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Veröffentlicht am 29.05.2025

Bach bewegt nicht nur im Film, sondern auch bei der Lektüre dieses Buches

Bach bewegt
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Knut Elstermann hat sich in "Bach bewegt" mit den zahlreichen filmischen Versuchen, das Leben des großen Komponisten und Menschen Johann Sebastian Bachs wiederzuspiegeln, auseinandergesetzt. Er beäugt ...

Knut Elstermann hat sich in "Bach bewegt" mit den zahlreichen filmischen Versuchen, das Leben des großen Komponisten und Menschen Johann Sebastian Bachs wiederzuspiegeln, auseinandergesetzt. Er beäugt dabei teil sehr kritisch aber auch teils wohlwollend die Drehbücher, schauspielerischen Leistungen und die Arbeit der Regisseure und Kameramänner. Sehr schön stellt er bei jedem Film, über den er dann schreibt, den Bezug nicht nur zu Bach selber, sondern auch zu seinem Umfeld, Freunden, Bekannten und den Orten seines Schaffens dar. Wir bekommen somit stellenweise ein ganz neues Bild und viele neue Informationen über Bach zu lesen, was dieses Buch so interessant macht. Dabei schafft er es den doch eher trockenen Stoff sehr lebendig zu schildern und die Filme uns so spannend zu schildern, das wir, obgleich wir nicht jeden Film bisher gesehen haben, uns doch in die Szenerien hineinversetzen können. Es ist ebenfalls sehr spannend zu verfolgen, wie unterschiedlich sich die Regisseure dem Menschen Bach bei ihrer Arbeit annähern.

Für mich persönlich war besonders zum Ende des Buches die Aufzählungen und Erläuterungen der Verwendung der Kompositionen von Bach als begleitende Filmmusik sehr gelungen. Darüber hätte ich gerne noch mehr gelesen.

Hervorzuheben sei hier noch die Abbildung von vielen Fotos aus den verschiedenen Filmen, die uns natürlich die Lektüre noch eindrucksvoller erfahren läßt.

Allen Bachfreunden/-freundinnen und Liebhaber/innen von klassischer Musik, aber auch Cineasten, die insbesondere Biopics lieben kann ich dieses Buch unbedingt empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.05.2025

Dieser französische Sommer verläuft ein wenig zu lang

Merci Agneta
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"Merci Agneta" von Emma Hamberg ist ein Roman über den Selbstfindungsprozess einer schwedischen Frau nach einer gescheiterten Ehe.

Agneta ist noch mit Magnus verheiratet als sie sich in die Provence aufmacht, ...

"Merci Agneta" von Emma Hamberg ist ein Roman über den Selbstfindungsprozess einer schwedischen Frau nach einer gescheiterten Ehe.

Agneta ist noch mit Magnus verheiratet als sie sich in die Provence aufmacht, um Abstand zu ihrer gescheiterten Beziehung und zu ihren Eltern zu bekommen. Sie verbringt die Tage ohne jegliche Sprachkenntnisse in einem Kloster in dem französischen Dorf Saint Carelle. Dort kümmert sie sich um den an Demenz erkrankten Einar. Agneta stellt von Tag zu Tag fest, das die französische Lebensart ihr erheblich mehr entgegenkommt als ihr bislang geführtes Leben in Schweden. Als jedoch eine erhebliche Summe in Form einer Stromnachzahlung auf Einar zukommt, entwickelt Agneta zusammen mit Bonnibelle eine außergewöhnliche Geschäftsidee. Sie lernt den Barbesitzer Fabien kennen und lieben. Da aber die Idee einer neuartigen Unterwäscheproduktion misslingt, muss Agneta schweren Herzens nach Schweden zurück. Wird sie Fabien und Saint Carelle je wiedersehen?

Emma Hamberg hat eine wunderbar bildreiche und humorvolle Art zu schreiben. Wir Leser/innen tauchen gemeinsam mit Agneta tief in Südfrankreich ein, geniessen das Klosterleben, fühlen das Leiden von Einar und die aufkeimende Liebe zu Fabien. Die Personen sind sehr gut beschrieben, so dass wir zum einen (beinahe im Schwarz-Weiß-Stil) die Einwohner von Saint Carelle seitenweise unsere Sympathie entgegenbringen und zum anderen Agnetas Eltern und ihren Noch-Ehemann unsere Abneigung spüren lassen. Besonders hervorzuheben sind Emma Hambergs Gespür für menschliche Gefühle und ihr Wortwitz. Das Ende des Romans lässt Raum für eine Fortsetzung von Agnetas weiteren Schicksal.

Für meinen Geschmack kann die Autorin leider aber den Spannungsbogen nicht aufrechterhalten. Die Geschichte gerät nach der Hälfte des Romans ins Stocken und verläuft sich in zu ausschmückende Auseinandersetzungen mit Agnetas Mutter oder Agnetas innere Dialoge mit dem verstorbenen Einar oder der Realität.

"Merci Agneta" ist ein Roman, den man entspannt als Urlaubs- oder Abendlektüre lesen und geniessen kann.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Abwechslungsreiche Abenteuerwanderung im Balkan

Wilde Berge des Balkan
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Den Leser/innen der Bergfreundinnen bereits bekannten Podcastlerinnen Katharina Kestler und Antonia Schlosser haben in diesem Abenteuer in Lisa Bartelmus eine neue Begleiterin gefunden.
Sie beginnen ...

Den Leser/innen der Bergfreundinnen bereits bekannten Podcastlerinnen Katharina Kestler und Antonia Schlosser haben in diesem Abenteuer in Lisa Bartelmus eine neue Begleiterin gefunden.
Sie beginnen ihre Wanderung mit letzten Einkäufen und Vorbereitungen in Pristina, bevor sie sich dann in Brezovica auf den geplanten Abschnitt des High Scardus Trail aufmachen. Vor ihnen liegen 175 km Wanderweg mit ca. 9500 Höhenmetern, die es zu bewältigen gilt.
Wir begleiten die drei durch herrliche Landschaften, machen Bekanntschaft mit der Bevölkerung, erleben die unterschiedlichen Herausforderungen des Wetters und müssen versuchen, die verschiedensten Hindernisse auf der Wanderung aus dem Weg zu räumen.
Wieder erfreut uns die Lektüre durch eine sehr bildgewaltige Sprache, durch die wir uns die Landschaften auf der Wanderung sehr schön vorstellen können. Dabei ist sowohl immer auch eine belebende Prise Humor und wunderbare Selbstironie in die dokumentarische Geschichte eingebunden.
Ergänzt wird die Dokumentation durch eine kurze Vorstellung der Bergfreundinnen inklusive Portrait-Foto, Interviews mit Naturschützerinnen und Rangerinnen, einer Fotosammlung in der Buchmitte und wertvollen Tips für die eigene Planung einer solchen Wanderung.
Allen Leser/innen, die selber gerne in den Bergen wandern oder es aber auch einfach geniessen können, über eine derartige Wanderung zu lesen und/ oder Inspiration für das eigene Abenteuer möchten, kann ich "Wilde Berge des Balkan" unbedingt empfehlen.
Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer der drei Freundinnen.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Die Reisen der drei Helden in Everwish gehen aufregend weiter. Wunderbare Fortsetzung der Reihe.

Wishkeeper, Band 2 - Die Reise nach Silversands
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Wieder treffen sich unsere Hauptprotagonisten, Lexi, Milo und Talon im Park zusammen, um mit Hilfe der Inklinge durch das Portal in die Traumwelt Everwish zu gelangen. Doch dieses Mal sind die drei völlig ...

Wieder treffen sich unsere Hauptprotagonisten, Lexi, Milo und Talon im Park zusammen, um mit Hilfe der Inklinge durch das Portal in die Traumwelt Everwish zu gelangen. Doch dieses Mal sind die drei völlig verwirrt. Die sonst so farbenfrohen Reisebegleiter sind alle grau und laufen Gefahr, sich im aktuellen Band nicht in Wunschwesen zu verwandeln. Mit einem Trick gelingt es den Wishkeepern jedoch wenigstens ein paar von ihnen dennoch zu einer Verwandlung zu unterstützen. Aber auch die entstandenen Wunschwesen sind grau. Was ist passiert? Hat der im ersten Band entflohene Horroxer Tremoris seine Finger im Spiel? Als auf ihrer Reise nach Silversands und Eterna dann auch noch drei ihrer treuesten Wunschwesenfreunde, der Crimson Hope, die Lumix Sirabelle und der Fireflash Baxter verschwinden und immer mehr schwarze klebrige Fäden ihren Weg säumen, sind die Wishkeeper in absoluter Alarmbereitschaft. Können sie ihre Freunde retten und die sich immer weiter ausbreitende Macht von Tremoris stoppen?

Der zweite Band "Wishkeeper - Die Reise nach Silversands" ist wirklich eine sehr würdige, spannende und aufregende Fortsetzung des ersten Bandes. Der Sympathiefunke gegenüber den drei Wishkeepern springt sofort wieder über und die bildhafte Art der Autorin, Barbara Laban, die Geschichte zu erzählen, bewirkt, daß wir Leser/innen das Gefühl bekommen, immer Teil der Handlung und mittendrin zu sein. Erneut tragen auch die herrlichen Illustrationen von Alessia Trunfio zur Anschauung und Leselust bei. Gleich im ersten Kapitel baut Barbara Laban einen sehr starken Spannungsbogen auf, der sich durch das komplette Buch bis zum Schluß durchzieht und uns Seite für Seite regelrecht verschlingen läßt. Hervorzuheben sind auch dieses Mal wieder, die - gerade für die jüngeren Leser/innen - erfreulich kurzen Kapitel, deren Bezifferungen mit einer der sehr schönen Illustrationen versehen sind.

Mein Fazit:

Allen Leser/innen die vom ersten Band schon begeistert waren und allen, die es lieben fantasievolle und spannende Geschichten zu lesen, kann ich auch diesen zweiten Band der Wishkeeper nur unbedingt empfehlen. Ich freue mich schon sehr auf Band drei und kann es kaum erwarten zu erfahren, wie es Lexi, Milo und Talon weiter ergehen wird.

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Veröffentlicht am 09.04.2025

Kniffliger Cold Case im Ostseedorf

Ostseedämmerung
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Auch der 20. Fall der Ermittlerin Pia Korittki "Ostseedämmerung" von Eva Almstädt konnte mich wieder einmal überzeugen.

In einem kleinen Dorf an der Ostsee mit dem Namen Hövelau finden zwei Kinder bei ...

Auch der 20. Fall der Ermittlerin Pia Korittki "Ostseedämmerung" von Eva Almstädt konnte mich wieder einmal überzeugen.

In einem kleinen Dorf an der Ostsee mit dem Namen Hövelau finden zwei Kinder bei ihrem Spiel im Nachbarteich eine Wikingerfibel, ein Artefakt aus der Wikingerzeit. Ausgelöst durch dieses Ereignis kommt ein zurückliegender Vermisstenfall wieder ins Rollen. Nach ersten Nachforschungen durch das altbewährte Ermittlerteam Korittki und Broders wird ca. 3 km in einem Waldstück entfernt die Leiche der damals vermissten Archäologiestudentin Mira entdeckt. Schnell wird klar, daß Mira damals ermordet wurde. Warum mußte Mira sterben? und warum liegen ein paar Kilometer zwischen Fundort der Leiche und des Artefaktes? Gibt es überhaupt eine Verbindung?

Der Schreibstil von Eva Almstädt packt mich jedes mal wieder. Es ist diese gesunde Mischung aus detaillierter Beschreibung, Spannungsaufbau, gekonnt eingesetzten Cliffhangern am Ende eines Kapitels, Humor und angenehm kurzen Kapiteln, die auch bei diesem Band wieder zu fesseln und überzeugen wissen.
Die Figuren sind wunderbar bildhaft gezeichnet, so daß wir Leser/innen bereits nach kürzester Zeit fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft sind und bald jede(n) genau zu kennen wissen.
Der Spannungsbogen zieht sich kontinuierlich durch den kompletten Krimi. Selbst die vereinzelten privaten Episoden der Ermittler in der Handlung bewirken dabei keinen Abbruch. Vielmehr erzeugen sie noch zusätzliche Spannung. Insbesondere bei denen, die Pia Korittki schon länger kennen.
Auch das Cover passt erneut hervorragend zu den Vorgängern der Reihe, auch wenn es nicht unmittelbar mit dem inhaltlichen Dorf Hövelau in Verbindung gebracht werden kann.

Mein Fazit:
Eine tolle und gelungene Fortsetzung der liebgewonnen Reihe, die auch ohne Kenntnis ihrer Vorgänger gelesen werden kann.
Allen, die diese Reihe schon seit Jahren kennen, aber auch allen Krimifans, die gerne einen Regionalkrimi mit immer neuen Irrungen und Wendungen lesen möchten, kann ich die "Ostseedämmerung" nur wärmstens ans Herz legen und unbedingt empfehlen.

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