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Veröffentlicht am 29.01.2022

Kein Liebesroman

Sommerträume am Meer
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Von Karen Swan habe ich bereits einige Weihnachtsbücher gelesen. „Sommerträume am Meer“ war mein erster Roman aus ihrer Sommerreihe. Ich hatte mich auf eine leichte, romantische Lektüre eingestellt, so ...

Von Karen Swan habe ich bereits einige Weihnachtsbücher gelesen. „Sommerträume am Meer“ war mein erster Roman aus ihrer Sommerreihe. Ich hatte mich auf eine leichte, romantische Lektüre eingestellt, so wie es Titel und Klappentext versprechen und war überrascht, wie düster die Handlung teilweise war.
Nach dem Tod ihres Verlobten hat Bell ihre Pläne und Ziele aus den Augen verloren. Durch Zufall wird ihr eine Stelle als Kindermädchen angeboten und sie findet endlich wieder einen Platz im Leben. Die drei Kinder sind süß und mit den Eltern Hanna und Max entsteht eine freundschaftliche Beziehung. Die heile Welt gerät aus den Fugen, als Hannas Ex nach 7 Jahren aus dem Koma erwacht.
Bell wird in einen Strudel aus verletzten Gefühlen, Geheimnissen und Problemen hineingezogen und auch ihr eigenes Herz ist in Aufruhr.
Was mir an diesem Roman sehr gefallen hat, waren die atmosphärischen Landschaftsbeschreibungen. Bei mir kam auf jeden Fall ein Sommerfeeling auf und die kleinen schwedischen Inseln wirkten auf mich sehr idyllisch und einladend.
Die Geschichte selbst beginnt stark und die ersten Kapitel lasen sich wie im Flug. Danach ging der Spannungsbogen leider etwas nach unten. Spätestens ab der zweiten Hälfte war ich allerdings wieder gefesselt.
Bell konnte ich von Anfang an sehr gut leiden. Obwohl sie schon einige Verluste erlitten hat, hat sie sich ihren Optimismus bewahrt. Auch Max und die Kinder, allen voran Linus, sind Sympathieträger.
Eine Beschreibung, die für Hanna und Emil weniger passend ist. Hanna fand ich sehr zickig und in vielen Entscheidungen rücksichtslos und selbstbezogen. Mir hat Max oft leid getan.
7 Jahre im Koma zu liegen sind eine furchtbare Vorstellung. Trotzdem macht es einem Emil nicht leicht, ihn zu mögen. Er ist reich und glaubt, dass man mit Geld alles kaufen kann. Er ist wütend, dass ihm Jahre seines Lebens genommen wurden und lässt seinen Ärger an seinen Mitmenschen aus. Auch wenn seine Situation ohne Frage schwierig ist, konnte ich mich einfach nicht dazu durchringen, mich mit der Idee, dass aus ihm und Bell ein Paar werden könnte, anzufreunden. Die Begegnungen der beiden sind entweder von Streit oder gegenseitiger sexueller Anziehung, die von ungefähr zu kommen scheint, geprägt.
Ich war ein wenig enttäuscht, dass „Sommerträume am Meer“ nicht der romantische Liebesroman war, auf den ich gehofft hatte. Trotzdem hat mir das Buch im Großen und Ganzen gut gefallen und die letzten Kapitel haben sogar fast schon Thrillerelemente.
Von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Überwiegend langweilige Story mit teilweise nervigen Sprechern

CARE
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Diesen Roman habe ich als Hörbuch gehört. Ich wollte keine zu anspruchsvolle Geschichte aber der Inhalt von „Care“ ist wirklich so dünn und ereignislos, dass man überhaupt keine Angst haben muss, etwas ...

Diesen Roman habe ich als Hörbuch gehört. Ich wollte keine zu anspruchsvolle Geschichte aber der Inhalt von „Care“ ist wirklich so dünn und ereignislos, dass man überhaupt keine Angst haben muss, etwas zu verpassen, wenn man nebenbei Tätigkeiten im Haushalt erledigt.
Nach dem überraschenden Tod seines Vaters soll Lincoln für 6 Monate als Geschäftsführer im Familienunternehmen arbeiten um zu verhindern, dass sein Weiberheld von Bruder das Unternehmen zu Grunde richtet.
Lincoln ist von dieser Aufgabe alles andere als begeistert, insbesondere, da ihm auch noch einen „Babysittern“ an die Seite gestellt wird, die PR Beraterin Wren.
„Care“ hat ein paar „My fair Lady“ Parallelen, denn Wren muss Lincoln erst einmal ein optisches Upgrade verpassen, ihm eine neue Frisur und Garderobe verschaffen, damit er den Ansprüchen der Businesswelt entspricht.
Dies ist ein Liebesroman und natürlich war mir klar, dass die Protagonisten zusammenkommen werden, aber hier erschien mir alles sehr überstürzt und von null auf 100. Die Gefühle der beiden kamen bei mir nicht so wirklich an. Optisch haben mich die beiden auch weniger angesprochen. Mehrmals wurden Lincolns ungepflegte Fingernägel erwähnt – finde ich jetzt nicht so toll. Und Wren mit ihrem knallroten Lippenstift, der sich sich nur mit einem bestimmten Entferner abwischen lässt... naja.
Vielleicht hätte ich mehr Sympathien entwickeln können, wenn ich das Buch selbst gelesen habe. Ich fand es richtig schrecklich, wie die weibliche Sprecherin ihre Stimme verstellt hat, wenn Lincolns wörtliche Rede gelesen hat. Es klang sehr gepresst und irgendwie wie eine knarrende Tür und ich konnte mir leider überhaupt keinen attraktiven Mann vorstellen.
Den männlichen Sprecher fand ich angenehmer, auch wenn er betont langsam und deutlich gelesen hat. Wenn er weibliche Stimmen imitiert hat, klang es zumindest witzig.
Im letzten Drittel gewinnt die Handlung endlich an Fahrt. Wer es also geschafft hat, trotz der Eintönigkeit durchzuhalten, wird zum Finale mit Familiendramen à la Soap Opera belohnt.

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Veröffentlicht am 23.01.2022

Super Krimi

COLD CASE - Das gebrannte Kind
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„Cold Case – Das gebrannte Kind“ war für mich ein richtig toller Krimi!
Eine extrem sympathische Ermittlerin und ein Fall, den ich von der ersten bis zur letzten Seite ausgesprochen spannend, teilweise ...

„Cold Case – Das gebrannte Kind“ war für mich ein richtig toller Krimi!
Eine extrem sympathische Ermittlerin und ein Fall, den ich von der ersten bis zur letzten Seite ausgesprochen spannend, teilweise direkt ein wenig gruselig, fand und dass, obwohl mir sehr schnell klar war, wer hinter den grausamen Taten steckt.
Dies ist bereits der dritte Fall für Tess Hjalmarsson, man kann kann das Buch aber genauso gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Die örtlichen Begebenheiten sind sehr idyllisch beschrieben und ich konnte mir die kleinen Küstenörtchen sehr gut vorstellen. Im krassen Gegensatz zu dieser hübschen Kulisse steht die Brutalität eines Verbrechers. Heimlich bricht er in Häuser ein, entfernt die Brandmelder und legt in der Nacht ein Feuer. Die Vorstellung, im Schlaf von einem Brand überrascht zu werden, ist ein absoluter Alptraum und lehrt den Leser das Fürchten.
Tess erinnert sich an einen älteren Fall und meint, einen roten Faden zu erkennen, doch die betroffenen Personen streiten zunächst vehement jede Verbindung ab.
Die 411 Seiten des Kriminalromans sind durchgängig spannend und kurzweilig. Wenn es nicht um die Mörderjagd geht, macht Tess sich Gedanken um einen weiteren Altfall, denn sie gerne neu aufrollen möchte. Auch ihr Privatleben ist interessant beschrieben und ich habe die häuslichen Szenen gerne gelesen. Sie ist keine dieser kaputten, skandinavischen Ermittlerinnen sondern eine Frau, die mitten im Leben steht, ohne traumatischen Ballast mit sich herumzuschleppen, was ich sehr angenehm finde. Sie ist ein Mensch, mit dem man gerne befreundet sein möchte und deswegen fiebert man umso mehr mit, je näher ihr der Täter kommt.
Trotz der Vorhersehbarkeit fand ich „Das gebrannte Kind“ einfach super und hoffe, dass Tina Frennstedt diese Reihe fortführen wird.

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Veröffentlicht am 21.01.2022

Schwaches Buch von Jojo Moyes

Wie ein Leuchten in tiefer Nacht
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Eigentlich liebe ich die Bücher von Jojo Moyes aber „Wie ein leuchten in tiefer Nacht“ war ein Geduldsprobe für mich. Es hat ungefähr bis zur Mitte gedauert, bis es mir gelungen ist, in die Geschichte ...

Eigentlich liebe ich die Bücher von Jojo Moyes aber „Wie ein leuchten in tiefer Nacht“ war ein Geduldsprobe für mich. Es hat ungefähr bis zur Mitte gedauert, bis es mir gelungen ist, in die Geschichte hineinzukommen.
Dabei klang der Klappentext wirklich vielversprechend, immerhin geht es hier um Bücher und eine ganz besondere Bücherei, die ihre Leser per Pferd beliefert.
Im Mittelpunkt steht die Engländerin Alice, die einen Amerikaner geheiratet hat und ihm in seine Heimat folgt. Leider entwickelt sich die Ehe ganz anders als geplant und wird mehr und mehr zum Albtraum. Die schüchterne Alice durchläuft eine tolle Entwicklung, von der unselbständigen jungen Frau zu einer selbstbewussten Person, die für sich selber einsteht und ihren Weg geht.
Die Frauen, die in der Bücherei arbeiten sind allesamt sympathische Charaktere. Es gibt viele verschiedene Einzelschicksale und eigentlich ist genug Stoff vorhanden um die über 500 Seiten zu füllen. Trotzdem zog sich die Geschichte teilweise wie Kaugummi in die Länge. Auch das Setting fand ich etwas merkwürdig. 1937 fühlte sich hier mehr wie 1837 an. Die Leute sind mit Pferden unterwegs, können teilweise nicht lesen und schreiben, es wirkte alles sehr hinterwäldlerisch und ich stellte mir die Gegebenheiten eher wie bei „Unsere kleine Farm“ vor.
Als ich es schon nicht mehr zu hoffen wagte, mich mit diesem Buch anzufreunden, klappte es dann doch noch. Die zweite Hälfte hat mir auf jeden Fall deutlich besser gefallen und konnte mich sogar ein wenig berühren.
„Wie ein Leuchten in tiefer Nacht“ ist ein Roman über Freundschaft, Mut und Gerechtigkeit, den ich allerdings nur bedingt weiterempfehlen kann. Hauptsächlich geeignet für Fans der Autorin, die alle ihre Bücher lesen möchten.

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Veröffentlicht am 16.01.2022

Tiefgründiger Wälzer

Unser kostbares Leben
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Schon der Klappentext von „Unser kostbares Leben“ ist perfekt, denn während bei manchen Büchern fast schon zu viel verraten wird, stellte ich hier von Kapitel zu Kapitel fest, dass der Roman wie eine Wundertüte ...

Schon der Klappentext von „Unser kostbares Leben“ ist perfekt, denn während bei manchen Büchern fast schon zu viel verraten wird, stellte ich hier von Kapitel zu Kapitel fest, dass der Roman wie eine Wundertüte ist und mir Themen präsentiert, auf die ich in dieser intensiven Form nicht vorbereitet war.
Die Handlung beginnt 1972. Ich selbst bin 1980 geboren, trotzdem fühlte ich mich an vielen Stellen an meine eigene Kindheit erinnert. Die Erwähnungen von Mundorgel, Gummitwist und Langspielplatten machten direkt ein wenig wehmütig.
Die Beschreibungen von Personen und Umgebungen sind wahnsinnig bildhaft und realistisch. Es ist gerade Winter und doch konnte ich beim Lesen die heißen Sommertage fast schon selber spüren.
Für sein Geld bekommt man hier ordentlich Lesematerial. Über 600 Seiten, bedruckt in kleiner, enger Schrift und eine Handlung, die gleichermaßen tiefgründig als auch vielschichtig ist.
Katharina Fuchs führt eine große Zahl von Charakteren ein, aus deren Sicht abwechselnd berichtet wird.
Trotz schnell wechselnder Perspektiven und einem Zeitraum von einem Jahrzehnt fiel es mir leicht, den Überblick zu behalten. Dennoch muss ich zugeben, dass ich nicht alle Personen gleich interessant fand. Die Kapitel über die Eltern, vor allem die Intrigen der Herrenrunde zogen sich teilweise ziemlich in die Länge.
Ganz anders erging es mir, wenn aus Sicht von Caro, Minka oder Claire erzählt wurde. Dann war ich mitten im Geschehen. Wir begleiten die drei ab dem Alter von 10 Jahren, über die Schulzeit hinweg bis zum Einstieg ins Erwachsenenleben.
Meine Lieblingsperson in diesem Buch war Claire, ein vietnamesisches Flüchtlingskind mit extrem hohen IQ. Ihr Werdegang hat mich auf ganzer Linie beeindruckt und gefesselt.
„Unser kostbares Leben“ ist ein schwermütiges Buch. Trotz glücklicher Momente liegt der Fokus auf Dingen, die auf unserer Welt schieflaufen, insbesondere der Ausbeutung von Umwelt, Mensch und Tier für Geld. Es ist frustrierend, dass obwohl es in einigen Teilbereichen auf jeden Fall Fortschritte gibt, wir in anderen in den letzten 40 Jahren kaum vorwärtsgekommen sind.
Wie ein roter Faden ziehen sich die Bundestagswahlen durch den Roman. Mit Blick auf derzeitige Wahlergebnisse ist es fast schon kurios zu lesen, mit welchen Prozentsätzen die Parteien damals abgeschnitten haben.
„Unser kostbares Leben“ war für mich ein Leseerlebnis. An manchen Stellen für meinen Geschmack zwar ein wenig langatmig und überfrachtet mit Charakteren und Themen, gleichzeitig ist Katharina Fuchs in meinen Augen eine großartige Schriftstellerin, die unglaublich gut mit Worten umgehen kann. Diese Buch geht über reine Unterhaltungsliteratur hinaus, regt den Leser zum Nachdenken an und gibt Informationen mit auf den Weg, an die man sich noch lange nach der letzten Zeile erinnert.

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