Spuren der Zeit
Gebt mir etwas ZeitHape Kerkeling hat die Zeit während der Corona-Pandemie genutzt, um sich mit seiner und vor allen Dingen der Herkunft seiner Großmutter Bertha zu beschäftigen. Und diese Kenntnisse seiner Ahnenforschung ...
Hape Kerkeling hat die Zeit während der Corona-Pandemie genutzt, um sich mit seiner und vor allen Dingen der Herkunft seiner Großmutter Bertha zu beschäftigen. Und diese Kenntnisse seiner Ahnenforschung hat er in dieses Buch gesteckt. „Gebt mir etwas Zeit“ ist von der Grundidee etwas außergewöhnlich. Hier handelt es sich nicht um eine klassische Autobiographie, aber auch nicht um eine bloße Abhandlung ahnengeschichtlicher Erkenntnisse.
Hape Kerkeling erzählt nicht die Facetten seines Lebens, von seinen ersten Schritten in der Fernsehbranche, bis hin zu seiner ersten großen Liebe, die durch Krankheit AIDS gefährlich bedroht wird und sein Leben ist wanken bringt. Sondern er spickt seine Erzählung mit historischen Kapiteln, erzählt er von einem Ahnen, und wie sich dessen Leben im Amsterdam des 17. Jahrhunderts zugetragen haben könnte. Auch an kritischen Themen wie religiösen Zwängen, Sklaverei und Kolonialgeschichte hat er hier nicht gespart.
Ich muss zugeben, dass mir Hapes persönliche Erinnerungen am besten gefallen haben. Die vermutlich überwiegend fiktiven Geschichten realer Vorfahren fand ich stellenweise doch etwas zäh. Aber als Gesamtpaket und durch den Wechsel der beiden Erzählstränge ist ein unterhaltsames Buch entstanden, in dem man den Geist von Hape Kerkeling spüren kann.
Spannend ist doch auch das Ergebnis, zu dem er in seiner Forschung gekommen ist. Es zeigt mal wieder, dass man als Individuum in dieser Welt nicht allein ist, sondern dass es die persönliche Geschichte ist, die einen zu dem macht, was man ist und was man sein möchte.
Das Buch ist definitiv eine Empfehlung für alle, die sich gern von der Person Hape Kerkeling unterhalten lassen und sich für Ahnenforschung interessieren.