange nach dem Lesen in Erinnerung bleiben. Nun halte ich ihr neues Werk in den Händen und schlage neugierig das Buch auf.
Im Jahr 1901 starten zwei Frauen aus unterschiedlichen Welten in ein neues Leben. Das Dienstmädchen Lissi hat sich auf eine Liaison mit dem Sohn des Hauses eingelassen und ist schwanger. Entgegen seiner Zusage Lissi gegenüber leugnet er die Liaison gegenüber seiner Familie. Lissi bleibt nichts anderes übrig, als in ein neues Leben aufzubrechen.
Julia von Varrell wurde mit falschen Versprechungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Ihr wurde zugesagt, sie dürfe in der Gestütsleitung ihres Mannes Frederick mitarbeiten. Doch schnell wird klar, sie soll die Rolle der Gutsherrin übernehmen und ihrer Schwiegermutter zur Hand gehen. Als Frederick ihr Pferd Achill verkauft, flieht Julia und macht sich auf den Weg in ein neues Leben.
Lissi und Julia lernen sich an Bord eines Schnelldampfers nach New York kennen. Schnell entwickelt sich eine intensive Freundschaft zwischen den beiden Frauen, die Maria Nikolai in wunderschönen Worten beschreibt. Die Reise ist abenteuerlich und ihr gemeinsamer Neustart in Amerika riskant. Beide Persönlichkeiten sind fein gezeichnet und gewinnen mit jedem Buchstaben an Format. Es macht mir Spaß ihren Erlebnissen zu folgen.
Maria Nikolai berührt mich mit ihren zarten Worten tief im Inneren. Dabei erzählt sie bildgewaltig und spannend über ca. 656 Seiten in einem feinen Ton. Einmal mit dem Lesen gestartet, ist es mir nicht mehr möglich, dieses Buch aus der Hand zu legen. Immer will ich wissen, wie es denn nun weitergeht und so lese ich und lese ich und lese ich. Bis ich zu ihrem letzten Satz komme. Es ist ein Cliffhanger. Er macht mich so neugierig, dass ich mich jetzt schon auf den Herbst freue, wenn der zweite Teil erscheinen wird.
Alles in allem hat Maria Nikolai mit „Little Germany, Der Duft der neuen Welt“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, der bestens recherchiert und wunderschön erzählt ist. Diesen Roman muss man einfach lieben. Von mir bekommt die Autorin 5 auf Hochglanz polierte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 30.04.2025

Spannend, Vielschichtig, Fesselnd!

Schwedenglut
1

Am 17. April 2025 hat Jesper Lund den Regionalkrimi „Schwedenglut“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Es ist der 3. Teil der Reihe mit den Kommissaren Niklas Zetterberg und Emma Steen. Er ...

Am 17. April 2025 hat Jesper Lund den Regionalkrimi „Schwedenglut“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Es ist der 3. Teil der Reihe mit den Kommissaren Niklas Zetterberg und Emma Steen. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß. Das Cover passt gut in die Reihe, in das Genre und zur Geschichte.

Südschweden leidet unter einer Hitzewelle. In der Nähe von Helsingborg brennt ein Hof ab. Die Feuerwehrleute entdecken eine Leiche und schnell steht der Verdacht im Raum, es handele sich um Brandstiftung. Der Hof gehört einem rechtspopulistischen Politiker, doch der ist nicht zu finden. Das Team der Mordkommission rund um Niklas Zetterberg und Emma Steen nimmt die Ermittlungen auf. Dann geschieht der nächste Mord und die Zeit rennt.

Es hat nur wenige Sätze gedauert und mein Geist hat sich tief in der Erzählung verankert. Der Schreibstil von Jesper Lund liest sich leicht und locker. Ich kann mir alles gut vorstellen. Der Autor startet mit einem Prolog, der mich schaudern lässt und das Schaudern lässt mich über die nächsten 256 Seite nicht mehr los. Einmal mit dem Lesen gestartet, ist es mir nicht mehr möglich, das Buch aus der Hand zu legen. Es ist einfach spannend, spannend und spannend. Zum Glück hatte ich am Abend keine besonderen Pläne und so habe ich „Schwedenglut“ an einem Stück durchgelesen.

Neben dem spannenden Kriminalfall kämpft Niklas in diesem Teil mit seiner persönlichen Vergangenheit. Seine suchtkranke Ex-Freundin Pernille macht ihm das Leben schwer und stalkt ihn. Niklas macht das mehr zu schaffen als ihm lieb ist und ehe er sich versieht, bringt er Emma in Gefahr. Auch Emma kämpft mit sich und trifft eine Entscheidung, die Konsequenzen für Niklas hat.

In „Schwedenglut“ stimmt einfach alles. Jesper Lund präsentiert einen spannenden Kriminalfall aus Südschweden, der unglaublich spannend und vielschichtig ist. Es gibt Krimis, für die müsste man den sechsten Stern einführen, dies ist einer davon. Von mir bekommt der Autor fünf auf Hochglanz polierte Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.04.2025

Skurril, Schräg, Spannend!

Sonnwendmord
1

Am 20. März 2025 hat Fanny Svoboda den humorvollen Kriminalroman „Sonnwendmord“ auf den Büchermarkt gebracht. Optisch ist das Cover schon mal eine Wucht. Von der Autorin habe ich bereits „Marillenknödelmord“ ...

Am 20. März 2025 hat Fanny Svoboda den humorvollen Kriminalroman „Sonnwendmord“ auf den Büchermarkt gebracht. Optisch ist das Cover schon mal eine Wucht. Von der Autorin habe ich bereits „Marillenknödelmord“ gelesen und das war einfach super. Ein gutes Jahr später halte ich den Nachfolgeband mit dem erfolglosen Krimiautor Horvath in der Hand und bin neugierig wie ein Flitzebogen. Voller Vorfreude starte ich in die Geschichte.

Auf der Sonnwendfeier in der Wachau wird die Leiche der Arzthelferin Christel Hulatsch im Feuer entdeckt. Darüber ist niemand traurig, denn es gibt keinen, der „die Lutasch“ mochte. Horvath mischt sich unfreiwillig ein. Gemeinsam mit der Mimi und dem Schamanen, die ich beide schon aus dem ersten Teil kenne, übernimmt er in der Ordination die Stelle der Lulatsch. Fanny Svoboda beschreibt diese Situationen einfach herrlich komisch, denn Mimi und der Schamane halten wenig von der Schuldmedizin und bringen ordentliche Turbulenzen in die Arztpraxis. Natürlich sieht die Ärztin das nicht gerne. Doch was soll sie machen? Es herrscht schließlich ein Fachkräftemangel. An dieser Stelle weise ich gerne darauf hin, dass sich das Verhalten der Mimi und dem Schamanen natürlich kein Arzt gefallen lassen würde, doch hier sind wir in einem humorvollen Kriminalroman und damit gibt diese Situation einen herrlichen Raum für skurrile Situationen, einen herrlichen Wortwitz und jede Menge Lacher auf der Leserseite.

Auch an Spannung fehlt es mir nicht. Die Autorin präsentiert früh ihre erste Leiche und es bleibt nicht die letzte. Horvath und sein Team geben sich viel Mühe bei den Ermittlungen. Einfach ist es nicht, denn sie haben mehr Verdächtige, als ihnen lieb sein kann. Nach und nach kommt eine saubere Geschichte zustande, die mich durchaus in all ihrer Komik nachdenklich macht und ein Plot, der mich überrascht.

Wer Lust auf einen herrlich komischen Kriminalroman mit einem skurrilen Ermittlerteam hat, der ist hier genau richtig. Mit viel Wortwitz, einem Anteil an Dialog, den auch Norddeutsche gut verstehen, einer ordentlichen Portion schwarzem Humor hat Fanny Svoboda mit „Sonnwendmord“ einen Kriminalroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Von mir bekommt sie 5 polierte Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 22.04.2025

Wendungsreich, Spannend, Lesenswert!

Der irische Fremde
1

Am 20. März 2025 hat Matthias Moor gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Der irische Fremde“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Dies ist mein erster Krimi ...

Am 20. März 2025 hat Matthias Moor gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman „Der irische Fremde“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Dies ist mein erster Krimi mit Matthias Moor und ich bin gespannt, was mich erwartet. Neugierig beginne ich zu lesen.

Die Journalistin Mary hat als Kind erlebt, wie ihre Eltern bei einem Brand gestorben sind. Sie war noch klein. 25 Jahre später sieht sie auf dem Flughafen einen Mann, den sie damals gesehen hat. Jedenfalls glaubt sie das. Sie stellt Fragen und beginnt diesen Mann zu suchen. Dabei stößt sie auf Lügen und gerät Schritt für Schritt in einen Alptraum. Doch sie will unbedingt herausfinden, was damals wirklich geschehen ist. Ehe sie sich versieht, gerät sie selbst in tödliche Gefahr.

Schnell habe ich mich in den Krimi eingelesen. Der Schreibstil von Matthias Moor liest sich flüssig. Er nutzt die modernen Worte und setzt an die richtigen Stellen Bilder, so dass ich mir alles gut vorstellen kann. Die Erzählung startet spannend und spannend bleibt sie bis zum letzten Buchstaben. Relativ schnell denke ich, dass alles auch ganz anderes gewesen sein könnte. Und das Marys Eltern vielleicht gar nicht bei einem Brand gestorben sind, sondern vielleicht schon tot waren, als es gebrannt hat. Und dass es mit der großen Liebe vielleicht gar nicht so weit her war. Wer, wie ich, gerne Harlan Coban liest, wird diesem Gedanken folgen können. Doch da der Autor auch alles ganz anders erzählen kann, folge ich Mary gebannt und konzentriert auf Schritt und Tritt durch ihre Recherchen. Atmosphärisch dicht erzählt Matthias Moor, wie Mary ein Puzzlestück nach dem anderen sucht, findet, verdreht und verwirft. Zwischenzeitlich erhole ich mich bei den wunderbaren Beschreibungen der irischen Landschaft und tauche mit Mary in die irische Vergangenheit ab. Denn der Autor geizt über ca. 266 Seiten nicht mit Informationen und unerwarteten Wendungen. So fordert er meine Konzentration und dafür komme ich in den vollen Genuss seines Kriminalromans.

Alles in allem hat Matthias Moor mit „Der irische Fremde“ einen spannenden und wendungsreichen Thriller auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Fans von Harlan Coban kommen hier auf ihre Kosten. Von mir bekommt der Autor 4 verdiente Lesesterne und eine klare Leseempfehlung.

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