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Christina19

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2024

Kritik an der japanischen Gesellschaft

Die Ladenhüterin
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„Die Ladenhüterin“ erzählt von Keiko, die ihr Leben dem Konbini, einem 24-Stunden-Supermarkt, verschrieben hat. Sie verdingt sich als Aushilfe, als welche es ihre Aufgabe ist, Kunden stets freundlich zu ...

„Die Ladenhüterin“ erzählt von Keiko, die ihr Leben dem Konbini, einem 24-Stunden-Supermarkt, verschrieben hat. Sie verdingt sich als Aushilfe, als welche es ihre Aufgabe ist, Kunden stets freundlich zu begrüßen, die Regale regelmäßig aufzufüllen und die Kasse zu bedienen. Als sie auf Shiraha trifft, bringt das ihr gewohntes Leben gehörig durcheinander.

Dieses Buch hat mich anfangs gut unterhalten, mich zwischenzeitlich verwirrt und schließlich vollkommen ratlos zurückgelassen. Die Geschichte hat dadurch noch lange in mir nachgeklungen, sodass ich erst einige Zeit später ein Fazit daraus ziehen konnte.
Keiko, die Protagonistin des Romans, wird von Beginn an als Außenseiterin dargestellt. Sie arbeitet nicht in Vollzeit, sondern lediglich als Aushilfe. Während gleichaltrige Frauen längst verheiratet sind und Kinder haben, geht sie alleine durch das Leben. Oft wirkt Keiko sehr emotionslos – als hätte sie autistische Züge. Dennoch versucht sie sich bestmöglich an die an sie gestellten Erwartungen von Familie, Freunden, der japanischen Gesellschaft anzupassen und sie möglichst vollends zu erfüllen. Dabei verliert sie sich jedoch zunehmend selbst.
Sayaka Murata hält mit ihrem Werk der japanischen Gesellschaft den Spiegel vor. Sie zeigt, welche Erwartungen an den Einzelnen gestellt werden und wie dessen Mitmenschen reagieren, wenn sich eine Person anders verhält. Ein Abweichen von der Norm ist ganz offensichtlich nicht erwünscht. Stattdessen hat jeder Mensch sein irdisches Dasein und entsprechend jede seiner Handlungen dem Wohl der Gemeinschaft zu widmen. Die Autorin übt mit „Die Ladenhüterin“ deutliche Kritik an dieser Einstellung und zeigt durch ihre Hauptfigur Keiko auf, dass man dem eigenen Herzen folgen sollte, um glücklich zu werden.

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  • Cover
Veröffentlicht am 15.11.2023

Eine Reise ins England des 13. Jahrhunderts

Die Kathedrale des Königs
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In "Die Kathedrale des Königs" reisen wir in das 13. Jahrhundert zurück, wo wir Henri of Reims kennenlernen. Durch eine Verwechslung wird der Maurer beauftragt, als Baumeister für den englischen König ...

In "Die Kathedrale des Königs" reisen wir in das 13. Jahrhundert zurück, wo wir Henri of Reims kennenlernen. Durch eine Verwechslung wird der Maurer beauftragt, als Baumeister für den englischen König den Bau der Westminster Abbey zu leiten. Schnell stellt er fest, dass dies kein leichtes Unterfangen ist, da sich das Land durch den Aufstand der Barone im politischen Umbruch befindet und die nötigen Geldmittel nur unregelmäßig fließen. Außerdem verliebt sich der Franzose auf der Insel auch noch in Lady Carol of Farnham, die als Baroness für ihn jedoch unerreichbar scheint...

In der Geschichte werden unterschiedlichste Themen angesprochen. Neben der Architekturgeschichte geht es vor allem um Politik und auch um die Liebe. Dabei vermischen sich Realität und Fiktion, denn während es zu Heinrich III., dem Aufstand der Barone und dem Baumeister Henri of Reims tatsächlich überlieferte Fakten gibt, können andere Figuren oder Handlungen des Romans nicht nachgewiesen werden.
Die Schilderung der politischen Umstände war für mich informativ, wenn auch anfangs aufgrund der Vielzahl an Figuren nicht ganz einfach zu verstehen und zeitweise etwas zu langatmig. Umso spannender dagegen empfand ich es, Henris alltägliches Leben zu verfolgen, seinen Ehrgeiz, den er beim Bau der Kathedrale entwickelte, seine stetige Angst, als einfacher Maurer enttarnt zu werden und schließlich die Beziehung zu Carol.
Sprachlich ist der Roman gut verständlich geschrieben und lässt sich leicht lesen.
Eine empfehlenswerte Lektüre für Historienliebhaber!

Veröffentlicht am 13.11.2023

Selten hat mich ein Rezeptbuch so begeistert!

Brot sucht Aufstrich
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"Brot sucht Aufstrich" lautet das neue Buch der Bloggerin Valesa Schell. Es enthält 60 Rezepte für unterschiedlichste Brotaufstriche. Hier sind sowohl herzhafte als auch süße Varianten zu finden, wobei ...

"Brot sucht Aufstrich" lautet das neue Buch der Bloggerin Valesa Schell. Es enthält 60 Rezepte für unterschiedlichste Brotaufstriche. Hier sind sowohl herzhafte als auch süße Varianten zu finden, wobei an Vegetarier und Veganer genauso wie an Pescetarier gedacht wurde. Neben klassischen Aufstrichen beinhaltet das Buch außerdem Rezepte für Butter- und Frischkäseboards sowie für Chutneys und Relishes.
Bereits das Cover liefert einen guten Eindruck zur Gestaltung, die sich im Inneren des Buches ebenso ansprechend und in der gleichen hohen Qualität fortsetzt. Alle Rezepte sind klar strukturiert und dadurch sehr übersichtlich angeordnet. Sie sind verständlich geschrieben und somit einfach zuzubereiten - zumal leicht verfügbare und nicht zu viele Zutaten benötigt werden. Toll sind die Empfehlungen für passende Brotsorten und die Ideen zur Resteverwertung, die auf vielen Seiten gegeben werden. Unbedingt erwähnenswert finde ich außerdem die Fotos, die sehr hochwertig sind und in ganzseitigem Format jedem Rezept beigefügt wurden. Entscheidend bei einem Rezeptbuch ist schlussendlich natürlich der Geschmack der Speisen. Zwar habe ich noch lange nicht alle Aufstriche probiert, doch waren die, die ich schon zubereitet habe, wirklich lecker!
Man merkt, dass in diesem Buch viel Liebe steckt, denn der Inhalt ist unglaublich gut durchdacht - echt klasse! Selten war ich so angetan von einem Rezeptbuch!

Veröffentlicht am 01.11.2023

Ein lehrreiches Buch für kleine und große Buchliebhaber

Büchermenschen
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In "Büchermenschen - Wie ein Buch entsteht" werden vornehmlich Kindern etliche Berufe vorgestellt, die an der Entstehung eines Buches von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt beteiligt sind. Neben ...

In "Büchermenschen - Wie ein Buch entsteht" werden vornehmlich Kindern etliche Berufe vorgestellt, die an der Entstehung eines Buches von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt beteiligt sind. Neben Autor, Lektorin und Illustratorin sind u. a. auch die Druckerin, die Literaturkritikerin und der Bibliothekar zu finden. Gut gefallen mir die zahlreichen Informationen, die sich nicht nur auf die Aufgaben der einzelnen Berufsgruppen beziehen, sondern auch Hintergrundwissen beispielsweise zum Satz eines Buches, den Normen beim Druck oder einfach Kuriositäten liefern. Jede Seite ist großflächig illustriert, sodass alle Informationen nachvollziehbar veranschaulicht werden. Auf den ersten Blick wirken die Bilder sehr bunt, doch sie folgen einem Farbkonzept, dass sich durch das gesamte Buch zieht. Auch wenn die Darstellungen gut zum Inhalt passen, trifft deren Stil meinen persönlichen Geschmack zugegebenermaßen nicht so recht. Hervorzuheben ist die Bindung des Buches, die ich in dieser Form noch nicht gesehen habe und daher als sehr besonders empfinde. Sie spiegelt das Thema "Wie ein Buch entsteht" gelungen wider: Der Buchblock ist dank Schweizer Bindung offen zu erkennen, sodass Leser sehen können, wie die Seiten am Rücken zusammengenäht wurden. Die Pappen, die im Einband genutzt wurden, sind zudem sichtbar verarbeitet.
Auch als Erwachsener finde ich dieses Buch sehr informativ und werde es mit Sicherheit noch öfter zur Hand nehmen!

Veröffentlicht am 26.10.2023

Humorvolle Unterhaltung für die ganze Familie

Das Klugscheißerchen
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Mit "Das Klugscheißerchen" ist Marc-Uwe Kling ein wunderbar humorvolles Kinderbuch gelungen. Er erzählt darin von Tina und Theo, die ihre Eltern gerne mit ihrem (Halb-)Wissen zu belehren versuchen. Als ...

Mit "Das Klugscheißerchen" ist Marc-Uwe Kling ein wunderbar humorvolles Kinderbuch gelungen. Er erzählt darin von Tina und Theo, die ihre Eltern gerne mit ihrem (Halb-)Wissen zu belehren versuchen. Als kleine Besserwisser machen sie eines Tages während des Spielens Bekanntschaft mit einem kleinen blauen - pardon: türkisen Männchen. Dieses entpuppt sich als echtes Klugscheißerchen. Mit ihm finden sie schon bald heraus, ob auch ihre Eltern von der Besserwisserei betroffen sind.
Die Geschichte ist mit vielen alltagsnahen Situationen gespickt, sodass sich Kinder (und Eltern) an etlichen Stellen wiedererkennen können. Der Schreibstil ist absolut altersgerecht und entsprechend für Rezipienten im Kindergarten- und Grundschulalter gut verständlich. Dank der großen Portion Humor haben Kinder mit diesem Buch viel zu lachen.
Die Illustrationen sind witzig gestaltet und unterstreichen die Geschichte treffend. An der einen oder anderen Stelle (z. B. bei den Videokassetten und der Tageszeitung) sind zudem Witze versteckt, die auch erwachsene Leser schmunzeln lassen.
Wer tolle Unterhaltung für sich und seine Kinder sucht, ist mit diesem Buch gut beraten!