Aus der Kaiserzeit modern erzählt...
Rebellin der Hohen SchuleWien im Jahre 1875, die junge Margarete Böhm, träumt von einer Karriere als Bereiterin an der Spanischen Hofreitschule. Und so verbringt sie am liebsten ihre Tage in der Hofreitschule, wo ihr Vater Oberbereiter ...
Wien im Jahre 1875, die junge Margarete Böhm, träumt von einer Karriere als Bereiterin an der Spanischen Hofreitschule. Und so verbringt sie am liebsten ihre Tage in der Hofreitschule, wo ihr Vater Oberbereiter tätig ist. Doch als Frau ist sie von der Erfüllung dieses Traumes noch sehr weit entfernt. Stattdessen sitzt ihr Zwillingsbruder Wenzel auf dem Rücken ihrer geliebten Lipizzaner und ist noch dazu nur mit einem kleinen Anteil des notwendigen Ehrgeizes und Talentes gesegnet, den es für eine erfolgreiche Bereiterkarriere braucht.
Als dann auch noch ein neuer Bereiteranwärter an der Hofreitschule beginnt, August ist der Sohn des neuen Stallmeisters, kommt es sofort zu Reibungen zwischen ihm und Margarete. Er macht sich immer wieder über Margaretes Ambitionen auf dem Pferderücken lustig. Und noch dazu hat es sich Margaretes Mutter in den Kopf gesetzt, dass August der perfekte Ehemann für ihre Tochter wäre. Erst später wird sich herausstellen, was wirklich hinter diesem Vorhaben steckt. Aber um die Hochzeit zu verhindern, versucht sie zunächst August auf ihre Seite zu ziehen. Und als das nicht hilft, sieht sie nur noch eine Ausweg, und flüchtet mit dem Stallburschen Marjan, in den sie sich verliebt hat, nach Lipica. Ein Schritt, der ihr ganzes Leben verändern wird?
Als ich das erste Mal von dem Roman gelesen habe, ist er sofort auf meiner Wunschliste gelandet. Ein Roman, der in Wien im 19. Jahrhundert und dann auch noch in der Spanischen Hofreitschule spielt, das klang nach genau dem richtigen Roman für mich. Die Geschichte der Hofreitschule hat mich schon immer fasziniert und zu jedem Wienbesuch gehört bei uns auch immer ein Besuch in der Hofreitschule dazu.
Der Einstieg gelang mir zwar mühelos, doch habe ich anfangs nicht so recht den Zugang zu den Hauptfiguren, Margarete, August und Wenzel gefunden. Man empfindet Margarete zunächst als verwöhntes Mädchen aus der gehobenen Gesellschaft, August als arroganten Macho und Wenzel als blassen jungen Mann, der die Unzufriedenheit über sein Leben am liebsten in Alkohol ertränkt. Aber soviel sei schon jetzt verraten, das ändert sich mit der Zeit und man lernt die Drei und ihre Gedanken, Gefühle und Beweggründe besser kennen.
Und auch wenn es sich bei der Geschichte um einen historischen Roman handelt, gewinnt der New-Adult-Roman mit der Erzählweise doch ein modernes Gesicht. Alles in allem ist die Geschichte unterhaltsam gelungen, auch wenn die Entwicklungen manchmal sehr schnell vonstatten gegangen sind und die Tiefe der Geschichte doch etwas auf der Strecke geblieben ist.
Auch wenn mich das Ende nicht absolut überzeugt hat, war die Geschichte doch interessant geschrieben und bekommt von mir eine Leseempfehlung, nicht nur für alle Wien- und Pferdefans.