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Claudia86

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.12.2024

Aus der Kaiserzeit modern erzählt...

Rebellin der Hohen Schule
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Wien im Jahre 1875, die junge Margarete Böhm, träumt von einer Karriere als Bereiterin an der Spanischen Hofreitschule. Und so verbringt sie am liebsten ihre Tage in der Hofreitschule, wo ihr Vater Oberbereiter ...

Wien im Jahre 1875, die junge Margarete Böhm, träumt von einer Karriere als Bereiterin an der Spanischen Hofreitschule. Und so verbringt sie am liebsten ihre Tage in der Hofreitschule, wo ihr Vater Oberbereiter tätig ist. Doch als Frau ist sie von der Erfüllung dieses Traumes noch sehr weit entfernt. Stattdessen sitzt ihr Zwillingsbruder Wenzel auf dem Rücken ihrer geliebten Lipizzaner und ist noch dazu nur mit einem kleinen Anteil des notwendigen Ehrgeizes und Talentes gesegnet, den es für eine erfolgreiche Bereiterkarriere braucht.

Als dann auch noch ein neuer Bereiteranwärter an der Hofreitschule beginnt, August ist der Sohn des neuen Stallmeisters, kommt es sofort zu Reibungen zwischen ihm und Margarete. Er macht sich immer wieder über Margaretes Ambitionen auf dem Pferderücken lustig. Und noch dazu hat es sich Margaretes Mutter in den Kopf gesetzt, dass August der perfekte Ehemann für ihre Tochter wäre. Erst später wird sich herausstellen, was wirklich hinter diesem Vorhaben steckt. Aber um die Hochzeit zu verhindern, versucht sie zunächst August auf ihre Seite zu ziehen. Und als das nicht hilft, sieht sie nur noch eine Ausweg, und flüchtet mit dem Stallburschen Marjan, in den sie sich verliebt hat, nach Lipica. Ein Schritt, der ihr ganzes Leben verändern wird?

Als ich das erste Mal von dem Roman gelesen habe, ist er sofort auf meiner Wunschliste gelandet. Ein Roman, der in Wien im 19. Jahrhundert und dann auch noch in der Spanischen Hofreitschule spielt, das klang nach genau dem richtigen Roman für mich. Die Geschichte der Hofreitschule hat mich schon immer fasziniert und zu jedem Wienbesuch gehört bei uns auch immer ein Besuch in der Hofreitschule dazu.

Der Einstieg gelang mir zwar mühelos, doch habe ich anfangs nicht so recht den Zugang zu den Hauptfiguren, Margarete, August und Wenzel gefunden. Man empfindet Margarete zunächst als verwöhntes Mädchen aus der gehobenen Gesellschaft, August als arroganten Macho und Wenzel als blassen jungen Mann, der die Unzufriedenheit über sein Leben am liebsten in Alkohol ertränkt. Aber soviel sei schon jetzt verraten, das ändert sich mit der Zeit und man lernt die Drei und ihre Gedanken, Gefühle und Beweggründe besser kennen.

Und auch wenn es sich bei der Geschichte um einen historischen Roman handelt, gewinnt der New-Adult-Roman mit der Erzählweise doch ein modernes Gesicht. Alles in allem ist die Geschichte unterhaltsam gelungen, auch wenn die Entwicklungen manchmal sehr schnell vonstatten gegangen sind und die Tiefe der Geschichte doch etwas auf der Strecke geblieben ist.

Auch wenn mich das Ende nicht absolut überzeugt hat, war die Geschichte doch interessant geschrieben und bekommt von mir eine Leseempfehlung, nicht nur für alle Wien- und Pferdefans.

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Veröffentlicht am 07.12.2024

Eine Geschichte die zu Herzen geht!

Der Buchspazierer
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Wie überraschend man manchmal an Bücher gelangt, die so unscheinbar sind und doch plötzlich zu einem richtigen Highlight werden können, hat mir „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn gezeigt. Zunächst war ...

Wie überraschend man manchmal an Bücher gelangt, die so unscheinbar sind und doch plötzlich zu einem richtigen Highlight werden können, hat mir „Der Buchspazierer“ von Carsten Henn gezeigt. Zunächst war es zwar die Verfilmung, die mich neugierig auf das Buch gemacht hat, aber kaum aus dem Kino raus konnte ich gar nicht anders als direkt in die nächste Buchhandlung gehen und mir auch den Roman zu holen.

Eigentlich bin ich ja immer etwas skeptisch, wenn es um die Romanvorlagen zu Filmen geht. Aber da ich den Film schon so toll fand, konnte ich eigentlich nicht enttäuscht werden. So kam es also, wie es kommen sollte, aber jetzt möchte ich Euch erstmal etwas mehr zur Geschichte erzählen...

Die Geschichte vom „Buchspazierer“ Carl Kollhoff ist nämlich eine Hommage an die Macht der Bücher. Denn hier findet jeder seiner Kunden nicht nur die Bücher, die er lesen will, sondern die Geschichten, die er wirklich braucht. Man trifft auf Carls Spaziergang viele, teilweise doch echt skurille Charaktere, die für ihn zu Figuren aus Büchern geworden sind. So begegnet man Mister Darcy, Frau Langstrumpf oder auch Herkules und vielen mehr, die doch alle selbst mit den Problemen ihres Alltags zu kämpfen haben. Und so ist der tägliche Besuch ihres „Buchspazierers“ für jeden immer ein besonderes Highlight.

Und als Carl eines Tages Schascha kennenlernt, geht ein Ruck nicht nur durch sein Leben. Schascha, ein gleichermaßen kluges und freches, aber vor allem extrem liebenswertes, kleines Mädchen, welches durch ihre muntere Art nicht nur wieder Leben in Carls Alltag bringt. Anfangs doch ziemlich verschlossen ihr gegenüber, kann Carl nicht anders, als die Kleine in sein Herz zu schließen. Und so geht es garantiert, genau wie mir, auch jedem anderen Leser.

Der Schreibstil des Autors ermöglicht einen guten Einblick in die Gedanken und Gefühle aller Charaktere. Die Geschichte(n) der Figuren sind tiefgründig erzählt, aber dennoch verliert die Geschichte nicht ihre Leichtigkeit, was für mich auch das herzliche Zusammenspiel der beiden Protagonisten entscheidend prägt.

Alles in allem ist dieses Buch einfach nur großartig. Der Autor liefert eine zauberhafte Geschichte, die vielleicht nicht ganz realistisch ist, aber dennoch tiefgründig und mit so viel Liebe zu Büchern und zum Leben gespickt, dass man es einfach nicht mehr aus der Hand legen möchte. Lasst Euch diese tolle Geschichte auf keinen Fall entgehen!

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Veröffentlicht am 03.12.2024

Spuren der Zeit

Gebt mir etwas Zeit
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Hape Kerkeling hat die Zeit während der Corona-Pandemie genutzt, um sich mit seiner und vor allen Dingen der Herkunft seiner Großmutter Bertha zu beschäftigen. Und diese Kenntnisse seiner Ahnenforschung ...

Hape Kerkeling hat die Zeit während der Corona-Pandemie genutzt, um sich mit seiner und vor allen Dingen der Herkunft seiner Großmutter Bertha zu beschäftigen. Und diese Kenntnisse seiner Ahnenforschung hat er in dieses Buch gesteckt. „Gebt mir etwas Zeit“ ist von der Grundidee etwas außergewöhnlich. Hier handelt es sich nicht um eine klassische Autobiographie, aber auch nicht um eine bloße Abhandlung ahnengeschichtlicher Erkenntnisse.

Hape Kerkeling erzählt nicht die Facetten seines Lebens, von seinen ersten Schritten in der Fernsehbranche, bis hin zu seiner ersten großen Liebe, die durch Krankheit AIDS gefährlich bedroht wird und sein Leben ist wanken bringt. Sondern er spickt seine Erzählung mit historischen Kapiteln, erzählt er von einem Ahnen, und wie sich dessen Leben im Amsterdam des 17. Jahrhunderts zugetragen haben könnte. Auch an kritischen Themen wie religiösen Zwängen, Sklaverei und Kolonialgeschichte hat er hier nicht gespart.

Ich muss zugeben, dass mir Hapes persönliche Erinnerungen am besten gefallen haben. Die vermutlich überwiegend fiktiven Geschichten realer Vorfahren fand ich stellenweise doch etwas zäh. Aber als Gesamtpaket und durch den Wechsel der beiden Erzählstränge ist ein unterhaltsames Buch entstanden, in dem man den Geist von Hape Kerkeling spüren kann.

Spannend ist doch auch das Ergebnis, zu dem er in seiner Forschung gekommen ist. Es zeigt mal wieder, dass man als Individuum in dieser Welt nicht allein ist, sondern dass es die persönliche Geschichte ist, die einen zu dem macht, was man ist und was man sein möchte.

Das Buch ist definitiv eine Empfehlung für alle, die sich gern von der Person Hape Kerkeling unterhalten lassen und sich für Ahnenforschung interessieren.

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Veröffentlicht am 01.12.2024

Wie Weihnachten?

Feels like Christmas
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Heiligabend in Venedig oder Silvester in den Bergen? Wäre das vielleicht auch was für Euch? Vielleicht lasst ihr Euch einfach von den fünf Kurzgeschichten in „Feels like Christmas“ von Loewe intense inspirieren.

Die ...

Heiligabend in Venedig oder Silvester in den Bergen? Wäre das vielleicht auch was für Euch? Vielleicht lasst ihr Euch einfach von den fünf Kurzgeschichten in „Feels like Christmas“ von Loewe intense inspirieren.

Die fünf Autorinnen Gabriella Santos de Lima, Marina Neumeier, Alexandra Flint, Carolin Wahl und Kyra Groh schreiben in diesem Sammelband über besondere Protagonistinnen, herzerwärmende Freundschaften und weihnachtliche Abenteuer. Die Schreibstile der Autorinnen haben mir gut gefallen. Jede hat ihre ganz eigene Art zu schreiben und Emotionen zu transportieren.

Leider haben mich nur zwei Geschichten wirklich überzeugt. Das waren die Geschichten von Gabriella Santos de Lima und Kyra Groh. Die anderen Geschichten waren zwar auch gut erzählt, jedoch fiel es mir echt schwer, hier die vielen Protagonisten in der Kürze der Zeit wirklich auseinanderzuhalten und so auch besser kennen zu lernen. Vielleicht hätte man hierzu die Reihen der Autorinnen kennen müssen.

Alles in allem bekommt man mit „Feels Like Christmas“ eine nette Kurzgeschichtensammlung, die auf Weihnachten einstimmt. Ich denke vor allem für Fans der ursprünglichen New-Adult-Reihen der Autorinnen sind diese weihnachtlichen Geschichten nochmal eine nette Zugabe.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

Eine Chance für deine Träume?

Die Blüten der Träume
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Im ersten Teil der Triest-Saga „Die Blüten der Träume“, lernt man zunächst Anfang des 20. Jahrhunderts die junge Viktoria Liebenfels kennen. „Vicky“ ist das einzige Kind eines Wiener Wäschefabrikanten. ...

Im ersten Teil der Triest-Saga „Die Blüten der Träume“, lernt man zunächst Anfang des 20. Jahrhunderts die junge Viktoria Liebenfels kennen. „Vicky“ ist das einzige Kind eines Wiener Wäschefabrikanten. Vicky genießt ihre Nachmittage am liebsten mit ihrem Geliebten Rudolf von Auersperg, im Bett, und träumt von ihrer baldigen Hochzeit und dem damit verbundenen Aufstieg in der Gesellschaft.

Bevor es aber zu dem besprochenen, noch geheimen Heiratsantrag, kommen soll, möchte Vicky noch einmal den Urlaub in Triest genießen. Schon als kleines Mädchen war sie immer wieder gern mit ihren Eltern im Sommer zu Gast in der kleinen Pension Hortis. Nachdem Vicky hier den Weinbauern Fabrizio Ascoli kennenlernt, kann sie ihre Gefühle nicht so recht einordnen. Als sie dann mit ihren Eltern nach Wien zurückkehrt, erwartet sie statt des Heiratsantrages jedoch die Tatsache, dass ihre uneheliche skandalöse Beziehung zu Rudolf aufgeflogen ist und er sich zwischenzeitlich mit einer anderen verlobt hat.

Gesellschaftlich geächtet und von ihren Eltern fallen gelassen, kratzt sie ihre letzten Ersparnisse zusammen und kehrt zurück nach Triest, wo sie doch immer glücklich war. Angekommen in der Pension Hortis hofft Vicky, dass sich doch alles noch zum Guten wenden kann. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse...

Die Geschichte ist in Kapiteln unterteilt, die abwechselnd von Vicky, Fabrizio Ascoli, dessen Schwester Valeria und Melitta Braun, der Nichte des Pensionswirtes erzählt werden. Durch die wechselnden Sichtweisen kann man der Geschichte gut folgen und die handelnden Personen kennenlernen.

Nach den ersten Seiten dachte ich noch, was für ein vergnügungssüchtiges junges Mädchen Vicky ist. Doch im Verlauf der Geschichte entwickelt sie sich zu einer starken und mutigen Frau, die auch mal an andere denkt. Jedoch musste sie ja auch gezwungenermaßen erwachsen werden. Fabrizio ist der Mann, der immer nur das Beste für seine Familie wollte, und dabei einfach sich selbst vergessen hat. Doch mir scheint es ein wenig, als fehle es ihm an Durchsetzungsvermögen. Seine Schwester Valeria ist ihrer Zeit weit voraus und möchte doch so gern ein selbstbestimmtes Leben führen. Auf Kosten ihrer Familie? Und Melitta finde ich echt ein bisschen anstrengend. Sie ist das typische Mauerblümchen und sehr verbissen. Dabei wollte sie doch eigentlich immer nur ein besseres Leben führen, an der Seite eines Mannes, dem sie ihr Herz schenken kann, und hatte doch gehofft, dass sie eines Tages die Pension von ihrem Onkel erben würde. Doch dann kam Vicky...

Der Roman ist unterhaltsam, doch leider fehlt es der Geschichte und auch den Figuren an Tiefe!

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