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Claudia86

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.04.2025

Der Zauber der Musik

Die Melodie der Lagune
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Als 1696 in Venedig ein kleines Mädchen geboren wird, ahnt noch niemand, welche besondere Zukunft auf sie warten würde. Die Mutter, Prostituierte und gerade einmal 17 Jahre alt, ist nach der Geburt so ...

Als 1696 in Venedig ein kleines Mädchen geboren wird, ahnt noch niemand, welche besondere Zukunft auf sie warten würde. Die Mutter, Prostituierte und gerade einmal 17 Jahre alt, ist nach der Geburt so verzweifelt, dass sie versucht, sich und ihre Tochter zu ertränken. Aber das kleine Mädchen kämpft um sein Leben. Als die junge Mutter von einer alten Frau aufgenommen wird, rät ihr diese, dass kleine Mädchen möglichst bald in das Mauerloch des Waisenhauses der Pietà zu legen.

Und so beginnt das Leben des Mädchens, das von den Schwestern des Waisenhauses den Namen Anna Maria della Pietà erhält.

Der Schreibstil der Autorin lässt die Geschichte vor dem inneren Augen entstehen. Und so erlebt man das Leben von Anna Maria hinter den Mauern der Pietà, ihre Geschichte beginnt hier im Alter von 8 Jahren. Und schon, als sie zum ersten Mal diesen mysteriösen jungen Mann mit der Violine erlebt, keimt in ihr ein Traum: Sie will die beste Violinistin werden, die es je gab!

Und als der junge Mann sie ertappt, wie Anna Maria sich seiner Violine nähert, merkt er doch schnell, dass die Kleine talentiert ist und nimmt sie als seine Schülerin auf und fördert sie.

Auch wenn die Mädchen im Waisenhaus in der Form privilegiert sind, dass sie eine musikalische Ausbildung erhalten können, so ist der Alltag im Waisenhaus dennoch kein einfacher. So werden die Mädchen, die nicht über ein außergewöhnliches musikalisches Talent verfügen, werden zwangsverheiratet sobald sie ihre körperliche Reife erlangt haben.

Anna Maria wiederum überzeugt durch ihr herausragendes Talent an der Violine, denn wenn sie spielt, erlebt sie die Töne in den schönsten Farben. Während die Beziehung zu ihrem Lehrer in den ersten Jahren von Bewunderung geprägt ist, wird das Verhältnis der beiden mit der Zeit immer zwiespältiger. Für Kompositionen, die sie mit ihm geschaffen hat und auch für ihre eigenen Stücke, beansprucht er bei Konzerten allein den Ruhm und die Anerkennung.

Anna Marias Lehrer, der jedoch in der Geschichte nie als Antonio Vivaldi benannt wird, wird als unsicher beschrieben. Er ist nicht in der Lage, die Leistung seiner Schülerin in der Öffentlichkeit anzuerkennen und zu akzeptieren, dass in dieser Zeit auch Frauen in der Musik ihren eigenen Weg gehen können.

Die Autorin Harriet Constable hat gekonnt die historischen Fakten mit einer fiktiven Geschichte zu einem unterhaltsamen Roman verknüpft, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend und überraschend bleibt. Der Stil der Autorin hat mich wirklich begeistert und ich freue mich schon darauf, mehr von ihr zu lesen!

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Veröffentlicht am 27.04.2025

Der Geschmack des Glücks

Haribo - So schmeckt das Glück
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"Haribo macht Kinder froh (und Erwachsene ebenso)"! Wer kennt diesen Slogan nicht? Doch was steckt wohl hinter dieser Firma? Mit dem ersten Teil der Haribo-Saga „Haribo – So schmeckt das Glück“ hat das ...


"Haribo macht Kinder froh (und Erwachsene ebenso)"! Wer kennt diesen Slogan nicht? Doch was steckt wohl hinter dieser Firma? Mit dem ersten Teil der Haribo-Saga „Haribo – So schmeckt das Glück“ hat das Autorenduo, dass hinter dem Pseudonym Katharina von der Lane steckt, mit einer gelungenen Mischung aus historischen Fakten und Fiktion einen fesselnden Roman geschaffen.

Hans Riegel, der älteste Sohn der Bauernfamilie Riegel, soll eines Tages den Hof übernehmen. Doch nichts liebt er mehr als das Bonbonkochen. Und so beginnt er gegen den Willen seines Vaters eine Tätigkeit zunächst als Arbeitsjunge in einer nahen Fabrik. Doch seinen Fleiß kann er sich rasch zum Bonbonkocher nach oben arbeiten. Doch als der Erste Weltkrieg kommt, muss er in den Krieg ziehen. Durch den Krieg wird nicht nur das Leben der Menschen erschüttert, sondern auch die Wirtschaft. Doch als Hans aus dem Krieg zurückkehrt, zum Glück größtenteils unversehrt, packt ihn der Wunsch, sich mit seinen Bonbons selbstständig zu machen. Hierbei erhält er Unterstützung von seiner guten Freundin und späteren Ehefrau, Gertrud.

Auch bei vielen Rückschlägen, wie der Wirtschaftskrise und Inflation, dem Aufstieg der NSDAP und den damit zusammenhängenden Entwicklungen verfolgt Hans eisern sein Ziel und die Firma wächst. Doch über den ganzen Enthusiasmus in der Firma vergisst Hans gern mal die Familie, wenn er bis spät in die Nacht neue Rezepte ausprobiert.

Der erste Teil umfasst die Zeit von 1908 bis 1939 und endet kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Firma wird 1920 in Bonn gegründet. Und so entstehen in der Anfangsphase der Geschichte auch Längen, wo ein bisschen mehr Dynamik ganz schön gewesen wäre. Doch aber ab der Gründung passiert sehr viel, man bekommt stellenweise auch den Eindruck, dass es manchmal sehr schnell geht. Aber dann erfährt man auch, wie es zu dem überall bekannten Namen HARIBO gekommen ist.

Hans erlebt man als zielstrebigen jungen Mann, der konsequent seinen Weg verfolgt. Auch wenn er irgendwann zu begreifen scheint, wer wirklich hinter ihm steht, entwickelt er sich mit der Zeit und dem wachsenden Erfolg seiner Firma aus meiner Sicht immer mehr zu Egoisten und trifft seine Entscheidungen ohne Rücksicht auf andere. In der Firma mag das vielleicht ganz gut funktionieren. Aber welchen Stellenwert hat da noch die Familie?

Gertrud steht immer hinter ihrem Mann Hans. Doch man merkt, dass sie sich manchmal mehr Unterstützung und Verständnis von Hans wünschen würde. Bemerkenswert finde ich es, dass Gertrud noch lange versucht, die Geschicke der Firma zu unterstützen, auch als diese schon immens gewachsen ist. Man erlebt Gertrud als starke Frau und ich bin schon gespannt, wie sie sich im 2. Teil entwickeln wird.





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Veröffentlicht am 21.04.2025

Wenn Wörter eine Währung wären

Der Wörterschmuggler
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Bruno Labastide ist ein Abenteurer, ein sympathischer Schuft und ein Sammler kurioser Geschichten: Als er in Venedig eine geheimnisvolle Japanerin kennenlernt, die ihre Liebhaber stets nur für eine Nacht ...

Bruno Labastide ist ein Abenteurer, ein sympathischer Schuft und ein Sammler kurioser Geschichten: Als er in Venedig eine geheimnisvolle Japanerin kennenlernt, die ihre Liebhaber stets nur für eine Nacht und gegen schöne Verse empfängt, versucht er, sie mit seinen Geschichten für sich zu gewinnen. Er erzählt von dem Jugendlichen, der Wörter schmuggelt, von der Frau, die in Paris von einem unsichtbaren Verehrer verfolgt wird und von vielen weiteren magisch-zauberhaften Begebenheiten, die in Buenos Aires, Paris oder Shanghai spielen und die am Ende wieder nach Venedig führen.

Ich muss gestehen, dass mich der Titel, das Cover und der Klappentext auf Anhieb angezogen haben. Aber hätte ich nicht gewusst, dass Bruno der Japanerin Keiko seine Geschichten schickt, um dafür von ihr mit einer Nacht belohnt zu werden, wäre ich so von alleine nicht darauf gekommen.

Zu Anfang begegnen sich die beiden, doch dann folgt eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten ohne einen vollständig zu erkennenden roten Faden. Man merkt zwischendurch nicht, was die Geschichten mit den beiden machen und wohin das Ganze führen soll. Und so kam hier leider für mich nicht wirklich eine Stimmung auf. Es gab einzelne Geschichten, die mich wirklich auch mitgenommen und berührt haben, aber leider hat sich mir die Geschichte als Ganzes so nur bedingt erschlossen.

Wer Kurzgeschichten mag, für den könnte „Der Wörterschmuggler“ gut geeignet sein, aber als Roman ist die Geschichte aus meiner Sicht nicht ganz rund.

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Veröffentlicht am 20.04.2025

Tod einer Würstchen-Königin

Verliebt, verlobt, verblichen
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Als plötzlich ihre Bekannte Greta bei einem Sturz aus dem Fenster ums Leben kommt, ist deren Mann Hubertus wieder frei. Hubertus war mal Wilhelmines große Liebe, bevor er sich lieber für Greta und ihr ...

Als plötzlich ihre Bekannte Greta bei einem Sturz aus dem Fenster ums Leben kommt, ist deren Mann Hubertus wieder frei. Hubertus war mal Wilhelmines große Liebe, bevor er sich lieber für Greta und ihr Wurstimperium entschieden hat. Doch was passiert jetzt? Hat Wilhelmine noch eine Chance auf ein Happy End mit dem Witwer?

Doch als Hubertus seinen Freunden Wilhemine und Bruno seine neue Verlobte vorstellt, ist Wilhemine entsetzt. Rosi, ist nicht nur deutlich jünger als Hubertus, sondern sieht auch noch einer Frau zum verwechseln ähnlich, die in einen mysteriösen Todesfall verwickelt ist, der sich erst vor kurzem in der Residenz, in der Bruno wohnt ereignete, wie der schnell feststellt.

Als Wilhelmine und Bruno vor dem Haus von Hubertus über einen Privatdetektiv namens Elvis stolpern, fangen die drei an unauffällig Nachforschungen in dieser Geschichte anzustellen. Dabei erhalten sie Unterstützung von Wilhemines Putzhilfe Lenka und Student Lukas. Aber mehrfach wird es für die Hobbyermittler auch richtig gefährlich...

Das Buch hat mich wirklich gut unterhalten. Die Protagonisten Wilhelmine, Bruno, Lenka, Lukas und Elvis waren mir sofort symphatisch. Und vor allem habe ich Herzilein sofort in mein Herz geschlossen. Die Handlung ist wirklich spannend gelungen und man fiebert mit den Protagonisten auf die Lösung des Falls hin. Und auch wenn es sich hier um einen Kriminalroman handelt, kommt auch der Humor hier nicht zu kurz und man muss auch über die ein oder andere Begebenheit schmunzeln oder auch mal herzhaft lachen.

Alles in allem ist der Autorin, Elizabeth Horn, auch mit „Verliebt, verlobt, verblichen“, eine spannende, unterhaltsame und auch berührende Geschichte gelungen die zu Lesen einlädt. Und ich möchte gern mehr davon, mehr von Wilhelmine, Bruno und ihren „Detektiven“.

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Veröffentlicht am 12.04.2025

Der Mythos Barbie

Ein Leben für Barbie
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Im Jahr 1956 macht sich Ruth Handler, Mitbegründerin des aufstrebenden Spielzeugunternehmens Mattel, daran, den Markt zu revolutionieren: mit einer Puppe, die wie eine erwachsene Frau aussieht. Im Gegensatz ...

Im Jahr 1956 macht sich Ruth Handler, Mitbegründerin des aufstrebenden Spielzeugunternehmens Mattel, daran, den Markt zu revolutionieren: mit einer Puppe, die wie eine erwachsene Frau aussieht. Im Gegensatz zu den üblichen Babypuppen, die die traditionelle Mutterrolle bestärken, soll diese Puppe kleine Mädchen dazu ermutigen, alles sein und tun zu können, was sie wollen. So wird Barbie geboren!

Ruth muss sich nicht nur an beruflicher Front behaupten, sondern gerät auch immer wieder in Streit mit ihrer Tochter Barbara, Namensgeberin für Barbie. Denn Barbara findet sich so gar nicht in dem neuen Frauenbild wieder. Doch Ruth macht weiter, mit der Hilfe ihres Mannes Elliot, dem Ingenieur Jack Ryan und der ambitionierten Modedesignerin Stevie Klein. In den kommenden Jahrzehnten wird Barbie zu einem Phänomen, das den Spielzeugmarkt revolutioniert. Aber je größer der Erfolg, desto tiefer der Fall, und die Probleme bei Mattel fangen gerade erst an …

Die Autorin Reneé Rosen schafft mit ihrer Erzählweise eine facettenreiche und spannende Geschichte, die abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Jack und Stevie erzählt wird.

Ruth ist bei ihrer ältesten Schwester aufgewachsen, weil ihre Mutter nicht noch ein Kind aufziehen wollte. Auch wenn sie bei ihrer Schwester erleben konnte, wie man erfolgreich ein Unternehmen führt, konnte sie ihr doch nicht die liebevolle Mutter ersetzen. Und so kommen auch bei Ruth in ihrem späteren Leben die Kinder oftmals zu kurz. Ruth ist eine Kämpferin in einer Männerdomäne und hat oft mit der Akzeptanz des „starken“ Geschlechtes zu kämpfen.

Jack, der Chefingenieur bei Mattel, zeichnet federführend für die Entwicklung der Barbie. Doch neben seinem beruflichen Perfektionismus quälen ihn ganz andere Probleme. Es ist manisch-depressiv und Legastheniker. Das versucht er mit ständig wechselnden Affären, Alkohol und Partys zu kompensieren.

Stevie, eine junge Designerin, die eigentlich immer Haute Couture entwerfen wollte, lernt schnell, dass man Mode nicht einfach kleiner machen kann, damit sie Barbie passt. Doch steckt sie gegenüber ihren ehemaligen Kommilitonen in einem Zwiespalt, da diese sich über Barbie lustig machen.

Doch der Mythos Barbie brachte für alle auch Schattenseiten mit sich. Gegner fanden Barbie zu dünn, zu unnatürlich und zu perfekt. Und so feiern die drei Protagonisten die Erfolge und haben aber auch mit Rückschlägen zu kämpfen.

Alles in allem hat die Autorin eine spannende und interessante Geschichte über den Mythos Barbie geschaffen, und die beeindruckende Frau, die hinter der Entstehung steckt.




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