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Christina19

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.02.2026

Begegne Unbekanntem unvoreingenommen statt ängstlich

Obacht!
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Inhalt:
Als sie vor ihrer Stadt ein großes Tier entdecken, das ihnen den Weg versperrt, sind die Bewohner in hellem Aufruhr. Der Wimpf, der Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa überlegen, was sie tun können. Sie ...

Inhalt:
Als sie vor ihrer Stadt ein großes Tier entdecken, das ihnen den Weg versperrt, sind die Bewohner in hellem Aufruhr. Der Wimpf, der Wompf, Timpe-Ma und Timpe-Pa überlegen, was sie tun können. Sie decken das unbekannte Wesen zu, bauen eine Brücke darüber und eine Straße außen herum, doch all ihre Lösungen sind nicht von Dauer. Auch das Mienchen, dem bisher niemand Gehör geschenkt hatte, hat einen Vorschlag. Ob dieser wohl die rettende Idee ist?

Meine Meinung:
Mit „Obacht!“ hat Kerstin Hau eine Geschichte über die Bewohner einer kleinen Stadt und ihr scheinbar riesiges Problem geschrieben. Die Figuren mit den außergewöhnlichen Namen wurden von Stella Dreis in Szene gesetzt. In den Bildern erkennt man die preisgekrönte Illustratorin mit ihrem individuellen Stil schnell wieder. Die Zeichnungen sind dabei ganz in Natur-, Braun- und Grautönen sowie Schwarz gestaltet, denen mit Orange ein kräftiger Kontrast entgegengesetzt wird. Das sorgt für eine beinahe dramatische Wirkung und unterstreicht den Inhalt der Geschichte.
Kerstin Haus und Stella Dreis‘ Figuren hadern mit dem unbekannten Wesen vor ihrer Stadt. Da es den Zugang blockiert, können sie es nicht ignorieren – ganz schlicht und ergreifend mit dem Tier zu sprechen und sich somit dem Unbekannten zu stellen, ist allerdings auch keine Option, die sie in Betracht ziehen. Einzig das Mienchen geht unvoreingenommen und offen auf das Tier zu. Damit beweist es Mut und zeigt, dass Fremdes nicht zwingend Gefahr bedeutet und man davor Angst haben muss. Dank klarer Kommunikation lässt sich die Angelegenheit für die Stadtbewohner schließlich rasch klären. So ist in Stella Dreis‘ Bildern deutlich zu sehen, wie riesig das vermeintliche Problem anfangs noch scheint und dass es, kaum, dass man sich ihm gestellt hat, plötzlich gar nicht mehr so groß ist. Eine Tatsache, die wir sicher alle aus dem Alltag kennen.
Auf kindgerechte Weise vermittelt „Obacht!“, wie bereichernd es ist, Unbekanntem aufgeschlossen und mit Neugier statt mit Misstrauen zu begegnen, bei Problemen aufeinander zu zugehen und den Austausch zu suchen.

Veröffentlicht am 12.12.2025

Seichter Roman für zwischendurch

Der Zopf
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Inhalt:
Smita lebt mit ihrer Familie in Badlapur. Sie ist eine Dalit, eine sogenannte „Unberührbare“. Geboren in der niedrigsten Kaste Indiens hatte sie nie die Chance, eine Schule zu besuchen und einer ...

Inhalt:
Smita lebt mit ihrer Familie in Badlapur. Sie ist eine Dalit, eine sogenannte „Unberührbare“. Geboren in der niedrigsten Kaste Indiens hatte sie nie die Chance, eine Schule zu besuchen und einer gerechten Arbeit nachzugehen. Nun setzt sie alles daran, dass ihre Tochter Lesen und Schreiben lernt und somit ein besseres Leben führen darf.
Giulia erhält derweil in Palermo die Nachricht, dass ihr Vater einen schweren Unfall hatte. Während sie um sein Leben bangt, steht sie vor der Aufgabe, an seiner Stelle die Perückenfabrik ihrer Familie zu leiten.
In Montreal hat sich Sarah einen Namen als erfolgreiche Anwältin in einer großen Kanzlei gemacht. Als sie eine unerwartete Diagnose erhält, sieht sie ihre Karriere in Gefahr. Sie versucht daher, ihre Erkrankung geheim zu halten, was jedoch nicht lange gut geht. …
Drei Frauen und ihre Leben auf unterschiedlichen Kontinenten, die nach und nach zart miteinander verflochten werden – wie ein prachtvoller Zopf.

Meine Meinung:
In ihrem Roman „Der Zopf“, der als Bestseller mittlerweile sogar verfilmt wurde, erzählt Laetitia Colombani die Geschichten dreier starker Frauen. Dazu nimmt sie ihre Leser und Leserinnen mit auf eine Reise in ganz unterschiedliche Länder unserer Erde. Mit Smita, Giulia und Sarah geht es nach Indien, Italien und Kanada. Die Leben der drei Hauptfiguren werden zunächst unabhängig voneinander beschrieben, wobei die Autorin kapitelweise zwischen den Orten wechselt. Die Abschnitte zu Smita fand ich von Beginn an sehr fesselnd. Auch Giulias Geschichte war recht spannend, wohingegen mich die Ereignisse um Sarah anfangs nicht einnehmen konnten.
Im Verlauf des Romans wird recht schnell deutlich, dass alle drei ihr Päckchen zu tragen haben: Sei es die Stellung in der Gesellschaft, die drohende Schließung des traditionellen Familienunternehmens oder eine ernste Erkrankung und der damit verbundene Karriereknick. Jede der Frauen kämpft für sich um Erfolg, Gerechtigkeit und Freiheit und stellt damit Mut, Stärke und Durchsetzungsvermögen unter Beweis.
Die Schicksale von Smita, Giulia und Sarah sind miteinander verflochten. Auch wenn die Art ihrer Verbindung erst gegen Ende des Romans aufgelöst wird, war sie für mich schon ab etwa der Hälfte des Buches absehbar, was dem Ganzen leider die Spannung genommen hat.
Der Erzählweise konnte ich leicht folgen, was zum Einen daran lag, dass die Anzahl an Figuren trotz der drei Handlungsstränge recht übersichtlich war. Zum Anderen hing dies aber auch damit zusammen, dass es für meinen Geschmack insgesamt einfach zu wenig Handlung gab. Gerne wäre ich an manchen Stellen noch tiefer in die Geschichte eingetaucht oder hätte die Frauen noch weiter auf ihrem Weg begleitet. So empfand ich „Der Zopf“ trotz der schweren Schicksalsschläge, die alle drei Frauen ereilten, als eher seichte Literatur für zwischendurch.

Veröffentlicht am 24.11.2025

Übungen zum Glücklichsein

Ich bring dir das Glück – Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen
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Inhalt:
Der kleine Elefant besucht eine besondere Schule: Lesen, Schreiben und Rechnen sucht man auf seinem Stundenplan vergebens. Stattdessen lernt er, dass Glück kein Zufall ist. Dank 5-Minuten-Atmen, ...

Inhalt:
Der kleine Elefant besucht eine besondere Schule: Lesen, Schreiben und Rechnen sucht man auf seinem Stundenplan vergebens. Stattdessen lernt er, dass Glück kein Zufall ist. Dank 5-Minuten-Atmen, Bumerang-Wurf und dem Danke-Stein kann Jeder glücklich sein!

Meine Meinung:
Mit „Ich bring dir das Glück“ hat Anjana Gill ihr erstes Bilderbuch veröffentlicht. Sie erzählt darin die Geschichte eines kleinen Elefanten, der in der Schule Wege zum Glück kennenlernt. Insgesamt neun Strategien hat die Bestsellerautorin versammelt, um schon Kindern Lebensfreude zu vermitteln. Hinter Bezeichnungen wie „Der Zaubersatz“ verstecken sich beispielsweise positive Affirmationen, die dabei helfen, den Fokus auf Chancen statt auf Probleme zu richten. „Die Sache mit dem Gras“ lehrt, dass man Geduld haben muss und bei der „Weg-mit-der-Angst-Übung“ werden Ängste und Sorgen mit einem Luftballon verabschiedet. Nach jedem Kapitel der Geschichte werden die Übungen als „Elefanten-Geheimwissen“ von einem kleinen Vogel zusammengefasst. Dabei werden die kleinen Leser und Leserinnen direkt angesprochen und zum Nachmachen motiviert, was mir gut gefällt. Anjana Gills Vorschläge sind altersgerecht und leicht in den Alltag zu integrieren. Gerne hätten sie für mich in eine etwas längere Geschichte eingebunden sein und mehr ausgeschmückt werden können.
Die Illustrationen hat Anita Schmidt der Geschichte beigesteuert. Sie sind großflächig und farbenfroh gestaltet, sodass sie Mädchen und Jungen im Kindergartenalter ansprechen.
„Ich bring dir das Glück“ zeigt, mit welch einfachen Methoden man Achtsamkeit trainiert, Zufriedenheit erreicht und schließlich eine positive Sichtweise auf das Leben gewinnen kann. Ein Buch, das nicht nur Kindern zum Glück verhilft, sondern auch für Erwachsene einige Impulse bietet.

Veröffentlicht am 03.11.2025

Entsetzlich wie ein Thriller, fast so glaubwürdig wie ein Sachbuch unserer Zukunft

Das Dream Hotel
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Inhalt:
Mit dem Vorwurf, sie plane einen Anschlag auf ihren Mann, wird Sara am Flughafen von Grenzschutzbeamten festgehalten. Doch sie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Einzig ein Traum – oder ...

Inhalt:
Mit dem Vorwurf, sie plane einen Anschlag auf ihren Mann, wird Sara am Flughafen von Grenzschutzbeamten festgehalten. Doch sie hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Einzig ein Traum – oder besser: ein Albtraum – hat dafür gesorgt, dass ihr Risikowert gestiegen ist und sie nun vorsorglich in ein Einbehaltungszentrum gebracht wird. Straftaten stoppen, bevor sie begangen werden, lautet das Ziel dieser Maßnahme. Sara fügt sich ihrem Schicksal und versucht, nicht weiter negativ aufzufallen, um schon bald zu ihrer Familie zurückkehren zu dürfen. Obwohl sie sich mustergültig verhält, finden die Wärter aber immer wieder Gründe, ihren Aufenthalt im Madison zu verlängern – bis Sara allmählich begreift, nach welchen Regeln hier gespielt wird. …

Meine Meinung:
Laila Lalamis „Das Dream-Hotel“ skizziert ein Szenario, das in der Zukunft spielt. Dass es sich dabei um eine Dystopie handelt, wird schon auf den ersten Seiten des Buches deutlich: Die Menschen leben in einer Welt, in der die totale Überwachung an der Tagesordnung ist. Dank des „Dreamsavers“, ein Gerät, das guten Schlaf verspricht, gelingt es den Behörden, sogar die Träume ihrer Bürger und Bürgerinnen zu kontrollieren. Alle ihnen zur Verfügung stehenden Informationen nutzen sie, um mit Hilfe eines Algorithmus den Risikowert eines jeden Menschen zu berechnen. Steigt dieser über 500 – und da können ein Wortgefecht im Bus oder ein Albtraum schon ausreichen – ist womöglich Gefahr für die Mitmenschen in Verzug. Es folgt die Einbehaltung der jeweiligen Personen, um künftige Verbrechen zu verhindern. Der Großteil der Geschichte spielt schließlich im Einbehaltungszentrum „Madison“, wobei es gelegentliche Rückblicke in das frühere Leben der Hauptfigur gibt. Auf fast 500 Seiten lernt man Sara und ihre Familie kennen und erfährt von ihrem Alltag in dem Gefängnis, das vorgibt, keines zu sein. Trotz der Länge habe ich mich an keiner Stelle des Buches gelangweilt – im Gegenteil.
Mit den im Roman anklingenden Themen tun sich etliche Abgründe menschlichen Handelns auf: die vollständige Überwachung, Willkür behördlicher Mitarbeiter, Machtmissbrauch sowie das moralisch fragwürdige Handeln großer Unternehmen, die ihre wirtschaftlichen Interessen über ihre Verantwortung gegenüber den Menschen stellen. Mit dem Gedanken an manche Länder mit ihren derzeitigen Regierungen finde ich es besonders erschreckend, dass all das Erzählte für mich fast schon realistisch erscheint. „Das Dream-Hotel“ ist zwar kein Thriller im klassischen Sinn, für mich aber mindestens genauso entsetzlich. Absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 19.10.2025

Kindgerechte Themen in unterschiedlichen Aufgabenformaten

Dudu forscht. Von A bis Z
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Inhalt:
„Dudu forscht“ hält auf über 70 Seiten 29 Rätsel, Experimente und Bastelspaß bereit. Zusammen mit dem Roboter Dudu und dem Hund Schnüffel können Kinder ab fünf Jahren Spannendes über die Natur, ...

Inhalt:
„Dudu forscht“ hält auf über 70 Seiten 29 Rätsel, Experimente und Bastelspaß bereit. Zusammen mit dem Roboter Dudu und dem Hund Schnüffel können Kinder ab fünf Jahren Spannendes über die Natur, über Tiere, den Menschen und Technik entdecken. Dabei darf gemalt, geschnitten und geklebt werden. Langeweile kommt hier ganz sicher nicht auf!

Meine Meinung:
Dieses Buch beinhaltet ein buntes Potpourri an Aufgaben für Vorschüler und Grundschüler. Ich finde es klasse, dass dabei unterschiedliche Formate zum Tragen kommen, sodass stets für Abwechslung gesorgt ist. Beim Verbinden von Lösungen, Zeichnen und Basteln wird die Feinmotorik trainiert, während dank der Experimente verschiedene Sinne angesprochen werden. Welche Handlung jeweils gefordert ist, kann am oberen Rand der Seite nachgelesen werden. Mit Hilfe kleiner Piktogramme wie zwei Stiften, einer Schere oder einer Taschenlampe können zudem auch Kinder, die noch nicht lesen können, auf Anhieb erkennen, was ihre Aufgabe ist.
Die Themen im Buch sind altersgerecht gewählt: Von der Frage, was zu welcher Uhrzeit geschieht bis hin dazu, weshalb Knochen hohl sind. In einen Zusammenhang gebracht werden alle Aufgaben dank zweier Figuren, einem Roboter und einem Hund. Es gefällt mir, dass diese immer wieder auf den einzelnen Seiten auftauchen und Kinder auf diese Weise durch das Buch leiten. Einziger Wermutstropfen in diesem ansonsten wirklich schönen Buch sind für mich die Illustrationen, die nicht ganz meinen persönlichen Geschmack treffen.